EVE Valkyrie auf Oculus Rift: 15 Minuten Mund offen.

Völlig aus Versehen habe ich gestern auf der Gamescom in einem kleinen Kabuff in der Business-Area die Zukunft gesehen. Und es war ein gute Zukunft. Was sag ich, es war eine phantastische, unglaubliche, schier euphoriserend glücklich machende Zukunft.

Das schlimme ist: Man kann es nicht beschreiben, man muss es selbst erleben. Und das ist auch gleichzeitig das schöne daran. Denn es bedeutet, dass es etwas völlig neues ist, keine Weiterentwicklung der Grafik, kein bekanntes Feature mit zusätzlichen Eigenschaften. Kein “wie xy, nur besser”. Etwas völlig neues.

Es ist die komplette visuelle Immersion und die Erfüllung des Traums, in 3D und 360 Grad mitten in einer Welt zu sitzen, statt nur davor. Ohne Abstriche!

Die Macher von EVE Valkyrie waren genauso begeistert und aufgeregt wie wir, sie sagten, dass sie gerade mal 2 Tage vor der Gamescom das Ding soweit hatten, dass man es selbst spielen kann und daher gab es auch keine Ankündigung und somit auch keine Warteschlange. Die ganze Geschichte lief dort komplett unter dem Radar ab, was dem, was da tatsächlich zu erleben ist, völlig entgegensteht.

Was passiert: Du setzt die Oculus Rift Brille – übrigens völlig problemlos mit Brille – auf und sitzt plötzlich nicht mehr auf einem Hockerchen in einem stickigen Zimmerchen sondern in einem Raumfighter und fliegst Dogfights gegen die anderen Spieler. Und es ist wirklich genau das. Du kannst dich in alle Richtungen umsehen. Du lockst Raketen indem Du den Gegner dem Blick verfolgst. Du schaust nach unten auf die Instrumente – ja, eigentlich genau das, was bei Flug- oder Spacesimulationen schon immer gleich war – nur eben, dass es nicht gleich ist. Ich sag ja, das kann man nicht beschreiben.

Jedenfalls ist die Oculus Rift die großartigste Erfindung seit es Computerspiele gibt, denn was sie verursachen wird ist eine Flut von Flugsimulatoren, Space-Sims und anderen Spielen, in denen man in einem Cockpit sitzt. Genau die Genres, die seit über zehn Jahren quasi ausgestorben sind. Die Genres, die aber in den Achzigern und Neunzigern meine Lieblingsspiele hervorgebracht haben: Elite, X-Wing, Red Baron, Wing Commander, Epic, …

Und die OR wird dafür sorgen, dass es genau diese Spiele wieder geben wird. Ich darf mich bis dahin auf keinen Fall vom Bus überfahren lassen, das will ich einfach erleben.

(Und ich verstand gestern, warum Star Citizen von Anfang an für die OR umgesetzt wird. Es ist so gesehen die einzig richtige Art, es zu spielen.)

Advertisements

6 thoughts on “EVE Valkyrie auf Oculus Rift: 15 Minuten Mund offen.

  1. das hört sich schon alles sehr spannend an. aber ich fürchte mal das das nichts für Leute mit motion sickness sein wird.

  2. Hm, bin mir nicht sicher. Aber ich kann mir vorstellen, dass das darauf ankommt: Leute die die Rift ausprobiert haben und Schwierigkeiten hatten haben diese vor allem dan, wenn sie nicht selbst steuern – zB als Beifahrer in einer Rennsimulation oder die infamous Achterbahnfahrt. Wenn Du selbst steuerst kann das durchaus anders aussehen. Ich hatte jedenfalls weniger Schwierigkeiten als im Kino einen 3D-Film anzusehen. Im Gegenteil, dadurch dass Du ja völlig latenzfrei nur dorthin schaust wo du auch den Kopf hindrehst gibt es ja keine unvorhergesehene Bewegung. Ich hatte jedenfalls keine Sekunde das Gefühl, mich anstrengen zu müssen, was auch eine bisher nicht dagewesene Erfahrung bei allem 3D-Kram ist, den ich bisher mitgemacht habe.

  3. Glaube ich sofort, dass das super ist. Aber als "motion sickness"-Geschädigter habe ich doch so meine Zweifel. Beim 3D-Shooter entscheide ich doch auch selbst, wo ich hinschauen möchte und trotzdem mag mein Magen manchmal gar nicht mehr. Muss ich halt mal ausprobieren, bevor ich so etwas anschaffe (Wichtig: Tür vorher abschließen! Sonst ist der Herzinfarkt garantiert)P.S. Tie-Fighter war deutlich besser als X-Wing. 🙂

  4. Die motion sickness kommt ja daher, dass du dich nicht bewegst, aber dein "Sichtfeld" auf dem Bildschirm vor Dir eben doch. Das ist mit der OR ja genau umgekehrt (also so wie im echten Leben): Du drehst den Kopf und alles um dich herum bleibt wo es ist. Daher würde ich mal sagen, dass das durchaus einen Test Wert ist.

  5. Nicht ganz. Ich weiß das viele Piloten der Lufthansa auch im Simulationscockpit dieses Problem haben.

    Zitat: Das ist mit der OR ja genau umgekehrt (also so wie im echten Leben): Du drehst den Kopf und alles um dich herum bleibt wo es ist.

    Das ist nicht nur das Problem, sondern eher die Zeitverzögerung. Es ist eher so, dass das Bild der Kopfbewegung hinterher hinkt. Das liegt im Millisekundbereich aber das reicht.

    Es gibt aber auch den Fall, dass es einem nur als Zuschauer schlecht wird. Das liegt wohl daran, dass bei einigen Menschen bei der Handbewegung das Hirn die Bewegung schon mit macht und das Hirn das als Körperbewegung akzeptiert. Bei manchen eben nicht. Da bleibt das nur eine Handbewegung.

    Ob Alkohol vielleicht eine Lösung ist.
    Ich würde sagen “ja”. Manche Shooter verliert man dadurch sehr viel schneller, machen aber mehr Spaß. 🙂

    Am Ende hilft nur ausprobieren. Oder sich in einem dümpelnden Katamaran mit Fenster in die Kufe setzen.

  6. Ja, das ist eben das, was ich nicht beschreiben konnte: Diese wirklich völlige Latenzfreiheit: Das Bild zieht eben nicht nach. Die Entwickler haben hoch und heilig geschworen, dass sogar Kollegen, die immer mit Motion Sickness Probleme hatten, sich nach sehr kurzer Zeit dran gewöhnt haben.
    100% glaub ich das zwar auch nicht – wie gesagt: die “Beifahrersituation” bewegt das Bild ja auch ohne mein Zutun – aber ich würde auf jeden Fall dazu raten, es auszuprobieren statt es gleich zu verwerfen.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s