Jens’ Gaming Review 2018

Ich möchte – nachdem ich 2017 anscheinend ausgelassen habe – auch dieses Jahr mal wieder Henks Gaming Review mit meiner ergänzen.

Das Jahr begann mit einem Spiel, das ich aus 2017 mitgenommen habe, nämlich Ghost Recon Wildlands. Das habe ich ins Jahr hinein tatsächlich mit großer Freunde weiter- und auch zu ende gespielt.

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Was ich dabei allerdings bemerkt habe war, dass ich kein Kandidat für DLC bin. Ich hab den Season Pass gekauft, aber in dem Moment, als die Story durch war, schwand die Motivation, weiterzuspielen, sehr schnell. Nicht mal der Story-DLC hat mich animiert. Eventuell liegt das aber auch daran, dass dessen Missionen sehr langwierig sind. Was ok ist, wenn ich die Story weiterverfolgen möchte, aber halt nicht, wenn eigentlich der Abspann schon gelaufen ist.

Stattdessen habe ich dann in den Sommer hinein endlich Witcher 3 fertiggespielt, das ich die Zeit davor immer wieder mal sporadisch angefangen und wieder weggelegt hatte. Tatsächlich muss man da für eine Weile am Ball bleiben, damit das Spiel die Immersion entfalten kann, die ich brauche, um es auch wirklich genießen zu können. Tut es das aber, ist es extrem gut zu spielen und macht wirklich Spaß.

the witcher 3 screenshot 2018.03.26 - 22.27.10.96

Leider bin ich allerdings am Ende in ein Problem gelaufen, das ich nicht spoilern will. Nur so viel: Es gibt eine Mission, die offensichtlich dafür gedacht ist, sie erst dann zu spielen, wenn man die Hauptstory durch hat und wenn man die “zu früh” erledigt, gibt es unter bestimmten Umständen keine Endsequenz die dazu passt, so dass man automatisch ins “alles Scheiße gelaufen”-Ende geschickt wird.

Dann hab ich Mass Effect Andromeda bei einem EA-Sale geschossen. Nach dem doch ziemlich enttäuschenden Dragon Age Inquisition, das ich ein paar Jahre zuvor so nach der Hälfte entnervt weggelegt hatte, weil es die Handlung mit einer unendlichen Menge aus ödesten mechanischen Nebenquests quasi zum Stillstand brachte und das Craftingsystem mir unendlich auf den Geist ging, hatte ich Andromeda links liegen gelassen.

Nun wollte ich ihm aber doch eine Chance geben, vor allem weil meine Freundin, auf deren Spieleurteil ich grundsätzlich vertrauen kann, es als wirklich gutes Spiel lobte. Und sie hatte natürlich wieder Recht: Andromeda ist ein schönes, kurzweiliges Spiel mit einem Angenehmen Spielflow, interessanten Charakteren und durchaus überraschenden Wendungen. Es ist jetzt keine Offenbarung, aber es ist ein sehr solides Spiel mit dem man viel Freude hat, wenn man bedenkt, dass es nicht viel Auswahl für Science Fiction Fans gibt.

mass effect andromeda screenshot 2018.03.11 - 15.50.57.68

Dann hab ich tatsächlich wieder meinem früheren Faible für Quake Arena nachgegeben und mir dessen aktuelle Iteration Quake Champions besorgt. Das ist wirklich super programmiert, wie man es von eine id-Engine erwartet: schnell, extrem performant und absolut auf die Kerneigenschaften eines First Person Shooters ausgerichtet.

Das ganze Ding ist also eine sehr runde Sache, das wenig kann, das dafür aber richtig gut. Drumherum sind so typische Free2Play Sachen: Allerdings wirken sich nur die zusätzlichen Spielfiguren auf das Spielerlebnis aus und die kann man einfach zum Preis eines Midpreis-Titels kaufen und gut ist. Der Rest ist Kosmetik und entsprechend uninteressant.

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Ich spiele es gern, weil es sich wirklich eins zu eins wie das alte Quake Arena anfühlt und super kurzweilig ist. Mehr lässt sich dazu aber auch nicht sagen.

Was noch? Über Titanfall 2 hab ich schon geschrieben. Da fehlen mir leider immer noch ein paar Mitspieler, um den hochgelobten Mehrspielermodus auszuprobieren.

Und dann hab ich wieder ein paar Spiele gekauft (natürlich eher in Sales), die ich so eigentlich nicht gespielt hätte. Einmal wäre da Steep. Da geht es um Skifahren und man tut genau das: Oben losfahren und unten ankommen. Sehr kurzweilig, fast wie eine Minispielsammlung, aber es ist erstens wunderbar eingängig und zweitens hat es eine echt schöne Grafik. Und ich mag ja Grafik.

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Steep ist sicherlich kein Komplexitätswunder, aber um mal ein bisschen zu entspannen lohnt es sich doch. Es hat ein paar sehr nette Mechaniken für Coop-Spieler, die sich gegenseitig sehen und Rekorde überbieten können. Auf Dauer ist das natürlich eher nix.

In eine ähnliche Bresche schlägt The Crew 2, wie ich dann schnell feststellte von denselben Programmierern wie Steep, das sich offenbar nicht wirklich gut verkauft hat, denn schon nach 6 Monaten gabs das für 66% reduziert nachgeschmissen. Im Gegensatz zum ersten Teil gibt es hier keinerlei Story, so dass ich nicht glaube, dass ich wirklich lange und intensiv spielen werde, aber es ist doch um einiges anspruchsvoller und größer als Steep.

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Es macht Spaß, zig gut designte unterschiedliche Rennsportarten vit Autos von Straßenrennen über Cross Country bis hin zu Demolition Derbys und eine ordentliche Auswahl an Boots- und Flugzeugrennen zu spielen, dabei seinen Fuhrpark zu vergrößern und die riesige Spielwelt zu erkunden.

Zu guter Letzt hab ich kurz vor Ende des Jahres Sniper Elite 4 im Steamsale gekauft. Der dritte Teil war schon sehr gut, aber Teil 4 ist wirklich extrem hübsch. Was die Engine an technischen Defiziten hat macht das grandiose Leveldesign wett, denn da hat das SPiel seine massiven Stärken.

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Derart liebevoll gestalteten großen Spielflächen mit so vielen schlauen Ideen, um mir immer wieder neue Vorgehensweisen anzubieten hat man nur selten. Eine echte Empfehlung für Einzelspieler, die gleichermaßen Egoshooter spielen und aber auch in Ruhe die besten Strategien austüfteln.

Außerdem findet man mit Süditalien mal ein ganz unverbrauchtes Szenario.

Das dürften so die Highlights gewesen sein. Mobil spiele ich vor allem immer noch gerne klassische Hochkant-Shooter wie Hawk, Air Attack 2 und Space Justice. Da muss man nicht viel lernen und der Smartphone-Screen hat das ideale Format dafür.

 

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Ghost Recon Wildlands, oder: Das Spiel, das erstaunlich viel richtig macht.

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GRW ist etwas gelungen: Es hat alle meine “Ach, das Spiel wäre so viel besser wenn es doch nur…”-Wünsche an ein Multiplayer Open World Game erfüllt, die ich in letzter Zeit formuliert habe.

1 Der Multiplayer-Coop

Man kann mit bis zu vier Personen spielen und zwar grundsätzlich PvE. Aber es funktioniert schon mit zweien hervorragend. Was mir sehr entgegenkommt, denn ich selbst habe wenig Zeit und alle, mit denen ich spielen könnte haben auch wenig Zeit, so dass es nahezu unmöglich ist, dass wirklich mal viel Personen zum gleichen Zeitpunkt spielen können. Zu zweit geht das aber durchaus oft genug, daher ist es immens wichtig, dass ein Spiel auch zu zweit Spaß macht.

Bei Wildlands kann man zu zweit sehr schön mit viel Vorsicht, Taktik und Ruhe vorgehen. Ab drei Spielern kann man auch mal Risiken eingehen und mit vier Spielern veranstaltet man fast zwangsläufig eine riesen Sauerei. Alles macht also ein unterschiedliches Spiel, aber jede der Optionen macht für sich großen Spaß. Das schaffen viele Spiele nicht. Im direkten Vergleich mit The Division verliert Division somit, denn dort gibt es zwar durchaus auch einige Spielanteile, die zu zweit gut funktionieren, aber man merkt ständig, dass eigentlich alles für vier ausgelegt ist.

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2 Open World

Die Welt ist groß, aber man merkt schnell, sie ist nicht zu groß. Was mir schon bei Mad Max gut gefiel, findet sich auch hier wieder: Man kann die einzelnen Maps wirklich vollständig lösen und alle Items und Objekte finden, ohne dass man nur 10% Spiel hat, aber 90% sinnlos in der Gegend herumsucht ohne dass der Kram, den man sammelt auch nur irgendeine Rolle für die Geschichte spielt, wie zB bei Dragon Age Inquisition.

Die Menge und die Positionierung von Nebenquests und Sammelobjekten in Wildlands ist super überschaubar und haben auch sinnvolle Aufgaben, da sie zusätzliche Infos über die Spielhandlung verraten, wichtige Ressourcen für die Skilltrees bereitstellen oder Waffen und Zubehör einbringen.

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Und was natürlich mir als Grafikfan wichtig ist: Die Welt ist wirklich großartig gestaltet und wunderschön. Die Weitsicht ist irre, es gibt viel Getier und jede Menge Menschen die sich zu Fuß und in Gefährten herumbewegen und vieles, was so herumliegt, kann man auch bewegen. Es ist allerdings schon so, dass man irgendwann merkt, dass da kein ausgeklügeltes Physiksystem agiert, denn das meiste, was man sieht ist am Ende doch statische Staffage.

3 Skill Based Shooter

Das überhaupt beste an GRW ist für mich, dass es keine Rollenspielmechanik für die Kämpfe benutzt: Waffen sind von Anfang an ordentlich – weil es nun mal so ist, dass ein Gewehr ein Gewehr ist und nicht bei einem “besseren” Gegner eine Erbsenpistole – und unterscheiden sich in Handling, Genauigkeit, Reichweite und anderen realistischen Faktoren, die man mit besseren Einzelteilen ein wenig aufrüsten kann (zB ein extended Magazine für 10 Kugeln mehr). Aber generell ist die Waffe genauso tödlich für jeden Gegner: Ein kleiner Handlanger wird von einem Kopfschuss genauso sofort umgenietet wie ein Elitesoldat. Es gibt keine Rollenspiel-Bulletsponges wie in Division, deren Hitpoints heruntergezählt werden (bzw. bei denen Schüsse aus unterlevelten Waffen gar keinen Effekt haben, egal wie gut man zielt und trifft) und wo man zwanzig Sekunden lang ununterbrochen mit der Maus auf einen Bossgegner draufhalten muss.

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Dadurch spielt man taktischer und realistischer. Man muss ordentlich zielen oder kann mal aus der Hüfte schießen, was zählt ist, ob und wo man den Gegner tatsächlich trifft.

Und: Kein Rollenspiel heißt auch kein Level-Gap. Es gibt zwar “Level”, die bestimmen aber die Skill-Trees, in denen man zusätzliche Features freischalten kann, die aber auf das Shooter-Balancing keine Auswirkung hat: Mehr Batterie für seine Drohne, längere Ausdauer beim Rennen und andere Dinge, die aber nie dafür sorgen, dass man plötzlich nicht mehr mit Freunden spielen kann, nur weil sie drei Level weiter sind als man selbst.

Das ist eine richtige Wohltat und das macht das Spiel schon alleine deshalb zum besten Open World Spiel, das ich bisher gespielt habe.