Jens’ Gaming Review 2020

Hallo. 2020 also. Irgendwie war das ein kurzes und ein langes Jahr. Ich hatte ständig das Gefühl, die Zeit rast und ehe man sich mal umsehen konnte, war schon wieder ein Monat rum. Im Rückblick war es allerdings so lang wie ja nur wenige Jahre zuvor gewesen sind, weil einfach so viel passiert ist und so wenig davon war geplant.

Aber egal. Spiele gabs trotzdem. Nicht allzu viele, denn trotz Pandemie und Kontaktbeschränkungen (und ich bin da seit Anfang März durchgehend sehr konsequent) gab es wichtigeres zu tun. Hier sind die, die es dann doch auf die Platte geschafft haben:

Beginnen wir mit The Division 2.

Das hab ich zwar schon 2019 angefangen, fand es da aber doch eher mittelmäßig. Was ich nicht wusste war, dass es – im kompletten Gegensatz zum ersten Division-Spiel – mit mehr Spielzeit immer besser wird. Die haben sich wirklich sehr viel Mühe damit gemacht, das Spiel nach der (etwas repetitiven) Levelphase interessant zu machen. Es gibt mit dem Black Tusk eine tolle neue Gegnergruppe, neue Locations, schön inszenierte neue Spezialmaps und man hat es geschafft, das alles nicht in immer neue Grindstrecken zu verwandeln sondern wirklich Spielsituationen zu kreieren, in denen die ganzen schönen Skills, Spezialisierungen und Gearperks auch wirklich zur Geltung kommen.

Daher hatte ich Anfang des Jahres durchaus noch mal eine längere Strecke gespielt und diese Zeit im pandemieversuchten Washington sehr genossen.

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Dann hab ich mir im Mai einen neuen Rechner zusammengebaut. Rizen 9, Geforce 2070S, Ordentlich SSD-Platte, 32GB schnellstes RAM. Sprich: Den Rechner, mit dem ich mir die nächsten zwei, drei Jahre keine großen Sorgen machen muss, dass irgendwas nicht darauf laufen könnte.

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Weshalb ich mir dann Red Dead Redemption 2 gönnte – obwohl ich kein großer Westernfan bin. Aber ich wollte sehen, was die Kiste kann und Boy oh Boy, die kann was. Alle Grafikeinstellungen auf Anschlag ohne jedes Ruckeln ist schon was schönes.

Wie ich RDR2 fand schrieb ich hier schon genauer. Dem kann ich auch gar nicht mehr viel hinzufügen, weil… ichs dann doch nicht mehr so lange gespielt habe. Denn mit der Gemächlichkeit des Spiel geht leider auch einher, dass man lange Spielsessions machen muss, damit es Spaß macht und dafür hatte ich schlicht viel zu selten Zeit.

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Was ich natürlich mit dem neuen Rechner dringend auch ausprobieren musste war Star Citizen. Meine alte Kiste hat das mit viel Ächzen zum Laufen gebracht, aber bei 9-14 Frames/s war das nicht wirklich ein Vergnügen. Nun läuft es smooth und schnell und daher konnte ich dieses Jahr doch auch ein bisschen mehr machen, als schnelle Stippvisiten.

Natürlich ist das immer noch kein “Spiel”, aber die Sandbox ist inzwischen doch sehr groß und als Walking-in-Space-Simulator macht es inzwischen wirklich beeindruckend viel Spaß.

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Kommen wir zum nächsten echten Spiel: Nachdem ich im Sommer durch einige Änderungen meines häuslichen Lebens erst mal eine längere Zeit gar nicht mehr gespielt habe, fand ich mit Far Cry 5 – im Ubisoft-Sale für nen Zehner geschossen – genau das richtige Spiel für mich. Ein locker-flockiger Shooter, den man sowohl für ein zwei Stunden, aber auch schnell mal für 20 Minuten starten kann, um sich die Zeit damit zu vertreiben, ganze Horden an erstaunlich nah an Trump-Anhänger erinnernde amerikanische Rednecks umzunieten.

Far Cry 5 hat generell das typische Ubisoft-Problem, nämlich dass der Mittelteil grotesk zu lang ist. Zum Glück kann man aber einen Fehler machen und mit dem Mittelteil (es gibt 4 Areas, von denen man von Anfang an drei abarbeiten kann. Die zweite davon ist fast zwei mal so groß, wie die beiden anderen zusammen) anfangen, wodurch die Hälfte davon zur Lernphase gehört und es deshalb zum Einen gar nicht so sehr auffällt, dass es sich zieht und zum Anderen sind die anderen Gebiete dadurch viel schneller durchgepustet.

Jetzt sind die Ubisoft-Open-World Spiele nie die Storygranaten gewesen, die sie vielleicht gerne sein wollen, aber was Ubisoft einfach gut kann ist Atmosphäre und Setting und ich bin ein Sucker für gute Atmosphäre und Settings. Hier ist Sound, Musik, Landschaft und alles was drauf herumsteht -läuft und -fährt so dermaßen amerikanisches Hinterland, dass es eine wahre Freude ist und deshalb habe ich hier inzwischen 35 Stunden verbracht. Das hört sich nicht nach so viel an, aber ich hatte wirklich nicht viel Zeit zum spielen und im Vergleich zu anderen Spielen dieses Jahr ist das echt viel.

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Star Wars Squadrons war eine hübsche kleine Überraschung. Auch wenn ich das am Ende nicht viel gespielt hatte, weil es eigentlich darum geht, zusammen in… naja, Squadrons zu spielen.

Es ist weder ein Grafik- noch ein Spielwunder, aber es ist ein gut funktionierender Star Wars Simulator, der mit dem HOTAS tadellos zu spielen ist (nachdem EA die Sensibilität der Sticksteuerung verbessert hat). Es kommt das richtige Gefühl auf: Man sitzt im Cockpit und ballert Tie Fighter ab. Was will man mehr?

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Dann wurde Cyberpunk 2077 verschoben und nochmal verschoben, weshalb ich mir entgegen meines Beschlusses, damit warten zu können, Watch Dogs Legion kaufte (auch im Sale, plus den 20% Rabatt für Ubi-Punkte und keine DLCs oder so, die ich erfahrungsgemäß eh nie spiele – ich lerne ja dazu).

Sagen wirs so: Es ist ein solides Spiel. Dass man nicht seinen einen Character spielt sondern quasi jede*n auf der Straße rekrutieren kann, funktioniert erstaunlich gut, wenn man das Spiel auch wirklich so spielt, wie es gespielt werden will (witzigerweise gibt es zig Artikel darüber, dass man das beachten müsse, weil man sich das Spiel sonst verdirbt. Was ich irgendwann mal aufgreifen muss, da hier m.E. ein Hinweis darauf zu finden ist, warum Spielerezensionen so oft einen falschen Eindruck über die Spiele wiedergeben, die da getestet werden).

Es ist natürlich wie so oft bei Ubisoft keine Epiphanie, sondern… schon ganz ordentlich geworden. Wie grade bei Far Cry schon angedeutet gelingt es wieder hervorragend, Setting und Szenerie gut zu gestalten und eine dichte, klare Atmosphäre für eine Technikdystopie zu schaffen, in der sich die Menschen irgendwie fügen und versuchen, ein normales Leben zu führen, aber doch ständig eine subversive Grundstimmung herrscht.

Das Spiel selbst funktioniert schon auch gut, aber leider hat man auch viele taktische Kleinigkeiten entfernt, die mir in Watch Dogs 2 gefallen haben. Das macht die Missionen tatsächlich weniger abwechslungsreich als in den Vorgängern, was man irgendwie auch erst mal schaffen muss. Insgesamt funktioniert alles aber gut genug, um auch eine längere Zeit dabei zu bleiben. Ich glaube aber nicht, dass ich es jemals bis zum Ende spielen werde. Dazu ist die Story doch zu belanglos. Ambiente allein reicht eben nicht.

Ach, eine ärgerliche Sache noch: Ubisoft hat vergessen einzubauen, dass Bilder, die man im in game Fototool macht, auf der Festplatte zu speichern. Was für ein Spaten-Move.

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Naja, und dann kam Cyberpunk 2077. Ich will nicht viel über den Zustand des Spiels erzählen, denn das wäre ein langer Artikel, den mein Bruder zum Glück schon geschrieben hat.

Es ist ein schönes Spiel und es macht Spaß. Es fällt auch erst mal nicht so auf, dass es offensichtlich noch nicht fertig ist. Man merkt es irgendwann an Kleinigkeiten wie der Minimap, die nicht rauszoomt, wenn man Auto fährt. Und dann an größeren Dingen, wie Dialog- und Handlungsoptionen, die absolut keine Konsequenzen haben sondern wie bei Tell Tale Adventures am Ende doch immer dieselbe Antwort erzeugen. Dann merkt man, dass es zwar zig Waffen gibt, die Varianten sich aber eigentlich nicht voneinander unterscheiden. Oder dass es zwar Waffen-Mods gibt, aber nur zwei und die haben auch immer nur dieselben zwei Effekte…

Und da man am Anfang noch gar nicht so sehr mit den ganzen Details und Subtilitäten spielt, fällt das in den ersten Spielstunden nicht auf. Sobald man aber mal die Basics drauf hat, will man das ganze rollenspieltypische Gefuddel haben, aber es ist entweder gar nicht oder nur rudimentär da. Was bedeutet, dass ich das Spiel kurz nach dem ersten Akt erst mal beiseite lege und nun abwarte, bis es halbwegs in einen Zustand gepatcht wurde, in dem es so funktioniert, wie es eigentlich gewollt war. Bis dahin gibt es meinerseits nur eine Empfehlung für die ersten 4-5 Stunden, in denen man ein atemberaubendes Spiel hat. Ich bin sicher, dass es irgendwann Mitte oder Ende 2021 auch danach ein großartiges Spiel sein wird.

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Und das wars auch schon für dieses Jahr. Klar gabs noch ein paar kleinere Ausflüge, zum Beispiel in Borderlands 3, das zwar irgendwie doch nicht mehr die Faszination hervorrufen konnte, wie es noch der zweite Teil tat, aber nach einem etwas stockenden Anlauf gings dann doch auch wieder weiter.

Ich hab mir außerdem zB auch das vielgelobte Control gekauft und noch nicht ein mal reingeschaut. Das muss ich demnächst wohl mal tun…

Author: Jens Scholz

ihr menschen seid komisch ...

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