Evan Amos – The Game Console (2018)

Das Buch hat den Untertitel “A Photographic History from Atari to Xbox” , was man nicht wörtlich nehmen sollte. Denn es reicht von 1972 mit der Odyssey von Magnavox, der ersten Generation von Spielkonsolen bis zur 8ten, die genau genommen 2011 mit dem Handheld 3DS 2011 begonnen hatte, aber werden natürlich auch die PS4, XBox One und als jüngste Konsole der Generation die Switch von 2017 auf 250 Seiten abgebildet. Und abgebildet werden sie in vollster Pracht, denn das Buch ist ein “Bilderbuch”. Es sind hauptsächlich reine Konsolen, die hier gezeigt werden, aber auch einige Compter, wie z.B. der C64 oder Atari Computer, die einmal eben auch über Modulschächte verfügen und eben auch teilweise Konsolen mit gleicher Hardware hervorgebracht haben. So gab es eine C64-Konsole, die eher unbekannt war und nur in Europa erscheinen ist, und natürlich die Atari 5200er, die im Grunde ein Atari 800 – Computer war (und eben nur in den USA erscheinen ist). Am Ende des Buchs listet Amos auch noch 46 “Spielgeräte” auf, die es in Bildform nicht ins Buch geschafft haben.

Das Buch ist also sehr ausführlich und recht Top aktuell. Und wer sich je mit Spielkonsolen und -Computer beschäftigt hat, der kennt auch Evan Amos. Zu mindestens wenn man sich dazu den einen oder andren Artikel zu den Konsolen auf Wikipedia angeschaut hat. Denn so ziemlich alle Bilder von Konsolen die richtig gut und detailliert aussehen, sind von Amos! Also bitte man hier ein Blick darauf werfen! Das fand ich schon eine ganze Weile sehr beeindrucken und als im letzten Herbst sein Buch erschien, wollte ich das unbedingt haben. Schon alleine das der Mann vielleicht mal ein paar Pennys daran verdient, was er da geschaffen hat, aber natürlich auch, weil ich so etwas in gedruckter Form eben auch ganz gern mag. Es ist ein gebundenes Hardcover-Buch mit einen aufwendigen Cover und dickes, qualitativ hochwertiges Papier. Natürlich hochglanz und das wäre mir schon knapp 25 Dollar wert gewesen. Allerdings wären Shipping aso. fast nochmal 20 Dollar gewesen, was mich im letzten Herbst etwas abgeschreckt hatte. 2019 ist nun schon die zweite Auflage erschienen und jene bekommt man nun auch über den lokalen ArmenSohn zur Zeit sogar noch für 18 Euro, währenddessen ich diese Zeilen schreibe. Im Februar hatte ich das Buch schon bestellt und da hat es mich nur knapp 15 Euro gekostet. (Vielleicht war da der Euro-zu-Dollar-Kurs gerade günstig gewesen… keine Ahnung). Aber selbst für 18 Euro oder vielleicht 20 Euro ist es das auf jeden Fall wert!

Die Photographien sind wirklich einmalig. Von den meisten Konsolen, werden auch Varianten gezeigt und oft auch hat Amos die Konsolen auseinander genommen und photographiert. Das stellt wirklich alles in den Schatten, was ich bisher an Bildbänden zu Konsolen und Computer habe und jemals gesehen habe. Knapp 100 Konsolen und Computer plus Joysticks und Gamepads bekommt man hier kredenzt. Ein wirkliches Schmuckstück an Buch, wenn man sich für die Materie interessiert. Ein Must-have für jeden Retro-Hardware-Liebhaber!

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Game Boy Hardware-Emualtoren – GB BOY COLOUR

GB Hardware-Emulatoren gibt es eine Menge. Wer sich nicht für mein “Herum-Gelabber” über das wie, wo und warum interessiert, sondern nur für meine Meinung zum GB BOY COLOUR, der scrolle bitte weiter nach unten. Der Text zum GBBC beginnt nach dem Ersten Bild.

Heutzutage gibt es eine Menge Möglichkeiten seine alten Game Boy und Game Boy Color Spiele zu spielen. Wobei ja die originale Hardware fast unverwüstlich ist. Wenn man seine alten Geräte ein bisschen vernünftig verwendet hat, dann funktionieren sie meist immer noch. So geht es mir bei meinen originalen Game Boys. Aber wirklich Spaß macht das ja optisch nur bei wirklich guter Beleuchtung. Und beim originalen Game Boy selbst das nicht mal. Die gute alte gelb/grüne DOT-Matrix kam eben nicht nur unscharf daher, sondern dankt einen jede Bewegung mit “Ghosting” Effekten. Aber Anfang der 90ziger war uns das ja egal gewesen. Hauptsache mobiles Gamen! Und wenn man dann mal ein sehr viel teureren Sega Gamegear oder Atari Lynx zur Hand genommen hatte, dann hatte man nun Spiel in Farbe und mit beleuchteten Display, aber so richtig toll hat das dann auch wieder nicht ausgesehen! Nintendo hatte sich da mit einer Beleuchtung des Displays bekanntlich auch sehr viel Zeit gelassen. Und der erste Game Boy Advanced SP hatte dann auch ein eher dunkles Frontlicht bekommen, über das man sich dann Mitte der 2000er zwar gefreut hatte, aber dann doch neidisch auf die Sony PSP geguckt hatte.

Heute gibt es allerdings so viele Möglichkeiten seine alten Module in gestochen scharfer und beleuchteter Qualität zu spielen! Erste Wahl ist natürlich ein gemoddeter Game Boy. Mit einem GBA SP der letzten Generation hatte man einen wunderschön hellen Blacklight-Screen bekommen. Geräte dieser Art bekommt man heute natürlich auch noch. Im guten Zustand bekommt man jene normalerweise nicht unter 100 Euro. Dann gibt es natürlich auch die GBAs mit nachträglich eingebauten AGS-101-Displays. Wenn man selbst nicht so der begabte Bastler ist, dann kosten solche auch gut 150 Euro (wenn man Glück hat) und mehr. Viele lieben aber der originalen Formfaktor des Game Boy Color (wie ich selbst eben auch) und da gibt es mittlerweile nun auch Backlight-Möglichkeiten. Jene Mods sind aber für den Hobby-Bastler auch nicht so einfach. Wenn ich mir da Video dazu anschaue und sehe was da eben auch noch am Gehäuse gemacht werden muss und so, dann rutscht mir das Herz in die Hose! Es gibt auch “professionelle” Bastler, die dann solche gemoddeten GBCs verkaufen. Dafür muss man dann aber schon mal knapp 300 Euro und mehr hinblättern. Den Preis finde ich nicht einmal übertrieben! Material und die Arbeit selbst hat schon seinen Preis! Man darf nicht vergessen: Das sind Einzelstücke und keine Fliesbandarbeiten aus Fernost!

Eine preisgünstigere Variante ist da natürlich der Smartboy von Hyperkin. Wenn man dann ein Smartphone mit einem USB-C-Anschluss hat. Mittlerweile ist dies zwar bei neuen Smartphones Standard. Aber nicht jeder hat das eben. Apple-Jünger gucken dabei ganz in die Röhre. Wer aber ein Phone mit USB-C hat, bekommt hier eine relativ preiswerte Möglichkeit einen perfekten Game Boy zu bekommen. Mittlerweile muss man das Teil schon lange nicht mehr importieren. Man bekommt das Gerät auch beim heimischen ArmenSohn für 50 Euro. Bis heute habe ich kein Modul gehabt, dass nicht via dem Smartboy gelaufen wäre. Das nächste große Ding von Hyperkin soll der Ultraboy werden. Das Gerät wurde als Prototyp schon im letzten Jahr vorgestellt und hatte den Formfaktor eines Game Boy Pocket oder Color und eben ein Backlight-Display. Nun kann man sich aber vorstellen, wenn das Gerät wirklich kommt, dann wird es keine 50 Euro kosten können. Hyperkin ist ja auch für seine 1-A-Qualität bekannt (auch wenn sie natürlich auch in China herstellen lassen). Für den Supaboy S (mit dem man mobil SuperNES-Module abspieln kann) soll auch ein 1-A-Qualität haben (ich selbst hatte jenen noch nie in der Hand) und wird mittlerweile für 120 Euro verkauft. Ich weiß nicht, was das gute Stück bei Erscheinen seiner Zeit gekostet hatte. Aber ich denke das sich der Ultraboy preislich so in Richtung 120 bis 150 Euro bewegen wird. Nicht eben preiswert.

Preiswerte Handheld-Emulatoren im GB-Formfaktor gibt es ja so einige. Die meisten haben eines gemeinsam: Sie haben kein Modulschacht! Eine Ausnahme ist der chinesische GB BOY. Den es zuerst mit einen beleuchteten SW-LCD-Display gab und jetzt schon eine Weile mit farbigen Displays und unter dem Namen GB BOY COLOUR. Das Teil bekommt man für 30 EURO! Also habe ich mir mal so ein Teil über die elektrische Bucht bestellt. Die Lieferung direkt aus China kam schon nach 2 Wochen. Das ist ein wirklich guter Wert! Bei 30 Euro darf man natürlich nicht zu viel erwarten. Die Qualität des Gehäuses und der Button ist okay. Das D-Pad quietscht ein bisschen beim Spielen, aber das ist okay und bestimmt behebbar, wenn ich das Teil mal aufschraube. Das Display ist natürlich nicht so der Hammer. Die Legende geht, dass der Hersteller da alte LCD-Display die für Camcorder gedacht waren verwendet. Das glaube ich sogar. State of the Art ist das Display nicht. Ich bin mir nicht sicher, ob hier nicht immer unterschiedliche verbaut werde. Eines haben wohl alle GB BOYs gemeinsam: Die Displays geben nicht das originale Seitenformat der Game Boys wieder! Es ist alles ein bisschen breiter. Allerdings nicht so breit, wie als wenn man auf einem GBA ein Game Boy Spiel via Schultertasten auf “Vollbild” stellt. Beim Spielen selbst ist es mir kaum aufgefallen, dass alles ein wenig breiter ist. So sind runde Objekte, wie die Kugeln beim Pinball nicht wirklich wie plattgedrückt und eierförmig.

Das Display das bei meinem Gerät verbaut ist, ist allerdings nicht besonders hell. Der Blickwinkel ist auch sehr eingeschränkt. Wenn man den GB BOY in der “natürlichen” Handheld-Haltung in den Händen hat (also nach oben leicht angeschrägt), dann ist das Bild zu dunkel. Hält man den GB BOY gerade, wie man ja sonst nie ein Game Boy beim spielen in der Hand hält, dann ist das Bild heller und alle Flächen sind wieder gut zu erkennen. Auch gibt es ein leichte “Bewegungsunschärfe”, die man nur bemerkt, wenn man wirklich darauf achtet und nicht im Eifer des Gefechts. In Bewegung werden die Grafiken ein wenig schwammig. Dafür reagieren die Button und das D-Pad ganz gut. Man darf da natürlich nicht die Qualität und Reaktionszeit der originalen Hardware erwarten. Bei Spielen, die ich in- und auswendig kenne (wie z.B. Supermarioland) bemerkt man schon einen leichten Unterschied und hier verspringe ich mich anstellen, die ich auf einem Nintendo Game Boy (egal welchen) ohne Schwierigkeiten bewältige. Den Effekt kenne ich schon, wenn ich z.B. mit dem Smartboy via Smartphone spiele oder sogar die Supermarioland-Version aus dem eShop auf dem 3DS. man gewöhnt sich schnell dran. Der Mono-Lautsprecher hört sich auch nicht schlechter an als bei den Originalen. Der Kopfhöreranschluss gibt zwar Stereo aus, aber mit einem sehr dünnen Sound und permanenten leisen Störgeräuschen, als wäre hier nicht alles wirklich gut abgeschirmt. Besonders die GBC-Spiele starten ein wenig langsamer als im Original. Steckt man hier ein GB Everdrive rein, dann funktioniert der hier auch einwandfrei, aber insbesondere GBC-Spiele sind hier noch langsamer beim laden.

Aber wo wir gerade beim Everdrive sind, so hat der GB BOY selbst ja auch Spiele einbaut! Und zwar originale GB-Spiele. Was schon sehr grenzwertig ist. Anfangs gab es die Behauptung von 188 Spiele. In Wirklichkeit waren es dann nur 66 und dann wieder holten sich die Spiele in der Liste wieder. In den Verkaufsanzeigen und auch auf der Verpackung (mit einem Sticker) ist das allerdings schon geändert worden, aber das Menü in der Software ist die selbe geblieben, die immer noch eine Liste von 188 Spielen anzeigt. Nun interessieren mich jene “eingebauten” Spiele nicht. Und einen SD-Karten-Slot zum selbst “nachladen” gibt es hier auch nicht.

Und wie steht es mit dem Batterieverbrauch? Bei meinem Gerät hier nicht so gut. Ich habe jetzt nicht die Zeit gemessen, aber zum Beispiel bei einem GBA mit gemoddeten Backlightscreen, halten die zwei AA-Batterien sehr viel länger, als hier bei dem GB BOY. Natürlich kann man die Konsole nicht mit einem GBC ohne stromfressenden beleuchteten Screen vergleichen, aber der Vergleich mit dem gemoddeten GBA der dann im Gegensatz zum GBA SP nicht mit einem Lithium-Akku betrieben wird, passt schon. Die rote LED links neben dem Bildschirm ist auch nicht wirklich ein Indikator wie voll die Batterien sind. Der Bildschirm wird auch nicht dunkler, wenn der Saft zu neige geht. Wenn der Saft zu neige geht, dann bricht das Gerät einfach das Spiel ab und startet neu. Und dann kommt man aus dem Startbildschirm auch nicht mehr raus. Das Gerät geht dann in ein Loop und startet immer wieder. Oder fängt an das Modul neu zu laden und bricht dann mit einem undefinierbaren Fehler-Code ab. Zu erst dachte ich, dass das Gerät gleich am ersten Tag den Geist aufgegeben hatte, aber mit frischen Batterien ging dann alles wieder. Wobei die Batterien nicht wirklich leer waren! Beim GB BOY ist es so, wenn die Leistung der Batterien abfällt und unter einer abzugebenden Spannung von 1,1 Volt fällt startet das Gerät komplexere Module nicht mehr und geht in den “Start-Logo-Loop” oder gibt besagte Fehlermeldung. So sind erst GBC-Module mit Speicherbatterie oder Module mit dem Rumbleback (wie Pokemon Pinball) betroffen, weil jene eben mehr Strom ziehen. Die einfachen Module oder gab GB-Classic-Module laufen dann erst einmal weiter. Bis dann nach kurzer Zeit auch jene den Loop auslösen und nicht mehr geladen werden können. So etwas wie der Everdrive gibt natürlich als erstes den Geist auf. Das Modul zieht durch seine Hardware-Emulation natürlich richtig Strom.

Das der GB BOY also so eine geringe Batterie-Laufzeit hat, kommt eben von jenen scheinbar nicht vorhandenen Energiemanagement. Batterien, die im GB BOY schon nicht mehr ausreichen, haben danach in meinen gemoddeten Backlight-GBA ohne Probleme funktioniert. Da war die LED nicht einmal von Grün auf Rot umgesprungen, geschweige denn, dass die geflackert hätte, wie sie es tut, um anzuzeigen, dass die Leistung nun aber doch zu knapp geworden ist. Also muss man am besten, wenn man denn viel spielen will den GB BOY mit Akkus betreiben. Wobei dann solche natürlich von vorn herein nur 1,3 bis 1,2 V haben und noch kürzer halten, aber immer neue Batterien zu nehmen, um jene kaum verbrauchten vielleicht in anderen Geräten danach zu benutzen ist auch nicht die beste Lösung. Dann vielleicht doch lieber Akkus. Für längere Reisen ist der GB BOY also nicht wirklich geeignet.

Braucht man den GB BOY COLOUR? Nein, eigentlich nicht. Wenn man aber eine preiswerte Variante sucht um seine alten Game Boy Module wieder spielen zu können, weil einen der alte Game Boy “gestorben” ist oder man doch mal mit Beleuchtung spielen möchte und vielleicht keine 50 Euro für eine Smartboy ausgeben will (den ich eher empfehlen würde) oder gar natürlich kein Smartphone mit USB-C hat, für den ist das Gerät gedacht und auch ausreichend. Oder eben Sammler von obskuren Klone-Konsolen!

Logitech Gaming-Tastatur »G413«

Braucht man wirklich eine Gaming-Tastatur mit mechanischen Tastenmechanismus? Es klingt ja immer nach Steampunk wenn man von “mechanischen” Tastaturen spricht. Und es klingt ja auch immer so ein bisschen nach Schreibmaschine, wenn man auf einer “mechanischen” Tastatur schreibt. Wer kein Gamer ist oder eben ein wenig jünger und die alten PC-Tastaturen nicht mehr erlebt hat, der weiß dann auch gar nicht von was man spricht. Aber auf den technischen Hintergrund möchte ich hier gar nicht eingehen. So etwas kann ich meist auch nicht besonders gut erklären. Wer sich trotzdem dafür interessiert hat hier einen ganz guten Startpunkt.

So lange die Tasten ein gutes Feedback haben, mag ich persönlich auch moderne Tastaturen, wie man sie bei Notebooks heute findet. So liebe ich da ja meine Brydge-Tastatur für’s Surface. Jene Tasten haben ein wirklich gutes Feedback und sind beim tippen präzise, aber eben auch sehr leise. Leise Tastaturen haben ich in den späten 90zigern in Großraumbüros wirklich zu schätzen gelernt. Wenn ein dutzend Leute gleichzeitig auf alten PC-Tastaturen geschrieben haben, dann war das im Büro schon ein gnaz schöner Sound gewesen. Ich habe nie auf den berühmten IBM-Tastaturen der M-Serie geschrieben. In den späten 80zigern hatten wir IBM-Kompatible Rechner von Siemens-Nixdorf auf Arbeit gehabt, die Cherry-Tastaturen hatten. Jene hatten die roten Taster mit Springfeder. Diese werden oft mit den IBM-Tastaturen verglichen. Sie waren eben sehr laut, aber eben auch wirklich genau und wurden dann eben auch von Gamern übernommen. Denn als die First-Person-Shooter a la DOOM aufkamen, waren präzise Tastaturen gefragt. So kamen eben nicht nur Gamer-Mäuse auf, sondern auch Gamer-Tastaturen. So hatte ich Anfangs bei meinen PCs zu Hause eben auch erst einfache Tastaturen. Ende der 90ziger hatte ich mir dann eine Cherry-Tastatur (also eine direkt von Cherry und nicht nur mit Cherry-Tastern ausgerüstete) mit den blauen MX-Tasten gekauft, die ich bis heute noch habe. Zwar hatte ich bei meinen letzten Gaming-PC im Setup automatisch eine Tastatur dabei, die zwar eine gute Software dazu hatte, aber die selbst viel zu schwammig war und auf der es sich nicht einmal besonders gut tippte. Jene tristet seitdem im Keller ein unbenutztes Dasein.

Die Cherry-Tastatur ist bei mir nun gerade letztes Jahr 20 geworden und ist durch aus noch gut. Aber dann wollte ich doch mal etwas Neues haben. Schonmal weil meine alte Cherry keine beleuchteten Tasten hat. Dafür hatt ich in den letzten 10 Jahren eine BT-Tastatur von Logitech gehabt. Jene K800 ist eine nette kleine Tastatur. Zum vielen Schreiben und Spielen aber nicht besonders geeignet. Nun kann ich wegen meiner Motion-/Gaming sickness ja keine First-Person-Games mehr spielen. Brauche ich dann jetzt noch wirklich eine neue “Gaming”-Tastatur? Ja! Denn mir persönlich geht es nicht nur ums Gamen, sondern eben auch ums Schreiben! Schreiben auf einer “mechanischen” Tastatur ist eben einfach unvergleichlich und macht eben auch einfach Spaß! Dann hatte ich mich also mal umgesehen. Das ist ja unterdessen ein wirklicher großer Markt geworden. Die meisten Tastaturen sind natürlich speziell aufs Gaming ausgerichtet und beherbergen oft eine Vielzahl von Zusatztasten, die ich nun wirklich nicht brauche. Ich wollte da einfach nur eine ganz normales Tastatur-Layout haben ohne Sondertasten. So kam ich also wieder auf Logitech, deren Mäuse und Trackballs ich schon immer sehr, sehr schätze. Die G-Serie bietet da auch ein weites Specktrum. So gibt es da Tastaturen mit den sogenannten GX blue – Tasten. Der Name sagt wirklich alles, dazu muss ich wohl nichts mehr sagen. Was mich dann aber wirklich angefixt hatte, war die G431-Tastatur! Jene hat ein wirklich schönes und minimalistisches Design und eine beleuchtete Tasten. Sie hat sogenannte “Romer-G tactile” Tasten. Jene sollten einen das mechanische Tasten bieten, die dabei noch relativ leise sein sollten!

Also hatte ich mir mal probeweise eine G431 bestellt. Und ich muss sagen, die Werbung hat mal hier nicht gelogen. Sie ist jetzt hier natürlich nicht so leise wie eine MacBook Air – Tastatur! Das sollte schon klar sein. Aber gegenüber der guten alten Cherry-MX blue sind sie schon ein wenig leiser, aber eben immer noch “gut” hörbar. Aber der Anschlag ist wirklich butterweich und man hat wirklich das Gefühl jeder Zeit die Kontrolle zu haben, so präzise sind sie! Und egal wie man tippt, ob nun wie wild darauf einhaut oder federleicht mit den Fingern über die Tasten huscht, hier wird kein Buchstabe ausgelassen oder “aus Versehen” doppelt getippt. Verarbeitet ist die Tasttaur wirklich sehr gut. Für unter 100 Euro wird einen hier wirklich viel geboten. Die Beleuchtung der Tasten ist stufenweise dimmbar und kann natürlich auch ganz ausgeschaltet werden. Es gibt zwei Modelle: Carbon mit roter Beleuchtung und Silver mit weißer Beleuchtung. Ich habe Erstere, die ich nun nicht mehr nur probeweise habe, sondern nun nicht mehr hergebe (und mit der natürlich auch dieser Text getippt wurde!).

Natürlich gibt es eine Software dazu. Aber über jene kann ich leider nicht viel sagen. Diese hat sich nicht gut mit meinen Gaming-PC vertragen. Nach der Installation bekam ich nach einem Neustart des Rechners nur noch Bluescreens, so das ich die Software und Treiber im abgesicherten Modus wieder deinstallieren musste. Da die Tastatur ohne die Software ohne Probleme und im normalen Umfang funktioniert, habe ich mich dann nicht groß darum gekümmert, warum es den Konflikt gab. Vielleicht vertrugen sich zwei Treiber nicht oder die Software selbst kollidierte mit irgend einer anderen Software, die auch beim Windowsstart gestartet wird. Wer weiß. Ich weiß auch nicht, ob Andere das Problem auch hatten. Vielleicht nicht. Auf dem Gaming-PC habe ich schon so ein paar spezielle Software installiert. Ich glaube nicht das die Logitech-Software selbst ein Problem hat. An einen anderen Rechner habe ich sie nicht ausprobiert. Das hält mich nun wirklich nicht davon ab, die G413 zu lieben und nicht wieder her zugeben!

King’s Quest – Episode 5 – The Good Knight (2016) und Epilogue (2016)

Nach nun 23 Stunden sind wir mit allen 5 Episoden und dem sogenannten “Epilogue” durch. Das wir so lange für die 5 Episoden gebraucht haben, lag nicht an der Komplexität des Adventures, sondern mehr an einigen Eigenheiten, die ich schon in den 4 vorigen Einträgen hier erwähnt hatte, die das Spiel eher ein wenig künstlich verlängert haben. Mechanismen die man durch aus aus alten Grafikadventure der 80ziger kennt und die hier vielleicht eine Reminiszenz an alte Zeiten der Spiele-Serie sein könnten. Wie erwähnt habe ich die alte Serie nie so richtig gespielt und kann deswegen nicht viel dazu sagen. Aber ich habe mir berichten lassen und auch schon oft gelesen, dass die alten King’s Quest-Spiele schon harte Nüsse waren, worüber man sich hier in diesem Reboot eben auch in manchen Situationen lustig gemacht hat.

Bevor ich zum Fazit der kompletten 5 1/2 Episoden komme, erst noch unser Eindruck von Episode 5 und dem Epilog. Hier spielt man nun das letzte Abenteuer von König Graham. Ein bisschen werden hier die vier ersten Episoden inhaltlich zusammengeführt. Im Endeffekt geht es hier schon um das Werden und König seien von Graham, der dann am Ende der Episode 5 quasi das Zepter an seine Enkel weiter gibt. Im letzten Kapitel trifft man also einige Charaktere wieder (teilweise als Geister, weil schon tot) und steuert Graham durch Minispiele und ein paar Rätsel. Das ist durchaus okay. Hier wird dann zum Ende hin natürlich kräftig auf die Tränendrüse a la Disney gedrückt. Das ist durch aus okay und passt zum Szenario, ist aber zum Schluss recht übertrieben. Muss aber wohl sein. Ein bisschen versöhnlich ist die 5te schon, kam uns dann ein wenig kurz vor. Also Bonus bekommt man noch ein Mini-Adventure als Epilog in dem man die Nichte Grahams steuert. Es ist aber wirklich nur noch so eine kurze Episode, wie so ein Kurzfilm bei Disney/Pixar-Filmen. Ganz nett und ein schöne Dreingabe, die einen zum Schluss ein wenig milde stimmt, trotzdem sie eine Actionsequenz enthält. Trotzdem hat das in uns nicht unbedingt ein Gefühl von “ich würde ganz gerne davon mehr sehen” oder “hoffentlich gibt es eine Fortsetzung” ausgelöst.

Nie Neuauflage von King’s Quest ist ganz nett und man kann sich daran durchaus erfreuen. Die Charaktere sind alle liebenswert gezeichnet und einen geht hier wirklich keiner auf den Sender. Trotz der relativen Länge des Spiels, ist es doch mehr etwas für Zwischendurch, denke ich. Kein Spiel an dem ich zu mindestens lange denken werde. Die Neuauflagen bzw. modernen Fortsetzungen von Monkey Island oder Sam & Max hatten mir als Spieler da deutlich mehr gegeben. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich als Nichtspieler der KQ-Serie nicht die richtige rosa Nostalgie-Brille habe, die das Spiel vielleicht dann noch etwas aufwertet.

Der Game Boy Mini ist da!

Und der Game Boy mini ist auch wirklich offizielle von Nintendo! Allerdings neu ist er nicht und hat auch nichts mit dem NES und SNES minis zu tun. Es ist natürlich der Game Boy pocket den Nintendo 1996 als überarbeitete Version des klassischen Game Boys herausgebracht hatte, bevor sie 1998 mit dem Game Boy Color auf den Markt gekommen sind. Im Gegensatz zum Color hatte ich seiner Zeit einen GBP besessen.

Seiner Zeit ist der GBP in den Farben Silber, Schwarz, Grün, Blau, rot und gelb erschienen. Eine Version in einem “durchsichtigen” Gehäuse ist meiner Meinung nach hier in Deutschland ein wenig später erschienen. Wie man hier sieht, hatte und habe einen silbern GBP. Gegenüber den originalen Game Boy hatte er den Vorteil, dass er einmal mit nur zwei AAA-Batterien betrieben wurde und natürlich ganz wichtig, dass er nicht nur ein etwas größeres Display hatte, sondern das er ein SW-LCD-Display hatte. Jenes ist wirklich um ein vielfaches besser “Erkennbar” als die DOT-Matrix in Pee Pea-Soap-Grün-Gelb des klassischen GB. Allerdings gab es wieder keine Beleuchtung und ein leichtes “Ghosting” der Grafiken gab es auch auf dem GBP. Also kein Vergleich zu dem Display des GBC 1998! Dabei war das Gehäuse eben offensichtlich viel kleiner als das Original. Und auch dünner! Das Dünnere war toll. So passte der GBP wirklich in die Hosentasche, dass die Abmaße komplett geschrumpft worden waren, machte es einen “Erwachsenen” mit großen Händen dann beim Spielen ein wenig unkomfortabel. Der GBC hatte wieder ein etwas größeres Gehäuse und lag somit ein Tick besser in “großen” Händen. Trotzdem mag ich den GBP immer noch sehr. Damals war es trotz fehlender Beleuchtung eine wahre visuelle Erleichterung am GBP zu spielen. Gerade eben Spiele mit schnellen Bewegungen wie z.B. V-RALLY konnte man nun endlich richtig erkennen!

Das es keinen GBP mit beleuchteten Display gab ist allerdings auch nicht ganz richtig! In Japan gab es eine limitierte Auflage des sogenannten Game Boy light. “Light” stand hier wirklich für Licht und nicht für leicht! Aber jenen GBL gab es eben nur in Japan und erschien ein paar Monate vor den GBC, den es dann wirklich nie offiziell mit beleuchteten Display gab. Wobei der GBL nicht das selbe Gehäuse hatte wie der GBP. Das LIcht brauchte natürlich auch ein bisschen Strom. So wurden hier zwei AA-Batterien benötigt. So ähnelt das Gehäuse des GBL dann eher mehr einen GBC, der dann auch zwei AA-Batterien benötigt hatte. Den GBP hier oben, in dem Farbschema des klassischen GBs gab es meiner Meinung nach hier in Europa so Damals gar nicht. Ich glaube, das es ihn nur in Japan gab. Dafür spricht auch das er Made in Japan ist und eine japanische Seriennummer hat. Die europäischen GBPs hatten Seriennummern die mit MH beginnen und sind Made in China. Wenn man mal ein Gerät in die Hände bekommt, deren Seriennummer mit MG anfängt, dann ist das ein Nordamerikanisches Modell, dass aber ebenso in China gefertigt wurde.

Anthem – die nächste ungeliebte Offenbarung

Ich hab das schon bei Mad Max geschrieben und mir sind inzwischen einige andere Games eingefallen, die ähnlich “durchgefallen” sind bei den einschlägigen Profikritiker*innen: Namentlich das erste Borderlands, id’s Rage und Mass Effect Andromeda. Wenn ich weiter zurück denke gibt es sicher noch mehr. Das Muster ist immer ähnlich: Das passiert sehr oft dann, wenn ein Spiel nicht den Erwartungen entspricht. Erkennbar daran, dass den meisten Platz der Rezension Text darüber beansprucht, was das Spiel nicht ist, aber nach Meinung des Rezensenten sein sollte, um von ihm als gut befunden zu werden.

Nun also Anthem: Ein Teamshooter von Bioware, der scheinbar nicht das bringt, was ein Teamshooter bringen soll und gleichzeitig ein Bioware-Spiel, das nicht bringt, was man von einem Bioware-Spiel erwartet. Was es anscheinend gleich doppelt Scheiße macht.

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Nun, ich spiele es und es gefällt mir ausnehmend gut – wie schon Borderlands, Rage, Mad Max und Andromeda erzeugt es bei mir genau das, was dafür sorgt, dass mich ein Spiel wirklich packt: Immersion. Die Welt ist kein künstlicher – und damit inhaltlich beliebiger – Themepark wie Blizzard-Spiele sie bauen, sondern funktioniert in sich, bietet atemberaubende Landschaften und eine Stimmung, die nur aufkommen kann, wenn sie eben nicht nur eine Kulisse ist, die der Spielmechanik untergeordnet wird, sondern in der man das Gefühl hat, sich wirklich in einer “echten” Welt zu bewegen.

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Dann die Bewegung selbst: Ich habe letzte Woche wieder Andromeda weitergespielt und vielleicht ist es dem geschuldet, dass ich überhaupt kein Problem damit hatte, mich sofort sicher durch die Umgebung bewegen zu können, aber echt mal: So einfach bin ich schon sehr lange nicht in den Flow eines Bewegungssystems gekommen. Die Mischung aus Gehen, springen, fliegen, laufen, tauchen, schweben und der nahtlose Wechsel dazwischen funktioniert so flüssig und natürlich, dass Anthem von der ersten Sekunde an einen riesen Spaß macht. Hut ab vor dieser großartigen Evolution des Bewegungssystems von Mass Effect, das ja eigentlich ein Deckungsshooter ist und nun in Anthem zu einem krass schnellen, aber nie hektischen Actionsystem ausgebaut wurde.

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Dann etwas, was ich schon bei The Division wichtig fand: Man kann die Story wunderbar alleine spielen, mit dem eigenen Tempo und dem eigenen Stil. Im Team macht Anthem aber ebenfalls viel Spaß, denn – im Gegensatz zu The Division, wo alle Spieler*innen quasi dasselbe tun – ergänzt man sich hier mit den Fähigkeiten der unterschiedlichen Kampfanzüge effektiv und es passiert – ebenfalls im Gegensatz zu anderen Teamshootern – eher selten, dass andere Spieler einfach durch die Mission rushen und man gar keine Gelegenheit bekommt, sich zu beteiligen.

Was ebenfalls schön ist: Ja, es gibt Crafting und zig Möglichkeiten, irgendwas einzusammeln, es gibt eine Ingame-Währung für alle möglichen Kinkerlitzchen, man kann viel Zeit damit verbringen, an seinen Kampfanzügen zu basteln und es gibt Loot in “common”, “uncommon”, “rare” und “legendary”. Aber nicht in dieser unüberschaubaren Menge, dass man sich in Frickeligkeiten verliert, wie es sie in anderen Spielen des Genres passiert und wo man ständig die Karotte vor der Nase hat, dass es vielleicht noch ein Prozentchen mehr rauszuholen gibt bei der Mikrooptimierung seiner Ausrüstung.

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Stattdessen kann man sich in Gesprächen und Texten in der Hintergrundgeschichte verlieren, wenn man will. Und ich will, denn Bioware hat einfach mal echt gute Autor*innen, bei denen es mir nie langweilig wird, selbst die Mails im “Spam”-Ordner zu lesen, weil man sich darüber amüsieren kann, wenn man dort einen Kettenbrief findet, der einem die schrecklichsten Dinge an den Hals wünscht, wenn man ihn nicht an mindestens 5 Personen weiterleitet.

Überhaupt. Das mit der Story. Ich glaube, eine der Dinge, die Kritiker*innen überbewerten ist die Forderung nach “meaningful choices”. Klar, wenns gut gemacht ist, ist das prima, aber es ist kein Muss, um eine gute Atmosphäre zu kreieren. Anthem ist außerdem kein Rollenspiel, da geht wohl vielen das Erwartungsmanagement daneben. Stilistisch ist das genau, was alle wollen: Ein Bioware-Spiel. Eine erfrischend andere, krass tief ausgearbeitete Welt, in die man versinken kann und in der ich als Spieler meinen Weg so finden und gehen kann, wie ich möchte.

Würde ich bei Bioware arbeiten, würde mich seit 10 Jahren massiv stören, dass meine Arbeit nur an völligen Nebensächlichkeiten festgemacht wird wie die Option, mit einem NPC in die Kiste zu steigen. Das brauche ich nicht und wenn man sich die Letsplays und anderen Videos dazu anschaut, wird das auch gar nicht dazu verwendet, den eigenen Character konsequent und konsistent zu spielen sondern es geht darum, welche Aktionen für welche Figur die Sexszene freischaltet – und das wird dann abgearbeitet, ob das zu meiner Figur passt oder nicht. Dass sowas hier wegfällt ist daher für mich total in Ordnung.

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Anthem ist nun mal in erster Linie ein Actionspiel und die Action funktioniert großartig. Die Waffen haben wirklich schöne, unterschiedliche Eigenschaften, die Gegner sind abwechslungsreich und die kleinen und mittleren Bosse (einen großen hab ich noch nicht gehabt), schön komplex. Mir gefällt, dass die “soft spots” nicht einfach nur farbig hervorgehobene Stellen sind, sondern Sinn machen, wie zB bei dem Flammenwerfer-Tank da oben, bei dem man hinter ihn gelangen muss, um auf die Benzinkanister zu schießen.

Die Gegner sind auch nicht – wie wir letztens bei der Beta von The Division 2 wieder feststellen mussten – unfair. Das Spiel schummelt nicht, indem Gegner mal eben drei mal so schnell rennen oder einen sehen können, egal wie unwahrscheinlich das ist. Der Flow bei Kämpfen liegt sehr stark beim Spieler: Ich kann jederzeit mal richtig Abstand schaffen und dann einfach mal mitten ins Getümmel springen, je nachdem, wozu ich grade Lust habe. Das klappt so gut, dass es sogar Spaß macht, mit Risiko zu spielen, etwas was andere Spiele einem ja gerne aufzwingen. Auch das übrigens ist typisch Bioware.

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Und dann lese ich überall, dass die Missionen repetitiv seien. Dasselbe übrigens, was ich schon bei Borderlands und Mad Max las und mich ein bisschen verwirrt zurücklässt. Wie testen die denn? Und was? Teamshooter leben ja generell nicht von elaborierter Abwechslung – auch hier fällt mir wieder The Division ein, das zig mal repetitiver ist mit seiner immer gleichen Aufbau aus Schlauchleveln, in denen man statisch ein paar Wavehorden, Midsize-Bosse und den Endboss plattlegen muss -aber gerade da hebst sich Anthem ganz hervorragend heraus: Natürlich wird auch da mit Gegnerwellen- und Bossarenenen gearbeitet. Was den Vorwurf ungefähr so sinnvoll macht wie sich bei Super Mario  zu beklagen, dass man da ja immer nur hpft und rennt. Aber man agiert hier mit einem Kampfanzug, der einem eine Bewegungsfreiheit gibt, die man so noch nie in einem Teamshooter hatte. Haben die keine taktische Fantasie? Sind die zu eingefahren, um die Möglichkeiten, die die Umgebung und die Spielfigur bieten, zu erkennen und zu nutzen?

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Was ich auch super finde: Die haben keine Zeit in einen PvP-Modus gesteckt. Der Aufwand wäre für mich verlorene Mühe. Wenn ich PvP spielen will, spiele ich einen PvP-Shooter wie Quake Champions.

Wenn ich also sehe, dass zB die Gamestar dem Spiel nur 67 Punkte gibt, werden mir zwei Dinge deutlich: Was mich an einem Spiel fesselt ist ganz offensichtlich nichts, was im Qualitätskatalog von Profis eine große Rolle spielt. Oder, und das ist auch schon länger eine Theorie von mir, es gibt Spiele, die in den professionellen Testprozess passen und es gibt die, die es nicht tun. Anthem ist für mich das inzwischen fünfte Beispiel dafür.

Competition Pro – DER Joystick!

Ich bin schon so alt, dass ich den Joystick als etwas Neues erlebt hatte! Die Telespiel-Konsolen der ersten Generation hatten keinen Joystick. Die hatten Schieber, wie unsere Konsole von Blaupunkt. Oder sie hatten Drehregler, aber keinen Stick. Heute findet man an Konsolen und Computer auch keine Joysticks mehr. Außer bei Retrogamern. Heute dominieren die Gamepads, die besonders durch Nintendo schon Mitte der 80ziger ihren Durchbruch hatten, der bis heute anhält. Joysticks hatten ihre Hochzeit von Ende der 70 bis eben Mitte der 80ziger. Ich selbst habe bis Ende der 90ziger kein Gamepad besessen. Das lag daran, das ich nach dem Atari 2600 bis zur PS2 keine Konsole mehr besessen hatte und am PC das Gamepad doch recht spät Einzug gezogen hatte. Das lag wohl daran, dass das Gamepad mehr so eine Steuereinheit für Jump’n’Run war, vermute ich persönlich, und das ja nun nicht das Genre für den PC war. Ein Flugsimulator oder Rennspiel spielte man mit einem Joystick und nicht mit einem Gamepad!

Wobei mir der erste Stick natürlich in Form eines Spieleautomaten begegnet war. Tatsächlich gab es eine Menge SPACE INVADERS – Automaten, die keinen Joystick zur Steuerung des Panzers hatten, sondern zwei Button für links und rechts. Ich hatte allerdings als Kind das erste mal an einen Automaten gestanden, der so einen Stick zum steuern hatte. PAC MAN gab es dann selbstverständlich fast nur noch als Automat mit Stick. Das hat mein ganzes bisheriges Spielerleben beeinflusst. Für mich ist der Inbegriff von Videogames immer noch ein Joystick. Den bekam ich dann auch nach hause in Form als Zubehör zum Atari 2600. Ich und der originale Atari-Joystick waren aber nie große Freunde geworden. Der erste Joystick war mir schnell kaputt gegangen. Den Zweiten, der beim Spiel dabei war, habe ich heute noch. Und auch heute fühlt er sich genauso an, wie er sich Damals angefühlt hat: Falsch! Die Steuerung war einfach schon immer schwammig gewesen und leicht kaputt hingen sie ebenfalls. Das war nicht mein Stick! DEN Joystick schlecht hin, den Competition Pro habe ich dann Damals in einen Computer- und Videospielladen am Tempelhofer Damm gleich gegenüber vom Tempelhofer Hafen gekauft. Und zwar von einen Typen, der irgendwie den Sänger von Plan B ähnlich sah (der heute auch so ein bisschen bloggt, irgendwas mit Messen/Cons zu tun hat usw.). Die beste Empfehlung die ich je für eine Steuereinheit bekommen hatte! Was für eine Erleichterung! Der Joystick war einfach ein Traum!

Allerdings sah der Joystick nicht ganz so aus, wie man ihn heute auch unter Retrogamern kennt und schätzt. Damit meine ich Außen und Innen! Hergestellt wurde der Stick von der Firma Suzo in Rotterdamm zwischen 1983 und 1993 und über Hamburg von Dynamics Marketing vertrieben. Die ersten beiden Modelle die ich hatte, hatten keinen roten, sondern einen schwarzen Stick! Heute wird der Stick immer mit dem roten Griff als Ur-Competition Pro dargestellt. Den ersten CP habe ich nicht mehr. Den habe ich beim spielen wirklich zerstört! Jener hatte noch Metallzungen als Trigger. Und zwar nicht nur für die beiden Feuerknöpfe, sondern auch für den Stick! Den habe ich also kaputt gespielt und hatte mir dann gleich einen zweiten gekauft. Der hatte dann schon Mikrotaster von Cherry für den Stick, aber immer noch Metallzungen für die Feuerknöpfe. Das war und ist noch heute der beste CP von allen! Und wie man auf den Photos hier sieht, habe ich den immer noch und benutze ihn auch noch! Für mich braucht es keine Mikroschalter unter den Feuerknöpfen. Die nerven mich eher. Den hier abgebildeten CP hatte ich sowohl an meinem Atari, also auch kurze Zeit später an C64 und C128 Heimcomputern benutzt. Sogar noch kurz am Amiga. Wobei ich mir dann auch zwei Stück der neusten Generation mit kompletten Mikrotastern, zwei zusätzlichen Tasten auf dem Fundament des Sticks und einen Dauerfeuer-Wahl-Schieber an der Vorderseite hatten besorgt. Da hatte ich dann die zu der Zeit populären Version im blauen durchsichtigen Gehäuse und mit silbernen Stick und Feuertasten gekauft. Auch jene habe ich immer noch und benutze sie dann auch alle Jubeljahre, wenn ich mal wieder meinen Amiga 2000 anwerfe.

Ende des letzten Jahrhunderts ist dann die Firma Speedlink an die Lizenz für den Competition Pro gekommen und hat dann 1998 oder so den ersten CP mit glaube ich einen Gameport vertrieben. 2004 erschien dann die USB-Version. Das ist der mit dem farblosen Gehäuse auf meinen Photos. Ja, der war so mehr meh.. Die Mikrotaster waren natürlich keine Cherry-Taster und nicht einmal Clone davon. Der Stick ist recht schwerfällig und die Mikroschalter extrem laut. Zudem reagiert der Joystick nicht besonders präzise und auch nicht sehr schnell. Was wohl an den USB-Protokollen der einfachen Art liegen soll.

2018 erschien dann die Anniversary Edition (20 Jahre Speedlink). Jene bekommt man jetzt noch für knapp 30 Euro. Was knapp 5 Euro billiger ist, als der Zubehör-Joystick und CP-Clone für den The C64 mini! Eine Zeitlang waren die CPs von Speedlink recht teuer gewesen, aber 30 Euro ist ein guter Preis. Die Microschalter die hier verbaut wurden “fühlen” sich ein wenig besser an, als das Modell das ich von 2004 habe. Sind aber genauso laut. Dafür funzt der Stick sehr viel präziser und schneller als der Alte. Scheinbar hat man hier den USB-Übertragungsfehler behoben. Ich komme jeden Falls mit dem Stick sehr gut zurecht. Er erreicht nicht die Qualität des Originals aus den frühen 80zigern, aber immerhin reicht er an jenen blauen Modellen von 1991/2 ran, eben jene Modelle, an die sich wahrscheinlich die Meisten erinnern. Kann man machen. Lohn sich, wenn man mal wieder ein Retro-feeling beim Spielen der alten Games haben will oder sich ein C64 mini zugelegt hat und zurecht mit dem Joystick, der mitgeliefert wurde, unzufrieden ist.