Na gut, dann also doch "Tower Defense"

(Das ist ein Artikel von Jens, aus dem alten Blog importiert)

Seit Weihnachten liegt in meinem Steam account “Defense Grid” herum und ich hab’s nie gespielt. Es war eines der Spiele, die im Dezember so radikal reduziert waren daß ich mir dachte “Was soll’s, für die paar Euro fuffzig nimmste das mal mit, wer weiß: Vielleicht gefällt dir’s ja.” und die Screens sahen ok genug aus um so im Vorbeiklicken anzunehmen, dass es sich hier um so ne Art Leisure Strategy Game handeln müsste.

Nachdem ichs dann hatte bemerkte ich, dass es sich dabei in Wahrheit um ein “Tower Defense” handelt – eine Spielsorte, die ich auf dem iPhone ein paar mal ausprobiert habe, um dieses Spielprinzip mal zu verstehen und nachvollziehen zu können, warum es so derart beliebt ist, das mich aber kein einziges Mal begeistern oder sonstwie länger interessieren konnte als eine Viertelstunde.

Ich hatte Defense Grid daher zunächst als Fehlkauf ignoriert und bis ich es am Ende doch mal ausprobiert habe verging ein halbes Jahr. Allerdings geschah etwas interessantes: Ich erwischte mich dabei, dass es mir Spaß machte und das nicht zu knapp. DG hatte weder den Billig-Look noch die hauchdünne Pseudostory, die all die anderen Tower Defense Games so eintönig und gleichförmig machte, die ich bisher ausprobiert habe. Das Game hat eine liebevolle (natürlich dennoch nicht arg anspruchsvolle) Story mit viel Witz, einen schönen Sci-Fi Endzeit-Stil mit sehr ansprechende Grafiken, einer ordentlichen Sound- und Musikkulisse und jede Menge kleine Features, die es zu einem unterhaltsamen, ausgereiften und runden Spiel machen.

Der Schwierigkeitgrad ist prima ausbalanciert: Die ersten drei, vier Level sind schnell zu beherrschen, aber dennoch knifflig, je perfekter man sie lösen möchte. Danach wird’s schnell Ernster, aber nie unfair. Ich habe nie das Gefühl gehabt, jetzt nur noch mit Glück zu spielen oder in völlige Hektik zu verfallen. DG artet auch nicht in Arbeit aus sondern hält einen guten Spaßlevel aufrecht: Geschickt dosierte Hektikparts mit fiesen Bossgegnern oder sich kreuzenden Angriffswellen wechseln sich ab mit Gegnergruppen, deren Zerstörung – wenn die Türme gut positioniert sind – gewissermaßen unvermeidlich ist. Man wird also auch innerhalb des Levels immer mal wieder mit dem Beweis, dass man alles richtig gemacht hat, dadurch belohnt, dass man sich zurücklehnen kann und in Ruhe seinen Verteidigungsanlagen bei der Arbeit zusehen kann. Sowas passiert in anderen Spielen viel zu selten, meist steigt der Frustrations- und Hektiklevel ja immer nur an, weil viel zu selten auch mal der eigene Fortschritt sichtbar gemacht und der Grad der Beherrschung des Spiels gefeiert wird.

Natürlich ist DG immer noch kein “Hardcore”-Titel. Aber es hat mich dem Tower Defense Genre endlich nahegebracht und ich werds sicherlich noch ein Weilchen weiter spielen.

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One thought on “Na gut, dann also doch "Tower Defense"

  1. Ah von DG hörte ich schon mal. Das klingt gut. Sollte ich mir mal anschauen.

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