Ghost In The Game

gruppe
 Auf GHOST PIRATES OF VOOJU ISLAND, an dem maßgeblich Bill Tiller beteiligt war, hatte ich mich schon sehr gefreut. War noch der Vorgänger bei Autumn Moon A VAMPYRE STORY zuerst ein wenig schwergängig gestartet, aber dann nach dem ersten drittel richtig Fahrt gekommen, so kommt GHOST PIRATES so gar nicht in Fahrt. Erst wollte ich den negativen Kritiken gar nicht so richtig glauben, werden Grafik-Adventure der Point’n’Click-Generation ohnehin immer gern als langweilig und altbacken hingestellt, so musste ich von Stunde um Stunde immer mehr zugeben das dies Spiel die miesen Kritiken verdient hat. 

Das Spiel fängt wirklich sehr holprig an. Es gibt viel verwirrendes Video zum Anfang und schon ist man tot. Okay, das ist Programm, denn man spielt schließlich einen Geist. Nein, falsch man spielt gleich drei Geister, an verschiedenen Locations und man kann zwischen Ihnen hin und herschalten. Das gab es schon des Öffteren, z.B. beim Urahnen MANIAC MANSON, ist aber unterdessen ein wenig aus der Mode gekommen. Wenn überhaupt kann man meist nur zwischen zwei Figuren switchen. Hier also drei und weil man als Geister verbunden ist, können sich diese trotzdem sie an verschieden Schauplätzen sind, gegenseitig helfen. Das hört sich ja von der Spielmechanik her ganz gut an und funktioniert auch ganz gut. Wenn Bill Tiller dabei ist, dann braucht man sich um die Grafik keine Sorgen machen. So auch hier nicht.

Stimmungsvolle Hintergründe und wundervoll gezeichnete Charaktere. Aber hier fängt der Ärger schon an. In einigen Szenarien irrt immer erst ein wenig herum und weiß nie genau ob es dort links oder rechts vielleicht doch weitergeht. Manchmal merkt man das erst wenn man die Maus rein zufällig in die linke untere Ecke bewegt hat, das es da noch weiter geht. Nach dem richtig langen Intro, in dem man auch eine Menge Informationen bekommen hat (ohne es zunächst zu merken), steht man mit seinen drei Figuren erst einmal dumm in der Gegend rum. Man weiß buchstäblich nicht was man machen soll. Wenn man also nicht sehr gut bei den Videos aufgepasst hat, bekommt man auch zunächst keinen Hinweis mehr auf die Zielsetzung bzw. was überhaupt zu tun ist. Da hilft dann zunächst nur ein Neustart.

Dann geht es aber los. Das Spiel ist dann erst einmal nicht ganz so schwatzhaft wie bei VAMPYRE. Aber wo die Streitgespräche bei Mona und Froderick sehr lustig waren und immer wieder zum sich in die Ecke schmeissen waren, wirken die “witzigen” Bemerkungen von den drei Geistern eher bemüht. Das kann nicht alles nur an der Übersetzung liegen. Viele Rätzel sind nicht nur unlogisch, sowas ist man ja als Spieler mit 30 Jahren Erfahrung schon gewöhnt und um die Ecke denken gehört zum Genre, sondern oftmals sehr schwer zu durchschauen. Schon mal die Figuren auch mal gerne Sprüche raushauen die sich auf spätere Begebenheiten oder Ereignisse beziehen. Das hat dann nichts mit hellseherischen Fähigkeiten der Geisterfiguren zu tun, sondern ist einfach schlecht gescriptet. So kämpft man sich durch das Spiel durch. Zwischendurch gibt es immer wieder so ein paar Clickeinlagen zu “Kämpfen” bei denen man Symbole ohne Zeitdruck in bestimmten Reihenfolgen anklicken muss. Leider haben diesen Kombinationen oftmals kein wirkliches Muster das man erkennen könnte. So klickt man eben so lange rum bis man zufällig durch ist (oder einmal mussten wir zähneknirschend in eine Komplettlösung gucken).

Durch solche Passagen und eben auch wenn man wirr durch die Gegend rennt, weil man mal wieder Items durch zufälliges Rumclicken sucht, wird das Spiel künstlich verlängert. Denn die Spielzeit ist wahrscheinlich gar nicht so lang, aber wir haben durch viele frustrierende Momente so um die 5 Stunden gebraucht. Auf der Hülle steht übrigens USK 6, aber auf der Rückseite wird ab 12 empfohlen. Also das Spiel ist jetzt nicht so brutal (wenn man davon absieht das man am Angang des Spiels gleich dreimal getötet wird und dann den Rest tot herumläuft), aber so ein paar sexuelle Anspielungen sind vielleicht nichts für 6jährige. Meine Tochter mit 11 hat da auch nicht alles verstanden und hätte so zumindestens 2 Rätsel nicht lösen können, trotzdem sie unterdessen schon ein kleiner Adventure-Profi geworden ist. Aber hätte sie das Spiel alleine gespielt, wäre es ihr ohnehin zu verwurstet gewesen und sie hätte es spätestens nach dem ersten Kapitel ausgemacht.

Was bleibt ist ein fader Eindruck. Das Ende kommt nach einer uninspirierten Rumclickerei mit der Oberbösewichtin sehr plötzlich zu Ende. So weiß man dann nur das Papa Doc gerettet wurde, aber nichts was aus Jane Starling und Bluebelly geworden ist. Wahrscheinlich wurde hier auf Fortsetzungen spekuliert. Aber ich glaube kaum das hier jemand wirklich eine Fortsetzung spielen will. Wir jedenfalls nicht. Wir fanden beide die Figur der Jane Starling gut (aber wahrscheinlich aus unterschiedlichen Gründen) und vielleicht wäre ein Spiel mit dieser Figur interessant. Mit Guybrush Threepwood und Jack Keane gibt es schließlich schon zwei männliche Vertreter des Genres! Empfehlen kann ich das Spiel nicht! Nicht mal für Zwischendurch oder der großen Langeweile. Dafür gibt es zu viele andere und bessere Adventure die gespielt werden wollen!

Wir haben jetzt hiermit und somit mit Season 3 angefangen:

   sm301 sam and max

…und schon beim Intro der ersten Episode haben wir schon mehr Spaß gehabt, als beim kompletten Spiel von GHOST PIRATES!

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One thought on “Ghost In The Game

  1. Hatte das Spiel vor langer Zeit mal auf dem Flohmarkt entdeckt und auf meinen “Do play”-Stapel gelegt. Nach Deiner Kritik werd’ ich dieses Spiel wohl doch nicht mehr anfangen.

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