Mystery Case Files

Der einst hatte ich an dieser Stelle schon einmal was zu der Geschichte des Wimmelbildspiels geschrieben. Unlängst hatte ich aber auf Wikipedia gelesen, das zu mindestens der Produzent der Mystery Case Files Serie der Meinung ist, das der erste Teil um die nie näher benannten Meisterdetektiv aus der Serie das erste Hidden Object Spiel war. Das war HUNTSVILLE von 2005. Hier wimmelte man noch unter Zeitdruck und wenn man ein Bild abgeschlossen hatte, gab es immer wieder noch ein kleines Bilderpuzzle. Das war wohl recht erfolgreich gewesen, denn die Fortsetzung PRIME SUSPECT folgte nur ein halbes Jahr später und hatte das selbe Konzept. Beide Spiele habe ich mal vor ein paar Jahren angetestet und fand sie nicht besonders motivierend. Anders dann der dritte Teil der Serie: RAVENHEARST. Auch 2006 erschienen und war mein erstes Wimmelbild / Hidden Object Spiel gewesen. Ursprünglich aus versehen gekauft, weil ich es für ein Adventure hielt. Hatte es mich doch für mehr als eine Woche gefesselt. Frau Stardustlyricer, die ja eben sehr für Casual Games zu haben ist, auch mal mit mir zusammen zwei Adventure durchgespielt hatte, aber sonst lieber Steine verschiebt, Karten legt oder andere Casual Games spielt, hatte parallel zu mir das Spiel durch gespielt. Wimmelbildspiele sind nun mal keine spiele die man am PC unbedingt zusammen spielen kann. So hatten wir aber trotzdem so eine Art Wettbewerb. Jeder spielte für sich und versuchte so schnell wie möglich alle Objekte zu finden und insbesondere die Verschieberätzel zu lösen.

Beim ersten Ravenhearst hatte man auch noch das Zeitlimit, wie bei seinen Vorgängern, aber eben eine Geschichte, ein Rätzel um das Anwesen Ravenhearst das zu lösen war. 2007 folge MADAME FATE, das auf einen verlassenen Jahrmarkt spielte und mir auch sehr gut gefallen hatte. 2008 war meiner Meinung nach das Jahr in dem es in der Casual Games Welt so richtig losging mit den Wimmelbildspielen. Plötzlich gab es die überall für meist weniger als 10 Euro in den Media Märkten oder auch im Internet auf den Casual Game Seiten. Die Spiele spriezten wie die Pilze aus den Boden. Und natürlich gab es da auch einen Menge Mist. Die Mytery Case Files Serie hielt aber weitgehend das Niveau. Ich glaube, das es auch daran lag, das die Leute langsam PCs oder Laptops mit besseren Monitoren sich zulegten. Denn auf einen kleinen Bildschirm oder mit geringer Auflösung sind Wimmelbildspiele a pain in the arse! 2008 kamen auf die ersten Spiele dieser Art auf dem DS. So auch ein Mystery Case Files Spiel Namens MILLIONHEIR. AUf dem DS oder auch jetzt dem 3DS gehen solche Spiele meiner Meinung nach gar nicht! Das ist nur Augenkrebs. Ja, man kann in die Bilder reinzoomen, aber da zoomt man sich schwindlig. Selbst jetzt auf den Hochauflösenen Bildschirmen wie auf dem Note 2 geht das trotzdem gar nicht. Ich hatte jetzt über Weihnachten versucht Ravenhearst in einer Version für Android auf dem Note 2 zu spielen. Nee, wirklich nicht. Auf dem 10″ Note ging es. Aber so richtig toll ist das auch nicht. Man sollte schon zu mindestens einen 15″-Bildschirm haben mit einer hohen Auflösung.

2008 erschien dann RETURN TO RAVENHEARST. Hier ließ man das endlich mit dem Zeitlimit sein, so das das Spiel noch mehr als seine Vorgänger wie ein Grafikadventure sich anfühlte. In der Hinsicht als Wimmelbildspiel, ist dies auch der beste Teil der Ravenhearst-Spiele und auch der Mystery Case Files. 2009 folgte DIRE GROVE. Hier nun mit vielen Videosequenzen. Schon bei RETURN TO RAVENHEARST bekam man Schauspieler als Geister zu sehen, die es zu retten galt, aber im Nachfolger waren es “echte” Videosequenzen, die auf Videobändern gespeichert waren, die man im Spiel finden musste und die die Geschichte vorantrieben bzw. zur Lösung beitrugen. Von der Atmosphäre her erinnerte das an Blairwitch Project, weil man auch hier einen verschwundenen Filmteam folgt. Ein sehr gelungenes Spiel, das schon eher an alte Sierra Adventure Anfang bis Mitte der 90ziger erinnerte, als CD-ROMs und Videosequenzen Einzug in die Grafikadventure zogen. Hier könnte DIRE GROVE durch aus ein Teil aus Sierras PHANTASMAGORIA Serie sein.

2010 folge THE 13TH SKULL. Hier ging man wieder ein wenig von den kompletten Videosequenzen und setzte aber Schauspieler für Figuren des Spiels ein, die man hier fast wie in einen Adventure befragen konnte. Das alles vor CGI-Hintergründen. Es gab wieder jede Menge zu wimmeln und Rätzel zu lösen. Wiederum ein gelungenes Spiel. Nach dem DS-Ausflug folgte 2011 der Ausflug auf die Wii mit THE MALGRAVE INCIDENT. Auf einer ist es schon ein Wimmelbildspiel. Aber mit der Wiimote macht das steuern nicht gerade Spaß. Schnell bekommt man doch einen lahmen Arm. Dieses Schicksal teilt sich das Spiel mit Grafikadventuren auf der Wii wie eben SAM & MAX, TALES OF MONKEY ISLAND oder eben BACK TO THE FUTURE. Bei MALGRAVE gibt es dann zwar auch noch den Mehrspieler-Modus bei dem bis zu vier Spieler gleichzeitig und um die Wette wimmeln. Das ist dann eine wirklich sehr chaotische Angelegenheit.
Da findet man sich schnell zu viert ganz nahe vor dem LCD-Bildschirm wieder. Spaß geht anders.

2012 folgte dann ESCAPE FROM RAVENHEARST. Der geneigte MCF-Fan, der entweder keine Wii besaß oder einfach keine Lust auf das Wii-Spin-Off hatte, hatte also schon zwei Jahre auf den nächsten Teil gewartet. Und bekam eine dritte Fortsetzung der Ravenhearst-Story. Wobei man bei diesem Teil einen merkwürdigen Schritt gegangen ist. Nur ein einziges Wimmelbild gibt es im ganzen Spiel! Sonst gibt es Bilder in denen es verändernde Objekte gibt. Die sich also langsam in ein anderes Objekt morphen und wieder zurück. Also Bonus-Suchspiel gab es das auch schon bei MADAME FATE, aber beim dritten Ravnehearst ersetzen diese morphenden Objekte die Versteckten. Ansich nicht schlimm, aber die Bilder sind so übersichtlich, also leer von anderen Objekten, das man die sich veränderten immer schnell beisammen hat. Dafür gibt es viele Rätzel aller Art und man hetzt von Ort zu Ort um Objekte zu finden, die einen beim Rätzel lösen helfen. Das erinnert starkt an MYST. Macht hier aber nur halb so viel Spaß. Immer wieder ist man an einen Punkt, wo man einfach nicht weiß, was man als nächstes tun soll. Schade eigentlich. Die Story selbst ist besser aufgebaut und spannender als seine Vorgänger. Man kann zwar keine Figuren mehr befragen wie noch bei 13TH SKULL, aber doch gibt es ein paar Videosequenzen und die Geschichte wird durch das weiterkommen im Spiel erzählt. Hier könnte es sich auch wieder um ein PHANTASMAGORIA-Teil drehen. Aber eben leider ist das Spiel an sich eben von der Spielmechanik her nicht so funktionstüchtig, so das ich das erste Mal bei einem Casual Game eine Komplettlösung brauchte! Eben nicht weil das Spiel schwer ist, sondern weil man einfach nicht weiß, was man wo und wenn überhaupt machen soll.

Ich weiß nicht wie erfolgreich oder -los das Spiel gewesen ist. Jedenfalls hatte man sich 2013 wieder zu alten Tugenden zurück besonnen. SHADOW LAKE habe ich gerade die Woche zu ende gespielt. Es ist mehr wieder ein klassisches Wimmelbildspiel. Also es gibt jedenfalls wieder Wimmelbilder. Und es gibt wieder Videosequenzen. Diesmal mit einer bekannten Schauspielerin: Lea Thomson.
Das ganze spielt nicht nur in Maine, sondern hat auch eine Stephen King Atmosphäre. Die Wimmelbilder selbst sind nicht besonders herausfordernd, aber dafür darf man Objekte finden, die auch in die Story passen. Dafür sind die Rätzel teilweise recht herausfordernd und machen so das Mank wieder weg. Trotzdem das Spiel teilweise auch bei MCF-Fans schlechte Kritiken bekommen hat , weiß ich auch nicht. Mir hat es sehr gut gefallen.

Ende 2013 ist noch kurz vor Toresschluß ein neuer Mystery Case Files Teil erscheinen: FATE’S CARNEVAL. Eben eine Fortsetzung zu MADAME FATE. Das Spiel habe ich aber erst angefangen und kann darüber noch nicht so viel sagen. Eben nur das es scheinbar hier keine realen Schauspieler gibt, aber eben wieder Wimmelbilder (bisher eher wenige) und Rätzel. Merkwürdigerweise wird das Spiel nicht auf der offiziellen mysterycasefiles.com erwähnt. Hier wird noch als neuster Teil SHADOW LAKE beworben. Ich habe jetzt noch nicht recherchiert, aber vielleicht ist FATE’S CARNEVAL von einem anderen Entwickler? Egal. Als nächstes soll ein Mystery Case Files Spiel auf Basis von dem jetzt so aller seits beliebten Free to play Prinzip herauskommen. Wie das in dem Genre auch immer funktionieren soll. Man wird es sehen.

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