Rumbasteln

Eigentlich habe ich schon seit Jahren damit aufgehört an meinen Rechnern zu basteln. Das lag daran, das ich ein bis zwei Mal recht kostspieligen Mist gebaut hatte, aber auch daran, das ich eine Zeit lang nur Laptops hatte, die einen das Rumbasteln sehr schwer gemacht haben. Im Grunde sind Gaming-Laptops eine gute Idee, aber nur wenn man sehr viel Geld dafür ausgeben kann. Mittelteure sind immer noch recht teuer, aber ich hatte nicht so viel Spaß mit ihnen. Nachrüsten geht wenn überhaupt nur bei den richtig teuren Vertretern ihrer Art und ich hatte noch das Pech mir Modele auszusuchen, bei denen man nicht einmal an den Lüfter und die Heathbpipe ran kam, um jene Mal sauber zu machen. So kam es schnell zu Temperaturproblemen, die das Spielerleben nicht gerade einfacher machen.
Mein Problem ist da die Motion/Gaming Sickness. D.h. für mich, das ich eine stabile und hohe Framerate bei Spielen benötige, damit mir eben nicht übel wird. Vor drei Jahren hatte ich mir dann mal wieder einen “richtigen” Gaming-PC zusammenbasteln lassen. Also eine Tower mit jede Menge Lüfter (Wasserkühlung hätte ich gerne gehabt, war mir aber insgesamt zu teuer und hätte mein Budget gesprengt), Platz, einen schnellen CPU, SSD und eine (erschwingliche) Grafikkarte der vorletzten Generation. Ich hatte mit keinem Spiel mehr Probleme. Wirklich für 3 Jahre nicht mehr.
Das ist gegen über früher eine verdammt lange Zeit Gaming-PCs. Das liegt aber meiner Meinung nach daran, das heute die Entwicklung der Hardware nicht mehr so rasant ist wie vor 10 Jahren. Noch extremer war es in den 90zigern! Die Hardware ist heute schon so weit entwickelt das sie von den Software-Herstellern nicht mehr so schnell ausgereizt werden. So zu mindestens mein Eindruck und meine Erfahrung.

Natürlich hatte ich schon vorher mit einigen Spielen Probleme. So eben jene, deren Hersteller der Meinung waren die Framerate auf konstante 30 FPS zu setzen. Keine gute Idee für Spieler wie mich. So ist für mich z.B. NFS RIVIVELS unspielbar! Hatten deren Vorgänger zu mindestens eine feste Framerate von 60 FPS, was bei mir noch ganz gut funktioniert, da sie eben stabil sind, so hatte man bei NFS-R jene auf 30 runtergeschraubt. Bei mir kann die Framerate am besten nicht hoch genug sein, aber sie muss eben auch stabil sein. So hatte DIRT RALLY mir mit meiner alten Grafikkarte (GeForce GTX 660) leider doch schon Probleme gemacht. Das Spiel erreichte auf meinem Rechner so zwischen 99 und 116 FPS. Das sollte ja eigentlich okay sein. Aber die Framerate war nicht stabil und brach z.B. bei Waldstücken mit “viel” Grafik recht gerne drastisch ein. So machen mir die Strecken in Wales große Probleme. Die längeren Abschnitte konnte ich nicht zu ende spielen ohne zwischendurch Pause zu machen. So was geht natürlich nur beim Offline-spielen. Online gegen menschliche Gegner kann man nicht mal eben Pause drücken!
Also habe ich es jetzt nun seit Jahr mal wieder gewagt, den Rechner nicht nur zum Reinigen zu öffnen und habe mir ein GeForce GTX 960 (also vorletzte Generation) zugelegt. Beim Austausch von Grafikkarten kann man ja eigentlich nicht viel falsch machen. Und natürlich ist auch nichts schief gegangen.

Und natürlich habe ich jetzt keine Probleme mehr mit DIRT RALLY. Die Framerate ist jetzt stabil und so kann ich mindestens eine Stunde am Stück spielen. Das ist schon toll! So habe ich in den letzten Tagen mal wieder mein Lenkrad ausgepackt und konnte so einiges nachholen.

Aber hierbei ist mir dann wieder klar geworden, das die Veränderungen am Hardware-Markt wirklich nicht mehr so rasant sind. In den 90zigern habe ich eigentlich alle 12 Monate eine neue Grafikkarte gebraucht um die neusten Spiele flüssig spielen zu können. Und da ging es auch nicht immer um das “flüssige” Spielen, sondern auch das die alten Grafikkarten bestimmte Effekte nicht darstellen konnten oder Shader nicht unterstützten. Hätte ich früher erst nach 3 Jahren die Grafikkarte gewechselt, hätte ich mindestens 2 Jahre keine aktuellen Spiele mehr “ansehnlich” spielen können. Einen optischen Unterschied zwischen der GTX 660 und der 960 konnte ich jetzt z.B. bei meinen Spielen nicht feststellen. Das sah vorher fantastisch aus und mit der neuen Karte jetzt auch weiter. Ich kann mich aber erinnern, das als ich von einer Grafikkarte mit einen TNT-Chip auf eine mit einem TNT2-Chip umgestiegen war, was so um 1997 gewesen sein muss, der grafische Unterschied enorm war! Selbst ältere Spiele sahen plötzlich viel besser aus. Wasserspieglungen waren plötzlich möglich durch neue Shader und auch Nebel sahen nun viel besser aus. Chromeeffekte! Wow! Und dann erst der Umstieg auf eine Voodoo-Karte! Ich bin bei QUAKE 3 nicht mehr aus den Staunen rausgekommen und bei UNREAL TOURNEMENT einmal abgeknallt worden, weil ich über neue Grafikdetails so gestaunt hatte! Solche Wow-Effekte gibt es heute irgendwie nicht mehr. Die Entwicklungen sind jetzt mehr im Detail und haben nicht mehr so gewaltige Knalleffekte wie früher. Was jetzt aber nicht heißen soll “früher war alles besser”! Im Gegenteil! Ich möchte mir eigentlich nicht mehr ständig neue Hardware kaufen müssen. Ich finde es ganz gut so, das ich jetzt wahrscheinlich mindestens 3 Jahre lang wieder Ruhe habe. Ich finde es gut, das ich nur die Grafikkarte austauschen und nicht das Motherboard tauschen musste um auf den (fast) neusten Stand zu sein. In der Hinsicht traure ich den 90zigern und Nullern kein Stück nach!

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2 thoughts on “Rumbasteln

  1. Naja, der Unterschied von keiner 3D-Accelerator Karte auf eine 3D-Accelerator Karte damals war natürlich auch etwas ganz anderes als das Upgrade einer älteren 3D-Karte auf eine neuere. Ich finde aber dennoch, dass man den Unterschied jedesmal spürt: Vielleicht weniger in der direkten Ansicht, aber das Update auf die Nvidia 780er von ner 560er hat die Framerates der meisten Spiele mal mindestens verdoppelt und die Animationen waren deutlich schöner anzusehen. Außerdem konnte ich dann erst GTAV in ansehnlicher Grafik spielen, was vorher fast unmöglich war.

  2. Klar, stimmt schon. Ich habe unterdessen auch bemerkt, dass bei vielen Spielen ein echter Zugewinn zu bemerken ist. Meist mehr in der Geschwindigkeit und in einer stabilen Framerate, aber eher weniger beim Aussehen. Vielleicht war da der Unterschied von einer 560er auf eine 780er als bei mir. Aber das ist nun wirklich Meckern auf sehr hohen Niveau. Nun ist aber die Grafik heute auch auf einen sehr hohen Niveau, so dass ich ja im 2D-Berich gar nicht mehr so viel erwarten (kann). Wenn man aktuelle Spiele eben so sieht, ist das für uns alte Hasen ohnehin immer wieder total beeindrucken, oder? So geht es mir jedenfalls immer..

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