Ghost Recon Wildlands, oder: Das Spiel, das erstaunlich viel richtig macht.

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GRW ist etwas gelungen: Es hat alle meine “Ach, das Spiel wäre so viel besser wenn es doch nur…”-Wünsche an ein Multiplayer Open World Game erfüllt, die ich in letzter Zeit formuliert habe.

1 Der Multiplayer-Coop

Man kann mit bis zu vier Personen spielen und zwar grundsätzlich PvE. Aber es funktioniert schon mit zweien hervorragend. Was mir sehr entgegenkommt, denn ich selbst habe wenig Zeit und alle, mit denen ich spielen könnte haben auch wenig Zeit, so dass es nahezu unmöglich ist, dass wirklich mal viel Personen zum gleichen Zeitpunkt spielen können. Zu zweit geht das aber durchaus oft genug, daher ist es immens wichtig, dass ein Spiel auch zu zweit Spaß macht.

Bei Wildlands kann man zu zweit sehr schön mit viel Vorsicht, Taktik und Ruhe vorgehen. Ab drei Spielern kann man auch mal Risiken eingehen und mit vier Spielern veranstaltet man fast zwangsläufig eine riesen Sauerei. Alles macht also ein unterschiedliches Spiel, aber jede der Optionen macht für sich großen Spaß. Das schaffen viele Spiele nicht. Im direkten Vergleich mit The Division verliert Division somit, denn dort gibt es zwar durchaus auch einige Spielanteile, die zu zweit gut funktionieren, aber man merkt ständig, dass eigentlich alles für vier ausgelegt ist.

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2 Open World

Die Welt ist groß, aber man merkt schnell, sie ist nicht zu groß. Was mir schon bei Mad Max gut gefiel, findet sich auch hier wieder: Man kann die einzelnen Maps wirklich vollständig lösen und alle Items und Objekte finden, ohne dass man nur 10% Spiel hat, aber 90% sinnlos in der Gegend herumsucht ohne dass der Kram, den man sammelt auch nur irgendeine Rolle für die Geschichte spielt, wie zB bei Dragon Age Inquisition.

Die Menge und die Positionierung von Nebenquests und Sammelobjekten in Wildlands ist super überschaubar und haben auch sinnvolle Aufgaben, da sie zusätzliche Infos über die Spielhandlung verraten, wichtige Ressourcen für die Skilltrees bereitstellen oder Waffen und Zubehör einbringen.

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Und was natürlich mir als Grafikfan wichtig ist: Die Welt ist wirklich großartig gestaltet und wunderschön. Die Weitsicht ist irre, es gibt viel Getier und jede Menge Menschen die sich zu Fuß und in Gefährten herumbewegen und vieles, was so herumliegt, kann man auch bewegen. Es ist allerdings schon so, dass man irgendwann merkt, dass da kein ausgeklügeltes Physiksystem agiert, denn das meiste, was man sieht ist am Ende doch statische Staffage.

3 Skill Based Shooter

Das überhaupt beste an GRW ist für mich, dass es keine Rollenspielmechanik für die Kämpfe benutzt: Waffen sind von Anfang an ordentlich – weil es nun mal so ist, dass ein Gewehr ein Gewehr ist und nicht bei einem “besseren” Gegner eine Erbsenpistole – und unterscheiden sich in Handling, Genauigkeit, Reichweite und anderen realistischen Faktoren, die man mit besseren Einzelteilen ein wenig aufrüsten kann (zB ein extended Magazine für 10 Kugeln mehr). Aber generell ist die Waffe genauso tödlich für jeden Gegner: Ein kleiner Handlanger wird von einem Kopfschuss genauso sofort umgenietet wie ein Elitesoldat. Es gibt keine Rollenspiel-Bulletsponges wie in Division, deren Hitpoints heruntergezählt werden (bzw. bei denen Schüsse aus unterlevelten Waffen gar keinen Effekt haben, egal wie gut man zielt und trifft) und wo man zwanzig Sekunden lang ununterbrochen mit der Maus auf einen Bossgegner draufhalten muss.

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Dadurch spielt man taktischer und realistischer. Man muss ordentlich zielen oder kann mal aus der Hüfte schießen, was zählt ist, ob und wo man den Gegner tatsächlich trifft.

Und: Kein Rollenspiel heißt auch kein Level-Gap. Es gibt zwar “Level”, die bestimmen aber die Skill-Trees, in denen man zusätzliche Features freischalten kann, die aber auf das Shooter-Balancing keine Auswirkung hat: Mehr Batterie für seine Drohne, längere Ausdauer beim Rennen und andere Dinge, die aber nie dafür sorgen, dass man plötzlich nicht mehr mit Freunden spielen kann, nur weil sie drei Level weiter sind als man selbst.

Das ist eine richtige Wohltat und das macht das Spiel schon alleine deshalb zum besten Open World Spiel, das ich bisher gespielt habe.

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