Ernest Cline – Ready Player One (2011)

Auf das Buch bin ich natürlich wegen des Titels gestoßen. Für jeden Retrogamer sind diese Worte “Ready player one” DIE magischen Worte. Eine Phrase die führer bei fast keinen Arcadegame gefehlt hatte. Genauso wie das unvermeidliche “Game over”. Heutzutage sind diese Phrasen in modernen Spielen eher seltener geworden. Wobei die Retrogame-Welle ja nun schon eine Weile rollt und daher auch immer mehr neue Spiele im Retrogewand erscheinen. Meist Fortsetzungen von Spieleklassikern wie z.B. GREAT GIANA SISTERS.

Natürlich war mir der Name Ernset Cline irgendwie bekannt gewesen. ich wußte nur nicht wo ich ihn hinstecken sollte. War dann auch zu faul gewesen das zu recherchieren. So hatte ich die Leseprobegelesen und war gleich den nächsten Tag in meine  kleine Lieblingsbuchhandlung um die Ecke gerannt um mir das Buch zu bestellen (wie schon mal hier von mir berichtet ist es ja nun nichts ungewöhnliches mehr sich eBooks auch im Laden zu kaufen). Nun nachdem ich einige Kapitel hinter mir hatte, war ich doch mal auf eine kleine Suche gegangen wer Ernest Cline ist. Wenn man die Google-Suche benutzt springen einen gleich ein paar Bilder von Cline an und eines zeigt Cline mit seinem DeLorean DMC-12, den er so modifizieren ließ, das er so wie die Zeitmaschine in BACK TO THE FUTURE aussah. Wenn das mal kein Geek ist! So ein richtiger Fanboy! Und, ja, genau daher kannte ich seinen Namen: Er ist einer der Screenplay-Autoren von FANBOYS!

Das Buch selbst ist natürlich sehr nerdig. Es geht um die 80ziger, um Videospiele, alte Filme und Serien aus der Dekade und natürlich auch Musik. Das ganze ist allerdings in einer dystopischen Zukunft angesiedelt in der alle Welt in OASIS spielen um die Welt um sie herum zu vergessen, dessen Recourcen aufgebraucht wurden und nicht als Armut und Hunger zurückgelassen haben. So ist auch der Protagonist so ein armes Würstchen, der eigentlich nur eine OASIS-Ausrüstung hat (VR-Brille und Datenhandschuh), weil er noch zur Schule geht und diese nur noch virtuell stattfindet. OASIS ist eine Mischung aus den Gibson’schen Cyberspace, Second Life, The Sims, World Of Warcraft und Konsorten. Hier wird zur Schule gegangen, gearbeitet, virtuelle Dinge gekauft, gespielt und, ja, gelebt. Gegründet bzw. Programmiert wurde dies alles von einem Mann, der damit nicht nur Milliarden gemacht hat, sondern nach seinen Tod keine Erben hinterlassen hat.
Als er starb hat er eine elektronisches Testament hinterlassen, eine Videoaufzeichnung, in der er erklärt, das er in OASIS ein sogenanntes Easter Egg versteckt hat. Easter Eggs sind kleine geheime Räume oder Objekte die von Programmierern in Programmen, meistens in Spielen, versteckt haben, die man durch bestimmte Interaktionen finden bzw. aktivieren kann. Das Easter Egg der OASIS ist eine mehrstufiges Rätsel. Und der jenige der das Rätsel löst erbt die Milliarden. Ein weltweiter Hype auf die Suche nach den ersten Hinweis wird ausgelöst. Nicht nur unter Spielern, denn jeder möchte natürlich die Milliarden erben. Aber um überhaupt mithalten zu können, muss man sich mit dem Leben des Programmierers auskennen und seinen Vorlieben. Die konzentrierten sich hauptsächlich auf die 80ziger Jahre des letzten Jahrhunderts in denen er seine Kindheit und Jugend verbracht hat. Die in der Mitte dieses Jahrhunders werden deswegen die 80ziger wieder hip. Aber nachdem ein bis zwei Jahre Niemend überhaupt einen Hinweis auf das Rätsel findet, ebt der Hype auf die Jagdt nach den Milliarden langsam ab. Übrig bleiben nur die Nerds, der harte Kern der Jäger nach den Easter Egg.
Der Protagonist Wade ist einer von ihnen. Ein Jäger, der den großteil seiner Zeit in der OASIS verbringt um den ersten Hinweis zu finden. 5 Jahre lang passiert nichts. Es gibt eine Highscore-Liste, die aber noch keinen Spieler mit Punkten zeigt. Dann eines Tages erscheint ein Name auf der Highscore-Liste. Wades Avatar-Name Parzival. Er hat den ersten Hinweis gefunden. Die Jagd beginnt.

Wade Watts ist eindeutigt der Harry Potter für Nerds. Ja auch ein Dombledoor taucht später in der Story auf. Es gibt eine Hermine und Wade hat auch einen besten Kumpel, wobei der sich nicht in die Hermine der Geschichte verliebt und auch kein rothaariger Junge ist. Vielleicht ist es jetzt nicht fair RPO mit dem HP Franchise zu vergleichen. Ist HP nicht auch den schon vorhandenen Mustern von Fantasy-Geschichten gefolgt? Das wirklich neue an HP war nicht die Geschichte und die Helden, sondern eben das die Bücher verdammt gut geschrieben waren und ebene die richtigen Ideen zusammen(sagen wir mal)geklaubt wurden. So ist es auch mit RPO. Wirklich Neues gibt es hier nicht. Der arme kleine (wenn auch talentierte) Nerd wird zum großen Helden. Interessant wird es da eben eher wie Cline das alles umgesetzt hat. Das Nerd-Wissen von Cline ins Sachen 80ziger kommt natürlich nicht von ungefähr. Cline ist selbst so ein 80ziger Nerd und musste deswegen bestimmt nicht sehr viel für die Story recherchieren. Netterweise muss man nicht ein völliger Nerd sein um sich in dem Buch zurecht zufinden. Atari-Spiele, Animees oder Brad-Pack-Filme der 80ziger werden einen schon ein wenig erklärt. Wenn man sich mit den 80zigern nicht so gut auskennt, kann man hier schon eine Menge lernen. Als ¨ Unwissender¨ wird man vom Autor nicht im Stich gelassen.

Ich habe mich bei dem Buch gut amüsiert und eine Verfilmung ist wohl schon in Planung. Die sollte nicht so schwer sein, ist der Autor doch selbst Drehbuchautor, der ja wohl die richtige Essenz seines Romans ins Drehbuchform bringen kann. Wenn ich überhaupt etwas an den Buch auszusetzen habe, dann ist es die schiere Masse von ¨Informationen¨ die sich Wade als Jäger angeblich reingezogen hat. Ich will ja nicht kleinlich sein, wir reden hier ja über einen Fantasyroman, aber was der Junge mit 18 alles schon an TV-Serien, Filmen, Videospielen und Musik durchhaben will/soll (und sogar teilweise mehrfach), geht mir als Nerd ein wenig auf die Nerven. Denn, hey, ich bin fast 50 und habe es noch nicht geschafft so viel zu konsumieren, wie der Junge in nur ein paar Jahren. Aber geschenkt. Natürlich hat es mich gefreut, das sich in den Buch so ziemlich alles wiedergefunden hat, was ich so alles an den 80zigern mag. Für Nerds und Fantasy-Fans ist das Buch ein MUSS. Ich bin mir nicht sicher ob ich das aber so jeden empfehlen kann.

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2 thoughts on “Ernest Cline – Ready Player One (2011)

  1. Ich hab das Buch schon eine ganze Weile uaf dem Kindle. Sollte ich vielleicht endlich mal lesen…

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