The C64 mini

Braucht man wirklich all diese Mini-Retro-Geräte? Nintendo hatte diese ganze Welle mit ihren NES mini angestoßen. Es ist ja nicht so, dass es das vorher nicht gegeben hätte. Nintendo war eben bloß der erste Hardware-Hersteller, der seine eigene alte Hardware verkaufte. Genau genommen tat das Nintendo eben nicht. Denn die Hardware ist natürlich kein wirklicher NES, sondern eine Emulations-Hardware, wie es sie schon vorher gegeben hatte. Aber vorher hatte es (zu mindestens offiziell) nie ein NES-Emulator gegeben, der eben auch so ausgesehen hatte. Da Nintendo natürlich die Rechte an ihr eigenes Design und eben auch der Software hatte, war es für sie ein Leichtes gewesen, dass eben auf den Markt zu werfen, dass andere Hersteller natürlich nicht tun dürften. Ich glaube der Reiz an den beiden Mini-Konsolen von Nintendo war eben natürlich für Sammler, dass dies “echte” Nintendo-Hardware war, aber natürlich auch, das hier nicht nur originale Spiele auf dem Teil vorinstalliert war, sondern eben genau die Spiele, die den NES und dann auch den SNES “groß” gemacht hatten! Also wirklich die Spiele, die ein Großteil der Fans eben auch auf so einem Emulator auch spielen wollten! Und dann ist es eben auch noch ein Mini! Also hat so den “Ach-ist-der-süß!”-Faktor. Das stellt man sich doch gerne ins Regal! Nintendo hatte damit Erfolg. Sony eben nicht. Das was Sony Damals mit der PlayStation als Vorteil hatten, dass sie sich eben nicht wie Nintendo um die Showrunner, die Must-have-Games und Killer-Apps für ihre Konsole kümmern mussten, sondern dafür Verträge mit Drittherstellern hatten, dass hat ihnen jetzt scheinbar das Leben schwer gemacht eine vernünftige Mini-Konsole herauszubringen. Es reicht eben doch nicht die Nostalgiker und die die eine Mini süß finden zu aktivieren, denn die Leute wollen damit wirklich spielen! Und die Spieleauswahl war hier nicht das Gelbe vom Ei. Es fehlen einfach zu viele Spiele, die die PSX “groß” gemacht haben. Fans waren einfach enttäuscht. Wahrscheinlich ist der Hype jetzt auch schon ein bisschen vorbei. Selbst Nintendo hält sich nun bedeckt mit einen Game Boy mini der einem N64 mini.

Der N64 bringt uns nun zum C64 mini! Bei der Zahl “64” denken die meisten Spieler heutzutage doch eher an die Spielkonsole von Nintendo. Vielleicht noch Jüngere eher an das Fassungsvermögen einer handelsüblichen SD-Karte. Bei Nintendo stand die 64 natürlich für 64-Bit-Processing und -Grafik. Mitte der 90ziger des letzten Jahrhunderts ein großen Ding! Ursprünglich sollte die Konsole Ultra oder Ultra 64 heißen. Der C64 von Commodore war wiederum 10 Jahre früher dran und hier stand die 64 für 64 Kilobyte RAM (also Arbeitsspeicher) Ja, Kilo statt Giga und eben byte statt Bit. Okay, ich will hier nicht ins technische Detail gehen (denn dafür bin ich definitiv der falsche Blogger!). Und natürlich war der C64 ein echter Homecomputer (also ein HC und kein PC… Personal Computer waren zu der Zeit nun wirklich noch Büromaschinen!) und eben keine Videospielkonsole. Also gehört der C64 mini gar nicht zu dem Hype der Mini-Konsolen? Irgendwie doch und dann auch wieder nicht.

Natürlich ist der Mini hier nicht von Commodore. Schon mal weil es die Firma schon lange nicht mehr gibt. Sondern von der sogenannten Retro Games Ltd. . Wie der Name Mini schon sagt, ist das Gehäuse hier geschrumpft. Die Tastatur ist natürlich oder leider fake. Das Gehäuse verfügt nur über einen Taster/Schalter: Einen EIN-Schalter. Das macht das ausführen von Befehlen ein wenig schwierig. Deswegen hat man einen Joystick dazu gepackt, der dem Competition Pro, der zwischen 1983 und 1993 von der Firma Suzo produziert und von der Dynamics Marketing GmbH verkauft wurde (und seit 2004 in einer USB Version von Speedlink verkauft wird…aber das ist ein Thema für einen anderen Eintrag), sehr ähnlich sieht, aber eben über zusätzliche Tasten verfügt, über jene man den “Computer” steuert. In dem Mini sind natürlich auch Spiele vorinstalliert. Natürlich genau 64! Mehr oder weniger bekannte Spiele. Die Hälfte der Spiel kenne ich zwar aus meiner Zeit mit dem “Brotkasten”, aber davon ist in meinen Augen auch nur noch die Hälfte wirklich brauchbar. ABER im Gegensatz zu den Mini-Konsolen von Nintendo und Sony bleibt man hier nicht auf diese 64 Spiele sitzen!

Aber dazu gleich. Bleiben wir noch kurz bei der Hardware. Neben den miniUSB-Anschluss für Strom (ein Stromstecker- bzw. -Adapter liegt dem Gerät übrigens nicht bei. Das hat man sich von Nintendo abgeguckt!) auf der Rückseite liegt ein HDMI-Anschluss, der zwei kein FullHD auswerfen kann, aber wirklich brauchen tut man das beim C64 nicht. Die Hauptsache ist, dass man das Gerät an einen modernen Monitor oder Fernseher anschließen kann. Wobei man trotzdem immerhin 720p bekommt! An der rechten Seite hat man dann zwei USB-Anschlüsse. Und das sind eben auch handelsübliche Anschlüsse und keine speziellen nur für das Gerät gemacht. Das ist definitiv super! Z.B. sieht der Joystick zwar so aus wie der populärste (und wahrscheinlich beste) Joystick der 80ziger und frühen 90ziger, aber leider ist er nicht so gut verarbeitet! So hat er keine Cherry-Taster und ist eben alles andere als präzise. Aber wie schon oben erwähnt, gibt es den Competition pro als USB-Version immer noch von Speedlink. Der funktioniert auch noch einwandfrei an diesem Mini. Und schon hat man wieder eine Zeitgerechte Steuerung für die C64-Spiele! Man kann allerdings auch andere USB-Steuerungen wie Gamepads anschließen. Habe ich allerdings nicht probiert. Wenn man aber mit den “originalen” Joystick da ran geht, fehlen einen dann doch ein paar Taster. Aber das ist kein Problem. Man kann jede beliebige USB-PS-Tastatur an dem zweiten USB-Port anschließen. Das macht dann den Mini und zu einen wirklich voll funktionstüchtigen C64, bei den man sofort los coden kann!

Und, ja, das geht tatsächlich. Speichern kann man auch. Indem man einfach einen USB-Stick anschließt. Wenn man trotzdem über Tastatur und Joystick weiter verfügen will, braucht man dann eben einen USB-Spliter. Ist also kein Problem. Und wer jetzt denkt, wenn ich also selbst eingetippte Programme auf einen USB-Stick speichern kann, dann muss ich doch auch Programme vom Stick laden können!, der liegt mit der Annahme genau richtig. Das meiste ich weiter oben mit, man ist nicht auf die nur 64 vorinstallierten Spiel angewiesen. Bei den 64 Spielen sind schon ein paar Klassiker dabei, die den Heimcomputer eben auch als Spielgerät definiert haben. Wie z.B. Boulder Dash, California, Summer und Winter Games, Impossible Mission 1 und 2, Jumpman 1 und 2, Paradroid, Speedball 1 und 2, Spin Dizzy und natürlich Uridium. Das sind alles Spiele, die ich auch auf den C64 gespielt hatte und heute teilweise noch besitze. Meine 1541er Floppydrive kann ich an dem Mini leider nicht anschließen, aber das meiste bekommt man ja schon umgesetzt im Netz. So fehlen mir hier ein paar Spiele. Vorn weg meine Lieblingsspiele auf dem C64: Castles of Doctor Creep, Moon Patrol und natürlich H.E.R.O.! Wobei ich die beiden Impossible Mission-Spiele auch zu meinen Lieblingen zähle und die sind ja in dem Mini enthalten!

Also mit dem Mini hat man wirklich viele Möglichkeiten. Als ein Kind (also eigentlich war ich das schon ein Jugendlicher) des C64 musste ich mir natürlich schon aus nostalgischen Gründen das Teil kaufen, aber es freut mich doch das ich ihn auch wirklich als C64 benutzen kann. Schon mal weil ich meinen C64 Damals leider verkauft hatte um mir einen C128er zu kaufen. Und den habe ich tatsächlich heute noch! Aber es wird gemunkelt, dass wenn der C64 mini richtig erfolgreich ist, dass der Hersteller dann vielleicht auch einen echten Clone in originaler Größe und funktionierender Tastatur raus bringen will. Dann natürlich nicht mehr für nur 50 Euro. Aber ich glaube fast, dass das vielleicht doch nur Wunschdenken ist! Würde ich so ein “neuen” C64er kaufen? Ja, auf der Stelle!

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8BitDo’s SN30 pro Gamepad

Über Hardware habe ich ja schon lange nichts mehr geschrieben. Mein Faible für Steuereinheiten (was nichts mit dem Finanzamt zu tun hat) ist ja nun bekannt. Bin ich doch mit einem Schieberegler (Telespiel von Blaupunkt) und einem Joystick (Atari VCS/ 2600) aufgewachsen, so haben die Gamepads (die ich erst unter den Namen “Joypads” kennen gelernt hatte) doch seit dem Sidewinder Gamepad von Microsoft erwischt. Zwischen dem Atari 2600er und der PS2 hatte ich persönlich keine Heimkonsole besessen und so eben auch nicht viele Berührungen mit Gamepads gehabt. Ich schätze und besaß allerdings Game Boys, so dass mir die unterschiedliche Handhabung schon bekannt war. Als Rechtshänder und eben an die ersten Joysticks mit dem Feuerknopf auf der linken Seite gewöhnt, hatte ich bis dahin eben den Feuerknopf mit der linken Hand bzw. deren Daumen betätigt und mit der rechten Hand eben mit dem Stick gesteuert. Beim Gamepad musste man bekanntlich umdenken, weil man hier mit dem linken Daumen mit dem Steuerkreuz/ D-Pad steuert und mit der rechten Hand bzw. Daumen “feuert”. Mit den ersten Gamepads bin ich dann auch nicht so toll zurecht gekommen. Das erste Gamepad das mir wirklich gefallen und gut in der Hand gelegen hatte, war tatsächlich das der Playstation. Ich hatte eine Zeitlang mir eine PSX geliehen und damit lange COLIN McRAE RALLY gezockt. Als ich mir das Spiel für den PC zugelegt hatte, musste auch auch Gamepad her. Und das war dann eben besagtes Sidewinder.

Tatsächlich bin ich bei diesem eine Weile geblieben. Das erste Modell was ich hatte war eben jenes mit dem mittlerweile fast vergessenen Gameport-Stecker, die man in jenen Tagen meist am Panel der Soundkarten gefunden hatte. Anfang der 2000er hatte ich mir dann noch ein Model mit USB-Stecker zugelegt. Danach war ich bei Microsoft geblieben und war auf das XBox-360-Gamepad für Windows umgestiegen. Wiederum jenes habe ich nun bis zum erscheinen des ersten Modells des XBox-One-Gamepads benutzt. Zwischendurch hatte ich andere ausprobiert. Und auch mal via Adapter das Gamepad der PS2 am PC benutzt. Aber bis heute, bin ich beim PC bei Microsoft geblieben. Aber bis vor kurzem waren jene Gamepads ja nicht wirklich Bluetooth-fähig gewesen. Die aktuelle Version des XBox-One-Gamepads ja nun doch, aber eben meines der ersten Stunde nicht. So habe ich für Android selbst verständlich was Anderes gebraucht. Und so richtig glücklich geworden war ich da nur FC30 pro von 8BitDo geworden. Über jenes hatte ich hier was geschrieben.

Nun habe ich mich doch mal wieder an ein neues Gamepad von 8BitDo gewagt. Nicht weil ich mit dem SN30 pro unzufrieden war, sondern weil mich die positiven Kritiken so neugierig gemacht hatten. 8BitDo stellt ja nicht nur hochwertige Gamepads her, sondern hat natürlich, wie der Firmenname schon sagt, den Retro-Trent im Auge. So hatte ich mich beim FC30 Pro für ein Famicom-Design entschlossen. Weniger weil ich so ein großer Fan der japanischen Ur-Version des NES gewesen wäre, sondern weil das auch einfach schön und edel aussah. Die Verpackung des Gamepads war auch sehr edel gewesen, was man sich gerne nochmals meinem damaligen Beitrag anschauen kann. Davon war ich Damals wirklich sehr angenehm überrascht und so etwas schätze ich auch sehr. Im Listenpreis ins das SN30 pro nun ein wenig teurer. Warum und das dies durchaus beim Pad selbst berechtigt ist, komme ich gleich nochmals drauf. Bleiben wir nun erst einmal bei der Verpackung, die man auf meinen Bildern hier nicht sehen kann, weil es da wirklich nicht viel zu sehen gibt. Z.B. gibt es diese schön Schaum-/ Moosgummi-Inlay das es bei dem FC30 pro gab, leider nicht. Das Inlay ist hier aus schnöden weißen Plastik. Das Ladekabel und die Anleitung sind einfach unter das Pad geklemmt und nicht so stylisch eingepackt, wie beim FC30 pro. Ja, ja, das ist meckern auf einem hohen Niveau, aber das Niveau hat 8BitDo schließlich selbst bestimmt. Aber mehr zu meckern habe ich bei dem SN30 pro nun wirklich nicht.

Wir haben hier wieder die mittlerweile zum Standard gewordenen Bedienelemente. D-pad, vier Feuerknöpf, vier Schultertasten, Select- und Start-taste und zwei analoge Thumbsticks. Zudem gibt es noch zwei zusätzlich Taster, die aber z.B. im Betrieb am PC oder Android-Geräten nicht direkt gebraucht werden und extra gemappt werden müssten, und natürlich den Button zum BT-synchronisieren. Einen “Ein”-Schalter gibt es nicht. Über ein langes drücken auf die Start-Taste schaltet man das Pad ein bzw. aus. Das Gerät wird wieder von einem Lithium-Akku befeuert. Diesmal ist man hier gleich mit der Zeit gegangen: Das Gerät wird über USB-C geladen! Das zeigt auch schon wieder wie hochwertig jene Produkte sind! Das Gehäuse ist auch wieder aus robusten Plastik gefertigt, dass wirklich eine gute Haptik hat. Dabei ist das Pad ein wenig größer als das FC30 pro. Was gerade für große Hände sehr bequem ist. Wobei ich mit dem FC30 pro da auch keine Probleme direkt hatte. Nur die Schultertasten waren da nicht so gut zu erreichen gewesen, weil man mit langen Fingern immer darüber hinaus greift. Das Problem habe ich hier so gar nicht. Das Ladekabel fungiert hier auch wieder neben der eigentlichen Funktion eben auch als Kabelanschluss. So muss man da nicht lange mit der Bluetooth-Verbindung “kämpfen” sondern kann gleich loslegen. Das Verbinden funktioniert schon recht problemlos. An all meinen Android-Geräten und am Surface ging das schnell von Hand und die Verbindung war stabil ohne beim Spielen irgendwelche Lags zu haben. AN meinem Spielerechner habe ich immer so ein paar BT-Probleme, weswegen ich da dankbar bin, dass man das Pad eben auch via USB-Kabel anschließen kann.

Wobei wir schon bei der Konnektivität wären. Das FC30 pro konnte man problemlos an Windows, Android und MacOS betreiben. Dafür gab es Tastenkombinationen um jene Geräte direkt verbinden zu können. den Bluetooth ist ja nicht gleich Bluetooth! Das SN30 pro hat sogar noch ein Modi. Man kann jenes ohne Probleme an der Switch anschließen! Interessant finde ich, dass wenn man das SN30 pro an einem Windows-PC anschließt, nimmt das Pad automatisch das Layout eines XBox-Controllers an. D. h. das eben der A-Button nicht wie auf dem Pad Nintendo-like beschriftet rechts-außen sitzt, sondern unten. Das ist ersteinmal ein wenig irritierend, dann fühlt es sich aber am PC eben doch natürlich an. Die meisten Spiele die ich ausprobiert habe, erkennen das Pad als XBox-Controller-kompatibel an. Bei Android hat man erst einmal automatisch das Nintendo-Layout, was bei dementsprechenden Emulatoren auch gleich so erkannt wird. Direkte Android-Spiele reagieren da unterschiedlich. Z.B. macht da mein Lieblings-Racer der Out Run – Clone FREEWAY 2 gar keine Probleme. Wie schon der das FC30 pro wird das SN30 pro sofort erkannt und man kann mit dem Nintendo-Layout spielen. Anders z.B. ist das bei HORIZON CHASE. Hier wurde z.B. das FC30 pro sofort erkannt und man konnte mit der A-Taste Gas geben. Das SN30 pro wird nicht so wirklich erkannt. Das D-Pad schon, aber nicht die A-Taste. Gas geben kann man merkwürdigerweise nur mit der Start-Taste! Leider bietet das Spiel, wie so eben die meisten Android-Spiele keine Möglichkeit zum konfigurieren der Steuerung. Bei den Spielen oder Emulatoren wo es geht, da funzt das Gamepad auch ohne Schwierigkeiten.

Vielleicht ist ja den Einen oder Anderen das Design des Gamepads hier aufgefallen. Natürlich gibt es hier wieder unterschiedliche Designs. Das beliebteste ist wohl das SuperNES-Design. Was wohl schon daran liegt, dass man hier auch die Form des SuperNES-Gamepads nachempfunden hat. Ich habe mich hier aber bewusst für das Game-Boy-Classic-Design entschieden. Schon mal weil ich natürlich ein großer Fan des DMG-01 von Nintendo bin. Wobei hier bei den Farben alleine bleibt die Ähnlichkeit nicht. Auch sind bei den unterschiedlichen Modellen die D-Pads unterschiedlich designd. So sieht hier das D-Pad wirklich aus, wie jenes vom klassischen Game Boy! Alle Tasten haben auch wirklich gute Druckpunkte und sind sehr präzise. Natürlich fühlt sich das nicht genauso an wie beim Game Boy. Aber es ist schon sehr, sehr ähnlich, wenn auch ein wenig steifer. Die Analogsticks fühlen sich hier auch sehr viel präziser an, als z.B. beim FC30 pro. Allerdings benutze ich jene recht selten. Hier jetzt beim SN30 pro doch sehr gerne. Es gibt hier auch wieder eine Pro und eine “normale” Version. Die “normale” Version des SN30 muss nicht nur auf die analogen Thumbsticks verzichten, sondern eben auch auf das Forcefeedback, dass beim SN30 pro zwar ein wenig schwach ausgefallen ist und mehr an die Rumble-Funktionen des DS-Moduls für den GBA-Schacht erinnert, als an ein XBox-Controller. Aber es ist ein Nice-to-have, dass das FC30 pro nicht hatte.

Übrigens gibt es wie schon beim FC30 pro auch wieder als Zubehör ein sogenannten Xanter. Eine kleine Vorrichtung aus Plastik das man ans Gamepad klemmen kann und auf der anderen Seite eine Klammer hat, in dem man ein Smartphone einklemmen kann a la Moga-Pad. Für das FC30 pro hatte ich mir das für 5 Dollar gerne dazu geleistet. Beim SN30 pro muss man 10 Dollar oder eben 10 Euro hinblättern. Da ich das schon für das FS30 pro habe, brauche ich das nun wirklich nicht für dieses Gamepad. Denn um ehrlich zu sein, nutze ich diese Möglichkeit recht selten. Bei den heutigen großen Smartys wird die Geschichte nämlich schnell recht kopflastig und ist dann in den Händen eher unbequem. Muss man also nicht haben. Aber das Gamepad selbst, kann ich uneingeschränkt empfehlen. Für Retrogamer oder Spieler die das D-Dad an der Switch vermissen ein wirkliches Must-have!

King’s Quest – Episode 4 – Snow place like home (2016)

Hatten uns die ersten drei Teile nicht so wirklich vom Hocker gehauen, aber immer noch genug Story geboten, dass wir zu mindestens neugierig waren, wie es denn weiter gehen würde, so ist uns dann in der Episode 4 ein wenig die Motivation flöten gegangen. Aber Eins nach dem Anderen. Die Geschichte wird hier also auch weitererzählt. Wieder auf den zwei Ebenen des alten, im sterben liegenden Graham und eben seine Geschichten, in denen man dann als Spieler rätselt (wenn man dann mal Glück hat). Nun hat Graham also nicht nur seine Frau bekommen, sondern ist am Anfang des Kapitels Vater geworden. Die Zwillinge als Babys vom weinen abzubringen, ist dann gleich die erste Aufgabe. Das erinnert dann an kurzweilige Vater-Mutter-Kind-Spiele auf dem NDS oder der Wii. Nach der Aktion wird Alexander, der Sohn gleich entführt. Da denkt man, alles klar, es geht also jetzt darum den Jungen wieder zu finden und zu retten. Und erst gehen die Zwischensequenzen scheinbar auch darum. Aber man wartet vergeblich auf seinen Einsatz als Abenteurer, der seinen Sohn rettet.

Bevor es weiter geht, sind plötzlich 18 Jahre vergangen. Graham scheint 18 Jahre lang vergeblich gesucht zu haben. Und scheinbar hat er eben auch nichts anderes in den 18 Jahren gemacht! Seine Tochter scheint dann ja auch nicht viel von ihm gehabt zu haben. Seine Frau dann wohl auch nicht. Naja, aber Königin Valanice und ihre Tochter Prinzessin Rosella haben ja immerhin den Trost, dass sie die Hauptfiguren im alten KING’S QUEST VII aus dem Jahr 1994 waren. Das war ja übrigens auch der einzige Teil, den ich je gespielt hatte. Aber bekanntlich auch nicht ganz zu Ende. Aber, dann, Graham grähmt sich gerade mal wieder, geht die Tür zum Thronsaal auf und Alexander steht vor der Tür. Wieder da und alles ist gut. Erst einmal wird nicht über die vergangen 18 Jahre geredet. Huh?! Dafür kommt Graham auf die Idee, dass die ganze Familie ja mal verreisen könnte!?! Und schon geht es los. Und zwar mit einer Reihe von Mini-Spielen. Erst einmal muss man die Koffer, die uns in Tetris-Steinform präsentiert werden (ach, was für eine lustige Anspielung.. hat nichts mit King’s Quest oder Märchen zu tun, aber, hey, irgendwie was mit Computerspielen!), in die Kutsche so stapeln das alle rein passen. Huhi! Dann sitzt man mit der Familie in der Kutsche (“Sind wir schon da?”) und muss das Spiel spielen, was man selbst schon als Kind doof fand: Ich mache eine Reise und nehme (dieses und jenes) mit! Ja, wirklich! Das geht eine ganze Weile bis man am Reiseziel ankommt: Beim Eisschloss der Eiskönigen! Ja, so subtil sind die Macher des Spiels rangegangen. Auf Grund des Endes der vorhergehenden Episode, hatte man sich das allerdings schon gedacht.

Und was macht man da? Genau! Mini-Spiele auf Nintendo DS Niveau für 1,99 im eShop! Die Familie von Graham benimmt sich nun hier wie die Simpsons! Graham mimt den trotteligen Homer, Rosella die Lisa, Alex den Bart und Nice die Marge. So was für eine lustige (und sinnlose) Anspielung. Was haben die Macher hier einen tollen Humor bewiesen. Aber so richtig Humor haben sie dann mit dem folgenden Spielabschnitt, der den größten Teil dieser Episode ausmacht, bewiesen. Verschiebe-“Rätsel” auf dem Niveau von 4,99-Wimmelbild-Spielen. Genauso so etwas, was man in einem Reboot einer renommierten Grafikadventure-Serie erwartet. Aufgaben erfüllen? Um die Ecke denken und Inventory-Items kombinieren? Pfff, wer braucht denn so was, wenn es einfache Verschieberätsel gibt?!? Man steuert so erst Grahm und Alexander, später dann erst einmal nur noch Graham, von Raum zu Raum, die sich darin unterscheiden, dass die Verschieberätsel sich nicht groß ändern, sondern nur ein wenig schwieriger werden. Später kommen dann auch ein paar winzige Kombinationsrätsel dazu, aber die sind so niveaulos, das es einen gruselt. Zum Schluss darf man auch wieder mit allen vier Familienmitgliedern ein wenig rätseln, aber steuert dabei nur Graham. Die Anderen sind nur Stichwortgeber. Dabei rennt man eine Weile in nur zwei Räumen immer hin und her. Und dann ist die Episode auch schon um.

Der Spaß ist hier erst einmal völlig auf der Strecke geblieben. Aber in der fünften Episode erwartet einen dann noch Absurderes! Man bekommt den Eindruck, dass die Macher die Episoden unnötigerweise versucht haben so “abwechslungsreich” wie möglich zu machen. Derweil möchte man das als Spieler vielleicht gar nicht! Bei Episoden sieht man das ganze ja doch als ein Spiel und freut sich da eher, wenn alle Episoden wie aus einem Guss wirken. So wie bei den drei Staffeln SAM & MAX oder bei BACK TO THE FUTURE oder TALES OF MONKEY ISLAND oder bei WALLACE & GROMIT (ja, alles von Telltale Games… R.I.P.). Aber wie auch immer.. Wir haben uns trotzdem des Todes verachtend auf die fünfte Episode gestürzt.

King’s Quest – Episode 3 – Once upon a climb (2016)

Zu den ersten beiden Episoden hatte ich hier und hier was geschrieben.

Die dritte Episode des KING’S QUEST – Reboots erschien dann wohl “erst” 2016. Wobei die ersten beiden Episoden eben natürlich Ende 2015 erschienen waren. Zur Erinnerung, die ersten beiden Teile waren zwar auf ihre Art kompliziert und hatten ein paar nervige Moment, aber hatten trotzdem schon Spaß gemacht. Natürlich wird in der dritten Episode auch wieder die Stories der originalen Serie auf neue Art verarbeitet. Wobei spätere Teile der Serie eben dann schon Point’n’Click-Games waren, was man selbstverständlich beim Reboot nicht geändert hat. In Episode 3 hat man es nun also mit ein paar mehr Jump’n’Run- bzw. Kletter-Einlagen zu tun. Aber auch mit anderen Action-Einlagen. Zwischendurch gibt es auch mal ein paar Multichoise-Gespräche. Man hat das Gefühl das man hier nicht wirklich viel zu rätseln hat, denn man ist die meiste Zeit damit beschäftigt herum zu latschen und zu klettern. Weiterhin wird die Geschichte natürlich wieder von Sprüngen in die Zukunft zu Opa Graham und seine Enkel unterbrochen, denn selbstverständlich geht man hier auch weiter so vor, dass die eigentlichen Abenteuer eben die Erzählungen/ Erinnerungen von Opa Graham sind.

Das ist eben auch ein wenig der Twist, um die Verbindung zu den alten Teilen zu haben, aber eben auch Änderungen in der Story beim Reboot eben mit den dazu unterschiedlichen Erinnerungen von Graham zu erklären. Die Story wird also damit vorangebracht, dass man sich als Graham nun auf Braut-/Prinzessinnen-Suche begibt und sie mal eben aus einen Turm traditionell befreien muss. Wobei man in dem Turm zwei Prinzessinnen vorfindet und erst einmal herausfinden muss, wer von den Beiden nun die Richtige ist. Ich weiß jetzt nicht, ob dies auch auf den alten Spielen basiert. Wobei hier nun wirklich keine Spannung a la “welche ist denn nun die Richtige” entsteht. Man weiß es eigentlich sofort, welche es sein muss und ich glaube man muss auch nicht besonders darauf hin arbeiten, die Richtige auszuwählen, denn im Endeffekt kommt man so oder so auf die Richtige, sonst würde das ja alles nicht mit dem Ende der Episode zusammen passen oder gar mit der nächsten Episode. Vielleicht gibt es ja zwei Unterschiedliche Wege hier um durch die Episode zu kommen, aber wenn ja, haben wir es nicht so bemerkt. Wir haben hier knapp 2 1/2 Stunden benötigt um durchzukommen. Eine Komplettlösung haben wir einmal gebraucht (und das so ziemlich am Anfang), weil man mal wieder nicht so genau erkennen konnte, was das Spiel von einem wollte.

Ja, auch die Episode war wieder ein wenig nett, aber dann eben wegen der vielen Action-Einlagen kam es ein doch eher wie eine Mini-Spielsammlung mit Zwischengeschichten vor, als wie ein Adventure. Was eben nicht nur an der Steuerung lag. Wir spielen also auf jeden Fall weiter und sind noch nicht völlig genervt.

King’s Quest – Episode 2 – Rubble without a cause (2015)

Zum ersten Teil des Reboots von KING’S QUEST hatte ich hier was geschrieben.

Nun waren wir also mit der ersten Episode durch. Wie schon erwähnt haben wir ja die “Disc”-Version, bei der nur die erste Episode auf der DVD-ROM enthalten ist. Beim installieren des Spiels muss man ja zwangsweise über seinen Steam-Account gehen. Ohne geht gar nichts. Ein Code muss man eingeben und man bekommt die nette Meldung, dass man stolzer Besitzer der “Complete Edition” ist. Wohlgemerkt, nicht der eines “Season passes”, wenn man das Spiel bei Steam gekauft hat. Das ist ein entscheidender Unterschied, wenn es darum geht, an die weiteren Episoden zu kommen!

Wir wollten also loslegen und über das Spielmenü gibt es eben auch gleich zwei Möglichkeiten die weiteren Episoden zu laden/installieren. Die eine sagte uns, du hast gar kein Season-Pass! Und die Andere gab vor, dass wir von hier aus nun die zweite Episode installieren können, aber gab nach zwei Klicks zu, dass ja gar keine Verbindung zum “Shop” besteht. Sie sind offline! Waren wir aber nicht wirklich. Also vielleicht doch direkt bei Steam?? Auf der Seite in der eigenen Steam-Spiele-Bibliothek.. kein Hinweis. Wie ein normaler DLC ließ es sich also nicht an weitere Episoden kommen. Auf der Steam-Shop-Seite kann ich die Episoden 2 bis 5 nochmals kaufen, mehr nicht. Wenn man sonst Spiele oder DLCs erstmals oder nochmals installieren will und auf der Shop-Seite damit anfängt, dann bekommt man gewöhnlich an Stelle des Buy-Buttons eben den Hinweis, dass dies Spiel eben schon in seiner eigenen Spiel-Bibliothek vorhanden ist. Hier eben nicht. Aber wie nun an die weiteren Folgen kommen.

Also in die zwei Seitige Schnellanleitung des Spiels geguckt. How to do it? Aber keinen direkten Hinweis auf das “how” gefunden. Die PDF lässt sich darüber bei aller Ausführlichkeit nicht aus. Ich habe das Spiel sogar nochmals deinstalliert und dann wie neu draufgepackt, weil ich dache, vielleicht habe ich ja was bei der Installation übersehen!? Nichts! Dann also ab ins User-Forum auf Steam. Erst mal geguckt ob nicht jemand das gleiche Problem hatte und vielleicht eine Antwort bekommen hat. Überraschend wenige Anfragen habe ich dazu gefunden. Vielleicht haben wirklich wenige das Spiel als DVD-Version gekauft?! Zwei hatten Antworten bekommen, die ihnen nicht geholfen hat und uns auch nicht. Aber dann hat da doch jemand eine richtige Antwort bekommen, die uns auch geholfen hat! Es gibt den Punkt, der in der klassischen Ansicht der Steam-Software ganz unten links zu finden ist, der sich “Spiel hinzufügen” nennt. Dieser öffnet ein winziges Pop-up-Menü. Der erste Punkt ist “Steam-fremdes Spiel hinzufügen”. Den kannte ich. Eine Zeitlang hatte ich die Steam-Software/-Oberfläche auf meinen Spiele-Rechner dafür benutzt um sie als “Start-Bildschirm” für alle Spiele auf dem Gerät zu nutzen. Hier kann man also auch Spiele die kein Steam brauchen mit einbinden und so z.B. mit zu den Favouriten unterzubringen. Nett, finde ich. Sonst habe ich über dieses Mini-Menü nie nachgedacht. Aber da gibt es noch einen zweiten Punkt, der da heißt “Ein Produkt bei Steam aktivieren”! Hm, das macht Sinn. Habe ich bisher nie gebraucht. Spiele die ich auf einen physischen Datenträger gekauft habe und einen Steam-Account gebraucht haben, habe ich bisher ganz klassisch vom Datenträger installiert und dann eben über Steam gestartet. Und das war es bisher immer! Hier ist es also anders und vielleicht bei anderen Spielen, die ich nicht habe, eben auch. Und schon konnten wir die weiteren Teile installieren. Und 1 Stunde von unserer Spielzeit war weg!

Und das zweite Kapitel selbst? Unterscheidet sich von der Machart von der ersten Episode nach unserem empfinden völlig! Hatten wir die erste Episode als Action-lastig empfunden (also von wegen Jump’n’run-Einlagen und so), so hatte die zweite Episode mehr so einen strategischen Charakter. Wir landen hier nun als König Graham in einen Kerker der Trolle und müssen nur nicht selbst hier rauskommen, sondern auch unsere mit inhaftierten Untertanen, also jene die wir in der ersten Episode kennen gelernt haben, retten und befreien. Retten vor dem Hungertod und dann eben auch befreien. Als uns dann der ersten verhungert und tot-gegangen war, waren wir erst einmal damit beschäftigt eine Strategie zu entwickeln, wie uns keiner von den Untertanen verlustig geht. Immer wieder haben wir mit den ersten Tag im Kerker wieder angefangen, um einen Weg zu finden, wie wir das hinbekommen. Und immer wieder war es uns nicht gelungen. Ich kenne das ja von alten Sierra-Spielen, dass man da sehr wohl sterben konnte, was es z.B. bei den Lucasgames nicht gab. Es gelang uns nicht. Einer ging uns immer verlustig. Und selbst, als wir das akzeptiert hatten, ging usn wieder einer verlustig. Zwei waren einfach zu viel! Irgendwann dachte ich, dass die Little Miss Fangirl das Gamepad aus dem Fenster schmeißen würde! So sehr aufgeregt und aufgelöst habe ich sie zuletzt nach dem letzten Kapitel von LIFE IS STRANGE gesehen oder beim dritten Teil von DEPONIA, als die Macher die weibliche Hauptfigur haben (kurzfristig) über die Klinge springen lassen. Wir mussten das Spiel abbrechen und hatten da schon mit rumprobieren fast 4 Stunden verbracht!

Am nächsten Tag haben wir dann doch mal in die Komplettlösung geguckt. Erstens hatten wir was Entscheidendes übersehen und zweitens müssen wir einen Untertan verlieren um weiter zu kommen. Bekommen ihn aber später wieder zurück. Niemand muss also sterben um das Kapitel zu beenden. Das haben wir dann auch nach etwa 1 1/2 Stunden geschafft. Was uns wohl in der nächsten Episode erwartet? Jetzt haben wir schon 12 Stunden mit den ersten Beiden verbraten. Ein kurzes Spiel ist KING’S QUEST zu mindestens für uns nicht! Und bei allen Ärger, den wir damit hatten, macht es bisher trotzdem Spaß. Also weiterspielen werden wir auf jeden Fall noch!

King’s Quest – Episode 1 – A Knight to remember (2015)

KING’S QUEST von THE ODD GENTLEMEN aus dem Jahr 2015 ist ein Reboot der King’s Quest – Serie von Sierra die 1984 bis 1998 mit 8 Teilen erschienen ist. Das Spiel aus dem Jahr 2015 ist keine Fortsetzung, die nach Teil 8 spielt und kein Make-over des ersten Teils. Davon gab es glaube ich schon einen oder zwei. Es ist also zwar eine Story um König Graham von Daventry bzw. wie er zum König wurde, aber eben wohl ein bisschen anders aufbereitet. Nun muss ich erst einmal dazu sagen, trotzdem ich ein großer Fan von Grafikadventure der 80ziger und 90ziger bin, so habe ich nie große KING’S QUEST gespielt! D.h. ich habe nur mal KING’S QUEST 7 angespielt, aber nie durchgespielt. Das ist auch der einzigste Teil den ich besitze. Trotzdem ich auch Sierra-Adventure gespielt habe, wie die Gabriel-Knight-Serie und Leisure Suite Larry, so bin ich doch nie zu KING’S QUEST gekommen. Allerdings auch nicht zu SPACE QUEST, wo ich auch nur ein Teil besitze und den dann bisher noch nicht einmal angespielt habe. So ist das manchmal. Als ich dann von den Reboot von KING’S QUEST las, hatte es auch noch eine Weile gedauert, bis ich mir das Spiel zugelegt hatte.

Das neue KING’S QUEST kommt ähnliche wie die Telltale Games (SAM & MAX, TALES OF MONKEY ISLAND, WALLACE & GROMIT u.a.) als 5-Teiler daher. Eine pysische Kopie gibt es zu mindestens hier zu Lande nur Teilweise. Es gibt eine DVD-ROM in einer DVD-Hülle (jene halte ich hier in meinen Händen), aber diese enthält scheinbar nur die erste Episode. Jene kann man übrigens nicht ohne eine Steam-Account spielen. Also Steam ist zwingend notwendig und die anderen Episoden gibt es eben nur da als Download. Im Prinzip kann man sich das Spiel gleich komplett als Download kaufen. Wobei man bei dem “Season-Pass” aller 5 Episoden bei Steam auf 25 Euro kommt, wenn nicht gerade wieder ein Sale ansteht. Die DVD bekommt man meist für 10 Euro und damit hat man auch gleich das Download-Recht auf die auf der DVD nicht vorhanden Episoden. So hatte ich auch das Spiel gekauft. Neben der eben beschriebenen Windows-Version gibt es natürlich auch eine PS3, PS4 und eine Xbox One-Version.

Die Grafik sieht wirklich gut aus. Natürlich wurde hier eine 3D-Engine benutzt, aber trotzdem spielt man die meiste Zeit in eine klassischen Adventure-Ansicht, nur in den Action-Szenen (ja, genau gelesen! ACTION-SEQUENCEN! Der Graus aller Adventure-Puzzler!) kann es auch mal zu einer FPS-Perspektive kommen. Gleich am Anfang überkommt mich das erste Grauen: Ich habe die Wahl zwischen einer Steuerung mit der Tastatur (WASD) oder einem Gamepad! Ach!! Na, ganz toll! Keine Maussteuerung! Aber wenn man mal ehrlich ist, hatte das Original von 1984 auch keine Mausteuerung. Manche PC-Besitzer hatten zu der Zeit unter DOS nicht einmal unbedingt eine Maus! Die Figur wurde über die Cursor-Tasten gesteuert und man gab Befehle in eine Parser-Kommandozeile ein (“Look on the ground” – “You noticed a stone!” – “Take the stone”). Also darf dann das Reboot nicht auch eine Tastatur-Steuerung haben? Wenigstens hat man uns den Parser erspart. Wir haben uns dann für das Gamepad entschieden. Wenn man noch nie KING’S QUEST gespielt hat (und die Anleitung zu dem Spiel nicht gelesen hat.. so wie die Little Miss Fangirl und ich), dann weiß man erst einmal gar nicht was los ist. Wir sind jedenfalls erst einmal mit Graham herum gestolpert und in ein Brunnen gestiegen ohne mitbekommen zu haben, um was es nun wirklich ging. Schon bald kamen ein paar Action-Einlagen. Es ist zu Anfang wirklich mehr ein Jump’n’Run als ein Grafikadventure! Außerdem wackelt an dauernd das Bild, wie man es aus schlechten Actionfilmen mit quasi Handkamera kennt. Es stellt sich heraus, das dies das Schnarchen eines Drachens verdeutlichen soll. Für Leute mit “Gaming sickness”, wie mir, ist das allerdings pures Gift und der Spaß-Killer schlecht hin.

Wenn man die Sequenz geschafft hat und einen magischen Spiegel dem Drachen abgenommen hat (Spieler des erste Teils werden vielleicht schon vorher sich gedacht haben, dass es um jenen ging), dann sieht man den alten Graham der seiner Enkelin gerade eben die Geschichte erzählt hat. Dann geht es zur nächsten Geschichte, die Opa ihr nun erzählt und die müssen wir nun spielen. Eben wie Graham zu einem Ritterturnier nach Daventry gekommen ist. Und wir befinden uns da immer noch in Episode 1! Von hier an wird s dann auch mehr Adventure-mäßig. Man unterhält sich mit anderen Figuren, man muss Aufgaben erledigen, kombinieren und rätseln. Ja, es gibt auch noch ein paar Actioneinlagen, die aber mehr a la DRAGON’S LAIR daher kommen. Neben den liebenswerten, trotteligen Graham, den man spielt, kommen noch weitere liebevoll gestaltete Figuren hinzu. Alles ist sehr stimmungsvoll und gut gezeichnet. Auch die deutschen Synchronstimmen sind sehr gut und die Texte haben Hand und Fuß. Die Aufgaben und Rätsel überfordern einen nicht, sind aber nicht immer so leicht, wie es erst am Anfang scheint. Die Episode macht nach den etwas seltsamen Anfang auch via Gamepad-Steuerung Spaß, trotzdem ich mir hier als Alternative trotzdem auch eine Maussteuerung gewünscht hätte. So kurz war die erste Episode gar nicht! Wir haben glaube ich so 3 1/2 Stunden Spielzeit gehabt. Das ist schon ganz ordentlich für eine Adventure heutzutage. Zum zweiten Kapitel sollte uns dann aber erst einmal eine böse Überraschung erwarten! Dazu aber ein ander Mal!

Lost Horizon 2

LOST HORIZON 2 ist, wie der Name schon sagt, das Sequel zu dem 2010 erschienen Point’n’Click-Adventure LOST HORIZON. LH2 ist 2015 erschienen und wie die GEHEIMAKTE-Reihe vom deutschen Studio Animation Arts, das es scheinbar nicht mehr so wirklich zu geben scheint. Der letzte Eintrag auf ihrer offiziellen Webseite ist vom September 2017. Aber so genau habe ich das nun nicht recherchiert. Zuletzt geht es da nur um die mobilen Umsetzungen ihrer alten Adventure. Das letzte Spiel erschien 2016 mit dem Titel “Preston Sterling und die Legende von Excalibur” erschienen zu sein.

Das erste LH war zwischen GEHEIMAKTE 2 und 3 erschienen. Jenes Spiel spielte in den 30er Jahren und hatte schon eine sehr starke Anlehnung an Indian Jones und Co. Trotzdem war es wirklich sehr unterhaltsam gewesen und hatte moderate Rätsel gehabt. Wir hatten es Damals ganz gern gespielt. Teil 2 hatte hier nun schon eine Weile herum gelegen. Das Spiel kam in einer Metall-Box daher, deren Format seltsamerweise nicht der einer DVD, sondern der eine Blueray ist. Damit ist die Box dann im Regal zwischen den anderen Spielen im DVD-Format ein wenig kleiner. Das Cover-Art ist leider selten hässlich. Schon LH selbst und aber auch die GEHEIMAKTE-Spiele hatten ja schon ein wenig seltsame Cover-Arts. Das mit den Gesichtern haben sie nie so wirklich hinbekommen. Aber immerhin sahen jene Cober so ein bisschen nach Adventure aus. LH2 dann aber um so gar nicht. Also so völlig nichtssagend und wie die Gesichter so gezeichnet sind, kommen sie völlig unsympathisch rüber. Das Booklet zeigt Vater und Tochter in einer “rausgezoomten” Version des Covers, aber das macht es nicht besser, sondern eher schlimmer, weil Beide a la Leathal Weapons Knarren in der Hand halten.

Vater und Tochter? Doch, doch die männliche Hauptfigur ist wieder die Selbe wie in Teil 1 und jene steuern wir hauptsächlich in dem Spiel. Aber wir dürfen auch mal seine Tochter und eine weitere weibliche Figur in einigen Abschnitten/Kapiteln steuern. Das schafft schon ein wenig Abwechslung. Die Geschichte spielt also nicht mehr in den Dreißigern des letzten Jahrhunderts, sondern nun ein den 50zigern. Und ja, die Beiden aus Teil 1 haben nun eine Tochter und die Mutter gibt es nun gleich nicht mehr. Dafür taucht ein attraktive Blondine gleich nach dem Teaser auf. Naja… Der Teaser spielt dann allerdings wieder im zweiten Weltkrieg und hat natürlich böse Nazis. Der Teaser ist auch spielbar und hat erst einmal nichts mit unseren Protagonisten zu tun. Danach sind wir mit der eigentlichen Hauptfigur in Afrika der 50ziger und auch das Kapitel hat dann nicht all zu viel mit der Geschichte selbst zu tun. Teaser 2, so zu sagen. Erst dann geht es wieder in Indy-Jones-Manier los. Im Laufe des Spiels finden wir auch in einem Gebüsch in Schottland eine Schlapphut und eine lange Peitsche. Ha, ha, wie lustig!

Die Geschichte ist verworren und uninspiriert. Die einzelnen Kapitel sind mehr mit dem heißen Faden als mit einem richtigen roten Faden verbunden. Man bekommt den Eindruck das erst einmal die einzelnen Szenarien existiert haben und dann erst die Verbindungen zu der “Geschichte” zusammengestückelt wurden. Natürlich hat man wieder die selbe Grafikengine wie bei GEHEIMAKTE benutzt. So findet man wieder alle Funktionalitäten, wie z.B. die Hot-Spots-Anzeige, hier wieder und die Steuerung ist hier auch gleich geblieben. So fühlt man sich als ehemaliger GEHEIMAKTE-Spieler sofort zurecht. Diesmal ist sogar gleich eine Komplettlösung mit eingebaut worden. Auf jene kann man jeder Zeit mitten im Spiel zurückgreifen. Jene haben wir an einigen Stellen schon gebraucht, denn das Rätseldesign ist hier ein wenig merkwürdig geraten. Einige Rätsel sind ganz okay, aber zwischendurch gab es immer mal wieder Situationen, in denen wir nicht die geringste Ahnung hatten, wie es nun weiter gehen soll. Nach einen Blick in die Komplettlösung konnten wir noch nicht einmal nachvollziehen, wie man auf die Lösung eigentlich hätte kommen sollen! Das ist uns sogar ganze drei Mal in dem Spiel passiert. Das ist kein gutes Rätzeldesign. Rätsel dürfen schwer sein, aber nicht völlig unlogisch oder nicht nachvollziehbar! Z.B. sind einige Stellen im MONKEY ISLAND 1 und 2 schon bockschwer gewesen, aber man rumtüfteln war man dann schon zu einer Lösung gekommen oder konnte nach einen Blick in eine Komplettlösung die Zusammenhänge schon nachvollziehen. An einer Stelle in LH2 kamen wir dann trotz eingebauter KL trotzdem nicht weiter. Es lag alles klar vor uns, aber wir konnten gewisse Objekte nicht anklicken. So was geht gar nicht. Nur mit wilden rumprobieren ohne Sinn und Verstand, ließ sich dann plötzlich ein Objekt auf dem Bildschirm endlich auswählen. Das war dann schon schlimmer als SYBERIA 3!

Multi-Choice-Gespräche fanden hier in dem Spiel fast nie statt. Wenn dann nur kurze oder eher wie Zwischensequenzersatz. Hauptsächlich war man am Herumprobieren und hörte den Gedanken der Protagonisten zu. Die Charaktere selbst sind wie immer bei der Geheimakte-Engine recht hölzern wie Marionetten. Aber dafür gab es wieder wunderschöne Hintergründe. Das haben sie da zu mindestens wieder gut hin bekommen. Allerdings erscheinen dann einige Sequenzen trotzdem recht unfertig. Den Screenshot den man hier oben im Artikel sieht, ist der fast komplette Ausschnitt eines Kapitels, in dem man Gwen, die Tochter steuert. Das Kapitel hat sage und schreibe zwei Screens! Die Ansicht die man da oben sieht und man kann in den Pub gehen. Sonst läuft man in genau der Ansicht, wie oben zu sehen, nur immer hin und her zwischen vier Gesprächspartner. Hier finden die im Spiel wenig vorhandenen Multi-Choice-Gespräche ab. Jene laufen aber völlig linear ab. Man kann nichts falsch machen und klappert eben nur den Antworten ab. Eine “interaktive” Zwischensequence in Wide-Screen-Ansicht!

Das Ende kommt dann auch sehr plötzlich und gerade das letzte Kapitel ist leider zu extrem Indy 3! Wenn das ja nur ein Film gewesen wäre, dann könnte man es als Hommage sehen, aber das INDY 3 auch ein äußerst populäres Grafikadventure ist, finde ich das eher peinlich. Nein, besonders dolle ist das nicht. Konnten wir noch LH als Spiel empfehlen, so würde ich von LH2 die Finger lassen. Wir hatten so ca. 8 Stunden an dem Spiel geknobelt, aber bestimmt sind 2 Stunden für sinnlose Aktionen drauf gegangen. Also, muss man nicht gespielt haben.