Mark Graf – Wir Kinder des Commodore 64 (2014)

Der Untertitel des Buches lautet “Lausbubenstreiche der Generation C64”.
Das klingt im ersten Moment ein wenig merkwürdig, aber da der Autor Mark Graf Schweizer ist, sagt man das vielleicht so im hügligen Süden so. Die geschätzten 119 Seiten liest man je nach Lesegeschwindigkeit in knapp 2 Stunden durch. Das Buch ist ein Selfpublisher bei Amazon und so gibt es das eBook nur eben da. Ich weiß gar nicht so genau wie ich auf dieses Buch gekommen bin. Wahrscheinlich einfach über die Vorschläge von Amazon, da ich mir letztens “COMMODORE – A COMPANY ON THE EDGE” gekauft hatte.
Das Buch ist teilweise ein wenig seltsam geschrieben, aber vielleicht liegt es am Schwiezerdeutsch oder auch einfach nur daran, das hier kein Lektor und Verlag dahinter steckt. Man sollte das Buch vielleicht eher wie Blogeinträge ansehen. Das soll keine negative Kritik sein. Nur in Hinweis. Denn ich sollte nun der letzte sein, der sich über Rechtschreibfehler und Satzstellungen beschweren sollte. Das kann ich ja nun bei Leibe auch überhaupt nicht.

Aber nun zum Inhalt. Eigentlich macht Mark Graf hier das, was ich sonst immer in solchen Büchern über eben das Gamen vermisse. Er liefert hier keine akkurate Historie zum C64 mit technischen Daten zu den Geräten und Spielen, sondern ein Erlebnisbericht. Eben genau das was ich immer wieder erwartet habe und bis auf wenigen Ausnahmen immer wieder enttäuscht wurde. Klar liefert er auch ein paar Fakten zu den Spielen, aber hauptsächlich geht es doch darum, wie er sie gespielt hat, was er damit angestellt hat, wie er sich dabei gefühlt hat und teilweise noch heute empfindet. Das ist wirklich gut und liest sich auch so. Teilweise eben so, wie ich gerne auch über Spiele schreiben würde, wenn ich es denn könnte. Ich meine jetzt eben so in der Art und Weise, wenn wir da auch inhaltlich mit Sicherheit unterschiedlicher Meinung sind. Schon mal habe ich besonders Damals schummeln überhaupt nicht gemocht. Klar ging es mir auch um den Spaß am Spielen, aber beim cheaten hörte der Spaß auf. Heute sehe ich das etwas laxer. Oftmals habe ich bei einigen Spielen leider nicht mehr die Zeit eine bestimmte Stelle hundert Mal auszuprobieren, bevor ich diese meistern kann. Also ist so ein Cheat schon recht hilfreich. Beim spielen mit anderen zusammen allerdings nicht! Da ist es wieder no go.

Dann ist da sie Sache mit dem Tauschen von Spielen. Ja, hey, ich würde lügen, wenn ich sagen würde das ich das Damals nicht gemacht hätte. Viele Spiele hat man früher gar nicht erst im Laden bekommen. Nicht mal in Berlin!
Aber in dem Buch wird hier eine ganz andere Dimension des “tauschens” berichtet. So viele Augen kann man da gar nicht haben, um diese mal zu zudrücken. Aber, okay, da schauen wir mal drüber hinweg…
Aber viel schlimmer ist doch, das es hier gar nicht um den C64 geht! Denn die Familie hatte ja einen C128! 🙂
Ich kann mich noch gut daran erinnern, das Leute die schon einen C128 hatten von den C64lern ein wenig gemieden wurden. Habe ich nicht gemacht. Zum Schluss um 1986/87 hatte auch ich einem gebrauchten 128er, bevor ich auf den Amiga umgestiegen war. Den habe ich sogar noch heute und als ich ihn vor ein paar Jahren mal wieder angeschmissen hatte, funktionierte er auch noch.

Ein paar Rezensionen zu dem Buch berichten immer wieder von dem Erinnerungswert. Also alte Erinnerungen werden wach. Ja, das stimmt auch. Aber was ich für wertvoller halte ist wirklich der Part über seine Erfahrungen und Gefühle bei den Spielen. Das macht dis kleine Buch erst lesens- und empfehlenswert.

Amazon link 

Durch!

Nun bin ich endlich durch! Vor über einem Jahr hatte ich hier zu schon einmal was geschrieben. Seiner Zeit hatte ich mir das Buch gerade gekauft und war hellauf begeistert gewesen. Daran hat sich bis heute auch nichts geändert. Aber ich habe es nun wirklich von vorn bis hinten durchgelesen. So ein Buch ist ja eigentlich nicht zum “durchlesen” gedacht und mehr ein Nachschlagewerk. Aber trotzdem. Ich hatte es mir nochmals (und günstig über einen US-Shop) als Ebook gekauft und hatte das Buch somit immer dabei gehabt. So hatte ich immer wieder zwischendurch und meist unterwegs ein Kapitel gelesen.
Und ich kann es wirklich immer noch sehr empfehlen. Natürlich ist das Buch nicht vollständig. Und natürlich haben mir ein paar Spiele gefehlt. Aber wirklich nur ein paar wenige. Kurt Kalata und sein Team haben wirklich eine gute Arbeit abgeliefert. Über viele Spiele wird wirklich ausführlich bereichtet. Da wo es nicht viel zu bereichten gab, da sind die Artikel natürlich auch ein wenig kürzer ausgefallen. Und es wurden bei weitem nicht nur über amerikanische Spiele berichtet. Auch über einige europäische Spiele und eben darunter auch Deutsche, wie die GEHEIMAKTE-Serie. Putzig ist es da natürlich, das man sich da über schlechte Übersetzungen ins englische beschwert hat. Das kennen wir ja auch.
Übrigens klassische Adventure wurden hier als Genre verstanden und nicht als eine Zeitstrecke. So wurde eben nicht nur von alten Spielen berichtet, sondern auch über Spiele bis 2011. So ist eben z.B. auch GRAY MATTER mit von der Partie.
Und es wurde auch von Low-Budget und Fan-Spielen berichtet. Wie z.B. ZAK McKRACKEN: BETWEEN TIME AND SPACE, das es nur in deutsch gibt.
Ich kann es nur weiter jeden Adventure-Fan ans Herz legen!

Die Sünden der Vorväter – Der Schattenjäger kehrt zurück!

Ja, der Schattenjäger Gabriel Knight kehrt zurück! Und das am 15. Oktober! Aber leider nicht in einem neuen Adventure, sondern in der komplett überarbeiteten Fassung zum 20. Jubiläum des Spiels.
Auf der Webseite gibt es sogar ein Countdown zur Veröffentlichung! Naja, das ist vielleicht ein wenig übertrieben..
Wir erinnern uns kurz:
GABRIEL KNIGHT: SINS OF THE FATHERS war ein klassisches Point’n’Click-Adventure von 1993.. moment..dann ist es ja schon 21 Jahre alt! Naja, vielleicht ist es ja erst 1994 veröffentlicht worden.. Jedenfalls erschien es Damals bei der legendären Adventure-Schmiede Sierra. Die Story und das Game Design stammt von Jane Jensen, die schon vorher an KINGS QUEST VI mitgearbeitet hatte. Die Grafik zu der Zeit war eben noch recht pixelig, aber hier trotzdem schon sehr detailliert gewesen. Die Story wartete mit jede Menge Twists’n’turns auf und das Charakter-Design von der Hauptfigur Gabriel Knight war so gut gelungen, das man sich leicht mit ihm identifizieren konnte. Die CD-ROM-Version (uh, gab es überhaupt eine Disk-Version?) kam mit einer fantastischen Sprachausgabe daher. Knight wurde seiner Zeit von Tim Curry gesprochen! Dazu gab es einen sehr stimmigen Soundtrack, der mit dem catchy Maintheme, der “Schattenjäger”-Suite, einen echten Ohrwurm hatte.
Ich habe das Spiel sehr gerne gespielt und es war eines der ersten Spiele gewesen, die ich für meinen ersten PC gekauft hatte.

Teil 2 folgte als Adventure mit richtigen Videosequenzen (eines der wenigen, wo die Technik wirklich funktioniert hat und sehens- und spielenswert war) und Teil 3 machte dann wieder ein Inovationssprung zu 3D (was dann leider nicht mehr so gut gelungen war). Der letzte Teil erschien 1999 und war nicht nur Jensens letztes Spiel für Sierra, sondern auch das letzte Spiel von ihr für lange Zeit.
Als Creative Director wird sie bei einigen Womans Murder Club Spielen und so genannt. Aber das erste “richtige” Spiele von ihr selbst erschien erst 2010: GRAY MATTER. Erst dieses Jahr ist dann von ihr MOEBIUS: EMPIRE RISING erscheinen.

Ich hoffe ja nun, das die überarbeitete Fassung von GK1 so erfolgreich ist, das man auch wieder auf einen weiteren Teil der Serie hoffen kann. Die Grafik-Engine der neuen Fassung sieht ja im Trailer schon einmal fantastisch aus! Vielleicht gibt es zu mindestens eine Neufassung von GK3, das ja nun grafisch und spielerisch wirklich misslungen war, aber eine sehr gute Story hatte.
Ich habe mir jedenfalls jetzt mal endlich SINS OF THE FATHERS als Paperback geholt. Das ist eben auch von Jensen selbst geschrieben und gibt es gebraucht in einem guten Zustand aus USA für 6 Euro mit Porto und Verpackung. Mein Exemplar, das heute hier angekommen ist, ist jedenfalls in einem guten Zustand.
Für das Buch zum zweiten Spiel muss man allerdings tiefer in die Tasche greifen. Das bekommt man gebraucht hier und da mal für knapp 30 Euro. Aber man kann auch durchaus mehr dafür ausgeben. Muss man aber nicht.

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Justin Kyle – The A – Z of the Atari 2600 (2013)

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Der Titel des Buchs ist vielleicht ein wenig irreführend. Diese kleine Selbstveröffentlichung von den gebürtigen Nordiren Justin Kyle, der zur Zeit wohl laut seinem Profil in Alalaska lebt, handelt eben nicht um alle je erschienen Atari-VCS-Spiele, die je erscheinen sind, sondern es geht nur um eine kleine Auswahl von Spielen, die er selbst mal besessen oder gespielt hatte, und die er eben Alphabetisch angeordnet hat.
Das Buch ist leider ausgesprochen kurz. Zwar wurde im Antext vom Autor angesprochen, das es sich hier um persönliche Erinnerungen an jene Spiele handelt, aber dem eigenen Rezept ist Kyle nicht so richtig gefolgt. Zwar beginnt das Buch mit seinen eigenen Erinnerungen an seine Kindheit, mit einer 2600er Konsole mit nur einem Joystick, aber als es dann um die Spiele geht, gibt es hauptsächliche zu jedem Spiel einen kurzen historischen Hintergrund, da die meisten 2600er Spiele ja Ports von Acarde-Spielen waren und eine Beschreibung des Verlaufs des Spiels. Dinge die man auch auf Seiten wie mobygames nachlesen kann. Dazu braucht es heute keine Buch mehr. Schonmal weil hier wirklich nur eine kleine Auswahl an Spielen geboten wird, von dem die Meisten ohnehin Retrogamern bekannt sind. Also als Guide für Neo-Retrogamer nutzt das Buch leider auch nicht viel.
Wofür es genutzt hätte, wären mehr bzw. Ausführlichere eigene Meinungen gewesen. Mehr Hintergründe zu seinen eigenen Erfahrungen mit den Spielen. Anekdoten dazu oder wie seine Freunde die Spiele fanden. Das wird von Kyle hier und da mal in ein oder zwei Sätzen gemacht. Aber nur leider halbherzig, gerade so als wäre ihm das peinlich.

Vielleicht ist es ja so, das es Kyle so geht wie mir selbst. Man kann ja sagen ¨gut gebrüllt, Löwe! Mach es doch besser!¨ Aber es ist ja so, das ich es nicht besser kann. Und deswegen eben auch kein Buch schreibe! Vielleicht hat Kyle ja auch die Zeit gefehlt, denn er scheint mir kein Vollzeitschriftsteller zu sein. Denn manchmal klingen da schon Sachen in seinen Texten durch, die vielleicht von ihm mehr ausgeführt worden wären?! Ich weiß es nicht.
Mich persönlich läst das Buch ein wenig ratlos zurück. Ich kann den wirklich Zweck nicht erkennen. Es ist kein Guide für Neuspieler, aber als Austausch mit anderen Retrogamern bietet das Buch zu wenig persönlichen Output. Daten interpretieren die alle Retrogamer kennen ist da eben nicht genug.
Deswegen weiß ich leider nicht wen ich dieses Buch empfehlen sollte. Meine Anerkennung bekommt Justin Kyle trotzdem das er sich hingesetzt hat und ein Buch zu dem Thema geschrieben hat (was ich eben nicht getan habe und wahrscheinlich nie tun werde), aber das beantwortet nicht meine Fragen von weiter oben.

Ernest Cline – Ready Player One (2011)

Auf das Buch bin ich natürlich wegen des Titels gestoßen. Für jeden Retrogamer sind diese Worte “Ready player one” DIE magischen Worte. Eine Phrase die führer bei fast keinen Arcadegame gefehlt hatte. Genauso wie das unvermeidliche “Game over”. Heutzutage sind diese Phrasen in modernen Spielen eher seltener geworden. Wobei die Retrogame-Welle ja nun schon eine Weile rollt und daher auch immer mehr neue Spiele im Retrogewand erscheinen. Meist Fortsetzungen von Spieleklassikern wie z.B. GREAT GIANA SISTERS.

Natürlich war mir der Name Ernset Cline irgendwie bekannt gewesen. ich wußte nur nicht wo ich ihn hinstecken sollte. War dann auch zu faul gewesen das zu recherchieren. So hatte ich die Leseprobegelesen und war gleich den nächsten Tag in meine  kleine Lieblingsbuchhandlung um die Ecke gerannt um mir das Buch zu bestellen (wie schon mal hier von mir berichtet ist es ja nun nichts ungewöhnliches mehr sich eBooks auch im Laden zu kaufen). Nun nachdem ich einige Kapitel hinter mir hatte, war ich doch mal auf eine kleine Suche gegangen wer Ernest Cline ist. Wenn man die Google-Suche benutzt springen einen gleich ein paar Bilder von Cline an und eines zeigt Cline mit seinem DeLorean DMC-12, den er so modifizieren ließ, das er so wie die Zeitmaschine in BACK TO THE FUTURE aussah. Wenn das mal kein Geek ist! So ein richtiger Fanboy! Und, ja, genau daher kannte ich seinen Namen: Er ist einer der Screenplay-Autoren von FANBOYS!

Das Buch selbst ist natürlich sehr nerdig. Es geht um die 80ziger, um Videospiele, alte Filme und Serien aus der Dekade und natürlich auch Musik. Das ganze ist allerdings in einer dystopischen Zukunft angesiedelt in der alle Welt in OASIS spielen um die Welt um sie herum zu vergessen, dessen Recourcen aufgebraucht wurden und nicht als Armut und Hunger zurückgelassen haben. So ist auch der Protagonist so ein armes Würstchen, der eigentlich nur eine OASIS-Ausrüstung hat (VR-Brille und Datenhandschuh), weil er noch zur Schule geht und diese nur noch virtuell stattfindet. OASIS ist eine Mischung aus den Gibson’schen Cyberspace, Second Life, The Sims, World Of Warcraft und Konsorten. Hier wird zur Schule gegangen, gearbeitet, virtuelle Dinge gekauft, gespielt und, ja, gelebt. Gegründet bzw. Programmiert wurde dies alles von einem Mann, der damit nicht nur Milliarden gemacht hat, sondern nach seinen Tod keine Erben hinterlassen hat.
Als er starb hat er eine elektronisches Testament hinterlassen, eine Videoaufzeichnung, in der er erklärt, das er in OASIS ein sogenanntes Easter Egg versteckt hat. Easter Eggs sind kleine geheime Räume oder Objekte die von Programmierern in Programmen, meistens in Spielen, versteckt haben, die man durch bestimmte Interaktionen finden bzw. aktivieren kann. Das Easter Egg der OASIS ist eine mehrstufiges Rätsel. Und der jenige der das Rätsel löst erbt die Milliarden. Ein weltweiter Hype auf die Suche nach den ersten Hinweis wird ausgelöst. Nicht nur unter Spielern, denn jeder möchte natürlich die Milliarden erben. Aber um überhaupt mithalten zu können, muss man sich mit dem Leben des Programmierers auskennen und seinen Vorlieben. Die konzentrierten sich hauptsächlich auf die 80ziger Jahre des letzten Jahrhunderts in denen er seine Kindheit und Jugend verbracht hat. Die in der Mitte dieses Jahrhunders werden deswegen die 80ziger wieder hip. Aber nachdem ein bis zwei Jahre Niemend überhaupt einen Hinweis auf das Rätsel findet, ebt der Hype auf die Jagdt nach den Milliarden langsam ab. Übrig bleiben nur die Nerds, der harte Kern der Jäger nach den Easter Egg.
Der Protagonist Wade ist einer von ihnen. Ein Jäger, der den großteil seiner Zeit in der OASIS verbringt um den ersten Hinweis zu finden. 5 Jahre lang passiert nichts. Es gibt eine Highscore-Liste, die aber noch keinen Spieler mit Punkten zeigt. Dann eines Tages erscheint ein Name auf der Highscore-Liste. Wades Avatar-Name Parzival. Er hat den ersten Hinweis gefunden. Die Jagd beginnt.

Wade Watts ist eindeutigt der Harry Potter für Nerds. Ja auch ein Dombledoor taucht später in der Story auf. Es gibt eine Hermine und Wade hat auch einen besten Kumpel, wobei der sich nicht in die Hermine der Geschichte verliebt und auch kein rothaariger Junge ist. Vielleicht ist es jetzt nicht fair RPO mit dem HP Franchise zu vergleichen. Ist HP nicht auch den schon vorhandenen Mustern von Fantasy-Geschichten gefolgt? Das wirklich neue an HP war nicht die Geschichte und die Helden, sondern eben das die Bücher verdammt gut geschrieben waren und ebene die richtigen Ideen zusammen(sagen wir mal)geklaubt wurden. So ist es auch mit RPO. Wirklich Neues gibt es hier nicht. Der arme kleine (wenn auch talentierte) Nerd wird zum großen Helden. Interessant wird es da eben eher wie Cline das alles umgesetzt hat. Das Nerd-Wissen von Cline ins Sachen 80ziger kommt natürlich nicht von ungefähr. Cline ist selbst so ein 80ziger Nerd und musste deswegen bestimmt nicht sehr viel für die Story recherchieren. Netterweise muss man nicht ein völliger Nerd sein um sich in dem Buch zurecht zufinden. Atari-Spiele, Animees oder Brad-Pack-Filme der 80ziger werden einen schon ein wenig erklärt. Wenn man sich mit den 80zigern nicht so gut auskennt, kann man hier schon eine Menge lernen. Als ¨ Unwissender¨ wird man vom Autor nicht im Stich gelassen.

Ich habe mich bei dem Buch gut amüsiert und eine Verfilmung ist wohl schon in Planung. Die sollte nicht so schwer sein, ist der Autor doch selbst Drehbuchautor, der ja wohl die richtige Essenz seines Romans ins Drehbuchform bringen kann. Wenn ich überhaupt etwas an den Buch auszusetzen habe, dann ist es die schiere Masse von ¨Informationen¨ die sich Wade als Jäger angeblich reingezogen hat. Ich will ja nicht kleinlich sein, wir reden hier ja über einen Fantasyroman, aber was der Junge mit 18 alles schon an TV-Serien, Filmen, Videospielen und Musik durchhaben will/soll (und sogar teilweise mehrfach), geht mir als Nerd ein wenig auf die Nerven. Denn, hey, ich bin fast 50 und habe es noch nicht geschafft so viel zu konsumieren, wie der Junge in nur ein paar Jahren. Aber geschenkt. Natürlich hat es mich gefreut, das sich in den Buch so ziemlich alles wiedergefunden hat, was ich so alles an den 80zigern mag. Für Nerds und Fantasy-Fans ist das Buch ein MUSS. Ich bin mir nicht sicher ob ich das aber so jeden empfehlen kann.

Kurt Kalata – The Guide To Classic Grafic Adventure (2011)

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Ich hatte mich ja erst über den hohen preislichen Unterschied zwischen der
eBook und der Printversion gewundert. Der beträgt immerhin über 10 Euro. Aber als das Buch dann hier heute ankam, war es mehr als offensichtlich woher dir 22 Euro kommen.

imageimage772 Seiten stark ist das gute Buch. Und ist von den Machern die ein Jahr später das SEGA ARCADE CASSICS Buch rausgebracht haben (das hatten wir hier bzw. hier), das allerdings nur 168 Seiten hatte und mich genauso viel wie dies Buch hier gekostet hat. Nun muss man aber auch erwähnen das das Sega-Buch komplett farbig bebildert ist! Dies Buch hier ist leider nur in S/W bebildert, trotzdem die eBook-Version farbig ist (allerdings genauso kleine Screenshots hat). Wahrscheinlich wäre ein komplett farbiger Druck von 772 Seiten als Endpreis zu teuer geworden, so das das dann eben keiner hätte kaufen wollen. Wer weiß.

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Gelesen habe ich jetzt noch nicht so viel drin. Nur eben das Vorwort. Die Macher des Buchs stellen gleich vorne an, das es natürlich nicht möglich ist alle Grafic-Adventure-Spiele in ein Buch zu bekommen. So hat man sich schon ein wenig eingeschränkt. Alle großen Serien wie Monkey Island oder Kings Quest sind natürlich mit dabei. Auch neuere Grafikadventure wie Geheimakte Tunguska hat man hier betrachtet, weil sie eben, wenn auch noch jüngeren Produktionsdatums, klassische Adventure von Machart und Steuerung her sind. Außerdem hat man sich bemüht kleinere Spiele mit aufzunehmen, die den einen oder anderen vielleicht nicht bekannt sind. Es sind eben auch nicht nur amerikanische Speile enthalten. Also das sieht alles ganz gut aus. Natürlich sind alle Spiele auch mehr so angerissen und nun nicht ausführlich beschrieben. Im Durchschnitt hat jedes Spiele so zwei Seiten bekommen. Der Schreibstil ist auch ganz okay und auch wenn man nicht so der Englisch-Profi ist, sich aber mit den Mechanismen der Adventure-Spiele auskennt, kann man das Buch, das eben komplett in Englisch ist, ganz gut lesen.

Besonders das Cover-Design gefällt mir übrigens sehr, sehr gut. Da hat sich wirklich jemand Gedanken gemacht!

Ich kann es nur jeden Adventure-Fan ans Herz legen. Schon mal weil es dazu keine mir bekannte Alternative gibt die so ausführlich ist. (Das hier hatte ich ja eher als enttäuschend empfunden)

Sega Arcade Classics – Volume 1 (2012)

Sega Arcade Classics – Volume 1 klingt ja erst einmal wie so eine Spielesammlung für gängige Konsolen, ist aber Tatsächlich ein Buch, das aus den geballten Wissen von Hardcore Gaming 101.net erstanden ist und scheinbar eben federführend durch Kurt Kalata den Head Editor der Seite. Das Buch ist ein Softcover (Paperback) mit 168 Seiten im Jumbotaschenbuch-Format. Das gute Stück gibt es in SW und Farbe. 
Ich habe so ein Re-Import über meinen kleinen Buchladen um die Ecke erstanden, das mich zwar 20 Euronen gekostet hat (aber der Shop im Kiez muss schließlich auch leben) und war dann erstaunt das da hinten “Printed in Germany” und “Amazon Distribution GmbH, Leipzig” drin stand. WTF?!?
However… entdeckt habe ich es nicht bei hardcoregaming101.net sondern bei Barto auf seiner Seite Pixelkitsch. Es geht natürlich um die Sega’s Arcade games der 80ziger und 90ziger Jahre und dessen Ports für Heimcomputer und -Konsolen. Wir begegnen  Outrun, Afterburner und Spaceharrier wieder. Ausführlich beschrieben und bebildert immer auf mehreren Seiten und nicht nur auf Eine gequetscht. Die einzelnen Artikel sind gut gelayoutet (was für ein Wort!). Die Texte gehen ausführlich auf die Technischen Aspekte ein und auch eben auf die Automaten-Variationen. Ja, man geht auch ein wenig auf die emotionale Ebene. Also im Sinne von nostalgischen Spielerfahrungen. Aber für mein Geschmack hätte man da von mehr haben können. 
Ich finde das es schon genug Bücher zu den technischen Aspekten der Spiele gibt. Ich bin da glaube ich zu anspruchsvoll. Ich mag eben emotionale Berichte zu Spielen. Was hat der Schreiber bei den ersten Malen als er die Spiele gespielt hat empfunden. Wie hat er sich gefühlt. Ja, bei welcher Begebenheit hat er das Spiel gekauft z.B.! Im Lieblingsgameshop? Im Kaufhaus? Was weiß ich? Ich will es aber gerne lesen.
Das habe ich ja schon öfter bemängelt, das es in dieser Richtung zu wenige Bücher gibt. Aber es gibt sie. Wie eben “Extra Lives” z. B. Und ich habe auch schon öfter mal gehört “schreib’ das doch selbst”. 
Bloß eben das ich das gerne lese heißt ja noch lange nicht, das ich das auch selbst schreiben könnte. Ich bin da eben literarisch auch nicht so bewandert.
Trotzdem finde ich Spiele sind etwas sehr Emotionales. Doch leider werden zu oft nur die technischen Aspekte in den Fokus gerückt. Bei diesem Buch hält sich das ein wenig die Wage. Für Sega Fans ist das Buch wirklich lohnend, wenn sie nicht schon andere Literatur zu dem Thema haben. Denn hier werden keine unbekannten Perlen besprochen, sondern eben die bekannten Hits. Ich persönlich hatte bis her in dieser Ausführlichkeit noch kein Sega-Buch und finde es daher schon sehr lohnenswert. Und man sollte ruhig ein paar Euro für die Farbausgabe drauf legen. In SW sieht das doch schon etwas öde aus.