Computerspielsucht

In meiner Filterbubble hat sich in letzter Zeit so einiges um Mediennutzung und Computer-/Videospiele bei Kindern und Jugendlichen gedreht. Also Eltern, die sich und ihre Ansichten zu den Themen hinterfragt haben. So hat die Familie Buddenbohm ein Experiment gemacht, wie es wohl wäre, wenn man die Söhne entscheiden ließ, wie viel Zeit sie zum Spielen und surfen am Computer bzw. Tablet verbringen. Das war wirklich sehr interessant. Vielleicht war eine Woche zu kurz für ein Experiment, aber die Kids haben dadurch scheinbar so ein paar Einsichten bekommen. Aber den Eltern scheint es auch gut was gebracht zu haben.
Aber Computer/Spielkonsole/Tablet/Smartphone ist ja nicht immer nur spielen, sondern eben auch Socialnetworking, Videos oder Bilder schauen eben auch. Es soll sogar Jugendliche geben, die auch mal längere Texte im Netz lesen.
Computer und Internet sind in unserem täglichen Leben mittlerweile so eng verbunden, dass man Spaß von Notwendigkeiten kaum noch trennen kann.
Aber das soll hier jetzt mal gar nicht das Thema sein. Sondern eben eher die Computerspielsucht von Kindern und Jugendlichen. Und ich lass den Begriff “Computerspielsucht” (Wobei eben Spielkonsolen auch Computer sind, wie eben auch Tablets oder Smartphones) absichtlich so stehen und nutze den Begriff auch gerne mal persönlich, denn sein wir mal ehrlich, wir alle wissen, dass Spiel sowohl am Computer als auch sonst im “restlichen” Leben süchtig machen können.

Ein recht augenscheinliches Beispiel konnte ich hier lesen. Julia Karnick schreibt hier über die Computerspielsucht ihres Sohnes, bei der sie und ihr Mann sich fast völlig hilflos gefühlt haben. Kann man ruhig mal komplett lesen. Hat auch irgendwie ein Happy End. Das Nuf sieht das alles ein wenig anders, aber eben wie immer ohne mit dem erhobenen Zeigefinger daher zu kommen. Sie hat eben ihre Meinung dazu und hat dafür auch wieder gute Argumente. Das Problem ist eben oft, dass nicht alle Kinder gleich sind und natürlich die Eltern dazu auch nicht!

Meine persönliche Meinung zu Computerspiele und Kinder, habe ich hier schon oft kund getan. Diese Meinung unterscheidet sich schon sehr vom größeren Teil der Elternheit. Bloß eben versuche ich meine Meinung nicht auf andere Familien zu projizieren. Ich missioniere damit auch nicht. Ich würde mir nicht einmal anmaßen, andere Eltern Tipps (ich hasse es Tipp mit zwei PP zu schreiben!) zu geben. Das können Andere und Kompetentere viel besser als ich. Ich kann es nur wiederholen, alle Kinder sind genauso anders, wie eben auch die Eltern dazu. Ich weiß es nicht, aber ich denke Kinder von Nerds haben es wahrscheinlich schon einfacher und vielleicht ist es sogar so das Nerds es vielleicht auch einfacher haben, mit den Spielsüchten von ihren Kids besser umzugehen?!? Eine sehr steile These!

Meine Eltern hatten das Problem mit den Süchten ihres Sohn nicht so. Telespiele haben mich nicht so besonders süchtig gemacht. Pong hat mich Damals schnell gelangweilt. Fernsehen konnte mich auch nicht so süchtig machen. Es gab nur drei Programme (plus zwei DDR-Programme, die man sich aber schon aus Überzeugung nicht angesehen hatte) und die hatten auch noch einen Sendeschluss. Die Lesesucht war in den 70zigern schon lange nicht mehr verteufelt worden und fiel nicht weiter auf, weil hier nicht einmal so große Kosten aufkamen. Ein Büchereiausweis war schließlich kostenlos. Was hatten es also meine Eltern leicht!

Und wie bin ich so in meiner Tätigkeit als Vater so in den letzten 18 Jahren zurecht gekommen? Mein Hintergrund ist eben anders als bei den meisten Eltern in meinem Alter. Zwar bin ich nicht direkt mit Computern aufgewachsen, aber habe mich als Jungerwachsener auf das neue Medium quasi sofort als ich es mir leisten konnte gestürzt. Und das bedeutete eben nicht nur ein wenig das Programmieren zu lernen, sondern vor allem natürlich am Computer zu spielen. Dabei hatte ich definitiv ein Suchtverhalten. Ich bin in Computerspiele wie Grafikadventure Damals teilweise völlig abgetaucht. Und bin davon aber auch wieder “aufgetaucht”. Dabei war aber nix Dramatisches passiert, dass mich davon abgehalten hat. Es war einfach der Alltag, der mich zwar nicht kürzer am Tag vor dem Computer sitzen ließ (weil eben sich bis heute viele Aspekte des Lebens auf Computer verlagert haben), sondern weil ich eben weniger Zeit zum Spielen hatte. Heute spiele ich so durchschnittlich 2 bis 3 Stunden am Tag. Es gibt so also Tag, an denen ich gar nichts spiele, weil eben keine Zeit oder Lust dazu habe, und es gibt Tag, an denen ich den ganzen Tag quasi spielend vor dem Computer verbringe.

Wie vereinbart sich das mit einer Familie. Frau Stardustlyricer hatte nichts am Hut mit Computer als wir uns kennen gelernt haben. Anfang der 90ziger, also pre-Internet, war der Computer auch noch nicht so sehr im Alltag eingebunden wie heute. Aber sie wusste von Anfang an, dass ich ein Nerd war. Und hat mir meinen Freiraum gelassen. Mit der Zeit fing sie aber auch na, sich mehr für das Medium zu interessieren. Einstieg Photoprogramme um ihre Photos zu bearbeiten. Und bei den Spielen war LEMMINGS ihre Einstiegsdroge.
Dann haben wir auch mal kurzzeitig Grafikadventure zusammengespielt. Zur Entspannung spielt sie heute lieber am Smartphone, aber davon abgekommen war sie bis heute nicht.

Als unsere Tochter geboren wurde, änderte sich natürlich einiges ein bisschen. So hatte ich mir angewöhnt First-Person-Shooter wie GTA-VC und QUAKE3 nur Nachts zu spielen, wenn sie schlief oder an Tagen, wenn sie nicht im Haus war. Das wurde später nicht mehr nötig, denn als sie so 10 Jahre alt war, wurde bei mir die motion / gaming sickness so schlimm, dass ich solche Spiele ohnehin nicht mehr spielen konnte. Andere Computerspiele habe ich in ihren Beisein schon gespielt. Spiele wie Videopinball hatten wir dann schon zusammen gespielt, da war sie ca. 2 1/2. Und wir besorgten uns auch jede Menge Lernspiele a la Addibooschu und Seasamstraße. Besonders die Adventure-artigen Spiele hat sie gerne gespielt. Das führte dazu, das sie mir beim Spielen von Grafikadventuren ab dem vierten Lebensjahr erst zugeschaut hatte, um dann ab ca. sechs Jahren mit mir jene Spiele zusammen gespielt hatte. Seitdem spielen wir fast jedes Grafikadventure zusammen!
Die Wii hatte es dann sogar für ein paar Jahre geschafft, die ganze Familie vor dem Bildschirm spielend zu vereinen.

Wie war und ist das mit Medienzeiten? Haben wir eingeschränkt? Nicht wirklich. Verständlicherweise halte ich persönlich gar nichts von festgelegten Zeiten. Mal hat man eben Lust zum spielen und verbringt vielleicht Stunden davor und dann hat man auch Tage, da vergeht einen schon nach einer halben Stunde die Lust dazu. Mit der Little Miss Fangirl aka Little Miss Gamer haben wir es genauso gehalten. Wenn die Zeit dafür war und wir nichts vor hatten, dann dürfte sie so lange am Computer spielen, bis sie keine Lust mehr hatte oder es Zeit war schlafen zu gehen. Das hört sich jetzt drastisch an! Vielleicht gehen Mädchen damit anders um oder unsere Tochter ist zum Thema Computerspiele eine Ausnahme, aber sie hat dies wirklich selten im Anspruch genommen. Eine Zeit lang hatten wir zwei Rechner nebeneinander im Wohnzimmer zu stehen gehabt, ich oder Frau Stardustlyricer hatten also quasi meist immer neben ihr gesessen, wenn sie am Rechner gespielt hatte (Tablet und Smartphone war da noch nicht). Sie konnte uns also jeder Zeit fragen oder Erfolge bzw. Misserfolge mit uns teilen bzw. mitteilen. Sie hatte auch oft “reales” Spielzeug mit einbezogen. So hat sie sich ihre Stofftiere mit auf dem Schreibtisch gesetzt und das Spiel mit ihnen und das Computerspiel verschmolzen.

Ich bin der Meinung, dass ihr Computerspiel nicht geschadet haben. Ein bisschen hat es auch ihre Allgemeinbildung gefördert. Erst Letztens wusste sie beim Trivial Pursuit spielen eine Antwort, weil das mal bei einen der Grafikadventure vorgekommen ist, das wir vor Jahren gespielt hatten.
Heute spielt sie gar nicht mehr so viel. Ab und zu mal ein paar alte Spiele auf dem 3DS, auf dem Smartphone eigentlich kaum (das wird Hauptsächlich zur Kommunikation und Musik hören benutzt) und am Computer konnte sie sich zu letzte für die beiden LIFE IS STRANGE Spiel begeistern und hat sogar eine Zeit lang den Yandere Simulator gespielt ohne deswegen zur liebestollen Serienmörderin an ihrer Schule zu werden.
Adventure spielen wir am Rechner im Augenblick zwar nicht zusammen, aber dafür öfter Brettspiel, die bei uns in der Familie gerade wieder einmal groß angesagt sind.

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