Gray Matter (2010)

Jane Jensen ist eine meiner Heldinnen in Angelegenheiten Grafik-Adventure. Begonnen und bekannt wurde sie im legendären Studio Sierra Online unter Roberta Williams. 1991 findet sie dort die ersten Male Erwähnungen für Writing und Design bei POLICE QUEST 3 und ECOQUEST. Ihr erstes eigenes Spiel war dann GABRIEL KNIGHT: SINS OF THE FATHERS von 1993. Eines der berühmtesten und beliebtesten Point’n’Click-Adventure überhaupt. 1999 war dann mit GABRIEL KNIGHT 3 erst einmal Schluss mit Sierra und Point’n’Click-Adventure

Aber sie widmete sich nicht nur einfach anderen Dingen, sondern blieb der Branche zunächst mit Casual Games treu. 2007 gab es dann die ersten Berichte zu GRAY MATTER, dass dann 2011 für Windows (2011) und XBOX360 (2010) erschien. Jensen ist hier wieder für das Design, Story und die Dialoge zuständig. Entwickelt wurde das Spiel unter Wizarbox (SO BLONDE, RISEN) und herausgebracht von Viva Media (HAUNTED, THE WISPERED WORLD). Für die Umsetzung der Grafik war dann Rocketbox Studios (HAUNTED, ANKH-Serie, JACK KEANE) zuständig. Für den Soundtrack/Score war hier wieder Robert Holmes (GABRIEL KNIGHT-Serie) mit an Board und versprüht mit seinen Cues eben auch gleich wieder Gabriel-Knight-Atmosphäre. U.a. war allerdings auch Finn Seliger (EDNA BRICHT AUS, DEPONIA-Serie) an der Musik mit beteiligt. Also ein wirklich illustres Team hatte sich hier zusammengefunden. Und hat sich das gelohnt? Ja!

Man steuert hier via Gamepad oder klassisch mit der Maus von Kapitel zu Kapitel abwechselnd die amerikanische Protagonistin Samantha (warum heißen eigentlich so viele Hauptfiguren von Adventure-Spielen Sam oder Samatha?) Everett und den Professor David Styles. Das Spiel ist in Oxford und London lokalisiert. Beide Charaktere haben natürlich dramatische Ereignisse hinter sich und werden somit vom Schicksal (aka GamedesignerInnen) zusammen geführt. Neben der Einführung gibt es zwischendurch natürlich immer wieder “verbindende” Videos, die hier allerdings nicht voll animiert sind, vom Stil an die Gabriel Knight – Serie erinnern, aber von der Machart an alte Animees, bei denen auch immer nur Zoom-Effekte in Stills und nur ganz wenige Animationen eingesetzt wurden. Die Animationen im Spiel sind bei den Figuren, wie leider so oft bei Grafik-Adventure, etwas hölzern und marionettenhaft. Dafür sind die Grafiken wunderschön gezeichnet. Über die wirklich wieder fantastische geschriebene Story sollte man im Vorfeld nicht zu viel lesen, sondern eher aus der Sicht von Sam spielen, was das Spiel in meinen Augen noch spannender gestaltet. Die Charaktere sind hier sehr gut gezeichnet. Die Rätsel haben hier eine moderate Schwierigkeit ohne zu offensichtlich zu sein. Auf völlige unlogische oder zu sehr um die Ecke gedachte Rätsel sind wir hier wirklich nicht gestoßen. Dabei hat die Abwechslung nicht gelitten.

Sam ist eine angehende Magierin und so wurde hier auch eine “Zaubertricks” eingebaut, als Element von lösen von Rätseln. Das ist wirklich sehr nett gelöst ohne das ganze in nervige Aufgaben abklappern zu verkommen zu lassen. Die Atmosphäre bleibt dabei bis zum Finale wirklich sehr dicht. GRAY MATTER ist die Art von Spiel in dem man gerne ein wenig länger verweilt und sich schon alleine an der Atmosphäre erfreut, als dass man die Rätsel nur schnell hinter sich bringen will. Hier gibt es auch eine Reihe von Hilfen, die einen nicht so versierten Abenteurer nicht zu sehr im Wald stehen lassen. Einmal gibt es für jeden Bildschirm per Knopfdruck eine Anzeige von Hotspots, die einen zeigen mit welchen Objekten man hier noch interagieren kann. Auf einer Übersichtskarte werden alle Orte angezeigt die man besuchen kann und farblich wird aufgezeigt, an welchen man noch etwas erledigen muss. Es gibt auch auf Knopfdruck einen Übersichtsbildschirm in den man jeder Zeit sehen kann, welche Aufgaben im Kapitel noch zu erledigen sind und wie viel Prozent man davon schon erledigt hat. Und dann gibt es noch im Inventar die Notizbücher der Protagonisten in denen wirklich alle Kommentare “aufgeschrieben” werden und in denen man jeder Zeit blättern kann.

Die Steuerung via Maus und Tastatur klappt hervorragend und vorbildlich. Die Gamepad-Steuerung haben wir nicht ausprobiert. Zu kurz ist das Spiel bei Leibe auch nicht. Wir haben knapp 20 Stunden Spielzeit gebraucht, was in meinen Augen ein wirklich guter Wert ist. Gerade in letzter Zeit hatten wir da Spiele gehabt, die sehr viel kürzer waren. Neben Spannung kommt hier übrigens nicht nur der Humor nicht zu kurz, sondern auch die Romantik kommt hier zum Zuge! Eine Jane Jensen eben! Als Spiel kann ich das nur jeden Adventure-Fan an Herz legen. Und wer die Gabriel-Knight-Spiele schon mochte, der wird GRAY MATTER lieben!

Ich habe hier übrigens die wunderschöne Collector’s Edition von DTP. Ein wirklich dickes Steelbock (wie man hier neben sieht), mit vielen Goodies wie dem fantastischen Soundtrack auf einer separaten CD, einem Kartenspiel-Set, 5 Postkarten mit Motiven aus dem Spiel, einem doppelseitigen Poster und natürlich der Bedienungsanleitung. Wirklich eine sehr schöne und aufwendige Fassung, was ich mir ja immer zu jeden Adventure wünsche. Wer Gelegenheit hat diese Ausgabe noch zu bekommen, der sollte hier wirklich zugreifen!

One thought on “Gray Matter (2010)”

  1. Ich melde mich hier einfach mal, hallo!

    Mich freut es, dass ihr so viel Spaß mit dem Spiel hattet. Ich fand das Spiel auch ganz gut, aber die Auflösung im Finale hat mir die Handlung ein klein wenig versaut. Der Twist, der plötzlich übernatürliche Elemente in die Handlung einfügt, hat sich doch sehr mit dem gesetzten Ton gebissen. Bis dahin kann ich aber ebenfalls nicht meckern.

    Dein Beitrag ist wegen der ganzen Klammern und einigen Tippfehlern schwer zu lesen, doch ich fand ihn ziemlich informativ, weil ich mich nicht so mit den Talenten und der Geschichte hinter Point ‘n’ Click-Adventures auskenne. Mal sehen, was dieser Blog noch zu bieten hat.

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