Mario Vs. Donkey Kong

Gerade im beginnenden Winter, in den Raunächten, habe ich meist erst wieder die Ruhe und Muße mich Puzzle-Games zu widmen. Das Jahr über Rätzel ich doch lieber in Grafikaventure. Im Winter werden aber doch eher die Wimmelbildspiele mit Rätzeleinlagen oder Andere rausgeholt. Dies Jahr wurde es MARIO VS. DONKEY KONG: MINIS ON THE MOVE für den 3DS aus dem Jahr 2013. Das Spiel, das es hier zu Lande scheinbar wirklich nur als Download gibt, habe ich schon vor einiger Zeit als Angebot im eShop gekauft, aber bisher noch als “verpacktes” Icon auf dem 3DS-Desktop gelassen. Jetzt zu Weihnachten war es dann an der Zeit das Paket auszupacken.

Es gibt ja so einige Spiele-Serie auf dem Nintendo-Geräten seit dem NES. Zelda und Super Mario sind da wohl die bekanntesten. Gerade im Zusammenhang mit dem Maskottchen von Nintendo gibt es so einige Serien. Z.B. eben Mario Kart oder die Sportspiele um Tennis und Golf. Jene haben meist einen oder mehrere Vertreter auf diversen Nintendo-Geräten bekommen. Manches Spiel ist dann doch leider nicht zu Serie geworden. So hätte ich gerne eine “Fortsetzung” von MARIO PINBALL LAND (aka SUPER MARIO BALL) auf dem DS oder 3DS gesehen. Zu mindestens gab es das Spiel dann als Wiederveröffentlichung auf der Wii U zur Virtual Console. Das erste MARIO VS. DONKEY KONG erschien 2004 auf dem GBA (später dann auch im eShop für die Wii U und angeblich in einigen Ländern auch für den 3DS). Hier natürlich noch mit reiner D-Pad-Steuerung, wo alle Nachfolger für die DSes mit Hilfe des Stylus gespielt wurden. Aber genau genommen startete die Serie gar nicht auf dem GBA, sondern schon 1994 auf dem Game Boy!

Das Modul DONKEY KONG beinhaltete nämlich eben nicht nur die Umsetzung des Arcade-Klassikers! Selbst ich hatte des recht spät, also erst vor ein paar Jahren entdeckt! Natürlich hatte man das Spiel in seiner GB-Sammlung, aber schon Mitte der 90ziger war DONKEY KONG nicht mehr gar so spannend gewesen, wie in den 80zigern in der Spielhalle. Der erste Auftritt von Mario, hier in DK noch Namenlos nur als “Jumpman” bezeichnet, wurde für den GB wirklich gut umgesetzt. Die Level wurden ein wenig “vereinfacht” um noch auf den kleinen DOT-Matrix-Bildschirm übersichtlich zu bleiben, aber wirklich gut spielbar. Wenn man die klassischen DK-Level hinter sich gebracht hat, kommen aber neue Level und jene sind der Grundstein zu der MvDK-Serie! Ja, und ich hatte Damals tatsächlich nicht so weit gespielt und tatsächlich auch Damals nichts darüber in irgendeinem Magazine gelesen! So habe ich die Level durch ein Video über die Serie erst vor ein paar Jahren entdeckt und gespielt. Im Prinzip haben wir hier schon genau die Spielmechanik vom GBA-Spiel MvDK. Eine Mischung aus Plattformer und Puzzler. Ein bisschen wie LEMMINGS ohne Maussteuerung. Man steuert hier so wohl bei DK für den GB und MvDK für den GBA Mario via D-Pad durch die Level. Immer auf den jagt nach Donkey Kong der mal wieder Pauline (die auch die zu Rettende im originalen DK-Spiel war. Also nicht Peach und auch nicht Daisy) entführt hat. Also das klassische King-Kong-Thema. Im GB-Spiel folgt man so den Beiden durch die Level. Nur mit laufen und springen ist es hier aber nicht getan. Die Level sind zwar klein, aber man muss bestimmte Kombinationen absolvieren um an einen Schlüssel für die Tür am Ende des Levels zu kommen. Zu dem gibt es als Bonus natürlich ein paar Münzen und Gegenstände im Level einzusammeln, die einen natürlich Punkte bringen. Jedes Level hat ein Zeitlimit. Jene sind aber wie bei Super Mario recht moderat. In Stress kommt man hier so schnell nicht, wegen des Zeitlimits. Eher machen einen irgendwelche Gesellen wie Schildkröten wie üblich bei Mario-Spielen das Leben schwer. Zwischendurch gibt es immer wieder ein paar Zwischen-Endlevel, in denen man quasi gegen Donkey Kong antreten muss.

Das alles ist schon auf dem Game Boy recht spassig und beschäftigt einen eine Weile. In der “Fortsetzung” auf dem GBA wurde das Prinzip übernommen und verfeinert. So hat hier Donkey Kong ein Sack voll aufziehbarer Mario-Spielfiguren gestohlen, die Mario zurückholen will. Pro Level gilt es einen dieser Mini-Marios einzusammeln. Das macht hier noch mehr Spaß als auf dem Game Boy. Es kommen immer neue Funktionen für die Level hinzu, die einen aber netterweise von der Funktionsweise vor dem Level erklärt werden, so das man nicht gleich tausend Tode stirbt, bevor man verstanden hat, was es mit bestimmten Schaltern oder Laufbändern auf sich hat. Allerdings hatte ich das GBA-Spiel auch erst kennengelernt, nachdem ich mir im eShop für meine DSi Damals das Downloadspiel MARIO VS. DONKEY KONG: MINIS MARCH AGAIN! das 2009 erschienen war, gekauft hatte. Davor hatte es für den DS schon als Modul MARIO VS: DONKEY KONG 2: MARCH OF THE MINIS 2006 gegeben. jenes hatte ich mir dementsprechend auch erst 2010 zugelegt.

Die DS- bzw. DSi-Nachfolger spielen sich etwas anders als ihre Vorgänger. So nutzt man das D-Pad zwar noch, aber eben auch nur um größere Levels die Ansicht zu steuern. Also um manuell zu scrollen. Hier wird auch nicht mehr Mario selbst gesteuert, sondern die Mini-Marios. Jene werden allerdings nur indirekt gesteuert. Man kann sie manuell los marschieren lassen, aber sie laufen dann so lange bis sie auf ein Hindernis treffen in die gestartete Richtung und wechseln jene dann, wegen des Hindernisses. Oder sie fallen einfach in ein Abgrund oder Ähnlichem. Die Aufgabe als Spieler ist es den Minis den Weg durch das Level zum Ausgang zu ebnen. Dabei sollte man sich einmal den schnellsten Weg suchen um viele Punkte zu bekommen und wenn man dann auf den schnellsten Weg auch noch alle Münzen und Boni einsammelt, dann bekommt man ein noch höhere Punktzahl und einen Pokal für das Level. Das erinnert alles natürlich an LEMMINGS. Bloß das man dort eben einige Lemminge bestimmt Fähigkeiten zuordnen musste um so einen Großteil der Horde durch Level zu bekommen und eben bei den DS-Spielen von MvD eben die Minis durchs Level helfen muss und mit den Stylus dabei Ebenen mit Rampen verbindet oder Laufbänder legt und die Orientierung wechselt usw. Das wird mit jeden Level natürlich immer herausfordernder und natürlich entwickelt man den Ehrgeiz eben nicht nur einfach schnell durch das Level zu kommen, sondern versucht auszutüfteln wie man schnell durchkommt und trotzdem alle Boni mitnehmen kann, um den Pokal zu bekommen. Ein wirklich spannendes Konzept und damit eben so anders als die Vorgänger auf GBA und den GB Classic.

Nachdem DSi-Download-Spiel erschien 2010 noch ein weiterer Teil als Modul unter dem Titel MARIO VS. DONKEY KONG: MINI-LAND MAYHEM!, das ich auch weiter an dem oben beschriebenen Spielprinzip hielt, aber einen Sack voll neuer Level und Überraschungen bot. 2013 erschien dann für den 3DS eingangs erwähntes MINIS ON THE MOVE. Hier wurde das Konzept ein wenig verändert. Im Oberen Bildschirm bekommt man erstens eine 3D-Ansicht des Spielgeschehens präsentiert, aber auf dem Touchscreen spielt wieder die Musik. Man steuert die Minis wieder indirekt, bekommt aber unten eine Art Lageplan zu sehen, auf denen man Bausteine arrangieren oder setzen muss, damit man die Minis durch Level bekommt. Hier gibt es verschiedene Modi, die die Vorgehensweise variieren. Auch hier wird wieder eine Menge Spaß geboten und alles fühlt sich auch wieder neu an, dank frischer Ideen, so dass die Serie auch noch immer nicht langweilig geworden ist! 2015 erschien zudem, hier zu Lande auch nur als Download, MvD: TIPPING STARS, das ich (noch) nicht besitze und eben dazu noch nicht viel sagen kann. MINIS ON THE MOVE und MINIS MARCH AGAIN bekommt man zusammen quasi in einer 3DS-Hülle seit 2015. Im Laden habe ich jene allerdings nie gesehen. Und es ist wirklich nur eine Hülle! Jene enthält kein Modul, sondern nur zwei Download-Codes!! Das Ganze wurde von Nintendo of Europe heraus gebracht. Merkwürdige Idee, aber vielleicht für Hardcoreware – Sammler interessant.

Und nun genug geschrieben. Auf zum nächsten Level!

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Spät

Wenn es spät wird und alle schlafen, ist die Zeit um Elite Dangerous zu spielen. Durchs All zu fliegen, durch Asteroidengürtel. Auf Planeten mit dem Buggy umherzurasen auch mal nur um einen Sonneaufgang einer Triplesonne zu bewundern.
Leider verpasste ich den Start der Distant Worlds 2 Expedition. In der Kneipe, aber das wäre sowieso passiert, wenn ich da so lese. Schön, dass viele Spieler mittlerweile doch sehr entspannt sind.


Yesterday

YESTERDAY (oder auch als deutscher Titel DER FALL JOHN YESTERDAY) ist ein spanisches Point’n’Click-Grafikadventure aus dem Jahr 2012. Die Pendulo Studios sind besonders bekannt für die Grafikadventure-Serie RUNAWAY, die immerhin auf drei relativ erfolgreiche Folgen gekommen ist. Ich persönlich habe nur den ersten Teil seiner Zeit durchgespielt und hatte irgendwann mal den zweiten Teil auf dem NDS angefangen zu spielen. Unterdessen habe ich zwar eine Trilogie-Box der Spiele für den PC, habe aber eben die letzten beiden Teil noch nicht komplett gespielt. RUNAWAY selbst hatte mir Damals ganz gut gefallen, hatte mich aber auch nicht völlig vom Hocker gehauen. Zu YESTERDAY hat es unterdessen auch schon eine Fortsetzung 2016 unter dem Titel YESTERDAY: ORIGINS gegeben. Wir haben hier von Yesterday eine sogennante limitierte Auflage. Es ist ein Papp-Klappcover-Schachtel, leider nicht im Euro-Format, sondern in der Größe einer handelüblichen Amary-DVD-Box. So steckt auch hier so eine DVD-Hülle mit einer Doppel-CD in der Box. Auf der DVD-ROM ist das Spiel und auf der zweiten CD der Soundtrack (der übrigens nur wenige bemerkenswerte Tracks enthält, denn auch einige nervige Death-Metall-Tracks). Zudem bekommt man hier noch ein Falt-Poster mit dem Covermotiv. Immerhin. Aber nun zum Spiel.

Ich kann mich nicht mehr so genau an RUNAWAY erinnern, dass muss ich so um 2004 oder 2005 gewesen sein. Aber ich meine mich zu erinnern, dass es immerhin ein gradliniges Storytelling hatte, aber auch recht knackige Rätzel. YESTERDAY hat alles andere als eine gradlinige Story. Zudem ist es sehr düster und brutal. Ich bin eigentlich erstaunt, dass das Spiel hier zu Lande eine Freigabe ab 16 bekommen hat. Die Fortsetzung ist dann aber glaube ich ab 18. Ich würde YESTERDAY auch eher als ab 18 einstufen. Es gibt schon einige sehr heftige Szenen mit Folter und so. Man spielt hier John Yesterday, der sein Gedächtnis verloren hat (sich also so mit ideal als Identifikationsfigur eines Adventures eignet) und dem von einem scheinbaren Freund und eben seiner eigenen Mutter geholfen wird seine Erinnerungen wieder zu finde. So weit so gut. Klingt erst einmal spannend. Merkwürdigerweise treibt man sich erst einmal gleich in Paris und dann auch noch in Schottland rum, was doch sehr an BROKEN SWORD erinnert. Zu sehr! Außerdem wird mit dem ersten Kapitel des Spiels, in dem man nicht John spielt bzw. aus seiner Sicht, sondern die seines “Freundes” Henry, zu sehr mit der Nase darauf gestoßen, dass Henry gar nicht so ein guter Kerl ist. Das ist leider eine recht dumme Entscheidung der Autoren. Es ist ein völlig vertane Chance, das Spiel spannender zu machen. Als Spieler weiß man also doch mehr als die Figur des John Yesterday, den man im zweiten Kapitel übernimmt.

Im Grunde ist der Anfang des Spiels recht verwirrend, aber es ist eben gleichzeitig auch ein Übungslevel um sich mit den Eigenheiten der Steuerung und des Spiels vertraut zu machen. Dabei hat mir gefallen, dass das Spiel an neuralgischen Stellen automatisch speichert und wenn man aussteigt, man automatisch wieder an der Stelle weiterspielen kann, wo man zuletzt war. Echte Speicherpunkte hätten mir besser gefallen, aber hier funktioniert das ganz gut. Man steuert also zunächst Henry in typischer Point’n’Click-Manier und kann wie üblich Gegenstände anklicken, damit in sein Inventar packen und darin auch mit anderen Objekten kombinieren. Klickt man eine Person für ein Gespräch an, bekommt man leicht animierte Portraits der Figuren zu sehen und dazu ein Fragen- bzw. Gesprächskatalog. Das ist ja heute alles so üblich. Auch gibt es die Möglichkeit sich alle Hotspots auf dem Bildschirm anzeigen zu lassen, so das man kaum was übersehen kann. Eine Hilfe- oder eher Tipp-Funktion gibt es auch, wenn man mal gar nicht weiter weiß. So kann man das Spiel eigentlich ohne eine Komplettlösung durchspielen ohne ein Adventure-Profi zu sein. (Wobei wir an einer Stelle doch eine KL brauchten, weil uns Hotspots und Tipps einfach nicht weitergeholfen hatten… im Endeffekt war die Lösung ganz leicht und wir hatten einfach zu sehr um die Ecke gedacht).

Wenn man Anfangs Henry spielt, scheint er mehr so der Goodguy zu sein. Bis zum Ende des Kapitels behält man diesen Eindruck auch, aber die Autoren mussten ja unbedingt eins drauf setzen und zeigen schon hier dann den Charakter von Henry leider zu deutlich. Ich hätte mir gewünscht hier noch ein wenig im Unklaren gehalten worden zu sein und selbst mit der Zeit drauf kommen zu dürfen, dass Henry nicht so ganz knusper ist. Dann übernimmt man also John und macht sich so gleich in Paris auf die Suche nach sich selbst. Die Zeichnungen entsprechen den Zeichenstil von der Runaway-Serie und erinnern teilweise auch an den Zeichenstil von STAR WARS – THE CLONE WARS. Alles ein wenig kantig und großäugig. Das ist aber okay. Die Hintergründe sind schön und aufwendig gezeichnet. Die Steuerung geht auch leicht von der (Maus-)Hand. Hier hat mir gefallen, dass wenn man mal in einem großen Szenario von einer Seite zu Anderen mit der Figur muss, die Figur an der einen Stelle zwar los geht, aber kurz verschwindet und dann kurz vor seinem Ziel wieder auftaucht. Das erspart einen als Spieler den Figuren lange beim durchqueren des Bildschirms zuzusehen. Was besonders bei Aufgaben nervt, wenn man oft hin und her muss. Die meisten Spiele lösen dies Problem meist damit, dass man neben dem “Gehen” der Protagonisten jene auch “laufen” und “rennen” lassen kann. Die Lösung in diesem Spiel gefällt mir allerdings besser und trägt zum Spielfluss bei.

Die Rätzel sind nicht zu leicht, aber eben auch keine wirklichen Kopfnüsse. Man darf sich hier nicht dazu verleiten lassen zu kompliziert zu denken. Die meisten Rätzel sind recht straight. Die Geschichte entspinnt sich so langsam, allerdings durch die häufigen Flashbacks, die hier nicht nur als Zwischensequenzen daher kommen, sondern als spielbare Abschnitte/Kapitel, waren wir eher oft verwirrt, als das es das Spiel spannender gemacht hätte. Eine Flashbacks sind so auch nicht gleich als solche zu erkennen und man denkt immer nur: “Häh? was ist denn nun wieder los?” Das ist neben der teileweise unnötigen Gewalt, die das Spiel nun auch nicht besser macht, das Hauptproblem, man kann als Spieler teilweise der Handlung kaum folgen. Das zieht einen eben nicht ins Spiel rein, sondern schupst einer eher wieder raus! Zum Schluss wird das Spiel auch etwas hektisch. Es folgen kurz vor dem Finale ein paar schnelle Zwischensequenzen, die so schnell durchgezogen wurden, dass keine Atmosphäre oder emotionaler Höhepunkt damit erreicht werden konnte. Die Fakten der Geschichte werden einen so schnell und unspektakulär um die Ohren gehauen, als hätten es die Macher plötzlich sehr eilig gehabt mit dem ganzen fertig zu werden. Danach wird die Geschwindigkeit wieder mit einen Fragen-Katalog rausgenommen, in den viele offene Fragen erklärt (aber nicht geklärt) werden. Auch einige Fragen, die man sich vorher gar nicht gestellt hatte! Dann bekommt man eine Wahl zwischen drei Hauptfiguren, wer nun als nächstes was unternehmen soll und je nachdem wie man sich entscheidet, gibt ein anderes Ende. Wir haben uns dann alle drei Enden angeschaut und sie sind schon unterschiedlich. Und man hat jedes Mal eine andere Musik im Abspann des Spiels und eine andere letzte Szene nach dem Nachspann a la Marvel-Superhelden-Film.

Gelesen haben wir auch, dass es noch ein viertes Ende geben soll. Um jenes zu einzuleiten muss man wohl in Schottland ein paar Batterien finden. Da wir diese nicht gefunden haben, haben wir das vierte Ende nicht gesehen. Die Spielzeit betrug bei uns ca. 7 Stunden, was für ein Adventure der 2000er eine durchaus normale Länge ist. Gefühlt gab es hier kein sinnloses und somit Spielzeit verlängerndes Herumgerenne, so dass die 7 Stunden schon echte Spielzeit waren. Richtig mitgerissen hat uns das Spiel nicht. So sind wir auch nicht so neugierig auf die Fortsetzung. Nochmals spielen würde ich das Spiel nicht, aber es ist nicht so, dass wir das Spiel an irgendeinen Punkt abgebrochen hätten wie BROKEN SWORD 4. Kann man also spielen, aber man versäumt auch nichts, wenn man es nicht gespielt hat.

Geheimakte: Sam Peters

Erinnern Sie sich noch an den nervigen blonden Sidekick von Max im Dschungel bei dem Adventure GEHEIMAKTE 2? Ja, genau, das war Sam(antha) Peters! Und jene hat 2013 nach GEHEIMAKTE 3 ihr eigenes Spiel bekommen! Das Spiel ist also ein Jahr nach GEHEIMAKTE 3 erschienen und zählt für einige deswegen als GEHEIMAKTE 4. Ursprünglich erschien es für Windows allerdings später wie GEHEIMAKTE 1 und 2 auch für Android und iOS. Wobei Teil 3 merkwürdigerweise nur für Windows erschienen ist. Sogar LOST HORIZON 1 und 2, die aus dem selben software-Haus stammen, sind auf Android erschienen. GSP bekommt man auf Steam z.Z. für 9,99 € und im Google Shop für 99 Cent! Warum so billig? Darauf komme ich gleich. Ich habe das Spiel auch bei Steam gekauft (da dann für 4,99 in irgend einen Sale). Es gibt auch eine Boxed Version in einer DVD-Amery-Box, die man auch noch weiter für 9,99 bekommt. Allerdings ist das Spiel auch in der GEHEIMAKTE Komplettbox von 2015 enthalten.

Das Spiel benutzt natürlich die gleiche Engine wie die anderen Spiele. So findet man sich als alter GEHEIMAKTE-Spieler auch sofort zurecht. Dementsprechend schön ist die Grafik auch und die wirklich durchdachte Steuerung ist so auch erhalten geblieben. Einzig die Bewegungsanimationen von Sam ist etwas hölzern und hat manchmal was von einer animierten Barbie-Puppe. Aber ich glaube das war bei Nina, der Protagonistin der anderen drei Teile auch so gewesen. Das erste Spiel war 2008 eines der ersten Point’n’Click-Adventure, dass ich mit der Little Miss Fangirl aka Little Miss Gamer, durchgespielt habe. Auch das zweite Spiel hatte und gut gefallen, aber das dritte war dann ein bisschen enttäuschend gewesen. Die Luft war unserer Meinung nach ein wenig aus der Serie rausgewesen. So hatten wir auch GSP so dann zunächst gar nicht mehr beachtet. Nun sind wir also darauf zurückgekommen.

Die Story fängt da an, wo Sam Max in GEHEIMAKTE 2 “verlassen” hatte. Wir sind als Spieler mit Sam also immer noch auf der Insel und müssen vor dem ausgebrochenen Vulkan fliehen. Und, ja, auch in diesem Spiel ist Sam Peters so nervig und hochnäsig wie in Teil 2 der Serie. Sie geht einen schnell mit ihren überheblichen Kommentaren im Off auf den Keks. Als sympathische Bezugsperson wie Nina oder Max eignet sie sich gar nicht. Man will als Spieler gar nicht unbedingt das sie überlebt! Das ist als Motivation nicht so geeignet. Haben wir uns im letzten Jahr über die Dummheit der Protagonistin Kate Walker in SYBERIA 3 geärgert, so waren wir schnell von Sam Peters genervt. Man ist aber schnell von der Insel runter und bekommt dann seinen eigenen “Fall” in Afrika. Man hat noch einen Zwischenstopp in Berlin und schon geht es nach Ghana. Die Rätzel sind in der Tradition der Serie. Nicht zu schwer, aber man muss ab und zu um die Ecke denken. Dabei ist der Schwierigkeitsgrad weit entfernt von den Kopfnüssen der alten Sierra-Games, bei denen zu mindestens ich früher immer in die Tischkante vor Frustration gebissen habe. Sterben kann man in dem Spiel natürlich auch nicht. Es gibt die üblichen Kombinations- und Verschieberätzel. Dinge im Inventar kann und muss man auch wieder kombinieren. Wenn man so gar nicht weiter weiß gibt es wieder die Hotspot-Hilfe, die einen alle Interaktionsmöglichkeiten auf dem Bildschirm anzeigt, so das man da ein wenig herumprobieren kann. Wenn man tatsächlich mal eine längere Spielpause von ein paar Tagen oder Wochen machen musste, kann man sich auch nochmals erzählen lassen, was die augenblickliche Aufgabe ist und man hat natürlich auch wieder ein Tagebuch, in dem man das schon erreichte nachlesen kann.

Das ist alles wirklich sehr Spielerfreundlich und hält einen vor großen Frustrationen ab. Trotzdem sind einige Items die kombiniert werden müssen um weiter zu kommen schon sehr merkwürdig in der Anwendung, so das wir zwei Mal gar nicht weitergekommen sind und doch eine Komplettlösung brauchten, trotzdem die Schwierigkeit der Rätzel hier in Allgemeinen doch recht moderat sind. Natürlich gibt es auch mal wieder eine Labyrinth, aber das ist mal recht überschaubar. Wir sind darin nicht so lange herum geirrt. Es gibt übrigens zwei verschiedene Enden. Allerdings erfolgt die Entscheidung für den Spieler wirklich ganz genau vor dem Ende des Spiels. Also da wo schon alles vorbei ist. Und man kann sich nur entscheiden ob man das Sam so sein lassen will, wie sie nun mal ist, also selbstsüchtig und egoistisch, oder ob sie am Ende des Spiels einmal ein bisschen nett und selbstlos sein soll. Und wo wir gerade bei dem Ende sind, dass kommt sehr viel früher als man erwartet! Wir haben bei einem gemütlichen Spiel gerade mal knapp unter 4 Stunden für das Spiel gebraucht. Ein Profi kommt da sicher in 2 Stunden durch! Cut-Szenen gibt es auch keine. Nur immer Standbilder und die nervige Erzähle der Protagonistin. Das ist alles sehr wenig und erklärt den günstigen Preis. Ich weiß jetzt allerdings gar nicht, was das Spiel gekostet hatte, als es 2013 rausgekommen war.

Also ein sehr kurzweiliges Vergnügen. Wer aber mal an einem Sonntagnachmittag (so wie wir) sich mal dem klassischen Rätzeln in einem Adventure hingeben will und immun gegen nervige Protagonisten ist, der kann sich das kleine Adventure ruhig mal reinziehen. Ich würde jetzt keine 10 Euro für die Windows-Version ausgeben. Lieber auf ein Sale warten oder wenn man ein 10″ oder größer Tablet hat, dann lieber für 99 Cent aus dem App-Shop. Ich würde allerdings nicht empfehlen auf einem kleinen Smartphone-Display hier zu gamen. Am besten wirklich am Tablet und wenn vorhanden mit einer Bluetooth-Maus.

Die Little Miss Fangirl und ich lieben ja nicht nur Grafik- bzw. Point’n’Click-Adventure, sondern haben besonders ein Herz für Fanprojekte. So haben gerade ZACK MCKRACKEN 2 und BROKEN SWORD 2.5 ein besonderen Platz in unseren Spielerherzen. Seit gestern ist nun auch RETURN OF THE TENTACLE hinzugekommen! Im Gegensatz zu den oben genannten ist ROTT aber leider eben noch nicht fertig. Es ist eben erst einmal der “Prologue”. Aber was einen da in rund 2 Stunden Spielzeit geboten wird, ist einfach fantastisch! Gerade bei Fanprojekten, die eben meist in mühsamer Kleinarbeit von einer kleinen Anzahl von Enthusiasten in ihrer Freizeit zusammen “gebaut” werden. Bei ROTT waren es vier (!) Leute. Wenn man das Ergebnis sieht, ist das sehr, sehr beeindruckend. Nicht einmal habe ich nur im geringsten daran gedacht hier ein Auge zudrücken zu müssen, weil es ein Fan-Projekt ist und man da nicht den Maßstab eines Major-Produkts anlegen kann! Im Gegenteil! Das sieht und fühlt sich hier alles besser an, als irgendwelche Full-Price-Produkte, die ich in letzter Zeit gesehen habe!

Das sieht so professionell aus, dass man sofort das Gefühl hat ein Spiel vor sich zu haben, dass eine ganze Crew von Leuten hinter sich hat. Aber es sieht nicht nur toll aus, es spielt sich auch genauso. Alles funzt und flutscht. Das Spiel ist ja schließlich eine Fortsetzung eines der beliebtesten Adventure überhaupt. Eine schwere Bürde! Die vier Macher nehmen dies Bürde aber mit so einer Leichtigkeit, dass man sich nur denkt “gebt den Leuten bloß Geld dafür!” und “Lasst sie bitte das Spiel beenden!” Natürlich ist es problematisch dafür Geld zu nehmen. Natürlich haben sie keine Rechte an den Figuren und der Story. Also können sie auch nicht einmal Spenden dafür nehmen. Aber vielleicht sehen das die Rechtsinhaber (das dürfte mittlerweile Disney sein, da ihnen Lucas Arts gehört) und kommen nicht auf die Idee das Mädel und die drei Jungs zu verklagen, sondern ihnen dafür Geld zu eben, dass sie das Spiel beenden können. Oder zu mindestens wie die Macher/Rechtsinhaber von BROKEN SWORD, die den Fan-Projekt ein Go und Unterstützung gegeben haben, damit es beendet werden konnte. Ich glaube ja nicht das Disney/Lucas Arts selbst eine Fortsetzung planen. Wenn sie eine offizielle Erlaubnis bekommen würden, dann könnten sie bestimmt auch ein Crowdfunding-Aktion und /oder Patreon dafür aufsetzen. Ich würde das gerne unterstützen!

Das Spiel ist seit Juli 2018 zum Download freigegeben worden. Unterdessen gab es auch kleinere Update. Es hat einen eigenen Installer und hat den Look’n’Feel der remasterten Version von DAY OF THE TENTACLE. Ja, es ist ein deutsches Team und natürlich gibt es deswegen zum Glück auch eine deutsche Version, aber eben auch eine englische Ausgabe, die der Deutschen natürlich in nichts nachsteht. Und es gibt hier eine komplette Sprachausgabe! Diese klingt so professionell, dass man sich die Augen bzw. die Ohren vor Verwunderung reibt. Der Soundtrack ist genial gut an der originalen Musik angelegt. Grafik und Animationen stehen in allem dem Original gleichwertig gegenüber! Die Story schließt sich direkt an dem ersten Teil an:

“Purpur Tentakel ist zurück und versucht erneut die Welt zu erobern, um die Menschheit zu versklaven. Ob Bernard und seine Freunde es schaffen werden, Purpur zu besiegen und die Welt zu retten? Das liegt einzig und allein in Deinen Händen! Es werden wieder größenwahnsinnige Tentakel gejagt, irrsinnige Dialoge geführt und verrückte Rätsel gelöst. Bernard, Hoagie und Laverne laufen durch handgezeichnete Hintergründe mit liebevoll animierten Charakteren und stimmungsvoller Musik- und Klangkulisse. Wir setzen alles daran, um die Atmosphäre und den Spaß des alten Klassikers stilgerecht in das 21. Jahrhundert zu bringen.”

(Text von der offiziellen Webseite http://www.returnofthetentacle.de/de)

Wie man oben im Screenshot sieht, gibt es gleich im Prologue zwei prominente Gastauftritte, die die Macher des Spiels nicht nur gut umgesetzt haben, sondern auch wirklich pfiffig in das Spielgeschehen eingebaut haben. Hut ab! Das Rätzeldesign ist extrem gelungen. Es gab keine Stelle an der wir nicht weiterwussten oder wo alles so offensichtlich war, dass man die Augen verdreht hätte. Echte lucas-art-ige Rätzel, die einen als Fangirl-/Boy jubelnd in die Luft springen lassen. Extra-flache Gags sucht man hier vergebens. Hier stimmt der Humor und ist gewollt albern, wie man es eben von Lucas Arts Games gewöhnt ist. Was ich auch immer schätze sind klare Aufgaben. Ich hasse es wirklich in einem Szenario zu stehen, dass zwar toll aussieht, aber man keine Ahnung hat, wie es denn nun weiter gehen soll oder was man als Spieler nun unternehmen soll, außer sinnlos durch die Gegend zu rennen (siehe SYBERIA 3). Nicht einen Augenblick passiert einen das in ROTT! Dafür nochmals Hut ab und eine tiefe Verbeugung vor dem Team. Sie haben hier wirklich eine fantastische Arbeit abgeliefert, die beindruckt und Spaß macht! ROTT ist wirklich ein Spiel das man gespielt haben muss und das hoffentlich auch fortgesetzt werden kann! Ein wirklich toller Start für uns ins Spielejahr 2019!

Henk’s Gaming Review 2018

Dies Jahr habe ich gefühlt zwar viele gespielt, aber ehr ganz wenig Neues. Außerdem besonders die erste Jahreshälfte viel Brettspiele und dabei Klassiker wie CLUEDO und TRIVIAL PURSUIT (von dem wir mittlerweile eine beeindruckende Vielzahl von Versionen und Ausgaben haben).. aber kein HALMA! Am Rechner hatte ich eher weniger gespielt, sondern mehr an irgendwelchen Editoren für verschiedene Spiele herumgebastelt. Hier habe ich das alte TRACKMANIA besonders für mich wieder entdeckt. Sonst eher wenig Rennspiele, denn meine Motion/Gaming Sickness ist zwar nicht so viel schlimmer geworden, aber macht sich auch immer mehr auch bei Rennspielen bemerkbar. First-Person-Shooter gehen leider bei mir gar nicht mehr. Ein bisschen vermissen tue ich das schon. Alles was First Person ist, geht bei mir wirklich gar nicht mehr. Also selbst irgendwelche “Schleichspiel”.

Deswegen habe ich zur Entspannung mehr das Retrogaming gefröhnt. Meistens auf irgendwelchen Emulatoren auf verschiedenen Systemen. So habe ich auf meiner PSP zwar eben auch viele PSP-Spiele gespielt, was ja eigentlich auch schon Retro ist, aber eben auch einige Emulatoren auf meinem Gerät. GB. und GBA-Spiele habe ich z.B. dies Jahr sehr viel gespielt. Dabei auch einige Homebrew-Spiele wie z.B. RETROID für den klassischen Game Boy. Gespielt habe ich die Spiele natürlich auch viel auf originaler Haardware, denn ich stelle meine Kollektion von Game Boys ja eben nicht einfach nur in die Vitrine, sondern benutze jene Geräte ja auch immer gern. So dann eben auf meinen originalen Game Boy, Game Boy Pocket, Game Boy Color, Game Boy Advance und Game Boy Advance SP. Aber eben auch gerne via Emulator auf meine DS lite, DSi XL, 3DS XL und New 3DS XL. Danben eben auch gern auf der PSP oder auf Smartphone oder Tablet.

Überhaupt habe ich viel auf dem Smartphone und Tablet gespielt, aber eben keine Android-Spiel sondern eben Retrogames via Emu. Einmal eben mit einen kleinen Gadget Namens Smartboy von Hyperkin, dass den für mich idealen Formfaktor des Game Boy hat und auf dem ich gern via EMU alle möglichen alten Spiel gespielt habe. Aber auch mein altes 10-Zoll-Tab S von Samsung habe ich eher als Spielmaschine “ungebaut” mit seiner Hardware-Tastatur, Bluetooth-Maus und -Gamepad und eben auch ein USB-Pro-Competition-Joystick-Clone, habe ich mir quasi einen kleinen Amiga gebastelt. Hier habe ich dann gerade in den letzten Monaten viel LOTUS 3, TEST DRIVE 2 und NIGHT SHIFT gespielt. Kürzlich hatte ich mir auch endlich mal die SCUMM-App installiert und will eigentlich mal wieder INDY 3 spielen. Kürzlich hatte ich mal wieder 2 Stunden auf MONKEY ISLAND verbracht. Mit der DOS-Box-App möchte ich mich im neuen Jahr auch mal gerne auseinandersetzen. Angetestet hatte ich sie schon mal mit Disketten-Version von Spielen, die ich habe, aber mit CD-ROM-Spielen wird es wahrscheinlich schon etwas komplizierter werden. Mal sehen.

Am PC habe ich neben kurzen Runden an PINBALL FX 3 und mal ein paar wenige Rennen mit HOT PURSUIT 3 und DiRT RALLY eher mal wieder Grafik-Adventure mit der Little Miss Fangirl zusammen gespielt. Dies Jahr hatten wir trotz vieler Macken des Spiels SYBERIA 3 zu ende gespielt. Wir wollten einfach wissen, wie es zu Ende geht. Trotzdem, es ist wirklich kein Highlight des Genres. Da ich dachte, wir müssen nun einfach mal gute Adventure spielen um uns von SYBERIA 3 zu erholen, habe ich mit der LMF die BROKEN SOWRD – Reihe angefangen. Teil 1 und 2 sind immer noch so gut wie in meiner Erinnerung. Teil 3 war dann ein Tick besser als ich es in Erinnerung hatte, trotzdem mich auch diesmal die Gamepad-Steuerung und die Aktion-Einlagen genervt haben. Überraschend gut war das Fan-Projekt BROKEN SWORD 2.5. Das hat uns Beiden sehr Spaß gemacht. Kaputt gemacht wurde uns das eher gute Feeling mit Teil 4. Das wir nun nach 8 Stunden Spielzeit abgebrochen haben. So schick es aussieht so schlecht spielt es sich und so einfallslos ist die Story und die Rätsel. Da ist uns unsere Zeit einfach zu kostbar. Wir werden dann demnächst mal mit Teil 5 anfangen.

Das war also mein Jahr in Gaming.