Sam Pettus – Service Games – The Rise and Fall of SEGA (Enhanced Book Version 2013)

Der Autor sagte mir erst einmal gar nichts, als ich dieses Buch vor 2 1/2 Jahren für mich entdeckt und anfing zu lesen. Bei einer oberflächlichen Recherche im Netz fand ich zumindest heraus, dass er in der US Navy war. Zudem Autor von fan fictions u.a. zu Star Trek ist. Und einen Roman (“Autumn Spring”) hat er auch geschrieben. Er ist nicht Sam(mantha) Pettus, zu der ich erst einmal mehr online gefunden hatte! Außerdem liebt es das deutsche Autokorrektur aus dem Nachnamen einen Petrus zu machen. Das Sega-Buch selbst erschien vorher schon einmal Online (wann hat er selbst in seinem Nachwort merkwürdigerweise nicht erwähnt), aber scheinbar geschah dies schon weit vor 2013, denn er erwähnt, dass das letzte Kapitel über den Dreamcast von ihm nicht nur nicht zu Ende geschrieben worden war, sondern der Dreamcast damals auch noch “am Leben” war. Also erschien das Buch 2013 in einer überarbeiteten und “verlängerten” Fassung als Paperback und dann als Ebook, dass ich nun gelesen habe, und das, wenn ich es richtig verstanden habe, die letzten Kapitel mit Interviews aso. als “Bonusmaterial” hat. Finanziert wurde die Buchausgabe u.a. via Crowdfunding. So gesehen ist dies nicht ein “professionelles” Buch, was man bedenken muss, wenn man es liest. Aber es wurde immerhin von Anderen editiert und überarbeitet. So findet man hier nicht merkwürdige und viele Rechtschreibfehler (wie in dem ATARI INC. Buch) und auch keine völlig verdrehten Satzstellungen. Aber an einigen Stellen hatte ich schon den Gedanken “hat denn niemand da mal drüber gesehen?” Aber!! Bücher schreiben ist nicht einfach! Bloß mit guten Ideen wird ein Buch noch nicht zu einem Buch. Und ich sage ja immer wieder, dass ich nicht so ein Buch schreiben könnte. Fakten alleine reichen eben nicht, um den Leser bei der Stange zu halten. Und in diesem Buch merkt man schon das Pettus da viel Arbeit und Liebe reingesteckt hat!

Ich selbst hatte mit der Hardware von Sega (und um diese geht es hier Hauptsächlich in den Buch) am Hut gehabt. Das lag nicht an Sega, sondern daran, dass ich eben ein typischer Europäer war, die in den 80zigern und frühen 90zigern eben lieber am Computern wie den C64 oder den Amiga spielten. Ein Konsolero bin ich bis heute nicht wirklich. In den letzten 40 Jahren hatte (und habe ich immer noch) nur einen Atari VCS (2600) und eine Wii, die von uns mehr als Gesellschaftsspiel (Wii Party, Wii Play, Wii Sports usw.) benutzt wird und eher weniger für Videospiele. Sonst bin ich seit dem Game Boy eher ein Handheld-Spieler. Und, ja, es gab auch zwei Handhelds von Sega. Der Game Gear war mir schon ein Begriff und ich hätte ihn mir gerne damals gekauft. Schon mal weil es für diesen Handheld mein Lieblings-Sega-Spiel OUT RUN gab (dass man auf einem Game Boy, und zwar den GBA, erst in den 2000ern zu sehen bekam). Aber der Game Gear war einfach zu teuer. Selbst die Spiele waren hierzulande teurer als jene für den Game Boy. Das es noch einen weiteren Handheld von Sega gab, den Nomad (der auf dem Mega Drive basierte), hatte ich bis vor ein paar Jahren überhaupt nicht gewusst. Auch die Master Drive Konsole kannte ich zu ihrer Hochzeit so gut wie gar nicht. Ich hatte mal die hässlichen Cardridge-Verpackungen gesehen, aber mich nicht damit auseinandergesetzt, für welches System jene waren. Den Mega Drive konnte ich dann aber sogar als Nicht-Konsolero damals nicht übersehen. Dank dem ersten Sonic-Spiel, schien plötzlich jeder der auch einen NES hatte, plötzlich auch einen Mega Drive zu haben. Und bei Freunden hatte ich dann auch hier und da mal an einem gespielt. OUT RUN natürlich! OUT RUN war in den Spielhallen mein Lieblingsautomat gewesen und die Mega Drive Version kam da damals schließlich schon ziemlich nahe ran. Ein Mega-Drive-Gamepad hatte ich später auch, weil jenes nicht nur auch an meinem Atari funktionierte, sondern auch am Amiga. Eine Zeitlang in der Videogame-Geschichte war der Atari-Joystick-Stecker mal so etwas wie ein Standart gewesen. Der NES hatte schon seinen eigenen Stecker, aber Sega nutzte das Stecksystem eben nochmals an ihrem Mega Drive. Ich mag auch weitere Sega-Spiele wie HANG ON, aber darum geht es hier nicht.

Pettus beginnt auch nicht direkt mit der ersten Sega-Konsole a la PONG, sondern eben schon mit der Geschichte der Firma, die da eigentlich “SErvice GAmes” hieß und eigentlich eben eher ein Spielehersteller besonders für Coin-Up-Automaten war (die selbstverständlich ihre Spiele auf Hardware, einem Board, bekamen… aber Heimspiele kamen schließlich auch auf Hardware wie Cardridges und CD-ROMs). 2001 liefen die letzten Sega Dreamcast Geräte vom Fertigungsband und seitdem konzentriert sich Sega wieder auf das was sie am besten können: Spieleentwicklung. Ohne Frage waren gerade die erfolgreichen Geräte wie der Mega Drive und das Dreamcast sehr gute Konsolen gewesen und jeweils beim Erscheinen technische Vorreiter gewesen, aber Sega hatte eben nie das Kapital wie Nintendo, Sony und Microsoft in der Hinterhand gehabt, um eine Konsole wirklich gewinnbringend finanzieren zu können. Diesen Umstand beschreibt Pettus in seinem Buch sehr gut und verständlich. Im Grunde wollte Sega nicht die gleichen Fehler machen wie zuvor Atari. Und doch ist es ihnen im Prinzip genauso passiert wie Atari. Mit dem Unterschied, dass Sega das als Firma überlebt hat und heute noch existiert, aber Atari nur noch als Name existiert. Der Name und die Rechte sind so oft weiterverkauft worden, dass man schon gar nicht mehr genau sagen kann, was wirklich die letzten Produkte der “echten” bzw. originalen Firma Atari sind. Aber das ist eine andere Geschichte.

Also inhaltlich ist das Sega-Buch sehr umfassend, kompetent und ausführlich. Ausführlich ist aber auch das Problem des Buchs! Als Die-hard-hardcore-Fan von Sega-Konsolen mag das Buch ein wahres fest sein. Man kann sich darin richtig in der Nostalgie suhlen, wenn man möchte. Aber wenn man nur etwas über die Geschichte der Hardware-Firma Sega etwas lesen und lernen möchte, dann muss man wirklich viel Geduld aufbringen. Nicht weil es hier manchmal auch um technische Details geht, denn hier hatte ich nicht das Empfinden, das es ein bissl zu viel des Guten ist, sondern wenn es um Hintergründe, Meinungen von Machern und Managern z.B. geht oder die (Werbe-)Strategien, dann schlägt Pettus in seinem Insiderwissen und Sega-Nerdtum leider zu sehr und zu ausführlich, fast schwatzhaft, zu. Zudem gibt es einfach zu viele Wiederholungen von Tatsachen und Ereignissen. Selbst Zitate von ehemaligen Sega-Mitarbeitern werden in verschieden Kapiteln mehrmals benutzt. Ich weiß ja nicht, ob die einzelnen Kapitel vielleicht ursprünglich über längere Abstände online als eine Art Blog erschienen sind, denn dann wären Wiederholungen, um den Leser zu der Story wieder abzuholen, ja okay. Aber als Buch hätte der Editor vielleicht die eine oder andere Wiederholung rausnehmen müssen. Oder musste man unbedingt mindestens 400 Seiten erreichen? Ohne die Wiederholungen ganzer Absätze, die aber zugegeben immer ein wenig anders formuliert wurden, wäre das Buch gut 50 bis 70 Seiten kürzer geworden. Wenn ich von Seiten schreibe, dann meine ich natürlich die Seitenanzahl die mir mein Pocketbook als “Seiten” anzeigt. Ich weiß nicht, wie lang die Papierversion ist.

Als absoluter Sega-Fan sollte man das Buch auf jeden Fall gelesen haben. Als “nur” Interessierter (wie der Verfasser dieser Zeilen) muss man viel Geduld mitbringen (oder einige Absätze überspringen). Für alle Anderen reicht wahrscheinlich der ausführliche (englische) Wikipedia-Eintrag über Sega aus.

Ken Williams – Not All Fairy Tales Have Happy Endings: The rise and fall of Sierra On-Line (2020)

Ich habe ja schon lange kein Video-/Computergames related Buch mehr gelesen. Etwas was ich in den letzten zwei Dekaden sehr gerne und mit wachsender Begeisterung getan habe. Noch im letzten Jahrhundert war es nicht so einfach gewesen Bücher zu dem Thema zu finden. Weil es einmal einfach nicht so viele zu dem Thema gab und zudem wenn dann nicht unbedingt in der Buchhandlung um die Ecke zu bekommen war. Das Internet hat also auch vieles im Umfeld von Büchern verändert und hat es bisher noch nicht geschafft, dass gedruckte Buch ganz zu vertreiben. Im Gegenteil, dass Buch konnte sich behaupten und modernisieren. Heute muss es nicht immer ein Buch aus Papier sein, sondern kann eben auch in einem Gerät gelesen werden. Ob nun auf einen Bildschirm mit LCD oder LED oder eben in eInk auf einem eBook-Reader. Die Haptik eines Papier-Buchs ist natürlich besser, aber man hat ja auch langsam nicht mehr genug Platz im Bücherregal. Ken Williams Buch hätte ich gerne als Papier erstanden. Aber jenes aus den USA zu importieren, war dann doch etwas zu teuer gewesen (und Amazon ist da in meinen Augen keine Alternative!). Also musste es ein eBook sein, dass ich dann direkt und für erfreulich günstige $ 7 bekommen konnte.

Meist mag ich ja Bücher dieser Art weniger technisch, aber dafür mehr emotional. Ich möchte eher wissen, was die AutorInnen beim Schreiben zu verschieden Games und beim Spielen jener empfunden hat. Was persönliches eben. Wie die Spielemechanik oder die Technik, der Code, dahinter funktioniert, war für mich nicht uninteressant, aber zweitrangig. Mein all time favourite ist da ja noch immer Tom Bissell’s EXTRA LIFE: WHY VIDEO GAMES MATTER von 2010 und David Kushner’s MASTERS OF DOOM (Die Anfänge von ID Software) und JACKED (Die Story hinter der GTA-Serie). Dabei geht es bei EXTRA LIFE nicht einmal um Videogames, die ich besonders mag oder gar gespielt habe (LEFT4DEAD, FAR CRY 2 z.B.). Was aber gerade interessant für mich war. Ken Williams Buch war da jetzt wiederum ganz anders.

Williams ist seit seligen Zeiten des ersten Apple Computers kein Spieler mehr und seit dem Apple IIe wohl auch keine Hacker und Coder mehr, aber er hat mit seiner Frau Roberta zusammen eines der einflussreichsten Spielefirmen des letzten Jahrhunderts gegründet: Sierra On-Line! Nicht nur die alten Adventure wie KINGS QUEST, SPACE QUEST, LEISURE SUITE LARRY werden noch immer gespielt (und das nicht nur von alten Leuten), sondern auch andere Spiele aus der Zeit wie die INDY und NASCAR-Serien von Papyruss, die seiner Zeit zu Sierra gehörten. Sierra selbst wurde ab 1998 quasi von Ken Williams verkauft (was er heute noch bedauert, was er in dem Buch ausführlich beschreibt, nicht wegen des Geldes, sondern wegen was danach mit Sierra On-Line passiert ist), wurde mehrfach herum gereicht, bis Vivendi/Activision das letzte (Entwickler-)Büro von Sierra geschlossen hatte. Die meisten Sierra-Spiele bekommt man aber immer noch auf GOG und Steam usw. Ken Williams schreibt selbst, dass das Buch über Sierras Aufstieg und Fall ihm schon lange beschäftigt hat, aber er es eigentlich lieber von seiner Frau geschrieben sehen hatte. Jene schreibt zwar auch, aber nichts über sie Spieleindustrie. Und auch keine Scripts mehr für Computerspiele, seitdem sie 1998 KINGS QUEST 8 mehr oder weniger (zu ihrer Unzufriedenheit über das Ergebnis, dass nicht mehr viel damit zu tun hatte, was sie mit dem Spiel eigentlich ursprünglich erreichen wollte) beendet hatte. Auch Ken hat nie wieder etwas mit der Spieleindustrie zu tun gehabt. Seine Frau und er sind heute Weltenbummler und sind viel mit ihrer Yacht unterwegs. Ken hat sogar Bücher über das Segeln geschrieben, aber bisher nie groß was über Sierra. 2020 war plötzlich alles anders. Natürlich für uns alle. Ken’s Pläne für 2021 waren über den Haufen geschmissen worden (selbst die Hochzeit seines jüngsten Sohns konnten Roberta und er nur aus der Entfernung in Sichtweite beiwohnen) und er hatte wohl plötzlich viel Zeit. Also hat er mal eben dieses Buch geschrieben, dass dann auch schon im Herbst 2020 erschienen ist. Seitdem ungefähr liegt es auch in meinem PocketBook im Speicher und wollte von mir gelesen werden. Das habe ich ja nun auch endlich getan.

Ken erzählt die Geschichte Sierras natürlich aus seiner Sicht und Perspektive. Es geht natürlich auch um die Spiele, aber im Grunde erwähnt er nur ein Dutzend davon ausführlicher. Es geht mehr um die Gründung, die Beweggründe und das Geschäft, als um die Spiele selbst. Er erzählt die Geschichte natürlich chronologisch, aber schiebt immer wieder Kapitel ein, wo es um Details des Managements und um seine geschäftlichen Entscheidungen zu Sierra geht. Er bezeichnet jene Kapitel als die vielleicht langweiligsten des Buchs und hat sie dafür dementsprechend extra gekennzeichnet, dass man jene auch ruhig überspringen könnte. Und beinahe hätte ich es auch so gemacht. Was interessieren mich den die Fähigkeiten, die man braucht um eine Spielefirma zu leiten oder wie das mit den Aktien bei Sierra so funktioniert hat? Eigentlich gar nicht. Aber dann wiederum berichtet er darüber so anschaulich und auch interessant, dass es selbst mich als Dummy und Uninteressierten in solchen Dingen gecatcht hatte. Sollte man also auf gar keinen Fall auslassen! Der Niedergang von Sierra ist natürlich besonders bitter, weil sinnlos. Genauso wie bei Lucas Games/Art und in letzter Zeit ja auch Tell Tale Games. Auch wenn Ken Williams nach seinem Ausstieg (man kann es vielleicht auch rausmobben nennen.. aber jemand wie Ken Williams lässt sich bestimmt nicht so einfach mobben) nicht mehr an den Niedergang und den Schluss bei Sierra involviert war, so sieht er es schon so, dass er das alles mit seinem Verkauf an CUC in Gang gesetzt hat, der Auslöser war. Zwar hat dieses Märchen kein Happy End, dass also Sierra und deren Macher überlebt hätten und glücklich bis an ihr Lebensende waren, aber immerhin sind zwei der “Spitzenmanager” die den Karren bewusst (und zu ihrem Vorteil) an die Wand gefahren haben angeklagt und sogar verurteilt worden (was ja viel zu selten vorkommt). Beide sind sogar im Knast gelandet.

Man merkt es dem Buch einmal an, das Ken hier nicht sein erstes Buch geschrieben hat (und bestimmt auch einen guten Lektor an der Hand hatte), aber auch dass er hier nur ein wenig Recherche machen musste, weil er eben aus seiner eigenen Vergangenheit aus seiner Sicht schreiben konnte, und dass das Buch so eben auch schnell entstanden ist. Das meine ich allerdings positiv! Es ist also nicht schludrig geschrieben oder so. Es liesst sich mehr wie ein Blog. Was ich persönlich sehr angenehm ist. Auch wenn man hieraus als jemand der in die Spieleindustrie will einiges lernen kann, so kommt Ken mit seiner Schreibweise nie mit den erhobenen Zeigefinger daher und benutzt auch kein Manager-bubble. (Furchtbar lachen musste ich, als er behauptete früher nicht gewusst zu haben, was es bedeutet, wenn ein Studierter einen MBA hatte und es für die Abkürzung für “Must be an asshole” hielt). Wer also einen Einblick in die US-amerikanische Spieleindustrie der 80er und 90er des letzten Jahrhunderts erhalten möchte, bekommt hier Informationen aus erster Hand und wird dabei gut unterhalten. Das Buch ist mit etwa 300 Seiten (inkl. lange Anhänge) ein wenig zu kurz für meinen Geschmack, aber wenn Ken und Roberta Williams schon immer etwas konnten, dann war es das, das sie ihre Käufer und Fans nicht langweilen wollten!

(Erklärung: Der Autor dieser Zeilen hat nie die originalen Kings oder Space Quest Spiele gespielt, aber fühlt sich schuldig im Sinne der Anklage, dass er alle Larry Spiele von Al Lowe gespielt hat!)

Klos, Klos, Klos!

Wir hatten schon lange kein Toilettenupdate, oder? Dann wirds langsam mal wieder Zeit.

Cyberpunk 2077: Ein Klo mit Anti-Drogen-Beleuchtung.
Cyberpunk 2077 – Ich kann nicht, wenn jemand guckt.
Wolfenstein Youngblood – bin mir nicht sicher ob ich das schon hatte, aber ich finde das Plumpsklo so nett.
Far Cry 5 – Klassiker.
The Division 2 – Irgendeine feinere Gegend.
Watch Dogs 2 – eine noch viel feinere Gegend.
Star Citizen – ein echt ordentliches Bad in der Carrack

Watch Dogs Legion nonline

Nach einer mehrmonatigen Verschiebung ist im März endlich der online Modus in Watch Dogs Legion freigeschaltet worden und was für ein Trainwreck ist das denn?

Der erste Indikator dafür, dass ein online Modus echt nicht gut ist: Man stellt fest, dass es besser ist, wenn man es nicht mit anderen Personen spielt.

Lass mich das kurz ausführen. Der online Modus funktioniert so, dass man mit maximal 4 anderen Spieler*innen auf der London Map herumturnt. Dort gibt es knapp 10 Solomissionen, eine Missionsstrecke für ab 2 Spieler*innen und eine Missionsstrecke für ab 3 Spieler*innen. Nun sollte man meinen, dass man die Solomissionen auch zu zweit oder mehr Personen spielen könnte und die Mindestanzahl der zwei echten Mehrspielermissionen dazu führt, dass wenn man sie als Gruppe zu zweit bzw. zu dritt startet, auch zu zweit bzw. zu dritt spielt.

Nichts davon geht allerdings: Wenn man zu zweit in eine Solomission geht, sieht nur die Person, die die Mission ausgewählt hat, die Missionsziele und bekommt die Belohnung. Und selbstverständlich sieht die zweite Person nicht dieselbe Mission auf der gemeinsamen(!) Karte, um sie dann eben parallel zu spielen. Sprich: 10 Missionen auf der Karte, auf der sich alle Spieler*innen der Session befinden, sind gar nicht zum Coop-Spiel zu gebrauchen.

Kommen wir zu den anderen Missionen. Ich muss vorausschicken, dass man keine Gruppen bilden kann, sondern das indirekt über die Auswahl der Free Roam Session passiert, die man “Friends only” oder “open” starten kann. Open wirft dich einfach mit 3 anderen Random Personen in eine Session – scheißegal übrigens, ob ein verknüpfter Kontakt gerade ebenfalls online ist. Friends Only beschränkt die Session auf Kontakte. Das heißt, man kann mit Freund*innen spielen oder mit Fremden. Aber nicht gleichzeitig mit beiden. Das ist erst mal nicht schlimm, ich will gar nicht in gemischter Besetzung spielen.

Das Dumme ist nur, dass diese an sich extrem starre Sessionmechanik sofort wieder über Bord geworfen wird, wenn man eine Mehrspielermission startet. Dann schaltet das Spiel automatisch auf open und man spielt unweigerlich mit 4 Personen. Selbst wenn man dem Spiel, das explizit nachfragt ob man den/die Spieler*innen der privaten Gruppe in die Mission einlädt, sagt, dass man die Gruppe beibehalten will. Die andere Person wird zwar dann tatsächlich mit in die Missionsinstanz geholt, aber wenn man zB zu zweit ist, spielt man eben nicht – wie man erwarten würde – zu zweit. Stattdessen wirft das Spiel einem trotzdem grundsätzlich zwei random Spieler*innen mit in die Session.

Man spielt also immer zu viert, auch wenn man die Mission, die “ab zwei Spieler*innen” ausgewiesen ist, mit einem Zweierteam startet. What. The. Fuck. Ubisoft.

Natürlich ist das exakt das, was ich auf gar keinen Fall will, denn die random Teambuddies gehen einem von Sekunde eins sofort auf die Nerven. Die rennen sofort ins Missionsgebiet, triggern alle Alarme, ballern wird um sich und verwandeln das Spiel in eine öde Schießbude. Und am Ende wundern sie sich regelmäßig, dass die Mission sofort verloren ist, weil sie beim wild herumballern das Fahrzeug sprengen, das man eigentlich stehlen sollte oder ein Countdown startet, sobald man entdeckt wurde – was natürlich durch einen der Vollspaten drei Sekunden nach Missionsstart passiert.

Fazit also:

Wenn man nicht eine private Vier-Personen-Gruppe ist, sollte man die Onlineversion am besten im “Privat”-Modus spielen und zwar, wegen der nicht zu mehreren spielbaren Solomissionen, alleine. Das macht auch durchaus ein bisschen Spaß und wirkt so ein bisschen wie ein Legion light: Keine Story, kleine Missionen, ein bisschen Aufleveln und Perks einsammeln… quasi das Spielerlebnis eines ganz okayen Handygames. Aber es ist halt genau nicht der Zweck eines Multiplayer-Coop-Modus, das zu tun.

Man denkt wehmütig an die Online-Funktionen des Vorgängers und fragt sich, wie das derart schief gehen konnte.

Jens’ Gaming Review 2020

Hallo. 2020 also. Irgendwie war das ein kurzes und ein langes Jahr. Ich hatte ständig das Gefühl, die Zeit rast und ehe man sich mal umsehen konnte, war schon wieder ein Monat rum. Im Rückblick war es allerdings so lang wie ja nur wenige Jahre zuvor gewesen sind, weil einfach so viel passiert ist und so wenig davon war geplant.

Aber egal. Spiele gabs trotzdem. Nicht allzu viele, denn trotz Pandemie und Kontaktbeschränkungen (und ich bin da seit Anfang März durchgehend sehr konsequent) gab es wichtigeres zu tun. Hier sind die, die es dann doch auf die Platte geschafft haben:

Beginnen wir mit The Division 2.

Das hab ich zwar schon 2019 angefangen, fand es da aber doch eher mittelmäßig. Was ich nicht wusste war, dass es – im kompletten Gegensatz zum ersten Division-Spiel – mit mehr Spielzeit immer besser wird. Die haben sich wirklich sehr viel Mühe damit gemacht, das Spiel nach der (etwas repetitiven) Levelphase interessant zu machen. Es gibt mit dem Black Tusk eine tolle neue Gegnergruppe, neue Locations, schön inszenierte neue Spezialmaps und man hat es geschafft, das alles nicht in immer neue Grindstrecken zu verwandeln sondern wirklich Spielsituationen zu kreieren, in denen die ganzen schönen Skills, Spezialisierungen und Gearperks auch wirklich zur Geltung kommen.

Daher hatte ich Anfang des Jahres durchaus noch mal eine längere Strecke gespielt und diese Zeit im pandemieversuchten Washington sehr genossen.

***

Dann hab ich mir im Mai einen neuen Rechner zusammengebaut. Rizen 9, Geforce 2070S, Ordentlich SSD-Platte, 32GB schnellstes RAM. Sprich: Den Rechner, mit dem ich mir die nächsten zwei, drei Jahre keine großen Sorgen machen muss, dass irgendwas nicht darauf laufen könnte.

***

Weshalb ich mir dann Red Dead Redemption 2 gönnte – obwohl ich kein großer Westernfan bin. Aber ich wollte sehen, was die Kiste kann und Boy oh Boy, die kann was. Alle Grafikeinstellungen auf Anschlag ohne jedes Ruckeln ist schon was schönes.

Wie ich RDR2 fand schrieb ich hier schon genauer. Dem kann ich auch gar nicht mehr viel hinzufügen, weil… ichs dann doch nicht mehr so lange gespielt habe. Denn mit der Gemächlichkeit des Spiel geht leider auch einher, dass man lange Spielsessions machen muss, damit es Spaß macht und dafür hatte ich schlicht viel zu selten Zeit.

***

Was ich natürlich mit dem neuen Rechner dringend auch ausprobieren musste war Star Citizen. Meine alte Kiste hat das mit viel Ächzen zum Laufen gebracht, aber bei 9-14 Frames/s war das nicht wirklich ein Vergnügen. Nun läuft es smooth und schnell und daher konnte ich dieses Jahr doch auch ein bisschen mehr machen, als schnelle Stippvisiten.

Natürlich ist das immer noch kein “Spiel”, aber die Sandbox ist inzwischen doch sehr groß und als Walking-in-Space-Simulator macht es inzwischen wirklich beeindruckend viel Spaß.

***

Kommen wir zum nächsten echten Spiel: Nachdem ich im Sommer durch einige Änderungen meines häuslichen Lebens erst mal eine längere Zeit gar nicht mehr gespielt habe, fand ich mit Far Cry 5 – im Ubisoft-Sale für nen Zehner geschossen – genau das richtige Spiel für mich. Ein locker-flockiger Shooter, den man sowohl für ein zwei Stunden, aber auch schnell mal für 20 Minuten starten kann, um sich die Zeit damit zu vertreiben, ganze Horden an erstaunlich nah an Trump-Anhänger erinnernde amerikanische Rednecks umzunieten.

Far Cry 5 hat generell das typische Ubisoft-Problem, nämlich dass der Mittelteil grotesk zu lang ist. Zum Glück kann man aber einen Fehler machen und mit dem Mittelteil (es gibt 4 Areas, von denen man von Anfang an drei abarbeiten kann. Die zweite davon ist fast zwei mal so groß, wie die beiden anderen zusammen) anfangen, wodurch die Hälfte davon zur Lernphase gehört und es deshalb zum Einen gar nicht so sehr auffällt, dass es sich zieht und zum Anderen sind die anderen Gebiete dadurch viel schneller durchgepustet.

Jetzt sind die Ubisoft-Open-World Spiele nie die Storygranaten gewesen, die sie vielleicht gerne sein wollen, aber was Ubisoft einfach gut kann ist Atmosphäre und Setting und ich bin ein Sucker für gute Atmosphäre und Settings. Hier ist Sound, Musik, Landschaft und alles was drauf herumsteht -läuft und -fährt so dermaßen amerikanisches Hinterland, dass es eine wahre Freude ist und deshalb habe ich hier inzwischen 35 Stunden verbracht. Das hört sich nicht nach so viel an, aber ich hatte wirklich nicht viel Zeit zum spielen und im Vergleich zu anderen Spielen dieses Jahr ist das echt viel.

***

Star Wars Squadrons war eine hübsche kleine Überraschung. Auch wenn ich das am Ende nicht viel gespielt hatte, weil es eigentlich darum geht, zusammen in… naja, Squadrons zu spielen.

Es ist weder ein Grafik- noch ein Spielwunder, aber es ist ein gut funktionierender Star Wars Simulator, der mit dem HOTAS tadellos zu spielen ist (nachdem EA die Sensibilität der Sticksteuerung verbessert hat). Es kommt das richtige Gefühl auf: Man sitzt im Cockpit und ballert Tie Fighter ab. Was will man mehr?

***

Dann wurde Cyberpunk 2077 verschoben und nochmal verschoben, weshalb ich mir entgegen meines Beschlusses, damit warten zu können, Watch Dogs Legion kaufte (auch im Sale, plus den 20% Rabatt für Ubi-Punkte und keine DLCs oder so, die ich erfahrungsgemäß eh nie spiele – ich lerne ja dazu).

Sagen wirs so: Es ist ein solides Spiel. Dass man nicht seinen einen Character spielt sondern quasi jede*n auf der Straße rekrutieren kann, funktioniert erstaunlich gut, wenn man das Spiel auch wirklich so spielt, wie es gespielt werden will (witzigerweise gibt es zig Artikel darüber, dass man das beachten müsse, weil man sich das Spiel sonst verdirbt. Was ich irgendwann mal aufgreifen muss, da hier m.E. ein Hinweis darauf zu finden ist, warum Spielerezensionen so oft einen falschen Eindruck über die Spiele wiedergeben, die da getestet werden).

Es ist natürlich wie so oft bei Ubisoft keine Epiphanie, sondern… schon ganz ordentlich geworden. Wie grade bei Far Cry schon angedeutet gelingt es wieder hervorragend, Setting und Szenerie gut zu gestalten und eine dichte, klare Atmosphäre für eine Technikdystopie zu schaffen, in der sich die Menschen irgendwie fügen und versuchen, ein normales Leben zu führen, aber doch ständig eine subversive Grundstimmung herrscht.

Das Spiel selbst funktioniert schon auch gut, aber leider hat man auch viele taktische Kleinigkeiten entfernt, die mir in Watch Dogs 2 gefallen haben. Das macht die Missionen tatsächlich weniger abwechslungsreich als in den Vorgängern, was man irgendwie auch erst mal schaffen muss. Insgesamt funktioniert alles aber gut genug, um auch eine längere Zeit dabei zu bleiben. Ich glaube aber nicht, dass ich es jemals bis zum Ende spielen werde. Dazu ist die Story doch zu belanglos. Ambiente allein reicht eben nicht.

Ach, eine ärgerliche Sache noch: Ubisoft hat vergessen einzubauen, dass Bilder, die man im in game Fototool macht, auf der Festplatte zu speichern. Was für ein Spaten-Move.

***

Naja, und dann kam Cyberpunk 2077. Ich will nicht viel über den Zustand des Spiels erzählen, denn das wäre ein langer Artikel, den mein Bruder zum Glück schon geschrieben hat.

Es ist ein schönes Spiel und es macht Spaß. Es fällt auch erst mal nicht so auf, dass es offensichtlich noch nicht fertig ist. Man merkt es irgendwann an Kleinigkeiten wie der Minimap, die nicht rauszoomt, wenn man Auto fährt. Und dann an größeren Dingen, wie Dialog- und Handlungsoptionen, die absolut keine Konsequenzen haben sondern wie bei Tell Tale Adventures am Ende doch immer dieselbe Antwort erzeugen. Dann merkt man, dass es zwar zig Waffen gibt, die Varianten sich aber eigentlich nicht voneinander unterscheiden. Oder dass es zwar Waffen-Mods gibt, aber nur zwei und die haben auch immer nur dieselben zwei Effekte…

Und da man am Anfang noch gar nicht so sehr mit den ganzen Details und Subtilitäten spielt, fällt das in den ersten Spielstunden nicht auf. Sobald man aber mal die Basics drauf hat, will man das ganze rollenspieltypische Gefuddel haben, aber es ist entweder gar nicht oder nur rudimentär da. Was bedeutet, dass ich das Spiel kurz nach dem ersten Akt erst mal beiseite lege und nun abwarte, bis es halbwegs in einen Zustand gepatcht wurde, in dem es so funktioniert, wie es eigentlich gewollt war. Bis dahin gibt es meinerseits nur eine Empfehlung für die ersten 4-5 Stunden, in denen man ein atemberaubendes Spiel hat. Ich bin sicher, dass es irgendwann Mitte oder Ende 2021 auch danach ein großartiges Spiel sein wird.

***

Und das wars auch schon für dieses Jahr. Klar gabs noch ein paar kleinere Ausflüge, zum Beispiel in Borderlands 3, das zwar irgendwie doch nicht mehr die Faszination hervorrufen konnte, wie es noch der zweite Teil tat, aber nach einem etwas stockenden Anlauf gings dann doch auch wieder weiter.

Ich hab mir außerdem zB auch das vielgelobte Control gekauft und noch nicht ein mal reingeschaut. Das muss ich demnächst wohl mal tun…

Henk’s Gaming Review 2020

Dieses Jahr war natürlich alles Anders als sonst. Ich hatte den Luxus eher mehr Zeit für Hobbies zu haben, als Andere die irgendwo zwischen Home Office oder Systemrelevanten Job und Home schooling aufgerieben zu werden. Oder gar vielleicht selbst vom Virus erwischt zu werden. Also hatte ich sehr viel Zeit zum gamen als sonst. Zudem habe ich dieses Jahr wie geplant meinen Spielerechner nicht “nur” aufgerüstet, sondern durch einen neuen ersetzt. Nach 7 Jahren war es dann doch mal Zeit geworden. Wobei es für einen neuen Monitor nicht mehr gereicht hatte und ich so weiter mit 16 zu 9 und nur FullHD-Auflösung leben “muss”. Der alte Rechner wird jetzt von mir downgegradet auf einen DOS- bzw. Win98SE-Rechner mit meiner noch von früher vorhandenen alten Soundblaster-Karte und Grafikkarte mit TNT2-Chip. Eine Voodoo-Karte habe ich nie besessen. Aber vielleicht kann ich ja mal eine irgendwo günstig abschießen. Das würde mich schon interessieren. DOS-Box ist ja ne feine Sache, aber eben doch nicht das wirklich wahre Spielegefühl.

Da es dieses Jahr also viel zum Thema Spiel bei mir gab, habe ich den Review dies Jahr gezweiteilt. Erstaunlicherweise sind es aber dies Jahr weniger Grafikadventure geworden als sonst. Ich hatte eben mehr Zeit zum spielen, aber die Little Miss Fangirl nicht, weil sie mitten im Endspurt beim Abi war. Und eben danach auf Studienplatzsuche war und immer noch ist. Trotzdem sind wir ja ein bisschen zum gemeinsamen adventuren gekommen. So hatte ich seit vielen Jahren schon immer mit BLACK MIRROR weiterspielen wollen, bei dem ich nur den ersten Teil damals gespielt hatte. Anfangs war die Little Miss Fangirl eben noch zu jung für solche Adventure gewesen und dann sind eben jede Menge andere Spiel in den Weg gesprungen. So hatten wir also Anfang des Jahres die drei Teile BM durchgespielt. Nicht die beste Spiele-Serie, aber im Endeffekt, trotz nerviger Hauptfiguren, waren sie doch ganz spannend gewesen.

Schon 1999 hatte ich mit GRIM FANDANGO angefangen, aber hatte das Spiel wegen der Damals umständlichen Steuerung nur mit Tastatur abgebrochen. So hatte ich mich über die Remaster-Version mit Maussteuerung doch sehr gefreut. Wir hatten also das Spiel wieder angefangen, weil ich mich selbst kaum an die ersten Kapitel erinnern konnte, hatte es sich auch für mich ein wenig neu angefühlt, aber auch hier nach einer Weile abgebrochen, weil uns dann beide die Story nicht so angesprochen hatte. Dies Jahr hatten wir es dann nochmals versucht, aber eben auch wieder abgebrochen. Genauso hatten wir mal mit dem JACK KEANE 2 spiel angefangen. Hatte uns der erste Teil noch ganz gut gefallen, so war der zweite Teil leider doch sehr uninteressant geworden, so das wir da nach wenigen Stunden auch abgebrochen hatten.

Anschließend hatten wir mit dem eher unbekannteren HEAVEN’S HOPE angefangen und hatten damit auch viel Spaß gehabt. Das Spiel hätte wirklich mehr Aufmerksamkeit in der “Grafikadventure-Fangemeinde” verdient. Danach hatten wir und dann auf THE BOOK OF UNWRITTEN TALES 2 gestürzt. Den ersten Teil hatten wir schon vor Jahren gespielt und uns nun an den zweiten Teil gemacht. Und der war gar nicht mal so schlecht, wie manche Kritiken einen weiß machen wollten. Um so bedauerlicher ist es, dass der geplante dritte Teil gecancelt wurde. So muss man also nach zwei Teilen und viele Stunden Spielspaß am Ende mit einem bösen Cliffhanger leben. Als letztes hatten wir das kostenlose Mini-Adventure A THIMBLEWEED PARK MINI-ADVENTURE: DOLORES gespielt. TP ist ja nicht nur eines von meinen Lieblingsadventure, sondern auch das der Littele Miss Fangirl. Nicht umsonst haben wir das Spiel zwei Mal hintereinander durchgespielt. Das Mini-Adventure war daher ein schöner Besuch zurück nach THIMBLEWEED PARK gewesen. Es ist wirklich nur ganz kurz, aber mit mehreren möglichen “Enden” bzw. Wegen zum Ende. Zudem gab es wieder jede Menge Referenzen nicht nur zum Hauptspiel, sondern auch an alte Lucas Games Advnture. Und man konnte wieder pixelgroße Staubkörner sammeln, die einen auch hier nichts für die Story gebracht hat, aber was man natürlich wieder gerne getan hat. Ich denke das man das kostenlose Mini-Adventure auch spielen kann, wenn man das Hauptspiel nicht kennt, aber früher eben Lucas Games gerne gespielt hat.

Und das war es 2020 bei uns mit Grafikadventure auch schon gewesen. Wir haben hier immer noch so einige auf Halde und vielleicht werdn es ja in 2021 wieder ein oder zwei mehr. Anfang des Jahres hatte ich mich ja viel mit Retrogaming und älterer Hardware beschäftigt. Ausgelöst durch mein “Weihnachtsgeschenk” einen Game Boy Color mit IBS-Screen-Mod. Dan folgte eine preisgünstig erworbene Playstation Mini (die man wirklich nur für wenig Geld ersteigern sollte, denn all zu viel wert ist sie nun leider nicht). Das Spieleangebot ist auf der Huddel ja vom Hause aus nicht besonders . Dafür ließ sie sich leicht hacken und man konnte via ISO seine eigenen Spiele darüber via HDMI am heimischen LCD-Fernseher spielen. Zudem auch andere Retrogaming Systeme mit Retroarch. Das hatte mich dann auf die Idee gebracht auch mal meinen alten DSi XL zu modifizieren um wiederum dort drauf auch Game Boy Spiele und so weiter spielen zu können. Damit hatte ich dann aber eben nicht aufgehört, sondern hatte auch meine 3DSe mit einer Custom-Firmware bestückt. So laufen nun auf dem New 3DS XL sogar einige (wenige) PS-Spiele. Im Endeffekt habe ich dann also natürlich auch dementsprechend viele “alte” Games gespielt und auch neue “alte” Spiele für mich entdeckt. Aber dazu mehr im zweiten Teil meines Gaming Reviews 2020.

Need for Speed – Hot Pursuit (3) “Remaster” – Braucht man das wirklich?

Früher gab es die Fortsetzungen und seit einiger Zeit sind nun sogenannte remasterte Versionen bei den Spielemachern angesagt. Easy money! Was schon einmal erfolgreich war, verkauft sich jetzt bestimmt genauso viel. Und meist geht die Rechnung sogar auf. Die Qualität des Remasters ist da nun recht unterschiedlich. Was in meinen Augen sehr gut funktioniert hat, sind die Remaster der alten Lucas Arts Grafikadventure. Hier wurde jeweils eine moderne “Cartoon”-artige Grafik spendiert, die einen die Bezeichnung “Remaster” auch glaubhaft erscheinen ließ. Teilweise wurde auch, wie bei GRIM FANDANGO, die alte Steuerung auf ein modernes Niveau gebracht. Das waren in meinen Augen Remaster, die sich wirklich gelohnt haben (und ich warte immer noch auf das Remaster von MONKEY ISLAND 4 und THE DIG!).

In anderen Genres gab es so etwas natürlich auch. Und so eben auch bei Rennspielen. Z.B. auch schon von EA das Open-World-Rennspiel BURN OUT PARADISE. Schon hier hatte ich mir Videos dazu angesehen und mich gefragt, ob das nun wirklich was bringt? So alt ist es nun auch wieder nicht und die originale Version läuft auf aktuellen PCs schließlich auch noch. Also, who cares? Dann las ich, dass EA nun auch einen alten Teil der NEED FOR SPEED – Serie wieder aufleben lassen wollte. Da war dann nur die Frage, außerdem sie aber nur für kurze Zeit ein Geheimnis gemacht hatten, welchen Teil? Ich Foren wurden von Fans besonders das erste MOST WANTED genannt (das zweite MOST WANTED, dass man schon für ein Remaster halten könnte, hat aber mit seiner Open World ein ganz anderes Konzept als das Original) und UNDERGROUND. Teilweise sogar auch der PORSCHE Teil wurde als Remaster gewünscht. Ich hatte mir lieber eines der NFS-Games aus der ersten Generation gewünscht. Nun gehört für einige UNDERGROUND noch zur ersten Generation. Ich denke das die erste Generation eher mit HOT PURSIUT 2 geändet hat oder gar vielleicht schon im Jahr 2000 mit NFS-PORSCHE.

Genau genommen hätte ich mir ein schönes Remaster von NFSP schon sehr gut vorstellen können. Schönere Grafik, eine verbesserte Steuerung und vielleicht sogar eine bessere KI (die besonders in dem Spiel gegenüber seinen Vorgängern einen Schritt zurück gemacht hatte)? Wobei von der ersten Generation ist mein Favourite immer noch NFS4 aka NFS – HIGH STAKES aka NFS – BRENNENDER ASPHALT. Im Grunde war der Teil eigentlich mehr ein Remaster oder Upgrade von dem dritten Teil NFS – HOT PURSUIT. Die Fahrzeuge des Vorgängers waren wieder mit dabei und hatten nun ein Schadensmodel bekommen und als Bonusstrecken hatte NFS4 die Strecken des Vorgängers mit an Board. Auf meiner damaligen Grafikkarte mit dem nagelneuen TNT2-3D-Chip sah das ganze auch ein bisschen schöner aus als NFSHP. Also eine Fortsetzung war es nicht. 2002 erschien dann NFSHP2. Jenes ist natürlich eine echte Fortsetzung. So war eben auch wieder der Modus von Teil 3 und 4 zurück, indem man auch die Rolle der Highway Police übernehmen dürfte und nach Herzenslust die Raser von der Straße kicken konnte. Das hatte beim fünften Teil völlig gefehlt. Zudem wenn man mal von der Polizei gejagt wurde, waren diese so langsam und von der KI her so strohdoof gewesen, dass selbst die Polizei in den beiden Großvätern dieses Konzepts, TEST DRIVE und TEST DRIVE 2, noch an Spannung geschlagen wurde.

Also aus NFSP hätte man als REMASTER schon was machen können. Wobei der Fuhrpark, in dem man wirklich nur Porsche-Modelle fahren konnte, ja schon ein wenig langweilig war. Wobei es für NFS4 eine lustige Ferrari-only-Mod gibt. Also mit meinem Wunsch eines Remasters von NFS4 lag ich dann ja gar nicht so weit daneben. Das man sich dann bei EA für den offiziellen dritten Teil von NFSHP entschied (der den Titel nie geführt hat und ohne Nummerierung auch weiterhin läuft), ist schon etwas merkwürdig. Das Spiel ist erst gerade mal 10 Jahre alt! Und läuft, genauso wie BOP, noch auf aktuellen PCs und Grafikkarten ohne Probleme. Bis vor kurzem konnte man das Spiel sogar weiter noch bei Origin und Steam kaufen (aber mit dem Start des “Remaster” wurde die alte Version aus dem Verkauf genommen!). Wahrscheinlich sprachen hier eben nicht die Fan-Wünsche dafür, sondern wirtschaftliche Gründe. Bekanntlich laufen die letzten Reinkarnationen der Serie nicht besonders gut, sind bei weiten nicht mehr so beliebt, wie vor sagen wir mal 10 Jahren und bekommen regelmäßig auch schlechte Kritiken. Der offizielle 11. Teil der Serie war aber seiner Zeit noch recht erfolgreich gewesen. Zurecht! Es ist auch bei mir immer noch der Teil der nach Teil 4 und 6 mein liebstes Spiel ist. Zudem wäre natürlich ein Remaster von den Spielen der 90er sehr viel aufwendiger und teurer in der Produktion gewesen.

Ich war mal ein großer NFS-Fan. Seit 1994 THE NEED FOR SPEED erschien (das auf damalige DOS-Hudeln nicht so doll aussah wie auf der 3DO-Konsole, auf der das Spiel zuerst erschien, aber über die Jahre Uprades durch Mods von Fans bekommen hat, die die 3DO-Version die Schamröte ins Gesicht schießen lässt) war ich der Serie verfallen. Als quasi Nachfolger der von mir so geliebten beiden TEST DRIVE Spiele auf dem Amiga (die ich heute via Emulator spiele, aber auch wenn ich immer mal wieder mein Amiga 200 aus dem Keller hole im Disketten-Schlitz landen) konnte ich mich den Verfolgungsjagden mit TNFS nicht entziehen. Teil 2 war dann ein wenig enttäuschend für mich gewesen und hatte sein Weg in meine Sammlung erst später im Sonderangebot wieder gefunden. Aber ab Teil 3, also eben HOT PURSUIT, ging es dann wirklich ab. Selbst die (in meinen Augen) neue Generation von NFS ab UNDERGROUND konnten mich noch begeistern. Wenn auch nach dem ersten MOST WANTED auch nicht mehr so sehr. Erst HOT PURSUIT (3) fesselte mich wieder vor dem PC-Monitor, ließ mich die beiden Karrieren komplett durchspielen und selbst auf dem neuen Rechner von diesem Jahr hatte ich das Spiel wieder auf die Festplatte geholt. Auf dem alten Spielerechner hatte ich 2019 das Spiel sogar ein zweites Mal durchgespielt. Die Grafik ist heute nicht mehr State of the art, aber kann sich immer noch sehen lassen und das Spiel selbst hat nicht von seiner Spannung und dem Spaß am Rennen verloren. Und braucht man nun davon ein Remaster?

Ich habe es mir nun bei Steam im Sale gekauft. Ich konnte nicht widerstehen, weil ich eben auch noch einen Gutschein auf Steam hatte und so das Spiel für lau kaufen konnte. Und ich kann gleich verraten, wenn man das Originale NFSHP(3) hat, dann braucht man das “Remaster” auf keinen Fall! Wenn man das Spiel nicht besitzt und Arcade-Racer mag, dann sollte man durchaus auch am PC bei einem Preis von weit unter 20 Euro (erst) zuschlagen, denn es ist immer noch ein fantastisches Rennspiel! Also im “Remaster” wurde in meinen Augen nichts verschlimmbessert. Aber leider auch nichts verbessert oder gar verändert! Wenn man mit dem originalen Spiel die Black Edition seiner Zeit gekauft hatte (so wie ich z.B.) bekommt man nicht einmal ein paar neue Boliden zu sehen! Ja, man hat ein paar neue Grafikeinstellungen, aber sorry, unter der Ultra-Einstellung über meine Geforce GTX 2070s sieht das Spiel nicht wirklich besser aus. Da muss man schon ganz genau hinschauen. Nein, nein, die Fahrzeugmodelle wurde nicht verbessert (sie glänzen nur ein bisschen mehr), sondern die Tastaturen der Bäume und Büsche! Ja, ja, einige Gebäude sehen auch ein wenig schicker aus und haben nun eine ähnliche hohe Auflösung wie die Autos. Aber, hey, beim Spielen schaut man sich doch nicht die Gegend an! Das sieht doch keine Sau! Das ist doch nicht der “Urlaubsfahrt Simulator”!

An der Steuerung als Arcade-Racer brauchte man nun wirklich nichts verbessern. Die war sehr gut und ist es heute noch. Daran haben sie auch nichts geändert. Auch mit dem Lenkrad lässt sich das Spiel weiter spielen. Leider gibt es immernoch nur die gleichen Ansichten (Kamera hinter dem Kofferraum, über der Motorhaube oder vorn an der Stoßstange) und kein Cockpit-Modus. Sehr schade. Ich glaube nicht das dies so aufwendig gewesen wäre wenigstens ein Standszenario für alle Wagen mit dem Blick über das Lenkrad mit einzubauen. Es hätten ja keine detaillierten originalen Cockpits je Wagen sein müssen. Naja, okay, geht natürlich auch mit der Motorhauben-Sicht. Neue Modies? Neue Strecken? Irgendwas Neues? Nö! Andere Hersteller würden das, was hier geleistet wurde, als kostenloses Update anbieten. So aber fühle ich mich ein wenig verarscht! (Auch wenn es für mich durch oben genannte Umstände kostenlos war) Normalerweise wird hier von EA für die PC-Version 30 Euro und für die Konsolen-Versionen 40 verlangt. Für ein 10 Jahre altes Spiel, dass noch vor kurzem für 5 Euro in der Softwarepyramide bei MediaSaturn zu finden war.

Zudem hat man nicht einmal die FPS-Barriere auf dem PC beseitigt! Immer noch läuft das Spiel mit höchstens 60 Frames per second. Eine Hardware-abhängige hätte dem Spiel gutgetan. Als jemand der Probleme mit der Motion /Gaming sickness hat (und damit bin ich nun wirklich nicht allein), freut sich über jeden FPS mehr. Spiele bei 120 FPS und mehr sind für mich z.B. eine wahre Wohltat! Okay, 60 geht bei mir noch. Auf einigen Konsolen wird nur 30 FPS geboten! Das Spiel ist also im Großen und Ganzen für Fans eine Frechheit! Eine überteuerte Frechheit hinzu! Es gibt Mods zu dem originalen Spiel, die mehr bieten als das “Remaster”. Schönere Grafik und so. Außerdem ist es mir ein Rätsel das das “Remaster” auf der Festplatte 34,7 Gigs belegt, wo die originale Version nur 7,8 Gigs brauchte! Was machen denn bitte die 27 Gigs mehr aus? Wo kommen die her? Von Bäumen, Büschen und Gebäude-Grafiken? Also für Fans ist das Spiel nicht. Wie schon erwähnt, wenn man das Spiel bisher für PC nicht hat, dann kann man schon zuschlagen (wenn der Preis mal richtig runtergegangen ist) und als Konsolero, der nie eine PS3 und XBOX360 hatte oder wenn doch, das Spiel da nicht besessen hatte, mag es auch ein Kaufargument sein. Mit der Switch-Version gibt es sogar die erste portable Version des Spiels, die sich vielleicht lohnt. Würde ich mir gerne ansehen, aber nicht für 40 Euro!

Also mein Fazit für mich zu dem Remaster: Thank you for nothing, EA! So bekommt ihr mich als Kunden (letztes Spiel NFSMW von 2011) auch nicht mehr wieder.

Bytefood

Ich war ganz schön lange nicht hier. Aus Gründen. Leider, aber gezockt wird dann trotzdem immer. Einen neuen PC gab es letzten Monat auch, leider sind alle Screenshots, die ich euch nie gezeigt habe mit ins Silikongrab.
Und da der neue Rechner gerade so richtig Spaß macht und man die ganzen Games jetzt auf vollem Rohr laufen lassen kann. Spiele ich mal so alles an.

Und weil Jens ja schon ein Borderlands2 Klo gezeigt hat, beginne ich eine andere Leidenschaft von mir, die ich schon mal in einem Tumblr sammelte. Es geht um Essen und Trinken in Games. Das sind zwei tolle Kombinationen wie wir Gamer wissen.
Ich bin jetzt schon gespannt, auf die Bilder meiner Kollegen auf keinhalma.

Also dann. Guten Appetit

Moxxis Pizza aus Borderlands 2

The Book of Unwritten Tales 2 (2015)

Wie schnell doch die Zeit vergeht. Das Spiel hat hier nun auch schon 5 Jahre herumgestanden. Nun haben wir es endlich gespielt, aber so richtig weiß ich nun gar nicht, was ich dazu schreiben soll! Also fangen wir mal ein wenig mit den historischen und den Daten an. Der erste Teil von King Arts Games erschien 2009 und wurde von uns aber auch erst 2016 gespielt. Dazu hatte ich hier etwas geschrieben. Zudem kam das Spiel in einer Collector’s Edition von der man als Computerspieler bei anderen Spielen nur träumen kann! Dazu hatte ich sogar mal ein Video gemacht. Die Box enthielt seiner Zeit auch das Spiel “Die Vieh Chroniken”, dass ich ursprünglich sogar für den zweiten Teil der Reihe gehalten hatte, aber dann doch eher ein Spin-Off war, der die Vorgeschichte zwei Charaktere aus TBOUT erzählen sollte. Jene “Fortsetzung” hatten wir damals auch angefangen zu spielen, aber hatten wir nie beendet. Alles was uns an TBOUT gefallen hatte, war in den “Chroniken” nicht so wirklich vorhanden, um es kurzzumachen. Aber es soll ja nun hier heute um TBOUT2 gehen. Um es vorweg zu nehmen, auch dieses Spiel hat und enttäuscht, aber wir haben es zu Ende gespielt. Eine merkwürdige Erfahrung, auf die ich gleich zurückkomme.

TBOUT2 erschien 2015 nicht nur auf dem PC, sondern über die folgenden 2 Jahre auch für Android, iPad, iPhone, Linux, Mac, Switch, PS3 und 4, Wii U, XBox 360 und One. Beeindruckend, oder? Bis auf dem 3DS scheint das Spiel überall gefragt gewesen zu sein. Zudem gab es für den PC wieder eine Special Edition die diesmal “Almanac Edition” hieß, aber in dem gleichen Format und Design wie Teil 1 daher kam, was sich im Regal des Sammlers natürlich gut macht. So steht das Spiel auch bei mir im Regal. Wieder gab es ein wunderschönes Artbook, den Soundtrack als CD, eine Making-Of DVD, ein Poster, Postkarten und ein erweitertes Handbuch dazu. Wirklich wieder wunderschön. Ein Anspruch dem der Inhalt des Spiels nicht so wirklich entsprechen konnte. Das Spiel kann über Steam installiert werden (ein Steam Code lag meiner Verpackung bei), so kann man die Online-Synchronisation der Speicherstände nutzen. Aber man muss es nicht. Die DVD-ROM kann man auch so ohne Steam installieren (was ich gemacht habe) und das Spiel belegt dann für ein Adventure stolze 12 GB auf der Festplatte. Dafür braucht man die DVD anschließend nicht mehr zum Spielen im Laufwerk behalten, wie man es von früher her gewöhnt ist.

TBOUT2 fang quasi da an, wo der erste Teil geendet hatte. Es ist also keine neue Geschichte mit neuen Charakteren, sondern spielt einige Zeit nach den Vorfällen des Vorgängers. Wieder steuert man Kapitelweise die verschiedenen Protagonisten: den Gnom, die Elfe, den Menschen und manchmal (leider) wieder das Vieh. Dabei hat man wieder eine (auf dem PC) eine klassische Maussteuerung und bleibt auch von Action-Einlagen der hektischen Art verschont. Wenn es mal zu so einer Sequenz kommt, hat man als Spieler nicht nur alle Zeit der Welt, den nächsten Schritt zu planen, sondern kann auch immer wieder von vorn ansetzen, wenn es mal nicht geklappt oder man sich verzettelt hat. Das freut mich als Fan des klassischen Point’n’Click-Adventures natürlich besonders. Die Grafik ist hier auch ein wenig aufgehübscht worden und ist somit auf der Höhe der Zeit (2015). Und man hat hier wieder eine klassische Fantasy-Story, bei der, wie schon im ersten Teil, viele Referenzen zu Rollenspielen, andern Grafikadventuren, Bücher, Filme und Serien eingebaut wurden. So ahben die Dialoge dann auch einen leichten Humor ohne mit irgendwelchen Schenkelkopfern um die Ecke zu kommen.

Im ersten Kapitel steuert man die Elfe und dann geht es so immer abwechseln weiter. Die Geschichte ist wieder recht simpel gestrickt. Wie es sich für eine Fortsetzung gehört, ist der Bösewicht nicht wirklich weg oder tot. Das eingespielte Team aus Teil eins hat sich nach und nach getrennt. Und dann treten neue-alte Probleme auf, die vom Spieler gelöst werden müssen. Der Schwierigkeitsgrad, der meiner Meinung nach im ersten Teil schön langsam angezogen wurde, hüpft hier zwischen den Kapiteln immer schön hin und her bzw. auf und nieder. Und tatsächlich hatten wir beim Spiel das Gefühl das es zwischen den Kapiteln mit den Rätseln zwischen Pippi-einfach bis unlogisch-schwer immer hin und her wechselte. So als wären die Kapitel von verschiedenen Teams gemacht worden, die sich unter einander nicht abgesprochen hatten. So fängt das Spiel recht moderat an. Die Rätsel im ersten Kapitel gehen wirklich gut und man hat immer wieder eine Vorstellung davon was man so ungefähr als Nächstes machen muss. Ein schöner Spielfluss also. Dann gibt es aber eben auch Kapitel wo ich die Rätsel nicht als schwer bezeichnen würde, sondern eher als unlogisch. Und zwar von der Art: Da wäre ich ja nie drauf gekommen! Oft wussten wir dann auch gar nicht weiter. Und was nu? War eine häufige Frage in jenen besagten Kapiteln. Da kamen wir nur weiter, wenn wir alle Locations abgelatscht sind und alles mit jedem versucht haben zu kombinieren. Schlimmstenfalls mussten wir in eine Komplettlösung gucken.

Insgesamt gab es 6 Kapitel. Bis auf ein Kapitel, bei dem wir unerwarteterweise ganz schnell und eher plötzlich in einer Stunde durch waren, sind alle Anderen sehr lang. Im vierten Kapitel hatten wir sogar das Gefühl gehabt, schon fast mit dem Spiel durch zu sein, also kurz vor dem “Finale” zu sein. Und dann kamen doch noch zwei Kapitel. Insgesamt haben wir eine Spielzeit von ca. 35 bis vielleicht 40 Stunden gehabt (ja, es gibt eine Spielzeiterfassung in dem Spiel, aber ich hatte das Spiel rein von der DVD-Installation aus installiert, ohne über Steam zu gehen, was ja durchaus heute selten ist und eigentlich positiv erwähnt werden sollte, dass dies hier möglich ist, aber dann haben wir zwischendurch den Rechner wechseln müssen, sodass ich die Save-Stände manuell umkopieren musste und scheinbar hat das das Spiel uns übel genommen, denn danach zählte der Zeitzähler rückwärts. Also mussten wir uns die Spielzeit am Ende ein wenig errechnen). Das ist eine lange Spielzeit für eine modernes Adventure. Aber ob man das als gut bezeichnen kann? Denn wie oben erwähnt sind wir bei einem Kapitel besonders viel hin und her gelaufen, weil wir nicht so richtig wussten, was das Spiel eigentlich nun von uns erwartet, um ins nächste Kapitel zu kommen. Da kann man bestimmt noch 5 Stunden abziehen.

Trotzdem wir dann nach Kapitel 4 in Kapitel 6 fast schon froh waren zum Finale zu kommen, war das dann doch eher enttäuschend. Nicht mal die Actioneinlage am Schluss selbst, denn man hatte als Spieler ja genug Zeit um herumzuprobieren ohne ein Zeitdruck, aber das Spiel war dann doch eher plötzlich zu Ende. Und zudem noch mit einem Cliffhanger! Wenn man das Spiel 2015 gespielt hat, dann hatte man ja noch Hoffnung gehabt, weil man sich dann eben auf den dritten Teil freuen konnte, aber 2020 weiß man natürlich, das es keinen dritten Teil geben wird. Und da ist es schon ein besonders Krasser Cliffhanger. Wenn man sich die Mühe macht und sich den kompletten Abspann anschaut, kommt am Ende noch eine Bonus-Szene wie bei den Marvel-Filmen oder Fast And The Furious. Das macht es aber auch nicht besser. Eher schlimmer. Nun geht es uns so, dass wir das Spiel eben nicht so berauschend fanden im Vergleich zum ersten Teil. Also vermissen wir jetzt hier nicht wirklich eine Fortsetzung, wie z.B. wie bei A VAMPIRE STORY, aber trotzdem lässt einen das Ende doch eher noch frustrierter zurück als die Mängel des Spiels. Als Sammler kann ich ja die Almanac Edition empfehlen, aber leider hat man eben an der Verpackung und dem Drumherum mehr Freude als am Spiel.