Borderlands zum Dritten (oder: das Zwischenspiel)

Eigentlich wollte ich das Borderlands Pre-Sequel gar nicht spielen. Borderlands 2 ist – ich verrate es gleich: und bleibt auch – das beste Borderlands-Spiel: Perfekte Balance, großartiger Humor, unkompliziert und ein schlichtweg perfekter Spielflow. Ich brauchte daher eigentlich kein weiteres Borderlands-Spiel, schon gar nicht ein Prequel.

BorderlandsPreSequel 29-12-2014 02-06-58-308

Aber für den halben Preis im Weihnachtssale bei Steam hab ich dann doch nicht widerstehen können. Im Prinzip ist es dadurch eine größere Erweiterung und genau so fühlt sich das dann auch an: Mehr vom selben. Alles was neu ist, fühlt sich wie draufgesetzt an.

Nicht im negativen Sinne, die neuen Features machen durchaus Spaß und sind auch passend dafür, dass das Spiel jetzt nicht mehr auf Pandora spielt sondern auf dem Mond darüber: Die Schwerkraft ist geringer und man muss ständig nach der Luft schauen. Ersteres ist nett – höher springen und das herumdriften ist cool. Das mit der Luft ist dagegen nervig. Es behindert dauernd den Spielfluss und hält unnötig auf. Es macht das Spiel zwar nicht schlechter aber besser macht es das auch nicht.

BorderlandsPreSequel 29-12-2014 15-48-04-827

Die Story ist ganz ok. Etwa so wie die der besseren DLCs des ersten Borderlands. Was mir gut gefällt ist die Hauptfigur Athena, für die die Story am meisten hergibt. Die war schon im ersten Borderlands meine Lieblingsgegnerin und hat hier auch wieder diese Persönlichkeit zwischen Badass und “die spinnen doch alle”-Attitüde.

Was ich auch sehr cool finde ist, dass sich die nette Schmugglerin Janey Springs, die man gleich zu Beginn des Spiels kennenlernt und sehr eindeutig an Starbuck aus Battlestar Galactica angelehnt ist, in Athena verknallt. Das hilft dem Spiel sehr, nicht einfach nur total abgedreht und ausgeflippt zu sein. Ein wenig Immersion ist ja auch gut und dazu braucht es auch liebenswerte Figuren neben all den zynischen Irren.

BorderlandsPreSequel 29-12-2014 02-55-51-637

Aber letztendlich fühlt sich das Pre-Sequel nie an wie ein vollwertiges Spiel. Zu gleichförmig ist die Mondlandschaft und die Gebäude, zu wenig Weiterentwicklung gibt es (wie auch, wenn es ja vor Borderlands 2 spielt) und zu oberflächlich sind die Neuerungen.

Es macht dennoch wieder Spaß und es fühlt sich dennoch gut an, mal wieder das Borderlands-Feeling zu spüren. Zum “richtig” spielen werde ich aber am Ende doch wieder in Borderlands 2 landen und hoffe, dass es irgendwann ein “echtes” Borderlands 3 geben wird, das den Namen wirklich verdient.

Spiele zu Ende spielen

Es kommt nicht oft vor, dass ich ein Spiel bis zum Ende Spiele. Hin und wieder hat das auch konkrete Gründe, so wie bei GTA 4, wo ich mit einer Mission steckengeblieben bin und für mich das Spiel damit beendet ist. Meistens aber ist der Grund schlicht der Verlust der Motivation, weiterzuspielen. Und, wie ich inzwischen feststellen kann, gibt es bei mir zwei hauptsächliche Motivatoren:

Nummer eins ist die Story. Wenn ein Spiel es schafft, mich dazu zu bringen, herausfinden zu wollen, was als nächstes passiert oder wie eine Situation ausgeht hat es schon eine Vorraussetzung erfüllt, dass ich dran bleibe.
Die Stories müssen dazu nicht mal besonders intelligent oder überraschend sein, weder die Handlung von Mass Effect noch die von Max Payne bewegt sich merklich vom jeweiligen Genreklischee weg und hätte als Filmplot allerhöchstens Anfang der Achtziger eine gewisse Erfolgschance. Es ist offenbar etwas anderes, wenn man selbst der Protagonist der Handlung ist, da kann der Plot ruhig einfach sein, aber er muss einen Sinn haben: Für mich scheint es wichtig zu sein, dass es eine Handlung gibt, die auf einen relevanten Punkt hin steuert, den ich tatsächlich erreichen will. Und das ist eben nicht ein Highscore, ein bestimmtes Achievement, der höchste Level oder sonst eine aus der Spielmechanik generierte statistische Größe. Klar, ich freu mich über die lustigen Badges, die man hin und wieder bekommt, aber ich habe z.B. Portal 2 nicht mehr angefasst, seit ich die Schlusssequenz gesehen habe, obwohl ich nur ein Drittel aller Achievements eingesammelt habe. Aber ein Spiel funktioniert bei mir auf Dauer nur, wenn die Story mich mitzieht.
Nummer zwei ist, dass das Spiel mich nicht blockiert. Das ist etwas, was in Spieletests irgendwie nie so richtig bewertet wird, anders kann ich mir zum Beispiel die mittelmäßigen Bewertungen von Borderlands nicht erklären. Ist vielleicht auch schwierig, denn oft erkennt man “richtig gemacht” ja daran, dass man es eben nicht bemerkt. Borderlands ist für mich das perfekte Beispiel, dort passieren einfach ganz viele Dinge nicht, die mich bei anderen Spielen so sehr aus dem Fluß geholt haben, dass ich sie nicht mehr weitergespielt habe. Und nicht etwa, weil man sie weggelassen hat, sondern weil man sie richtig gemacht hat: 
Die Größe der frei begehbaren Spielwelt ist immens aber nichts darin ist beliebig. Dazu passen die hervorragende Übersichtlichkeit der jeweiligen Mission-Areas und das immer wieder erkennbar gut durchdachte Level-Design. In so vielen Spielen leidet das eine unter dem anderen, Borderlands ist so hier immens viel besser, dass ich mich echt wundere, dass das keinem Gametester aufgefallen ist.

Generell ist Borderlands eines der am besten ausbalanciertesten und sauber durchdachtesten Spiele, das ich je gespielt habe. Waffen, Gegner, Levelsystem – es ist ja vor allem doch auch noch ein RPG – ein Genre, mit dessen technokratischer Spielemechanik ich normalerweise sehr große Probleme habe – alles ordnet sich einem fließenden, ungehinderten Spiel unter. Die Map funktioniert, die unterschiedlichen Waffentypen machen taktisch Sinn, und für die Gegner gibt es logisch bessere und schlechtere Angriffsmöglichkeiten. Die Wegfindung ist prima, die Abwechslung passt und das Ambiente – Musik, Geräusche, schräge Typen, Humor, dieser ganze tolle Comic-Stil in dem das ganze Spiel stattfindet – ist perfekt. Aber erst wenn man mal richtig drauf achtet merkt man, wie super das alles zusammenspielt und funktioniert, denn man hadert nicht ein einziges mal mit unfairen Hüpfeinlagen, hakeliger Wegfindung, unnötigen Zeitfresser-Missionen, unbrauchbaren Landkarten, Pseudofreiheiten, hakeligen Steuerungsoptionen… you name it. In diesem Spiel gibt es nichts davon.
Ich kann die Spiele, die ich bis zum Ende durchgespielt habe, an zwei drei Händen abzählen, wenn man mal Adventures ausnimmt von denen ich unzählige gelöst habe: Das Erste war ein reiner Arcade-Shooter, nämlich Gryzor für den Schneider CPC. Aber selbst dieses Spiel hatte eben genau diese Mischung aus Rahmenhandlung und extrem gut durchdachter Spielemechanik, die mich dranbleiben lässt.
Und ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich mich schon auf Borderlands 2 freue.

Gleich drei neue Klos

Ok, ich blick hier noch nicht durch. Dass meine alten Einträge den falschen Autor haben find ich gar nicht schlimm, aber dass ich sie nicht mal ändern kann, wenn ich nen Rechtschreibfehler finde ist doof.

Egal. Hier hab ich mal  drei niegelnagelneue Klos:

Das ist Duke Nukem Forever und ja, der Soldat guckt einem beim Pissen zu. Das Spiel ist tatsächlich so mittelmäßig, wie alle sagen. Die Witze sind nicht witzig, die gegner nicht schlau, das Spiel läuft zäh und geradlinig durch sauber designte Schlauchlevel. Nichtsgegen Schlauchlevel, aber wenn man die macht, sollten sie nicht so offensichtlich sein. Ein Zwischendurchshooter mit etwas Nostalgiebonus ist er dennoch.

Dagegen ist das neueste Game mit dem ehemaligen Duke Nukem Klon Serious Sam genau das geworden, was Duke Nukem hätte werden können. Serious Sam BFE ist ein schneller, straighter, witziger und im positiven Sinne ganz klassischer brainless Shooter. Er bietet Massen an dummen Feinden, Level die ihre Schlauchigkeit sehr gut verbergen und eine wirklich gute Soundkulisse. Mehr braucht’s ja nicht für eine Stunde Spaß.

Das dritte Klo ist mal wieder aus Borderlands. Das spiele ich tatsächlich immer noch gerne und dürfte mittlerweile das Spiel sein, das ich in den letzten eineinhalb Jahren bei weitem am längsten gespielt hab. Auf der Role Play Convention vor ein paar Wochen habe ich Borderlands 2 angespielt und war völlig begeistert, weil die da den ohnehin schon großartigen Comicstil noch viel konsequenter durchziehen.

Ka-Blam!! – Teil 2

(Artikel von Jens, aus dem alten Blog importiert)

Was soll ich sagen? Borderlands hat mich angenehm überrascht: Die Story geht tatsächlich voran, jeder Levelsprung ist motivierend weil er neue Waffen, Skills und Überraschungen bringt und sogar das Sammeln von Achievements – etwas was mich eigentlich nie wirklich interessiert – macht Spaß. Die Level sind extrem stimmungsvoll und abwechslungsreich designed, die Action hart, cool, heftig… aber nie unfair und dadurch mit einer hohen Sogwirkung und die Aufträge kurz genug, um nicht in Arbeit auszuarten.

Und so spiele ich Borderlands tatsächlich immer noch, inzwischen als Level 20 Soldier und tatsächlich sehr versiert im Umgang mit all den vielen Waffentypen und kleinen Tweaks und Tricks, die das Spiel erlaubt, wenn man sich nur genug mit ihm beschäftigt. Heute habe ich vermutlich das erste Drittel durch, nachdem ich den zweiten dicken Endgegner – Sledge – umgenietet habe.

Jedenfalls habe ich nun den ersten großen Spielbereich beendet und fahre gleich in den nächsten, um dort vermutlich für die nächsten 20 Level Mutanten zu töten und Aufträge von bekloppten Hillbillies auszuführen. Und zusätzlich hab ich mir letztens, als bei Steam mal wieder die DLCs für nen Euro pro Stück weggingen, die Zombie-Island Erweiterung und die Secret Armory dazugeholt – letztere sorgt dafür, dass das Spiel nicht bei Level 50 endet sondern legt nochmal 11 nach.

Ka-Blam!!!

(Artikel von Jens, aus dem alten Blog importiert)

Ich hab ja schon öfter darüber darüber geschrieben, dass ich gerne Ballerspiele spiele und dass ich erfreulich finde, dass die inzwischen auch gute Geschichten erzählen. Auf der anderen Seite hab ich ja tatsächlich Jahrzehnte gebraucht, um mit Rollenspielen am PC zurecht zu kommen. Die waren mir immer zu langweilig, einerseits wegen der immer gleichen Fantasygeschichten die man einfach früher oder später über hat (und bei mir wars früher), andererseits weil ein Spiel für mich in dem Moment uninteressant wird, wenn ich hinter die Matrix blicken kann, was mir gerade bei Rollenspielen sehr schnell passiert.

Allerdings scheint man da inzwischen dazugelernt zu haben. Denn es gibt inzwischen RPGs, die zum einen mal weg vom Einheitssetting gehen, mit viel Aufwand eine dichte Geschichte erzählen und zum anderen die Atmosphäre halten können, weil die ganze RPG-Mechanik weit im Hintergrund bleibt, wo sie auch sein soll. Ein solches Game, das mir im Moment erstaunlich gut reinläuft, ist auch Borderlands. Hat alles, wasich an Ballerspielen liebe, ein schönes Setting (Endzeit, aber auf einem anderen Planeten – oder eventuell auch irgendwas anderes, das man noch herausfinden muss) mit dichter Atmosphäre, einer guten Portion schwarzem Humor (etwas was ich bei Spielen generell mag und weshalb mich diese ganzen bierernsten Militärshooter langweilen) und es funktioniert in seiner Eigenschaft als RPG erstaunlich gut.

Allerdings ist die Story offener als zum Beispiel die von Mass Effect. Das bedeutet, dass ich eigentlich jetzt schon sagen kann, dass ich Borderlands höchstwahrscheinlich nicht zu Ende spielen werde. Vielleicht schau ich mir irgendwo in einem Wiki an, wie die Geschichte ausgeht, aber da die nicht klar im Vordergrund steht und – auch RPG-typisch – viel zu viele Nebenquests die Haupthandlung nur sehr langsam vorankommen lassen weiß ich schon jetzt, dass mich die Lust, der Rahmenhandlung zu folgen, auf Dauer verlassen wird, egal wie interessant der Ansatz eigentlich ist. Das ist so ein bisschen wie bei Fernsehserien, in denen eine übergreifende Story nur am Beginn und am Ende einer Staffel weitergeführt werden.
Dennoch: Im Moment macht’s Spaß und ich springe gern mal auf ein paar Schießereien in das übrigens ganz hervorragend im Comicstil erscheinende Pandora.