Drugs

Wenn haushohe Steinbuddhas einfach so aus den Fluten tauchen. Wenn Du mit LKWs bombadiert wirst und dich alle Raubtiere der Region angreifen. Dann weißt Du, Du bist voll auf Droge im Himalaya und musst Deinen gestohlenen Krempel wieder einsammeln. Far Cry, so öde das Game vom Konzept ist, die Grafik und die Drogenmissionen inklusive Musik machen mir Spaß. Warum nur ist die Spielmechanik immer so langweilig und hat sich eigentlich nie geändert?
Es gibt diese Kletterei, man kann auf Elefanten reiten. Es gibt schräge Shangri La Missionen. Diese Teile für sich sind toll. Aber das Hauptgame. Kletter auf einen Turm und dann knall alle nieder und dann kann man noch doof Autorennen fahren. Das reicht nicht. Schade.
Für mich war das Setting Himalaya der Grund, warum ich es sehen wollte. Die gefühlten 1 Mio Adlerangriffe, Nashorn und Wölfe. Eigentlich ist man nur beschäftigt gegen die sehr hohe Tierpopulation zu kämpfen. Das ist regelrecht lächerlich. Man befreit taktisch eine Geisel, besteht die Mission und kaum ist sie befreit. Zack! Kommt ein <Wildtier Deiner Wahl einfügen> und tötet sie. Unfreiwillig lustig ist auch lustig. Aber ok, ich zock das mal weiter. Vielleicht gibt es ja noch mehr Drogenmissionen.

Wenn Dir zwei Kiffer Briten Dein Zeug klauen. Wie ich mir den Brexit vorstelle.
Shangri La Missionen. Da fehlt mir das Hippie Gen, aber schick inszeniert.
Und es gibt diese Orte, die sind fast magisch.
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Youngblood: Wolfenstein light

Wolfenstein: Youngblood spielt in der Alternate Reality, in der B.J. Blakovic in den Fünfzigern begonnen hat, den Nazis aufs Maul zu geben und in den Siebzigern die USA von ihnen befreite.

Inzwischen ist es 1980 und die beiden Töchter von B.J. sind halbwegs erwachsen und treten in seine Fußstapfen, nachdem er in Europa während einer Mission verschwindet. Mit ihrer technikkompetenten Freundin Abby fliegen sie nach Paris, um ihn zu suchen.

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Das ist die sehr rudimentäre Story und die wird auch sehr rudimentär erzählt, denn es gibt nur zwei Storysequenzen am Anfang und am Schluss des Spiels. Dazwischen spielt man einen sehr konventionellen Open World Shooter mit Haupt-, Neben- und Randommissionen in einem sehr überschaubaren Paris-Setting mit einer Hand voll Arealen, in denen diese verteilt werden.

Was das Spiel heraushebt ist auf Gameplayebene, dass es ein reines Coop-Spiel für zwei Personen ist und auf der visuellen/narrativen Ebene, dass es – neue USK-Regeln sei Dank – eindeutig gegen Nazis geht. Im Gegensatz zu den für den deutschen Markt sehr entschärften Wolfenstein-Spielen kann man nämlich inzwischen auch die internationale Version kaufen, in denen der Nationalsozialismus nicht mehr durch ein Fantasie-“Regime” ersetzt wurde.

Fangen wir mit dem Gameplay an: Dass man Youngblood zu zweit spielt, macht das Spiel trotz seiner offensichtlich sehr generischen und (wohl aus Budgetgründen) sehr repetitiven und wenig abwechslungsreichen Umgebung interessant. Als Einzelspielertitel würde man wahrscheinlich schnell die Lust verlieren, immer wieder durch die selben Gebiete zu stapfen, in denen die immer gleichen Gegner an den immer gleichen Stellen spawnen. Zu zweit ist das nicht schlimm, weil man ja während des Spielens plauscht und irgendwelchen Quatsch ausprobiert. Das lenkt genügend von der mageren Abwechslung auf dem Bildschirm ab, um Spaß zu haben.

Die Steuerung ist ordentlich, so wie man es von der Engine inzwischen erwartet. Auch Sprungpassagen – von denen es dennoch zum Glück nicht viele gibt – kann man gut bewältigen.

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Es gibt im Hintergrund ein bisschen Progression, indem man auflevelt sowie Skills und Waffen aufrüstet und verbessert. Auch das ist gut gelöst, weil es nicht zigtausend kleine Prozentaufwertungen gibt wie in vielen RPGs sondern gefällt – wie schon bei Rage 2 und Mad Max -, indem jede Verbesserung sofort einen spürbaren Effekt nach sich zieht.

Auch die Waffen funktionieren gut, allerdings ist das Waffenarsenal und das Handling als Nachfolge von Rage 2, in dem jede Waffe klare Schwerpunkte gesetzt hat, wofür man sie brauchen kann, ein Rückschritt. Letztendlich kann man fast jeden Gegner mit fast jeder Waffe genauso gut erledigen. Die einzige Hürde sind Panzerungen, bei denen bestimmte Waffen genutzt werden müssen, um sie runterzuballern. Das allerdings ist derart random und willkürlich, dass man das quasi auswendig lernen muss, denn es gibt physikalisch gar keinen Grund, Panzerung 1 nur mit Waffe A und Panzerung 2 nur mit Waffe B zu beschießen, wenn beide Waffen eh nur Kugeln verschießen.

Das stört die Lesbarkeit des Spielablaufs, so wie sich das Spiel überhaupt schlecht erklärt. Der erste Boss zum Beispiel im Tutoriallevel erscheint einem extrem schwer, weil nicht herauszufinden ist, wie man ihn besiegen kann. Und man möchte das irgendwann auch gar nicht mehr herausfinden. Es ist am Ende leichter, die Schwierigkeitsstufe einfach kurz auf die einfachste zu setzen und ihn mit Dauerfeuer zu belegen.

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Das zieht sich durch das gesamte Spiel: Man überschreitet ständig unsichtbare Arealgrenzen, was dazu führt, dass plötzlich wieder alle Feinde im Level sind, die man gerade ausgeschaltet hat, man hat eine Schleichmechanik die man so gut wie nie anwenden kann, weil die Feinde ohnehin immer in Gruppen auftauchen und die Leiche daher sofort finden, wenn man einen von ihnen lautlos umbringt und die aus den Solospielen bekannte Mechanik, erst mal den Kommandanten zu finden und zu töten damit er keine Verstärkung anfordert funktioniert hier nicht, weil man die Kommandanten nicht in der Minimap angezeigt bekommt. In den Solospielen hatte man diese Anzeige und das in überschaubaren Schlauchleveln. Bei den großen Open World Arealen und mehrstöckigen Bosslevel-Gebäuden ist das Weglassen gleich doppelt unsinnig: Wenn man wirklich schleichen möchte (was angesichts der fehlenden Versteckmöglichkeiten eh nur mit den Cloaking-Skill geht), braucht man fünf mal so lange, den Kommandanten zu finden als wenn man einfach gradewegs reinrennt und alles umholzt was sich bewegt. Letzteres macht aber zum Glück genug Spaß, vor allem zu zweit.

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Kommen wir zur Atmosphäre: Die ist im Vergleich zu den vorigen Wolfenstein-Spielen zwar schwach, wenn man die aber nie gespielt hat, wirklich gut. Das Nazi-AU ist seht dicht: Das Paris sieht sehr hübsch aus, auch wenn es bei genauerem hinsehen auch jede andere ältere europäische Innenstadt sein kann (Pariser Landmarken kommen gar nicht erst vor). Die große Stärke ist aber der Sound. Sicher ist das auch dem geringen Budget geschuldet, aber man hat aus der Not eine Tugend gemacht: Die Sprachausgabe ist hervorragend. Deutsche sprechen Deutsch, Franzosen Französisch und wenn jemand mit den Töchtern spricht, hat er oder sie einen harten Akzent. Was aber absolut grandios ist, ist die Musik: Die ist eine ständige Parodie auf die Elektrosounds der frühen Achtziger und man hört ständig extra produzierte Songs (hört euch das an!!!), die sehr krude und irritierende deutsche Versionen von Titeln der Pet Shop Boys (Berlin Boys und Stuttgart Girls) und anderer Achtziger Bands sind. Außerdem wird eine anscheinend jedem bekannte Band namens “Die Käfer” ständig als die größte Band der Welt gehandelt, die die Welt der Popmusik veränderten, aber leider irgendwann aufhörten, neue Musik zu produzieren…

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Urteil:

Insgesamt bekommt man für seine 30 Euro ein sehr edles DLC oder ein sehr abgespecktes Vollpreisspiel.

Das Shootersystem ist – auch wenn es hinter dem 6 Monate vorher erschienenen Rage 2 zurückfällt – grundsätzlich prima und es macht natürlich großen Spaß, ausgerechnet Nazis zu erschießen.

Die beiden Protagonistinnen sind lustig und funktionieren auch in der Narration als Team super.

Die Welt ist generisch und das offensichtlichste Opfer des Versuchs, mit möglichst wenig Budget ein möglichst großes Spiel hinzulegen. Die Versuche, Spielzeit zu strecken, sind zuweilen ärgerlich offensichtlich und mir wäre es lieber gewesen, auf 5 Stunden Spielzeit zu verzichten, dafür aber ein stringenteres Erlebnis zu haben.

Darkestville Castle (2017)

Im Vorfeld hatte ich gelesen, dass DARKESTVILLE CASTLE viel zu einfach wäre und vielleicht mehr ein jüngeres Publikum ansprechen soll. Das kann ich nun wirklich nicht bestätigen. Also es ist jetzt nicht nur für Erwachsene, sondern mehr so All-Ages. Zudem fanden die Little Miss Fangirl und ich das Spiel nun nicht übermäßig einfach! Bock schwer ist es nun auch wieder nicht. Aber es gibt hier schon so ein paar Rätsel, die wir zu mindestens nicht ohne eine Komplettlösung lösen konnten. Also es waren genau genommen schon so einige. Und zwar ist es diese Art von Rätsel, die einen, wenn man die Lösung gelesen hat, nicht dazu bringt zu sagen, “ah ja, klar, natürlich! Warum bin ich da nicht selbst drauf gekommen!”, sondern mehr so die Art von “Äh, was?!”. Da gab es leider so einige, wo wir vielleicht mit viel herumprobieren drauf gekommen wären, aber nicht mit viel Überlegung. Und so etwas ärgert mich immer ein bisschen, wenn da scheinbar überhaupt keine wirkliche Logik hinter Rätseln steckt. Aber vielleicht ging es ja da nur uns so.

Das Adventure ist erst einmal ein klassisches Point’n’Click-Adventure. Die erste Hälfte des Spiels findet in 6 Locations in Darkestville statt und die Zweite in ebenso vielen Locations in der Unterwelt. Wir steuern den “Helden” Cid, der der lokale Dämon von Darkestville ist, klassisch mit der Maus. Die Aufgaben sind immer wieder relativ klar. Ob man sich nun drei Dämonenjägern erwehren muss oder dann ein paar Dämonen von der Unterwelt (die einen erst einmal das eigene Schloss streitig machen) oder ob man sich dann auf in die Unterwelt macht, um dann die drei Dämonenjäger von dort zu retten. Allerdings bietet das Spiel nur sehr wenig Hilfe. So gibt es kein Journal oder eine Liste von Aufgaben, die noch zu erledigen sind. Ein Tipps-System gibt es auch nicht. Dafür gibt es aber zu mindestens die Möglichkeit sich Hotspots anzeigen zu lassen. Also das Abfahren des Bildschirms mit dem Mauszeiger und winzig kleine Objekte ausfindig zu machen, ist hier nicht nötig. Das alles findet mit den üblichen Rätseln statt, die, wie schon oben erwähnten teilweise nur mit viel rumprobieren zu lösen sind. Zum Glück gibt es hier keine wirklichen Actioneinlagen. Das Finale findet nur scheinbar unter Druck statt, aber man kann es trotzdem eher in “Ruhe” bewältigen.

Das Setting ist so ein bisschen den alten Lucas-Arts-Adventure nachempfunden. Die Grafik hat mich aber mehr an EDNA BRICHT AUS erinnert. Die Musik ist allerdings sehr stark an den Soundtrack von Monkey Island angelehnt. Passt dabei allerdings durchaus. 18 Stunden haben wir an dem Spiel gerätselt. Die relativ lange Spielzeit ist allerdings hauptsächlich Rätseln geschuldet, bei denen wir eben einfach nicht weitergekommen sind und dann im Endeffekt doch in die Komplettlösung geschaut hatten. Spaß gemacht hat es schon. Epic Llama Games ist eine argentinische Firma und scheint bisher nur ein zweites Spiel, einem Action-Stratigie-Spiel, entwickelt zu haben. Der Publisher ist Buka Entertainment, die laut ihrer Webseite der älteste russische Spielepublisher sei. Ich glaube, dass es das Spiel nur bei Steam gibt und es ist nicht besonders teuer und erscheint auch regelmäßig heruntergesetzt auf den Sales. Für den kleinen Preis lohnt sich das Spiel schon. Die englische Sprachausgabe ist gut und leicht verständlich. Es gibt auch deutsche Untertitel. Eine Handvoll Sprecher hat das Spiel nur. Wobei einer fast alle Hauptfiguren spricht. Das merkt man im Spiel kaum bis gar nicht an. Lustige Dialoge im Multi choice Verfahren gibt es hier zu hauf mit einer guten Priese Monkey Island Humor, der auch teilweise an Tim Burton Humor erinnert. Also im Großen und Ganzen, kann man das Spiel schon mal so zwischendurch spielen, wenn die Erwartungen eben nicht so hoch sind und man gerne alle mögliche Items, die man eingesammelt hat, an allen möglichen Stellen ausprobieren will, um weiter zu kommen.

Broken Sword 5: The Serpent’s Curse (2013)

BS5TSC erschien offiziell im Dezember 2013 als Zweiteiler. In Deutschland erschien der Teil unter den Titel: BAPHOMET’s FLUCH 5: DER SÜNDENFALL. “Baphomet’s Fluch 5: Der Fluch der Schlange oder Der Schlangen-Fluch” Klang vielleicht zu doppeltgemoppelt. Im Dezember 2013 erschien also der erste Teil als Download und 2014 folgte Teil 2 und die physische Kopie auf DVD-ROM. Nachdem man mit Teil 3 und 4 vom klassischen Point’n’Click-Adventure weggegangen war und lieber in Richtung Action-Adventure geschielt hatte, kehrte Charles Cecil mit dem fünften offiziellen Teil also zum klassischen Grafikadventure zurück. Finanziert wurde das Spiel u.a. via Kickstarter. Und so gibt es eben auch eine Baker Edition. Dazu komme ich später noch. Erschienen ist das Spiel für Windows, Linux, MacOS, PS4, XBox One, Nintendo Switch, PS Vita, Android und iOS. Also auf so ziemlich jeden System auf dem man Spielen kann. Die Baker Edition beinhaltete nur die Windows Version. Und für die Windows-Version braucht man leider einen Steam-Zugang.

Bekanntlich bin ich ein großer Fan von Teil 1 und Teil 2 und habe Beide schon mehrmals und auf verschiedenen Systemen gespielt. Teil 3 konnte ich gerade noch deswegen akzeptieren, weil er zu mindestens die typische Broken-Sword-Atmosphäre herstellen konnte. Wenn eben die Steuerung und die Spielmechanik eher daneben waren. BS4 hat leider nichts von dem mehr gehabt, was ich an der Serie mochte und so hatte ich das Spiel auch nie zu Ende gespielt. Die Ankündigung von Teil 5 mit dem Versprechen wieder ein “echtes” Grafikadventure machen zu wollen hatte Hoffnung gemacht und die Kickstarter-Aktion war auch dementsprechend erfolgreich gewesen. Und ich muss auch sagen, dass man hier wirklich geliefert hatte!

Ich habe das Spiel schon seit 2014, aber ich wollte es natürlich mit der Little Miss Fangirl zusammen spielen und dafür wollten wir natürlich auch vorher Teil 1 bis 4 gespielt haben, die sie ja noch nicht kannte. So kam es dazu, dass das Spiel doch noch 5 Jahre hier bei mir im Regal stand. In der Geschichte geht es ja endlich mal nicht um die Templer, aber so weit weg ist das hier alles dann doch wieder nicht. Aber auf die Story will ich hier nicht weiter eingehen, dass kann man Tausendfach wo anders nachlesen. Ja, okay, es geht also mal wieder um den christlichen Glauben und für ein paar Rätsel gibt das schon genug Background her. Das wichtige ist, dass man hier mal wieder mit Nico und George in Paris losziehen darf und Morde und mystische Geheimnisse aufklären darf. Das passiert hier also endlich mal wieder mit einer vernünftigen Steuerung a la Maus (also unter Windows, Linux und Mac) und mit dem ganz klassischen sammeln von Informationen und Items. Letztere kann man mal wieder im Inventar kombinieren. Es finden wieder Multi-Choice-Gespräche statt, bei denen man die Infos einsammeln kann, die man braucht um voran zukommen. Die Rätsel sind hier Genere-typisch und Teil 1 und 2 ebenbürtig. So also nicht zu schwer, aber so richtig einfach wird es einen hier zum Glück nie gemacht.

Ist es einen doch zu schwer hat man neben einer Hot-Spot-Funktion auch ein Tipp-System eingebaut, so das hier keine Komplettlösung von Nöten ist, wenn man mal festhängt. Wir haben 3 Mal so richtig festgehangen, was aber nicht an extrem schweren Rätseln oder Unlogik im Design lag, sondern einfach an uns, dass wir eben nicht alles zu Ende gedacht hatten. Unfaire Rätsel findet man hier nach unserer Meinung nicht. Die Grafik ist wirklich eine Augenweide. Man hat den Stil der alten Spiel schon übernommen und konsequent weiterentwickelt. Auch die Animationen der Spielfiguren wurde sehr schön gemacht. Peinliche Momente wie in so einigen Spielen heutzutage kommen hier nicht auf. Für den deutschen Sprecher von George konnte man wieder Alexander Schottky bekommen, aber Franziska Pigulla (die zudem dieses Jahr leider verstorben ist) konnte man nicht mehr verpflichten. Aber mit Petra Konradi hatte man aber jemand mit einer sehr ähnlichen Stimme gefunden, die ihren Job auch perfekt gemacht hat. Die Dialoge sind im deutschen allerdings teilweise recht merkwürdig formuliert worden, als hätte man da so einen Legastheniker wie mich ran gelassen. Zudem gab es hier auch zu einigen merkwürdigen Entscheidungen von Betonungen usw. So halten sich George und Nico in einigen Situationen vor den Bösewichtern versteckt, aber der Sprecher von George schreit seine Dialoge dann trotz so laut und betont heraus, als würde er sich mit seiner schwerhörigen Oma unterhalten. Das passiert in einigen Szenen und wirkt dann ein wenig unpassend und befremdlich. Aber das ist meckern auf hohen Niveau!

Sonst fanden wir Beide das Spiel rund um gelungen und es kann wirklich mit den alten Teil 1 und Teil 2 gut mithalten. Wir hatten das Spiel in knapp 19 Stunden durch, dass schon eine anständige Spielzeit bezeichnet werden kann. Zu kurz ist das Spiel auf keinen Fall! Die DVD-ROM-Version steckt in einer normalen DVD-Amary-Box ohne große Extras. Die Baker Edition steckt wiederum in einer schönen Bigbox aus stabilen Pappe nur mit dem Covermotiv versehen ohne Beschriftung. Jene ist dann auf einer zusätzlichen Banderole. Drin findet man das Spiel auf einer DVD-ROM in einem Jewelcase, dass noch eine zweite DVD-ROM beinhaltet, die die Teile 1 bis 4 in den Komplettversionen beinhaltet. Zudem gibt es eine Soundtrack CD in einem Pappcover a la LP mit 50 Tracks. Mit Teil 5 wurde auch die Tradition von Teil 1 und 2 mit einem kurzen Comic als Einleitung wieder aufgelebt. So findet man hier in der Box neben dem Comicheft zu BS5 eben auch die beiden Comics zu Teil 1 und 2. Wobei man hier vom ersten Teil die Version der Special Edition beigelegt hat. Zu guter Letzt gibt es noch ein Poster des Covermotivs. Baker die gleich am Anfang eingestiegen sind haben zu dem noch ein T-Shirt bekommen. Ich hatte den Start leider nicht mitbekommen. Es gibt wohl eine Collector’s Edition die sehr ähnlich ausgestattet und noch ein Artbook enthalten soll. Jene kenne ich leider nicht.

Rage 2 -zur Hälfte gut

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Ok, ich hab inzwischen meine ersten paar Stunden und einiges an Progression in Rage 2 durch und denke, ich kann ein erstes Fazit ziehen: Es ist ein bisschen zweigeteilt.

Was gelungen ist: Der Shooterpart ist tadellos. Wenn nicht sogar die beste Shooter-Implementierung in einem Open World Spiel ever und das ist nicht übertrieben. Das sagen sogar die schlimmsten Verrisse. Es macht Spaß, ist schnell, Waffen machen richtig wumms und geben das richtige Gefühl von “Macht” und Dynamik. Das sieht man in der ersten Hälfte meines Videos hier ganz gut, wo ich mal versucht habe, unterschiedliche Waffen zu benutzen (vor allem meine zwei Lieblinge – die Shotgun und die Pistole mit Explosionsgeschossen). Hier liegen ganz klar die Stärken des Spiels und machen definitiv Lust auf mehr.

Was nicht gelungen ist: Die offene Welt ist mühsam. Fasttravel ist zu rudimentär und in den Hauptmissionen wird man ständig über viel zu weite Strecken auf kaum abzukürzenden künstlich langgestreckten Straßenstrecken in einer undynamischen, kulissenhaften Welt geschickt, was das Spiel zwischen den hervorragenden Shooterparts viel zu zäh und auseinander gerissen erscheinen lässt. Und dafür, dass es das selbe Studio ist, das das von mir sehr geliebte Mad Max gemacht hat, ist das Fahren seltsamerweise wirklich nicht arg spaßig ausgefallen. Was Atmosphäre und Story angeht bleibt es auch generell hinter Mad Max und sogar hinter dem ersten Rage zurück. 

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Die Grafik selbst und die Welt ist natürlich rein optisch wirklich toll und ich hatte heute im The Pod Podcast gehört, es sei halt Mad Max mit anderen Texturen, was dem Ganzen m.E. ein bisschen zu sehr Unrecht tut – die Welt ist schon noch mal sehr viel anders, wesentlich detaillierter und auch die Level sind ausgereifter. Ok, nicht der, den ich oben verlinkt habe, aber es werden auch in einfachen “Aufräummissionen” immer mal wieder ganz lustige Storyelemente und interessante Wendungen eingebaut, die es bei Mad Max so noch nicht gab.

Was allerdings wirklich stört: Es gibt echt noch viele, viele Bugs. Nicht allzu schlimme so im Einzelnen (wobei man in einer der Storymissionen leider einen echt bösen Stopper erzeugten kann – wer da nciht zufällig ein passendes Savegame hat, ist da fies gearscht), aber da fehlt immer mal mal der Ton eines Dialoges – was man nur merkt, wenn man Untertitel eingeschaltet hat – oder eine Textur flimmert herum oder Assets liegen in der Luft… und die Regelmäßigkeit mit der das passiert geht einem auf Dauer wirklich auf den Keks.

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Und nun? Kann ichs empfehlen?

Tatsächlich ja, aber erstens nur Spieler*innen, die über die schwache Open World und die winzige Sparstory hinwegsehen können und zweitens nicht jetzt und schon gar nicht zum Vollpreis. Man hat ständig das Gefühl, es fehlt noch einiges, das eigentlich im Spiel hätte sein sollen, aber sie haben’s nicht rechtzeitig fertig bekommen, die Bugdichte ist spürbar und die Open World ist noch zu unausgewogen und leer – es ist einfach noch nicht fertig. Es sind noch einige Features angekündigt und ich nehme an, dass es in ein paar Monaten eine ordentliche Goldversion gibt, die dann auch wirklich das Spiel ist, das es eigentlich hätte sein sollen.

Ich bin ja generell mit Spielen sehr gnädig, weil ich Spiele normalerweise so nehme, wie es gedacht ist und nicht, wie es z.B. professionelle Kritiker*innen erwarten. Hier muss ich aber sagen: Es ist ganz offensichtlich – noch – nicht so, wie es eigentlich gedacht war. Wäre der Shooterpart nicht derart befriedigend, würde ich komplett vom Kauf abraten.