Broken Sword 5: The Serpent’s Curse (2013)

BS5TSC erschien offiziell im Dezember 2013 als Zweiteiler. In Deutschland erschien der Teil unter den Titel: BAPHOMET’s FLUCH 5: DER SÜNDENFALL. “Baphomet’s Fluch 5: Der Fluch der Schlange oder Der Schlangen-Fluch” Klang vielleicht zu doppeltgemoppelt. Im Dezember 2013 erschien also der erste Teil als Download und 2014 folgte Teil 2 und die physische Kopie auf DVD-ROM. Nachdem man mit Teil 3 und 4 vom klassischen Point’n’Click-Adventure weggegangen war und lieber in Richtung Action-Adventure geschielt hatte, kehrte Charles Cecil mit dem fünften offiziellen Teil also zum klassischen Grafikadventure zurück. Finanziert wurde das Spiel u.a. via Kickstarter. Und so gibt es eben auch eine Baker Edition. Dazu komme ich später noch. Erschienen ist das Spiel für Windows, Linux, MacOS, PS4, XBox One, Nintendo Switch, PS Vita, Android und iOS. Also auf so ziemlich jeden System auf dem man Spielen kann. Die Baker Edition beinhaltete nur die Windows Version. Und für die Windows-Version braucht man leider einen Steam-Zugang.

Bekanntlich bin ich ein großer Fan von Teil 1 und Teil 2 und habe Beide schon mehrmals und auf verschiedenen Systemen gespielt. Teil 3 konnte ich gerade noch deswegen akzeptieren, weil er zu mindestens die typische Broken-Sword-Atmosphäre herstellen konnte. Wenn eben die Steuerung und die Spielmechanik eher daneben waren. BS4 hat leider nichts von dem mehr gehabt, was ich an der Serie mochte und so hatte ich das Spiel auch nie zu Ende gespielt. Die Ankündigung von Teil 5 mit dem Versprechen wieder ein “echtes” Grafikadventure machen zu wollen hatte Hoffnung gemacht und die Kickstarter-Aktion war auch dementsprechend erfolgreich gewesen. Und ich muss auch sagen, dass man hier wirklich geliefert hatte!

Ich habe das Spiel schon seit 2014, aber ich wollte es natürlich mit der Little Miss Fangirl zusammen spielen und dafür wollten wir natürlich auch vorher Teil 1 bis 4 gespielt haben, die sie ja noch nicht kannte. So kam es dazu, dass das Spiel doch noch 5 Jahre hier bei mir im Regal stand. In der Geschichte geht es ja endlich mal nicht um die Templer, aber so weit weg ist das hier alles dann doch wieder nicht. Aber auf die Story will ich hier nicht weiter eingehen, dass kann man Tausendfach wo anders nachlesen. Ja, okay, es geht also mal wieder um den christlichen Glauben und für ein paar Rätsel gibt das schon genug Background her. Das wichtige ist, dass man hier mal wieder mit Nico und George in Paris losziehen darf und Morde und mystische Geheimnisse aufklären darf. Das passiert hier also endlich mal wieder mit einer vernünftigen Steuerung a la Maus (also unter Windows, Linux und Mac) und mit dem ganz klassischen sammeln von Informationen und Items. Letztere kann man mal wieder im Inventar kombinieren. Es finden wieder Multi-Choice-Gespräche statt, bei denen man die Infos einsammeln kann, die man braucht um voran zukommen. Die Rätsel sind hier Genere-typisch und Teil 1 und 2 ebenbürtig. So also nicht zu schwer, aber so richtig einfach wird es einen hier zum Glück nie gemacht.

Ist es einen doch zu schwer hat man neben einer Hot-Spot-Funktion auch ein Tipp-System eingebaut, so das hier keine Komplettlösung von Nöten ist, wenn man mal festhängt. Wir haben 3 Mal so richtig festgehangen, was aber nicht an extrem schweren Rätseln oder Unlogik im Design lag, sondern einfach an uns, dass wir eben nicht alles zu Ende gedacht hatten. Unfaire Rätsel findet man hier nach unserer Meinung nicht. Die Grafik ist wirklich eine Augenweide. Man hat den Stil der alten Spiel schon übernommen und konsequent weiterentwickelt. Auch die Animationen der Spielfiguren wurde sehr schön gemacht. Peinliche Momente wie in so einigen Spielen heutzutage kommen hier nicht auf. Für den deutschen Sprecher von George konnte man wieder Alexander Schottky bekommen, aber Franziska Pigulla (die zudem dieses Jahr leider verstorben ist) konnte man nicht mehr verpflichten. Aber mit Petra Konradi hatte man aber jemand mit einer sehr ähnlichen Stimme gefunden, die ihren Job auch perfekt gemacht hat. Die Dialoge sind im deutschen allerdings teilweise recht merkwürdig formuliert worden, als hätte man da so einen Legastheniker wie mich ran gelassen. Zudem gab es hier auch zu einigen merkwürdigen Entscheidungen von Betonungen usw. So halten sich George und Nico in einigen Situationen vor den Bösewichtern versteckt, aber der Sprecher von George schreit seine Dialoge dann trotz so laut und betont heraus, als würde er sich mit seiner schwerhörigen Oma unterhalten. Das passiert in einigen Szenen und wirkt dann ein wenig unpassend und befremdlich. Aber das ist meckern auf hohen Niveau!

Sonst fanden wir Beide das Spiel rund um gelungen und es kann wirklich mit den alten Teil 1 und Teil 2 gut mithalten. Wir hatten das Spiel in knapp 19 Stunden durch, dass schon eine anständige Spielzeit bezeichnet werden kann. Zu kurz ist das Spiel auf keinen Fall! Die DVD-ROM-Version steckt in einer normalen DVD-Amary-Box ohne große Extras. Die Baker Edition steckt wiederum in einer schönen Bigbox aus stabilen Pappe nur mit dem Covermotiv versehen ohne Beschriftung. Jene ist dann auf einer zusätzlichen Banderole. Drin findet man das Spiel auf einer DVD-ROM in einem Jewelcase, dass noch eine zweite DVD-ROM beinhaltet, die die Teile 1 bis 4 in den Komplettversionen beinhaltet. Zudem gibt es eine Soundtrack CD in einem Pappcover a la LP mit 50 Tracks. Mit Teil 5 wurde auch die Tradition von Teil 1 und 2 mit einem kurzen Comic als Einleitung wieder aufgelebt. So findet man hier in der Box neben dem Comicheft zu BS5 eben auch die beiden Comics zu Teil 1 und 2. Wobei man hier vom ersten Teil die Version der Special Edition beigelegt hat. Zu guter Letzt gibt es noch ein Poster des Covermotivs. Baker die gleich am Anfang eingestiegen sind haben zu dem noch ein T-Shirt bekommen. Ich hatte den Start leider nicht mitbekommen. Es gibt wohl eine Collector’s Edition die sehr ähnlich ausgestattet und noch ein Artbook enthalten soll. Jene kenne ich leider nicht.

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Broken Sword 4 (2007)

Nachdem wir BROKEN SWORD 3 aka BAHOMET’S FLUCH 3 im letzten Oktober durchgespielt hatten, war anschließend bei uns tatsächlich Teil 4 angesagt gewesen. Der Titel erschien international unter den Titel SECRETS OF THE ARK: A BROKEN SWORD GAME für Windows und erschien hier als BAPHOMETS FLUCH: ENGEL DES TODES (der französische Titel war wohl ” Les Chevaliers De Baphomet: Les Gardiens du Temple de Salomon”, wobei das Spiel in UK als “Broken Sword: The Angel of Death” erschien). Der Titel wurde nicht mehr von Revolution Software entwickelt sondern von Sumo Digital, die schon die PS2 und XBox – Versionen vom drittel Teil gemacht hatten. Das ganze lief aber trotzdem unter der Leitung von Charles Cecil. Das Spiel ist wieder sehr “action”-lastig geraten und wird wie Teil 3 schon in einer “3D”-Umgebung via Gamepad oder Tastatur gesteuert. Was um so erstaunlicher ist, dass das Spiel nur für Windows erscheinen ist und nicht für Konsolen umgesetzt worden war.

Im Netz habe ich neben Zerrissen auch wohlwollende Kritiken zu dem Spiel gefunden. Im User-score von Mobygames kommt das Spiel noch auf eine 3,66, was ja nun nicht so gering ist. 2007 war der Point’n’Click-Adventure-Markt eigentlich schon wieder am erwachen. 2006 war GEHEIMAKTE TUNGUSKA erscheinen und hatte erfolgreich die Maussteuerung und 2D-Ansicht zurückgebracht. Trotzdem natürlich schon vorher im neuen Jahrhundert Point’n’Click-Adventure erscheinen sind, halten die meisten GEHEIMAKTE für den Wegbereiter der Wiederkehr der klassischen Grafikadventure. Das muss man sich auch bei Revolution Software gedacht haben, denn sonst kann ich mir den internationalen Titel des Spiels nicht erklären, der doch stark an den englischen Titel von GEHEIMAKTE “Secret Files” erinnert. 2006 muss BROKEN SWORD 4 ja nun schon in Entwickung gewesen sein, ein Umschwingen auf die klassische Machart wird da nicht mehr möglich gewesen sein oder man hat sich gedacht, dass GEHEIMAKTE mit der klassischen Machart ein One Shot war. Natürlich hing sich wiederum GEHEIMAKTE mit seiner Story und den Protagonisten Nina und Max an BAPHOMET’S FLUCH mit Nico und George.

Genug der Vergleiche. Wir hatten also BF4 angefangen und wieder abgebrochen. Erst mit der Zusicherung uns selbst gegenüber, nur mal eine Pause zu machen und mal was Anderes als BF zu spielen, dann sind wir aber bei nochmaligen reinschauen ins Spiel beide überein gekommen, dass wir wirklich keine Lust mehr hatten BF4 weiterzuspielen. 10 Stunden-Spielzeit hatten wir mit dem Spiel verbracht und dann hatten wir endgültig keine Lust mehr gehabt. Das hat viel Gründe und eben nicht nur den, dass dies wieder so ein merkwürdiger Hybrid zwischen Grafikadventure und 3D-Action-Adventure war. Hatte uns noch die Story und die Neugier bei Spielen wie BF3 und auch SYBERIA 3 voran und zum durchspielen gebracht, so hatten wir hier schnell das Interesse verloren. Erst einmal die Enttäuschung das in den 10 Spielstunden die wir hinter uns gebracht hatten Nico nicht einmal aufgetreten ist. Wir wissen zwar von anderen Rezensionen, dass sie noch auftauchen wird, aber der Weil müssen wir uns mit der Langweilerin Anna Maria zufrieden geben. Zumal kam uns die Story von Anfang an eher wirr und zusammengestückelt vor. Auch die Rätsel erscheinen uns recht uninspirierend. Das mag alles auch Geschmackssache sein und Anderen mag das Spiel und die Abwechslung mit einer neuen weiblichen Hauptfigur gefallen zu haben, aber wir hatten da wirklich wenig Spaß dran. Zu dem ging es uns oft so, dass wir nicht einmal wussten was man nun als nächstes tun sollten. Was dem Spielfluss einen derben Dämpfer gab. Nur durch scheinbar sinnloses rumrennen und rumprobieren wurde hier uns da mal klar, was man nun machen musste. Hatte man dann mal was gelöst und kam weiter, stand man schon wieder in irgend ein neuem Szenario und fragte sich “Und was nun?”. Auch das ist natürlich eine rein subjektive Ansicht, aber Tatsache ist, dass uns BF4 nicht ein Stück wirklich Spaß gebracht hat und es auch nicht wieder aufnehmen werden hier dran weiterzuspielen.

Im Moment kämpfen wir uns voller Freude und Enthusiasmus durch das brillante THIMBLEWEED PARK. In der höchsten der zwei Schwierigkeitsstufen wird das Spiel in Kapitel sechs schon ganz schön schwer, aber wir beschweren uns nicht, denn wir hätten ja auch die einfachere Version wählen können. Das Spiel hat im Vergleich alles was uns bei BF4 gefehlt hat. Bei TP sind wir nun gerade bei 17 Spielstunden angelang. Davon haben wir bisher nicht eine Minute bereut. Wahrscheinlich werden wir uns nach TP an BF5 machen, dass ja nun von der Machart wieder an seine Wurzeln zurückgekehrt war und von dem ich natürlich die Baker-Version habe. Ich glaube nicht, dass uns BF5 so enttäuschen kann wie BF4, aber ich werde es bestimmt nicht mit TP vergleichen, denn das wäre natürlich unfair!

Broken Sword – The Sleeping Dragon

Der dritte offizielle Teil der BROKEN SWORD / BAPHOMETS FLUCH – Serie erschien 2003 ohne Nummerierung und im Deutschen als BAPHOMETS FLUCH – DER SCHLAFENDE TIGER für PS2, XBox und PC. Entwickelt wurde das Spiel allerdings eindeutig für Konsole und nicht für den PC. Unübersehbar schon alleine, weil sich das Spiel nur noch via Tastatur oder Gamepad steuern ließ. Wobei die Gamepadsteuerung definitiv hier Tonangebend war. 2003 war das nun nichts Neues mehr. Die bekanntesten Vertreter an Adventure aus der Zeit ohne Mausteuerung waren GRIM FANDANGO und MONKEY ISLAND 4. Eigentlich kann man es Revolution Software schon fast als mutig ankreiden zu jener Zeit ein Adventure auf dem Markt zu bringen. 2003 hatte Lucas Arts auch sein letztes Adventure SAM & MAX 2 eingestellt.

Aber BS3 ist ja nun kein Point’n’Click mehr und zudem auch noch in quasi-3D. Die Steuerung ist sehr, sehr gewöhnungsbedürftig und das Probe-und-Ausprobier-Kapitel am Anfang ist da schon recht hilfreich. So ein bisschen wollte man Tomb Raider sein, aber auch auf richtige Rätsel nicht verzichten.
So hat man auch mal Action-Einlagen. Die sind dann aber mehr nach dem Dragons-Lair-Prinzip gestaltet. Man kommt in einer Action-Sequenz an einen bestimmten Punkt an dem man im richtigen Augenblick die richtige Taste drücken muss. Schafft man das nicht, wird man wieder an den Anfang der Sequenz zurückgesetzt und muss sich das alles nochmals ansehen. Das alleine schon ist extrem nervig und hat mich in den 2000ern dazu veranlasst, dass Spiel nach ca. der Hälfte abzubrechen.
Hinzu kamen jede Menge Verschiebe-Rätsel bei denen man immer wieder Kisten durch die Gegend schieben musste um darüber klettern zu können und weiter zu kommen.

Die Dialoge hingegen zwischen Nico und George sind zu mindestens auf den selben Niveau geblieben, wenn das auch nie besonders hoch gewesen war, aber dafür unterhaltsam geblieben ist. Die deutschen Sprecher sind hier auch wieder die Selben wie aus Teil 1 und 2. Ab und zu darf man auch Nico steuern. Merkwürdigerweise sind die Sequenzen in denen wir sie steuern dürfen immer etwas kürzer als die mit George. Wenn man später mit Beiden unterwegs ist, steuert man immer George. Also auch wenn Nico in den Kapiteln die im Dschungel spielen ihr einen “Tropen”-Outfit a la Lara Croft gegeben hat, so darf man sie doch nicht so steuern. Die Story geht so und man bekommt mal wieder alte Bekannte zu sehen. Die Grafik ist definitiv besser als bei 3 Jahre älteren MONKEY ISLAND 4. 3 Jahre machen eben viel aus bei der Entwicklung der Technik.

Trotzdem hat BS3 sehr viele WTF?!?-Moments! Oft rennt man sinnlos kreuz und quer durch die Gegend und weiß nicht, was das Spiel eigentlich von einen will, damit man weiter kommt. Die Areale sind zwar nicht so groß das man sich dort verlaufen könnte, aber groß genug um eben ziellos herumrennen zu können. Objekte übersieht man dabei auch recht schnell. Aber es ist ja nicht so, dass ich hierzu nur aus heutiger Sicht herum meckere. Es ging mir auch schon 2004 so, als ich es das erste Mal versucht hatte durchzuspielen. Ich komme wahrscheinlich heute mit dem Xbox-One-Controller besser zurecht, als damals mit der Tastatur (denn mein MS Sidewinder-Gamepad wurde Damals nicht unterstützt).
Wir haben für das Spiel knapp 17 Stunden gebraucht. Allerdings wirkt das Spiel nur so lang, weil wir eben so oft eine Weile sinnlos rumgerannt sind, bis das wir über irgendwas zufällig gestolpert waren, dass uns weiterbrachte oder zu mindestens einen Hinweis gab, wie es an der Stelle weitergehen könnte.

Wirklich empfehlen kann ich das Spiel nicht. Es spielt sich wirklich nicht besonders gut und die Story ist einen irgendwann völlig egal. Das Finale ist so merkwürdig und holprig, dass man nicht besonders viel Lust auf den vierten Teil der Reihe bekommt. Damals hat das Spiel fast überall gute Bewertungen bekommen. Aber das war eben eine andere Zeit. Bessere Beispiele kamen erst ein paar Jahre später auf den Markt. Die Little Miss Fangirl und ich haben einfach weitergespielt weil wir einfach die Mission uns auferlegt haben, alle BS-Spiele durchzuspielen. So werden wir uns nun auch an BS4 machen (das ich bisher nicht einmal angespielt habe und im Archiv unter einer dicken Staubschicht verschwunden ist). Wir sind uns jedenfalls Beide einig, dass das was am meisten Spaß gemacht hat, sich über das Spiel zu ärgern war. “WTF?!?”-Ausrufe waren also hier wirklich ständig Programm gewesen.
Also: Muss man nicht gespielt haben!

Broken Sword 2.5 – The Return Of The Templars

Das Grafikadventure in Point’n’Click-Stil BROKEN SWORD 2.5 ist ein sehr beeindruckendes Fanprojekt das zwischen dem Jahr 2000 und 2008 entstanden ist.
Einmal ist ungewöhnlich, das sie auch von dem Machern des Originals Unterstützung bekommen haben. Sogar der Originalsprecher von George Stobbert konnte zur Teilnahme überredet werden. Die Sprachausgabe war zunächst nur in Deutsch gewesen, aber 2010 gab es auch dann auch eine englische Version.
Als das Team mit dem Spiel begann, war es noch als BROKEN SWORD 3 bzw. BAPHOMETS FLUCH 3 gestartet. 2000 sah es auch noch so aus, als wenn es nach 1996 und 1997 keinen weiteren Teil geben würde. Denn gerade 2000 lag das Point’n’Click Adventure-Genre am Boden. Zwar erschien überraschenderweise 2000 Lucas Art’s MONKEY ISLAND 4 noch. Aber hier konnte man am PC die Figuren nur noch mit der Tastatur wie ein Action-Adventure steuern, wie schon zuvor 1998 GRIM FANDANGO. Aber das mindFactory-Team wollte ein richtiges “2D”-Grafikadventure schaffen. Nun braucht am für so ein Spiel schon ein bisschen Zeit. Und besonders wenn es ein Fan-Game ist und alles nur in der Freizeit erledigt werden kann. Ich glaube Anfangs dachte man, dass sie bis 2003/2004 fertig sein würden. Aber so einfach ist das dann wohl nicht gewesen. Und wenn man das fertige Ergebnis sieht, dann weiß man auch warum! Hut ab vor dem Team von mindFactory!

Ich hatte das Spiel zwar schon gleich nach der Fertigstellung gedownloadet und angespielt, aber dann muss ich gestehen, dass ich es ein wenig vergessen habe und nun erst 10 Jahre (!) später gespielt habe. Das lag aber auch daran, dass ich es mit der Little Miss Fangirl zusammen spielen wollte, aber eben vorher noch Teil 1 und 2 spielen wollte, denn sonst macht der Teil 2 1/2 gar kein Sinn. Ironischerweise erschienen 2003 und 2006 dann doch Fortsetzungen von BROKEN SWORD. Allerdings waren diese eine krude Mischung aus klassischen Adventure und 3D-Gamepadsteurungs-Thingies. Von Teil 3 war ich z.B. eher enttäuscht gewesen. So das ich Teil 4 nie gespielt habe. Das muss ich auch noch nachholen. So kam es das aus mindFactory’s BROKEN SWORD 3: The Return Of The Templars Teil 2.5 wurde.
Das Fan-Game spielt also quasi ein paar Jahre nach den Ereignissen von Teil 2. Nachdem, auch unter Fans, der zweite Teil der Serie ein wenig unbeliebt ist, weil es da eben nicht mehr um Broken Sword/Baphomets Fluch bzw. Templer ging, hat man hier eben wieder auf das Thema zurückgegriffen. Und man hat sich wirklich Mühe gegeben, die Atmosphäre des ersten Spiels zu rekonstruieren. Was den Machern auch wirklich gelungen ist. Auch viele Anspielungen und Zitate zeigen, das ist ein Spiel von Fans für Fans. Das Spiel kann man wirklich nicht spielen, wenn man nicht zu mindestens den ersten Teil gespielt hat. Sonst macht es glaube ich kein Spaß!
Nun darf man von der Story nicht zu viel erwarten. Was ich jetzt aber nicht meine, weil es ein Fan-Game ist, sondern weil die Stories beim BS/BF schon immer so ein bisschen nicht all zu kompliziert aufgebaut sind. Es geht eben darum immer wieder neue Schauplätze für Rätsel zu kreieren und dabei teilweise wahnwitzige Dialoge zu führen. Das hat man hier schon hinbekommen.

Wo wir gerade bei den Dialogen sind. Die haben sie hier wirklich meist sehr gut hinbekommen. Ein paar Dialoge wirken ein wenig seltsam, aber da muss man bedenken, dass dies hier eine Arbeit von Heim- und Freizeitwerkern ist. Da muss man eine Auge zudrücken. Die Dialoge sind meistens aber gut geschrieben und die Sprecher haben größtenteils einen wirklich guten Job gemacht. Ich kann mich an professionelle Adventure aus den 90zigern erinnern, die einen wirklich miesen Job abgeliefert haben, was das betrifft.
Wenn wir schon bei der Technik sind. Die Spielszenen sind in 2D und größtenteils gezeichnet. Wenn ich das richtig gelesen habe, und man berichte mich bitte wenn ich da irre, haben sie dafür auch originale Dateien von den Machern der ersten beiden Teile bekommen. Trotzdem wurde an jeden bekannten Szenario auch immer etwas verändert oder modernsiert. Und natürlich gibt es auch neue Schauplätze. Zwischensequenzen wurden aber mit eine 3D-Engine erstellt. Was dann leider ein wenig unstimmig wirkt und eher nach der Software-Version von Wallace & Grommit aussieht. Aber wenn man nichts anderes zur Verfügung hat, ist das schon okay.

Die Musik ist sehr gut und stimmig gelungen.
Meistens steuert man übrigens wie schon in Teil 1 und 2 George. Aber in kürzeren Sequenzen auch mal Nico. Einige Rätsel-Szenen waren ein wenig merkwürdig aufgesetzt. So gibt es eine Sequenz in einer U-Bahn und einem Flugzeug, die erst so gar nicht in die Story passen wollen. Auch waren das beides Szenen wo wir als Spieler gar nicht so recht wussten was wir da machen bzw. lösen sollen. Einige Übergänge zu den nächsten Szenen sind etwas holprig, so dass man das Gefühl bekommt, dass da was fehlen könnte. Muss aber nicht, weil so war das ja auch schon bei Teil 1 und 2 gewesen. man hatte was erledigt und schwups war man wieder in Nico’s Apartment gewesen. Also das muss schon so.

Im Großen und Ganzen macht das Spiel schon Spaß. Eben wegen der vielen Anspielungen und Fan-basierenden Gags. Das Ende ist ein wenig cheesie, aber dafür eben mit einer richtigen Endsequenz besetzt worden und nicht so einfach schwupp-die-wupp zu Ende wie bei Teil 2. Das Finale selbst ist ein wenig merkwürdig und hatte uns bei den ersten Versuch ständig nur den Tod gebracht. Das letzte Mal das ich im Spiel so oft erschossen wurde, war bei QUAKE 3 ARENA im Deathmatch-Modus. Aber wir sind dann doch durchgekommen.
Die Rätsel sind meist von der einfachen und unterhaltsamen Natur. So wir man es von der BS/BF-Serie ja auch gewöhnt ist. Als Fan-Game ist es wirklich beeindruckend und wenn man es durchspielt, bekommt man am Ende ein Code, den man auf der Webseite des Spiels eingeben kann, und man bekommt dann von den Machern eine Vielzahl von Goodies präsentiert. Eine tolle Idee!

Wir haben für das Spiel so 10 oder 12 Stunden gebraucht. Es hat uns sehr Spaß gemacht. Ein Download lohnt sich also wirklich.

Kein kaputtes Schwert, aber ein rauchender Spiegel

Das zweite BROKEN SWORD / BAPHOMETS FUCH Spiel erschien schon ein Jahr nach dem ersten Teil im Jahr 1997 unter dem Titel BROKEN SWORD – THE SMOKING MIRROR. Zu der Zeit ging es den Adventure-Spielen in Nordamerika schon nicht mehr so gut. Im Europa lief das Genre immer noch recht gut. Besonders in Frankreich und Deutschland. Manchmal habe ich das Gefühl, dass hier in Europa klassische Grafikadvebnture nie wirklich weg gewesen sind. Als die Nordamerikaner sich von dem Genre abwendeten und lieber First-Person-Shooter in einer “3D”-Umgebung spielten, blieb hier das Genre des Point’n’Click-Adventure weiter beliebt. Europäische Spielehersteller sprangen ein, als Lucas Arts und Sierra die Flinte ins Korn warfen. Aber 1997 war das allerdings noch nicht ganz der Fall.

Als das Spiel herauskam war ich seiner Zeit nicht so begeistert. Das Spiel hieß immer noch BROKEN SWORD / BAPHOMETS FLUCH, also die Templer-Bezug im Namen, aber es ging nicht mehr um Templer. Hier rächte sich der Entschluss der Macher des Spiels dem ersten Spiel so ein spezifischen Namen zu geben. Eigentlich war es ja schon eine gute Idee, nicht einfach nur die Story des ersten Spiels aufzuwärmen und zu recyceln, aber selbst mir ging es Damals so, dass ich ein wenig enttäuscht war. 1997/98 habe ich das Spiel sogar gar nicht zu Ende gespielt. Das erste Mal hatte ich das Spiel dann 2002 durchgespielt. Ironischerweise auf einen “alten” Laptop von 1997 (das ich mir 1997 hätte gar nicht leisten können und im Jahr 2002 auch nur gebraucht bekommen hatte). Aktuelle Spiele die eine 3D-Karte benötigten liefen eben nicht auf dem Laptop, also hatte ich auf Reisen alte Grafikadvanture ausgekramt und jene auf der Maschine gespielt!

Nun gab es im Jahr 2009 eine remasterte Version des Spiels. Ursprünglich war das Original wohl nur auf PC und Playstation erschienen, also im Gegensatz zu Teil 1 auf nur recht wenigen Systemen. Das Remaster erschien dann auf Windows, Android und alle Apple-OSs. Sogar von einer Linux-Version habe ich mal gelesen. Ich habe jetzt hier nun die PC- und die Android-Version. Wir haben nun natürlich die PC-Version der Remaster-Version gespielt. Die Android-Version spielt sich übrigens, wie schon bei Teil 1, sehr gut! Aber ist natürlich nur was für Einzelspieler. So haben wir uns also zu Zweit auf dem Sofa zum Spielen niedergelassen, wie die Little Miss Fangirl und ich nun schon seit 10 Jahren machen.

Bei BS2 hat man nun keine zusätzlichen Szenen eingebracht, wie beim DC des ersten Teils. Im ersten Teil saß so Nico die meiste Zeit im ersten Teil ursprünglich die meiste Zeit in ihrem Apartment um auf George zu warten. Bis sie dann mal entführt wurde. Beim zweiten Teil wurde Nico dann so auch gleich am Anfang des Spiels entführt. Aber George darf sie schon recht schnell wieder finden und befreien. Dann dürfen die Neiden zusammen losziehen um Rätsel zu lösen. Aber, ach, zu nächst eben darf Nico mal wieder nicht vom Spieler gesteuert werden. Erst in einem späteren Kapitel teilen sich die Beiden auf um an unterschiedlichen Orten nachzuforschen. Und dann darf man als Spieler auch mal Nico steuern. An etwas konnte ich mich gar nicht mehr erinnern: Man kann in dem Spiel sterben! Man ist ja so Lucars-Arts-verwöhnt, wo die Hauptfiguren nicht sterben können, dass ich hier gar nicht daran gedacht habe. Ungerechterweise ist es dann Nico die erschossen oder erwürgt werden kann. Vielleicht kann man an anderen Stellen auch als George sterben, aber das ist uns zu mindestens nicht passiert.

Die Rätsel sind auf dem selben Level wie Teil 1. Nicht besonders schwer, aber eben auch nicht so leicht, dass man anfängt sich zu langweilen. Die Geschichte ist ganz nett und spannend. Auch hier gibt es nach meiner heutigen Meinung nach, kein Downgrade zu Teil 1. An der Maussteuerung und der Technik hatte man auch nicht viel geändert, was ich als Plus sehe. Die Zwischensequenzen sind immer noch ein wenig kurz und wirken etwas hastig und überstürzt. Leider gilt das auch bei der Animationssequenz nach dem Finale. Das geht alles ein wenig zu schnell und zu kurz .. und schon sieht man den Abspann. Zu wenig.
Die Spielzeit ist etwas kürzer als bei der DC-Version von Teil 1, die ja wie erwähnt durch einige Szenen erweitert/verlängert wurde. Wir waren in 13 Spielstunden durch gewesen. Spaß gemacht hat und somit können wir das Spiel auch heute noch uneingeschränkt empfehlen!

Kaputtes Schwert, verfluchter Baphomet

Das erste BROKEN SWORD Spiel, dass bei uns unter BAPHOMETS FLUCH bekannt ist, erschien das erste Mal 1996 auf vielen Systemen. Wie ich jetzt erst mitbekommen habe wohl ursprünglich unter dem Titel CIRCLE OF BLOOD.
1996 lag das Point’n’Click-Graficadventure noch nicht am Boden. Der Zenit des Genres war 1991/92 überschritten worden, aber 1996 war noch nicht so viel vom “großen Sterben” des 2D-Adventures für deren Spiele man doch am besten eine Maus zur Steuerung benötigte, noch nichts zu merken.
So war BROKEN SWORD auch noch ein wirklich klassisches Adventure mit schöner “gezeichneten” Grafik, die hier schon nicht mehr ganz so pixelig war, wie noch zu MONKEY ISLAND 1 und 2 – Zeiten.
Ich hatte das Spiel Damals am PC gespielt, aber habe auch später die GBA-Version versucht. Wegen eines Bugs im Spiel kam ich allerdings nur bis Irland (was ca. in der Mitte des Spiels besucht werden musste).

Außer einigen Fortsetzung (offiziellen und auch einer Fan-Fortsetzung Namens Broken Sword 2.5, weil es quasi nach Teil 2 spielt, aber erst nach dem offiziellen dritten Teil fertig gestellt wurde), auf die ich hier jetzt nicht näher eingehen will, erschien 2009 der sogenannte Director’s Cut auf wieder recht vielen Systemen. Dank ScummVM konnte man die ursprüngliche Version ja auf alle möglichen Geräte spielen, die eine ScummVM-Version haben. So habe ich das Spiel früher auch mal auf meinen PALM LifeDrive probiert und auf auf einem Android-Tablet.
Den DC habe ich eigentlich für Android (nur kurz angespielt), NINTENDO DS (aus Sammlerzwecken) und auf dem PC. Jene war auch in meiner Baker Edition von BROKEN SWORD 5 enthalten. Gespielt haben wir jetzt die Steam-Version, die ich mal bei irgend einen Sale für 5 Euro gekauft hatte. Ich weiß nicht ob es da vielleicht inhaltlich auch Unterschiede gibt.

Den DC habe ich nun mit der Little Miss Fangirl zusammen gespielt. Da es bei mir ja nun auch ein wenig her ist, dass ich das Spiel durchgespielt habe, konnte ich mich nun auch nicht an den kompletten Lösungsweg erinnern. Wir hatten nun für den DC rund 14 Stunden gebraucht. Es wurden ja nun einige Szenen eingefügt, in denen man Nico steuern darf und so ein kleine Nebengeschichte um ihren Vater eingebaut. Nico muss hier also nicht so wie im Original 80% der Spielzeit an ihrem Tisch im Apartment sitzen und auf George warten. Allerdings sind diese Szenen hauptsächlich am Anfang. Man hat wieder sie gleichen Sprecher gewinnen können. Man hört den neuen Passagen schon an, dass die neu sind. Wir werden eben alle nicht jünger und somit auch nicht unsere Stimmen.
An einigen Stellen hatte ich das Gefühl, dass man hier auch Kleinigkeiten geändert hat. Teileweise klingt Georges Stimme auch anders. Ob das eine andere Synchronsprecher ist, kann ich nicht beurteilen und habe ich jetzt auch nicht recherchiert. Aber es gibt ein paar Szenen, wo beide Stimmen gleich hinter einander weg zu hören sind. Das wirkt dann schon unfreiwillig komisch.

Ansonsten gefällt mir das Spiel noch heute so gut, wie Damals. Hier hatte ich also nicht die rosarote Nostalgiebrille auf, die mir vorgaukelte, dass das Spiel gut war. Das Spiel ist also sehr gut gealtert und macht heute noch Spaß. Vor allem funktioniert es! Es hst nicht wirklich schwere Rätsel, was den Frustfaktor hier eben sehr angenehm niedrig hält. Der Little Miss Fangirl hat es auch ganz gut gefallen. Und wir haben nun auch schon den zweiten Teil gemeinsam angefangen.