Justin Kyle – The A – Z of the Atari 2600 (2013)

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Der Titel des Buchs ist vielleicht ein wenig irreführend. Diese kleine Selbstveröffentlichung von den gebürtigen Nordiren Justin Kyle, der zur Zeit wohl laut seinem Profil in Alalaska lebt, handelt eben nicht um alle je erschienen Atari-VCS-Spiele, die je erscheinen sind, sondern es geht nur um eine kleine Auswahl von Spielen, die er selbst mal besessen oder gespielt hatte, und die er eben Alphabetisch angeordnet hat.
Das Buch ist leider ausgesprochen kurz. Zwar wurde im Antext vom Autor angesprochen, das es sich hier um persönliche Erinnerungen an jene Spiele handelt, aber dem eigenen Rezept ist Kyle nicht so richtig gefolgt. Zwar beginnt das Buch mit seinen eigenen Erinnerungen an seine Kindheit, mit einer 2600er Konsole mit nur einem Joystick, aber als es dann um die Spiele geht, gibt es hauptsächliche zu jedem Spiel einen kurzen historischen Hintergrund, da die meisten 2600er Spiele ja Ports von Acarde-Spielen waren und eine Beschreibung des Verlaufs des Spiels. Dinge die man auch auf Seiten wie mobygames nachlesen kann. Dazu braucht es heute keine Buch mehr. Schonmal weil hier wirklich nur eine kleine Auswahl an Spielen geboten wird, von dem die Meisten ohnehin Retrogamern bekannt sind. Also als Guide für Neo-Retrogamer nutzt das Buch leider auch nicht viel.
Wofür es genutzt hätte, wären mehr bzw. Ausführlichere eigene Meinungen gewesen. Mehr Hintergründe zu seinen eigenen Erfahrungen mit den Spielen. Anekdoten dazu oder wie seine Freunde die Spiele fanden. Das wird von Kyle hier und da mal in ein oder zwei Sätzen gemacht. Aber nur leider halbherzig, gerade so als wäre ihm das peinlich.

Vielleicht ist es ja so, das es Kyle so geht wie mir selbst. Man kann ja sagen ¨gut gebrüllt, Löwe! Mach es doch besser!¨ Aber es ist ja so, das ich es nicht besser kann. Und deswegen eben auch kein Buch schreibe! Vielleicht hat Kyle ja auch die Zeit gefehlt, denn er scheint mir kein Vollzeitschriftsteller zu sein. Denn manchmal klingen da schon Sachen in seinen Texten durch, die vielleicht von ihm mehr ausgeführt worden wären?! Ich weiß es nicht.
Mich persönlich läst das Buch ein wenig ratlos zurück. Ich kann den wirklich Zweck nicht erkennen. Es ist kein Guide für Neuspieler, aber als Austausch mit anderen Retrogamern bietet das Buch zu wenig persönlichen Output. Daten interpretieren die alle Retrogamer kennen ist da eben nicht genug.
Deswegen weiß ich leider nicht wen ich dieses Buch empfehlen sollte. Meine Anerkennung bekommt Justin Kyle trotzdem das er sich hingesetzt hat und ein Buch zu dem Thema geschrieben hat (was ich eben nicht getan habe und wahrscheinlich nie tun werde), aber das beantwortet nicht meine Fragen von weiter oben.

Activision Anthology jetzt für’s Smarty oder Tablet

War das Atari-App vor ein paar Monaten für iOS und Android mehr was für Extrem-Nostalgiker gewesen, weil es mit 10 $ nicht nur zu teuer war, sondern sich auch noch schlecht steuern ließ, so wurde bei dem Activision Anthology App für beide Betriebssysteme fast alles richtig gemacht. 45 Atari-2600er-Spiele von Activsion werden hier zu einzelnen Paketen angeboten oder alle 45 auf einmal. Einzelne Spiele können nicht gekauft werden. Ich weiß nicht wie die iOS-Preise sind , aber bei Android sind die  Paketpreise zu 2 Euro angeboten. Aber ich habe als alter Activision-Fan  das komplette Paket zu knapp 6 Euro genommen. 
Sein wir mal ehrlich: Die besten 2600er Spiele kamen sowie so von Activision! H.E.R.O., Pitfall I und II, River Raid I und II, Bomberman (das hier als Gratisspiel angeboten wird), Demon Attack usw. usf. 
Das ganze ist hier in einen wundervoll nostalgischen Benutzermenü angeboten, in dem man sich auch wie beim Atari-App die Verkaufsverpackungen und Cardriges in einem Showroom anschauen kann. Steuerungsmöglichkeiten werden hier gleich 3 angeboten: Klassisch per Touch D-Pad und -Feuerknopf auf dem Bildschirm (wahlweise sicht- oder unsichtbar), per Wischen und Tippen oder eben auch per Bewegungssensoren des Smartys oder Tablets. Nun ist hier gegen über der miesen Steuerung beim Atari-App (das wohl mehr für Masochisten von Sadisten entworfen worden war) die Steuerungen wirklich super gelungen. Man muss und kann  die Steuerungen  für jedes Spiel individuell einstellen. So funzen einige Spiele besser mit den Bewegungssensoren (Rennspiele z.B.), andere besser mit dem direkten Steuern per Fingerwischen (Demon Attack oder Bomberan) oder eben wieder andere per Touch D-Pad und -Feuerknopf (H.E.R.O.). Das muss man selbst testen was bei einen am besten geht. Da kann auf einen kleineren Smarty-Display unter 4-Zoll schon etwas fummlig mit dem Touch-D-Pad werden, wie bei mir auf dem Milestone 2 (leider werden keine Hardware-Tasten wie meine Milestone-Tastatur nicht unterstützt), aber funzt ganz prima bei größeren Displays, wie z.B. bei meinem 7-Zoll-Tablet. Schön finde ich, das hier Highscores gespeichert werden. Ein Luxus den man bei den Originalen ohne Speichermodul-Zubehör (ja sowas gab es für teueres Geld aus Usa… aber das wäre mal eine andere Geschichte) nicht hatte.
Als Atari-Retrogamer muss man da zuschlagen wenn man ein Android oder iOS hat!

Communist Mutans From Space

COMMUNIST MUTANS FROM SPACE! Was für ein Game-Titel! Und das Spiel hieß wirklich so!
1982 für den 2600er erschienen (wahrscheinlich nicht hier in Deutschland) ist es ein simpler Shooter der im ersten Moment wie eine Mischung aus SPACE INVADERS, GALAXIAN und BREAKOUT daher kommt. So simple, so gut. Damit hat es die gleichen Voraussetzungen wie fast alle Spiele auf dem 2600er. Was ich hier neben den coolen C-Movie-Titel wirklich gut finde ist, das das Spiel nicht nur unheimlich schnell ist (was für 2600er Spiele ein Seltenheit ist), sondern das es sich auch noch richtig gut steuern lässt! Keine schwammige, schwergängige Steuerung wie man es von vielen 2600er Spiele her kennt. Man hat seinen kleinen Raumjäger jeder Zeit gut im Griff. Das Spiel macht nicht nur hinter den tränennassen Schleier des Retrogamerblicks super, sondern kann sich mit Arcade-Shootern von heute von der Action her immer noch gut messen. Selbst die Grafik ist für 2600er Verhältnisse richtig gut. Ich kann meinen Raumjäger als solchen erkennen und die Aliens sind auch eindeutig zu erkennen. Das war Anfang der 80ziger bei Videospielen nicht immer der Fall, das man das was im Spiel dargestellt werden sollte auch als solches erkennen konnte (siehe E.T. oder Asterix für den 2600er!).

Eine Besonderheit dazu: Das Spiel wurde wohl auf Cassette verkauft! Dazu brauchte man einen handelsüblichen Kassettenrecorder und den sogenannten  Starpath Supercharger

Swordquest… WTF?

Bekanntlich gab es ja Anfang der 80ziger eine wahre Flut von Spielen für die Atari 2600er Konsole. Dabei war eine ganz Menge Mist gewesen. Wenn ich so alte (Tele)Match Hefte durchblättere hat es da schon ein paar seltsame Vertreter gegeben.
Irgendwann war mir bei Karstadt oder so SWORDQUEST in die Hände gefallen. Als alter Adventure-Boardgames-Fanboy klang das ja alles ganz fantastisch:

The game play boils down to walking from room to room, finding and dropping items, beating the action stages in order to find more items, and seeing the odd set of numbers flash at you if you get the right combination of items in the right rooms.

(from Mobygames.com)

Die Umsetzung war ausgesprochen öde. Selbst für Atari 2600er Verhältnisse. Da es ja Damals noch kein Internet gab um mal kurz zu recherchieren um was es da so eigentlich ging und so, hatte ich die Cardridge einfach in die Ecke gefeuert. Später las ich dann doch mal die Auflösung über die ganze Geschichte. Der Angry Video Game Nerd hat diese Story jetzt mal wunderbar optisch aufbereitet. Auch wenn man das Spiel kein Stück kennt, ist das mal eine ganz interessante Geschichte:

AVGN Swordquest

Remember Missile Command?

SSH ist Heute: Missile Command! Und das ganze Heute auf meinem Palm in der Mittagspause gespielt. Ende der 70ziger kam nicht nur die Disco-Welle nach Deutschland, sondern eben auch die Videospiele. Meine frühste Erinnerung ist ein Tisch mit einem Fernseher des Bildröhre gen Decke gerichtet war in eine Hotellobby und darauf lief PONG. Das muss so 1976 gewesen sein. Und es war ein Multiplayergame! Ich erinnere mich noch ganz genau, das man es nur zu zweit spielen konnte. Es gab keinen Computergegner.
Dann kann ich mich noch an Coin-Up-Automaten mit SPACE INVADERS und ASTROIDS erinnern. Aber besonders an den Automaten MISSILE COMMAND. Der hatte ein Trackball an Stelle des Joysticks. Und man musste ganze Städte verteidigen. Für uns war natürlich klar gewesen, das es da um russische Atomraketen ging, die man abschießen musste um seine Städte (die aussahen wie diese merkwürdigen mit Kokos gefüllten Schokolade Brocken, die es meist zu Weihnachten gibt) vor der atomaren Vernichtung zu beschützen. Schließlich hatten wir alle im Kino WARGAMES gesehen (und in der Schule THE DAY AFTER).
Okay, als ich mir das Game dann 1982 für meine 2600er zugelegte hatte, war zwar die Grafik mit der Coin-Up-Version fast identisch gewesen, aber eine Trackball hatte ich nicht. Gab’s ja für die 2600er. Aber dafür hatte dann mein Taschengeld und Zeitung austragen auch nicht mehr gereicht.

Missile Command als Flashgame (anschauen und ihr wisst wie ich das als Kind Damals mit einen atomaren Angriff der Russen verglichen habe):

http://www.retrosabotage.com/missile/docudrama.html

Und Little Miss Gamer präsentiert das Game auf ihre Weise:

http://www.thatguywiththeglasses.com/videolinks/pbc/lmg/5383-missle-command

Hardware-Killer

Ich glaube ich habe noch nie so viel Hardware für eine Videospielkonsole hinzu gekauft wie für die Wii. Zweiten Wiimote, zweites Lenkrad für Mario-Kart, ein Classic-Controler, ein Wiiboard und eine Tanzmatte. Fast bekommt man den Eindruck das jedes Spiel seinen eigenen Controler braucht. Da war ich schon froh, das ich zu Tiger Woods 2009 kein Satz Golfschläger dazu kaufen musste.
Aber wo wir jetzt gerade bei dem Wiiboard sind. Also so innovativ und neu ist das nun auch wieder nicht. Für die selige Atari 2600er gab es nun schon 1984 das Joyboard von der Firma Amiga Inc. (ja, genau die, die dann einen 16-bit-Computer gebastelt hatten und sich von Comondore kaufen lassen ließen– oder so ähnlich. Aber das ist eine andere Geschichte…).
Gesehen oder geschweige denn getestet habe ich das die nie. Es gab wohl auch nur drei Spiele dafür mit dem man das Ding sinnvoll einsetzen konnte.
Nein, halt! Es sollte noch ein weiteres Spiel geben: Guru Meditation! Momentmal?! Amiga? Guru Meditation? Da war doch was? Genau! Das waren die Blue Screens für den Amiga-User. Ja, und da sollte es ein Spiel geben. Ach, lest am besten selbst.

(Bei WiiFit gibt es übrigens einen “Spielmodus” bei dem man im Schneidersitz gaaanz ruhig auf dem Board sitzen muss. Meditativ quasi. Also so Guru-mäßig. Ach!)