Hyperkin Smartboy

Zum ersten April 2015 erlaubte sich die Firma Hyperkin, ein Hersteller von meist hochwertiger Videospiel-Zubehör, einen Scherz. Sie stellten den Smartboy vor. Ein Game Boy -artiges Gehäuse ohne Bildschirm, in dem man “vorn” ein iPhone und hinten ein Game Boy – Modul stecken konnte. So sollte man all seine alten Game-Boy-Spiele wieder spielen können ohne noch einen funktionstüchtigen Game Boy zu haben. Eine gar nicht mal so abwegige Sache. Stellte doch Hyperkin schon seiner Zeit Klonkonsolen her, auf denen man die originalen Videospiel-Module abspielen konnte. Das mittlerweile meistverbreiteste Gerät ist da das Retron 5. Ein Vorteil, neben dem wenn man als Retrogamer seine alten Konsolen schonen will oder gar vielleicht keine funktionierenden Konsolen mehr besitzt, ist und man trotzdem seine alten Module abspielen kann, ist auch, dass man solche Klonkonsolen u.a. auch an einen modernen Flachbildschirm anschließen kann und das meist sogar in einem Quasi-FullHD.
Das macht alles schon sein Sinn. Und ich frage mich da immer, warum z.B. Nintendo nicht selbst solche neuen alten Konsolen herstellt?! Der Mini-NES und -SNES sind zwar ganz nett, aber man kann hier nicht die alten Module einstecken, sondern nur fest “verbaute” Spiele spielen. Und meine Lieblingsspiele waren natürlich nicht dabei gewesen.

Jedenfalls war der Smartboy 2015 eben nur ein Aprilscherz gewesen. Die Meisten die den Post auf der Hyperkin-Seite gelesen hatten, hielten die Nachricht allerdings für echt und waren dann furchtbar enttäuscht gewesen, als dies sich nur als ein Scherz heraus gestellt hatte. Ich übrigens auch! Ich mag zwar keinen NES oder SNES haben, aber ich liebe meine Game Boys und manchmal ist es ohne Hintergrundbeleuchtung nicht so ein großer Spaß auf der originalen Hardware zu spielen. Selbst auf meinen gemoddeten Game Boys mit Vordergrundbeleuchtung. Die Resonanz auf dem Smartboy war dann so riesig gewesen, dass Hyperkin merkte, dass man da wirklich Geld mit machen könnte und so machte man sich an die Arbeit. 2016 gab es dann die Meldung, dass es ein Entwickler-Kit bzw. Gerät dafür zu kaufen geben sollte. Noch 2016! Es kam dann glaube ich allerdings erst Anfang 2017. Das Gerät das man seiner Zeit zu sehen bekam, sah im Grunde so aus wie nun auch das fertige Produkt. Allerdings war man schon bei den ersten Ankündigungen, dass es nun doch vielleicht Wirklichkeit werden würde, gleich davon abgerückt, dass es eine iPhone-Version geben würde. Vielleicht wollte man das bei Apple nicht oder die Lizenzgebühren für den iPhone-Connector waren zu hoch. Wer weiß. Der Android-Gemeinde konnte es nur recht sein! Das Dev-Gerät hatte ursprünglich einen handelüblichen Micro-USB-Stecker für die Verbindung zwischen Smartphone und Smartboy. Denn im Gegensatz zu den meisten Gamepads, die auch für Smartphones geeignet sind oder extra dafür sind, setzt man hier auf eine Hardware-Verbindung statt Bluetooth. Das hat wohl mehrere technische Gründe. Für den Benutzer selbst hat es den Vorteil, dass es hier nicht zu den typischen Lags, also Verbindungsverzögerungen, kommt, die man manchmal bei einer Bluetooth-Verbindung zwischen Smartphone und Gamepad hat. Bei wirklich guten Gamepads und ab Mittelklasse-Smartphones mit zu mindestens USB3.0-Unterstützung, sollte das zwar heutzutage kein großes Problem mehr sein. Ich habe drei BT-Gamepads und bei allen Dreien habe ich diese Lags zumindest an meinen Android-Geräten nicht. Allerdings habe ich mit dem einen BT-Gamepad an meinen Windows-Rechnern tatsächliche diese Lags. Warum auch immer.

Bei dem nun fertigen Gerät ist man nun also auf USB-C umgestiegen. Es wird wohl keine Micro-USB-Version geben. Außerdem hat man sich die Kooperation mit Samsung gesichert. Was man nun auch groß auf die Verpackung geschrieben hat: Designed for Samsung. Was aber nun nicht heißen soll, dass nur Samsung-Geräte damit funktionieren! Technisch gesehen funktioniert jedes Android-Smartphone mit USB-C Anschluss, der unten in der Mitte platziert ist. Zu dick darf das Gerät auch nicht sein. Hätte mein Note 2 einen USB-C, würde es trotzdem nicht in den für’s Phone vorgesehenen Schacht passen. Probiert habe ich es mit einem Samsung Galaxy A5 (2017), einem Sony Xperia XA1 und meinem Huawei P9. Ich denke von der Größe her ist der Smartboy mehr für ein SG S8 ausgelegt worden, aber meine “kleineren” Geräte passen hier auch und funktionieren alle auch. Also der “Game Boy Bidlschirm” ist trotzdem komplett zu sehen und wird nicht durch die Bedienungskonsole teilweise verdeckt, oder so. Wie funktioniert das?
Man steckt sein Smarty in den vorderen Schacht und unten auf den USB-C-Stecker. Für ein Adapter MicroUSB auf USB-C ist da nicht wirklich viel Platz und ich bin mir nicht Sicher, ob das so funktionieren würde. Das Smartphone wird zudem in zwei, nennen wir es mal, Spannbacken gehalten, die das Gerät mit einem Federmechanismus fest im Gerät halten sollen. Auf der Rückseite des Smartboy befindet sich ein Knopf, der die Federn wieder löst. Das hat bei mir mit dem SG A5 und dem H P9 sehr gut funktioniert. Das Xperia ist tatsächlich ein Tick zu schmal und kann deswegen nicht fest eingespannt werden. Weitergemacht habe ich dann allerdings nur noch mit meinem P9.

Wie funktioniert das also? Wenn man das Smarty das erste Mal einsteckt, wird man automatisch in den Android-Store geschickt, wo man sich die Smartboy-App von Hyperkin runterladen muss. Die braucht man unbedingt. Hat man jene installiert, dann startet diese von nun an immer automatisch, wenn man sein Smarty in den Smartboy einsteckt. Im Gegensatz zu Hyperkins anderen Konsolenklonen, wie dem Retron 5, bietet der Smartboy keinen Emulation des Game Boys. Auch über die App kann man keine Spiele starten. Dafür braucht man einen Software-Emulator, von denen es im Appstore eigentlich jede Menge gibt. Hyperkin empfiehlt zwar eine bestimmte App, die muss man aber nicht nehmen. Ich hatte schon vorher den GBC.EMU von Robert Broglia und jener wird vom Smartboy auch erkannt. In der Emu-App musste ich allerdings noch das Tasten-Layout selbst anlegen. Die Emu’s von Robert Broglia unterstützen und erkennen vom Hause aus eine Menge Controller. So auch mein 8-Bitdo FC-30 und mein Moga-Controller. Der Smartboy wird (noch?) nicht direkt erkannt. Ließ sich aber ganz leicht anpassen. Also im Endeffekt ist der Smartboy keine Klonkonsole, sondern ein Gamecontroller mit Modulschacht.

In dem Gameschacht an der hinteren Seite passen sowohl Game Boy – und Game Boy Color – Module. Auch die GBC – Module mit Rumble-Erweiterung! Alle Module die ich ausprobiert habe (ca. 30 GB – und 20 GBC – Module) wurden hier erkannt und ließen sich “abspielen”. Aber eben direkt spielt man dann seine Module am Smartphone/Smartboy eben nicht ab. Man steckt das Modul ein und die Hyperkin-App ließt das Modul aus. Ähnlich wie der Retrode 2, mit denen ich meine Module schon einmal für mein Everdrive ausgelesen hatte. Auf den ersten Blick übrigens ein teures Vergnügen, könnte man denken. Wer aber schon einmal wie ich ein paar Module nachkaufen musste, weil die Alten nicht mehr so richtig wollten, der wird, wie ich, die Kombination von Retrode und Everdrive zu schätzen wissen! Anders aber als bei der Möglichkeit, legt der Smartboy nur eine Kopie des Moduls an, die nicht nur beim nächsten Mal wieder überschrieben wird, sondern auch nur so lange funktioniert, wie das Modul im Schacht bleibt! Also “echte” bzw. unabhängige Kopien, kann man damit nicht anlegen! So ist es auch, wenn man beim Spielen das Modul aus dem Schacht zieht, dann wird das Spiel sofort beendet und einen wird ein Software-Piraterie-Hinweis angezeigt.

Leider kann man deswegen auch nicht so einfach das Spiel wechseln, wie bei der originalen Hardware. Man muss den Emulator beenden, das Modul raus ziehen und leider auch das Smartphone aus dem Smartboy nehmen. Dann wieder Smartphone rein, die App startet, neues Modul rein und wird ausgelesen. Jetzt kann man wieder den Emu starten und die neue smartboy.gb – Datei auswählen. Etwas umständlich! Weiter oben schrieb ich, dass alle Module, die ich ausprobiert hatte erkannt und ausgelesen wurden. Das stimmt auch. Sogar ein japanisches Modul von KIRBY PINBALL läuft ohne Probleme. Womit ich Probleme habe, sind die drei GBC-Module mit Rumblepack! Die lassen sich starten und spielen, aber haben immer wieder irgendwelche Hänger und Soundprobleme. Ich hatte jetzt keine Lust eine andere Emu-App zu testen, denn vielleicht liegt es ja am GBC.EMU? Aber wenn ich meine Dateien nehme, die ich von den Modulen mit dem Retrode 2 ausgelesen habe, dann laufen die Spiele ohne Probleme!
Sonst hatte ich keine Probleme mit anderen Modulen für GB und GBC.

Wie ist es mit der Hardware des Smartboy? Wie schon erwähnt, schafft man es das Smartphone zum festen Sitz im Smartboy zu bringen, wenn das Smarty nicht gerade zu schmal ist! Mein P9 sitzt wirklich fest. Die Module sitzen genauso fest und stabil im Schacht, wie bei einem Game Boy (Classic), Pocket oder Color. Die Kombination aus Modul-Breite plus Smartphone plus Bedienelemente, macht den Smartboy recht dick. Das finde ich nicht negativ. Der Smartboy ist damit zwar dicker als ein klassischer Game Boy, aber liegt dabei besonders gut und stabil in der Hand. Dafür ist der Smartboy schmaler als sogar ein Game Boy Color. D-Pad und Feuerknöpfe sind damit weiter zusammen als bei einem GBC. Aber auch das macht nichts. Das Gerät liegt selbst in meinen großen Händen sehr gut ohne das man Finger verkrampfen muss. D-Pad und Feuerknöpfe sehen aus wie bei einem richtigen Game Boy. Sie haben sehr gute Druckpunkte, habe aber nicht so einen weichen Aftertouch, wie der klassische Game Boy. Aber auch der Color hatte das ja nicht mehr so richtig gehabt. Sie kommen also näher an den Komfort des GBC als des GB heran. Select- und Start-Button sind zwischen D-Pad und Feuerknöpfe gelegt worden. Dadurch das sie quasi höher als in den Originalen liegen, kommt man meiner Meinung nach, da auch leichter ran. Das hat man gut durchdacht. Die sonstige Form und Farben sind gut an den klassischen Game Boy angepasst worden.

Überraschenderweise findet man links und rechts hinten neben den Modulschacht zwei Schultertasten, die ja bekanntlich erst mit dem Game Boy Advance eingeführt worden sind und somit bei GB- und GBC-Spielen keine Funktion haben. Ich habe gelesen, dass man ursprünglich überlegt hatte, auch GBA-Module über den Smartboy abspielen zu können. Entweder gab es rechtliche oder technische Probleme, aber die Idee wurde wohl wieder fallen gelassen, aber die beiden Schultertasten sind geblieben. Vielleicht gibt es da ja mal eine Erweiterung? Für den Retron 5 gibt es solch ein ähnliches Erweiterungsmodul auch.

Nun stellt sich bei 50$ die Frage, wer braucht so ein erweiterten USB-Gamecontroller eigentlich wirklich? Macht der Smartboy Sinn? Lohnt es sich dafür knapp 50$ auszugeben? Ich denke der Retrogamer, der seine Game Boy liebt und deren Spiele noch heute gerne spielt (so wie ich), der mag eben auch die Haptik eines Game Boys, die man seit dem GBC nie wieder bekommen hat. GBA und diverse DSes haben die Bedienelemente neben dem Bildschirm (wobei der obere Bildschirm eines DS nun quasi ja auch über den Bedienelementen ist, fühlt sich das für mich eben trotzdem zu “breit” an). Auch der GBA SP bringt einen das Gefühl nicht voll zurück. Dafür finde ich das Gerät, so sehr ich es auch mag, als zu klein und zu schmal. Es liegt einfach nicht gut in erwachsenden Händen! Dann möchten viele vielleicht nicht ihre alten Geräte modden oder sich gemoddete Geräte kaufen (die meist schon viel mehr als 50$ kosten), denn das Manko der GBs, GBPs und GBCs ist das nicht beleuchtet Display. Auf einen GBA SP Model AGS-101 sind das anständig aus, aber wer hat schon das Model und jene gebraucht sind heute auch schon recht teuer. Auf einen DS kann man keine GB- oder GBC-Module einstecken. Im eShop gibt es einige alten Spiele als Download, aber es sind doch sehr, sehr wenige. Auf einem Smartphone mit Emu sehen die Spiele toll aus. Aber Touchscreen-Steuerungen gehen nur so la la. Für Highscores ist das nix. BT-Gamepads die man physisch mit dem Smartphone verbinden kann, zwingen ein das Smartphone in die Waagerechte zu bringen, haben die Bedienelemente dann entweder neben den Bildschirm oder wenn darunter, hängt das Gamepad quasi unter dem Bildschirm. Meist ist das auch nicht besonders bequem zu halten, wie ich finde. Moga und Co. waren nette Lösungen, die mich aber nie befriedigt hatten.

Der Smartboy liegt wie ein Game Boy in der Hand. Die Haptik der frühen 90ziger ist damit fast wieder hergestellt. Und dazu hat man nun ein hochauflösendes Display. Das kostet ein nur 50$ (plus einer Vollversion eines Emulators. Aber da gibt es auch Freeversionen). Ein Game Boy Zero Bausatz (Game-Boy-Gehäuse, Farbdisplay und ein Rasberry Pi) kostet sehr viel mehr. Und man muss oft noch eine Menge selbst Hand anlegen, denn fertige Game Boy Zeros werden nur selten über die elektronische Bucht und so weiter verkauft. Ich finde da lohnt es sich schon, über den Kauf eines Smartboy nachzudenken, wenn man seine Game Boy Spiele immer noch und immer wieder gerne spielt!
Außerdem… ist der Smartboy doch “auch” eine USB-Gamecontroller. Er ist eben nicht nur auf Game Boy Spiele beschränkt. Wenn man ein Modul einlegt, dieses auslesen lässt und anschließend den GB-Emulator startet, hält einen natürlich nichts davon ab, aus den Hintergrund einen anderen Emulator zu starten. Z.B. einen Atari-Emulator. Der erkennt den Smartboy natürlich auch als USB-Controller an! Und wenn man im GB-Emulator statt der von der Hyperkin-App generierten smartboy.gb-Datei aus Versehen eine andere Spiele-Datei öffnet… Wahrscheinlich ein Bug, der bald behoben wird…

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Computerspielsucht

In meiner Filterbubble hat sich in letzter Zeit so einiges um Mediennutzung und Computer-/Videospiele bei Kindern und Jugendlichen gedreht. Also Eltern, die sich und ihre Ansichten zu den Themen hinterfragt haben. So hat die Familie Buddenbohm ein Experiment gemacht, wie es wohl wäre, wenn man die Söhne entscheiden ließ, wie viel Zeit sie zum Spielen und surfen am Computer bzw. Tablet verbringen. Das war wirklich sehr interessant. Vielleicht war eine Woche zu kurz für ein Experiment, aber die Kids haben dadurch scheinbar so ein paar Einsichten bekommen. Aber den Eltern scheint es auch gut was gebracht zu haben.
Aber Computer/Spielkonsole/Tablet/Smartphone ist ja nicht immer nur spielen, sondern eben auch Socialnetworking, Videos oder Bilder schauen eben auch. Es soll sogar Jugendliche geben, die auch mal längere Texte im Netz lesen.
Computer und Internet sind in unserem täglichen Leben mittlerweile so eng verbunden, dass man Spaß von Notwendigkeiten kaum noch trennen kann.
Aber das soll hier jetzt mal gar nicht das Thema sein. Sondern eben eher die Computerspielsucht von Kindern und Jugendlichen. Und ich lass den Begriff “Computerspielsucht” (Wobei eben Spielkonsolen auch Computer sind, wie eben auch Tablets oder Smartphones) absichtlich so stehen und nutze den Begriff auch gerne mal persönlich, denn sein wir mal ehrlich, wir alle wissen, dass Spiel sowohl am Computer als auch sonst im “restlichen” Leben süchtig machen können.

Ein recht augenscheinliches Beispiel konnte ich hier lesen. Julia Karnick schreibt hier über die Computerspielsucht ihres Sohnes, bei der sie und ihr Mann sich fast völlig hilflos gefühlt haben. Kann man ruhig mal komplett lesen. Hat auch irgendwie ein Happy End. Das Nuf sieht das alles ein wenig anders, aber eben wie immer ohne mit dem erhobenen Zeigefinger daher zu kommen. Sie hat eben ihre Meinung dazu und hat dafür auch wieder gute Argumente. Das Problem ist eben oft, dass nicht alle Kinder gleich sind und natürlich die Eltern dazu auch nicht!

Meine persönliche Meinung zu Computerspiele und Kinder, habe ich hier schon oft kund getan. Diese Meinung unterscheidet sich schon sehr vom größeren Teil der Elternheit. Bloß eben versuche ich meine Meinung nicht auf andere Familien zu projizieren. Ich missioniere damit auch nicht. Ich würde mir nicht einmal anmaßen, andere Eltern Tipps (ich hasse es Tipp mit zwei PP zu schreiben!) zu geben. Das können Andere und Kompetentere viel besser als ich. Ich kann es nur wiederholen, alle Kinder sind genauso anders, wie eben auch die Eltern dazu. Ich weiß es nicht, aber ich denke Kinder von Nerds haben es wahrscheinlich schon einfacher und vielleicht ist es sogar so das Nerds es vielleicht auch einfacher haben, mit den Spielsüchten von ihren Kids besser umzugehen?!? Eine sehr steile These!

Meine Eltern hatten das Problem mit den Süchten ihres Sohn nicht so. Telespiele haben mich nicht so besonders süchtig gemacht. Pong hat mich Damals schnell gelangweilt. Fernsehen konnte mich auch nicht so süchtig machen. Es gab nur drei Programme (plus zwei DDR-Programme, die man sich aber schon aus Überzeugung nicht angesehen hatte) und die hatten auch noch einen Sendeschluss. Die Lesesucht war in den 70zigern schon lange nicht mehr verteufelt worden und fiel nicht weiter auf, weil hier nicht einmal so große Kosten aufkamen. Ein Büchereiausweis war schließlich kostenlos. Was hatten es also meine Eltern leicht!

Und wie bin ich so in meiner Tätigkeit als Vater so in den letzten 18 Jahren zurecht gekommen? Mein Hintergrund ist eben anders als bei den meisten Eltern in meinem Alter. Zwar bin ich nicht direkt mit Computern aufgewachsen, aber habe mich als Jungerwachsener auf das neue Medium quasi sofort als ich es mir leisten konnte gestürzt. Und das bedeutete eben nicht nur ein wenig das Programmieren zu lernen, sondern vor allem natürlich am Computer zu spielen. Dabei hatte ich definitiv ein Suchtverhalten. Ich bin in Computerspiele wie Grafikadventure Damals teilweise völlig abgetaucht. Und bin davon aber auch wieder “aufgetaucht”. Dabei war aber nix Dramatisches passiert, dass mich davon abgehalten hat. Es war einfach der Alltag, der mich zwar nicht kürzer am Tag vor dem Computer sitzen ließ (weil eben sich bis heute viele Aspekte des Lebens auf Computer verlagert haben), sondern weil ich eben weniger Zeit zum Spielen hatte. Heute spiele ich so durchschnittlich 2 bis 3 Stunden am Tag. Es gibt so also Tag, an denen ich gar nichts spiele, weil eben keine Zeit oder Lust dazu habe, und es gibt Tag, an denen ich den ganzen Tag quasi spielend vor dem Computer verbringe.

Wie vereinbart sich das mit einer Familie. Frau Stardustlyricer hatte nichts am Hut mit Computer als wir uns kennen gelernt haben. Anfang der 90ziger, also pre-Internet, war der Computer auch noch nicht so sehr im Alltag eingebunden wie heute. Aber sie wusste von Anfang an, dass ich ein Nerd war. Und hat mir meinen Freiraum gelassen. Mit der Zeit fing sie aber auch na, sich mehr für das Medium zu interessieren. Einstieg Photoprogramme um ihre Photos zu bearbeiten. Und bei den Spielen war LEMMINGS ihre Einstiegsdroge.
Dann haben wir auch mal kurzzeitig Grafikadventure zusammengespielt. Zur Entspannung spielt sie heute lieber am Smartphone, aber davon abgekommen war sie bis heute nicht.

Als unsere Tochter geboren wurde, änderte sich natürlich einiges ein bisschen. So hatte ich mir angewöhnt First-Person-Shooter wie GTA-VC und QUAKE3 nur Nachts zu spielen, wenn sie schlief oder an Tagen, wenn sie nicht im Haus war. Das wurde später nicht mehr nötig, denn als sie so 10 Jahre alt war, wurde bei mir die motion / gaming sickness so schlimm, dass ich solche Spiele ohnehin nicht mehr spielen konnte. Andere Computerspiele habe ich in ihren Beisein schon gespielt. Spiele wie Videopinball hatten wir dann schon zusammen gespielt, da war sie ca. 2 1/2. Und wir besorgten uns auch jede Menge Lernspiele a la Addibooschu und Seasamstraße. Besonders die Adventure-artigen Spiele hat sie gerne gespielt. Das führte dazu, das sie mir beim Spielen von Grafikadventuren ab dem vierten Lebensjahr erst zugeschaut hatte, um dann ab ca. sechs Jahren mit mir jene Spiele zusammen gespielt hatte. Seitdem spielen wir fast jedes Grafikadventure zusammen!
Die Wii hatte es dann sogar für ein paar Jahre geschafft, die ganze Familie vor dem Bildschirm spielend zu vereinen.

Wie war und ist das mit Medienzeiten? Haben wir eingeschränkt? Nicht wirklich. Verständlicherweise halte ich persönlich gar nichts von festgelegten Zeiten. Mal hat man eben Lust zum spielen und verbringt vielleicht Stunden davor und dann hat man auch Tage, da vergeht einen schon nach einer halben Stunde die Lust dazu. Mit der Little Miss Fangirl aka Little Miss Gamer haben wir es genauso gehalten. Wenn die Zeit dafür war und wir nichts vor hatten, dann dürfte sie so lange am Computer spielen, bis sie keine Lust mehr hatte oder es Zeit war schlafen zu gehen. Das hört sich jetzt drastisch an! Vielleicht gehen Mädchen damit anders um oder unsere Tochter ist zum Thema Computerspiele eine Ausnahme, aber sie hat dies wirklich selten im Anspruch genommen. Eine Zeit lang hatten wir zwei Rechner nebeneinander im Wohnzimmer zu stehen gehabt, ich oder Frau Stardustlyricer hatten also quasi meist immer neben ihr gesessen, wenn sie am Rechner gespielt hatte (Tablet und Smartphone war da noch nicht). Sie konnte uns also jeder Zeit fragen oder Erfolge bzw. Misserfolge mit uns teilen bzw. mitteilen. Sie hatte auch oft “reales” Spielzeug mit einbezogen. So hat sie sich ihre Stofftiere mit auf dem Schreibtisch gesetzt und das Spiel mit ihnen und das Computerspiel verschmolzen.

Ich bin der Meinung, dass ihr Computerspiel nicht geschadet haben. Ein bisschen hat es auch ihre Allgemeinbildung gefördert. Erst Letztens wusste sie beim Trivial Pursuit spielen eine Antwort, weil das mal bei einen der Grafikadventure vorgekommen ist, das wir vor Jahren gespielt hatten.
Heute spielt sie gar nicht mehr so viel. Ab und zu mal ein paar alte Spiele auf dem 3DS, auf dem Smartphone eigentlich kaum (das wird Hauptsächlich zur Kommunikation und Musik hören benutzt) und am Computer konnte sie sich zu letzte für die beiden LIFE IS STRANGE Spiel begeistern und hat sogar eine Zeit lang den Yandere Simulator gespielt ohne deswegen zur liebestollen Serienmörderin an ihrer Schule zu werden.
Adventure spielen wir am Rechner im Augenblick zwar nicht zusammen, aber dafür öfter Brettspiel, die bei uns in der Familie gerade wieder einmal groß angesagt sind.

Life Is Strange

 

 

 

 

 

 

LIFE IS STRANGE ist ein Adventure aus dem Jahr 2015 von Raoul Barbet und Michael Koch, dass zuerst in 5 Episoden als Download von Square Enix erschienen war und 2016 mit einer Limited Edition auch physisch für PC, PS3+4, XBOX 360 und One ist. Neben dem Spiel und einem wunderschönen kleinen Hardcover-Art-Book enthielt die LE auch den Soundtrack des Spiels auf CD. Neben den Score von Jonathan Morali, der Frontmann der französischen Band SYD MATTERS, enthielt er auch einige Dream- und Folk Pop Songs. Auch von SYD MATTERS.
Und darum soll es hier eigentlich gehen. Denn zu den Spielen kann ich gar nichts groß sagen, weil ich sie wegen der teilweise hektischen “Kameraperspektiven” nicht spielen kann. Ich habe mir Let’s Plays angeschaut und der Little Miss Fangirl ein ganz kleines bisschen beim Spielen über die Schulter geschaut. Die Story, Spielmechanik und Präsentation scheinen mir sehr gut zu sein. Aber viel mehr kann ich dazu nicht sagen. Der Soundtrack des ersten Spiels hatte mir sehr gut gefallen. Also nicht nur die Tracks von Morali, sondern auch die Songs. Eine Scheibe die bei uns seit dem immer mal wieder im Loop läuft.

2017 erschien das zweite Spiel LIFE IS STRANGE: BEFORE THE STORM zunächst wieder nur als Download. Die drei Episoden sind eigentlich keine Fortsetzung des ersten Spiels, sondern ein Prequel. Im März erschien jetzt die Limited Edition für PC, PS4 und XBOX ONE. Wieder in einer schönen Ausgabe mit Artbook und CD-Soundtrack. Desweiteren mit einer Bonus-Episode und der ersten Season mit auf der Spiele-DVD. Den Score lieferte diesmal DAUGHTER, die dementsprechend mit 7 Tracks vertreten sind. Schon Bekannte, aber auch bisher unbekannte. Dazu gibt es wieder einen schönen Mix aus Dream- und Folk Pop. Auch der Soundtrack ist wieder extrem gut hörbar. Egal ob man nun das Spiel gespielt hat oder nicht. Ich habe jetzt zwar gelesen, dass auf der Soundtrack-CD nicht alle Songs aus dem Spiel enthalten sind, aber man kann eben nicht alles haben. Ich finde es schön, dass es solche Ausgabe noch gibt und nicht alles nur als Download nur noch zu erhalten ist.
Die CD beim Spiel enthält 15 Tracks. Die Download-Version von DAUGHTER – MUSIC FROM BEFORE THE STORM beinhaltet 13 Tracks von DAUGTHER. Es sind also nicht alle DAUGHTER Songs auf der Soundtrack-CD.

Also schon wegen der Soundtracks lohnt es sich schon fast alleine die Limited Editions zu kaufen. Wobei es langsam schwierig wird, die der ersten Season zu bekommen. Übrigens gab es noch eine Limited limited Edition von BEFORE THE STORM für Vorbesteller, die noch zwei Figuren enthielten. Die hatten wir leider verpasst.

Der Frühling kommt

Der Frühling ist da und zwar in der Form von alten Games. Crysis, ist so ein Game das man jetzt für ein paar Euro erstehen kann. Das Spiel ist 10 Jahre alt und die Landschaftsbilder haben mich gerockt. Überall wackeln Grashalme im Wind, Blätter fliegen vorbei, eine Kröte kriecht durchs Unterholz. Wasser plätschert dahin. Oftmals erledigte ich mich der nordkoreanischen Angreifer nur, um einfach da ein wenig herumzustehen und mich fühlen als würde ich im Sommer in den Wäldern unterwegs sein.
Der Rest vom Spiel? Naja, erst zu einfach mit diesem Spezialanzug. Gegen Ende dann nerviges Aliengefliege. Die Stationen der Soldaten anzugreifen war ganz ok, manchmal waren sie auch intelligent und manchmal völlig daneben. Schwierig war nur, dass man nicht wusste welche Art von Gegner man jetzt gerade vorgesetzt bekommt. Aber es hat Spaß gemacht und die Grafik, ja das war ein kleiner Urlaub. Also fast. Das das Game 10 Jahre alt ist, da war ich überrascht und fragte mich, wer konnte das damals spielen?
Was noch erstaunte, dass bis heute nicht alle Bugs entfernt sind. Nach 2 Stunden experimentieren finde ich dann auch heraus das mich der Heli eigentlich schon vom Vordeck des Flugzeugträgers abholen sollte. Die Schweine haben mich scheinbar einfach vergessen bei dem Riesenmonster. Das Die grafische Qualität der Charaktere so unterirdisch ist, mehrfach schlechter als Ingame selbst (normal ist das genau anders herum) das war auch seltsam. Aus der Wissenschaftlerin war dann ein 10 jähriges androgynes Wesen geworden.

Zum ersten Mal sah ich einen Regenbogen eines Wasserfalls in einem Game

Erfrischend. Leider musste ich in die Höhle.

Mein liebster Wanderweg.

Ach ja. Klo gabs auch!

Zweitklo

Prey beschenkt mich nicht nur mit einem Hammerspiel und einem würdigen Nachfolger für System Shock,  es bringt sogar zwei Sorten Klos ins Game!
Das “virtuelle Klo” und dann das Raumstation Steampunkklo.

Stundenfresser

Ich habe nachgeschaut. Die meisten Spielstunden habe ich in 2017 wirklich mit Factorio verbracht. Das hässliche Entlein. Die schlammfarbenste Survival Sim ever. Immer noch eine Null vorne als Version und doch schon so lange erfolgreich. Du landest wie immer mal wieder Not auf einem Planeten. Mit fast nix als einer Axt in der Hand (nicht mal das)  und am Ende willst Du ins All fliegen.
Dann geht es los. Erze abbauen, Trölfzig Zwischenprodukte, Roboterarme, Fließbänder, Forschung, Erdöl und jetzt auch Uran. Chemofabrike um Plastik herzustellen. Zugsystem, schnellere Fließbänder, stärkere Waffen, Mauern, Panzer. Ich liebe es ja strategisch zu denken aber Factorio bringt mich an die Grenze. Das Chaos ist unvermeidlich.
Rettung sind dann die Roboterdronen. Meint man. Wuselfaktor und irgendwas mit Kopfweh. Das Ende ist die Ausbeutung der Rohstoffe des endlosen Planeten um endlich die Rakete zu bauen um ins All zu fliehen. Ständige Optimierung und dann das sprichwörtlich “Was ich vorne baue, reisse ich hinter mir mit dem Arsch wieder ein”.
Es ist faszinierend und auch hypnotisch aber so richtig schön ist es nicht. Muss es auch nicht, es kann was. Es ist rundum gut und scheinbar fehlerfrei, was mir unbegreiflich ist. Die Multiplayergames mit 200 Leuten sind jedenfalls faszinierend.
Erwartet keine tollen Screenshots, es ist nur in Bewegung zu verstehen. Deshalb zum Jahresstart meine Rakete und der Rest auf youtube Videos. Gebt dem Ding eine Chance und ihr kommt nie wieder los.

Nachdem mir da die Flucht vor den immer schlauer werdenden Aliens gelang (einfachstes Level!)  wurden neue Dinge zugefügt und die Rezepturen verändert. Ich geh bereits auf dem Zahnfleisch.

Wenn man das Spiel auf die Spitze treibt, kann es so aussehen wie in diesem Video. Leider kann man nur noch grübelnd ins Bett gehen, weil man dann nichts mehr anderes denken kann. Erkennt aber viele Probleme in der realen Welt und man fragt sich ob man sich nicht beim BER oder bei UPS bewerben soll.

 

Der Spielalltag ist eher so.