MMORPG

In meinem alltäglichen Eifer nach kulinarischer Erfüllung fühle ich mich von Wortkonstruktionen, die nur den Umleitungsgeplagten Synapsen von Werbemenschen entspringen können, umzingelt.
Althergebrachte Bezeichnungen sind heutzutage eher fehl am Platz. Nicht unbedingt, weil sie “unhip” sind, eher weil sie Ihre praktische Kapazität verloren haben. Keiner versteht sie mehr.


So sprang mich am frühen Nachmittag doch aus dem Hinterhalt eine “Kartoffel- Raukesuppe” an, die weniger mit Todesangst als mit freudiger Überraschung begegnet wurde. Ich fragte sogleich den Herrn Oberkellner, ob er sich dessen bewusst sei, was er dort in seiner löblichen Arbeitwut rasch an die rustikale Schiefertafel schrieb. “Natürlich”, kam mir entgegen, “Ich hätte ja auch Rukola schreiben können, aber das machen wir hier nicht,”. Fassungslos ob der schieren Euphorie, dass es noch mehr Leute gibt, die diesen frühen Fall des Rebrandings in der deutschen Cuisine wissen und beschämt das Gesicht verdecken, wurde der Triumphzug des damaligen Unkrauts geordert.

Wir finden uns in einer Zeit, die anmutet als wenn jemandem der Beutel mit Scrabblesteinchen ausgerutscht wäre, oder in der die heutige Spielekultur allen Anscheins nach jede Art der Genrebezeichung, die mehr als einen Vokal auf fünf Konsonanten vorzuweisen hat, geteert und gefedert aus der Stadt gejagt und Ihre Existenz vor zukünftigen Generationen geleugnet wird.
Ob es an der Kastration unseres Gedächtnisses durch Youtube und Twitter auf die Aufnahmefähigkeit eines Goldfisches liegt, dass wir keinen Ego-Shooter mehr spielen, sondern einen FPS (First Person Shooter) oder TPS (Third Person Shooter), keine Online Rollenspiele mehr zu finden sind, sondern nur noch MMORPGs (Massive Multiplayer Online Role Playing Games*) ist wohl eher in der angelsächsischen Spielergemeinde zur Frage zu stellen.
Aber durch die voranschreitende Globalisierung lege ich mir schonmal einen Vorrat Buchstabensuppe zu.

*Sollte man sich die Zeit nehmen, um einen Schritt Abstand zu nehmen, so merkt man, dass die Abkürzungen für Genres da sind, die fast so elaboriert sind wie die Rückseite deutscher Süßigkeiten. *hustschaumgebäckaufwaffelbodenmitschokoladenüberzughust*

Ist es schon Titanic oder einfach nur SpOn?

Ich mag ja satirische Magazine!

Im vergangenen Jahr wurde für 3000 Computerspiele eine Zulassung beantragt. Die 50 Tester der USK haben dann für jedes Spiel fünf bis zehn Tage Zeit. “Bedenkt man, dass ein geübter Spieler 70 bis 100 Stunden an einem Computerspiel sitzt, so kann man sich vorstellen, dass den Testern gar nicht genügend Zeit für ein Spiel bleibt”, kritisierte Kolb…
…Kolb plädierte aber nicht nur dafür, den Experten mehr Zeit zu geben. Sie möchte auch Hersteller stärker in die Pflicht nehmen. Die sollen Fragebögen ausfüllen, in denen sie Auskunft über den Inhalt des Spiels geben, seine Handlung, seine Aufgaben und über gewalttätige Szenen. Dann könnten die Tester gezielter suchen und die Gutachter besser entscheiden.

SpOn, Politker… ach..

Schön das es noch andere Meinungen in den Medien gibt

Computerspiele werden aus Sicht des Medienforschers Johannes Fromme allzu oft vorschnell für reale Gewaltexzesse wie den Amoklauf in Winnenden verantwortlich gemacht. “Man merkt jetzt, dass die Diskussionen nach einem bekannten Muster ablaufen, aber nicht fundiert. Es ist alles sehr vorhersagbar, was da kommt”, sagte der Professor für Erziehungswissenschaftliche Medienforschung an der Universität Magdeburg in einem Gespräch mit dpa. “Die Wahrscheinlichkeit, dass ein 17-Jähriger ein Counter-Strike-Spiel oder Ähnliches auf dem Rechner hat, ist relativ hoch. Eigentlich ist das normal.”

Wichtig sei es, den jungen Menschen den Umgang mit Computerspielen beizubringen. “Das lernt man vor allem in der Auseinandersetzung mit anderen Menschen, über die Resonanz von anderen, die mir wichtig sind. Die wichtigen Partner können auch im Internet sein.” Entscheidend sei hier aber auch die Arbeit der Schulen, wo noch einiges im Argen liege.

(Gefunden bei heise)

Südtürkische Hirschkäferart durch japanisches Videospiel vom Aussterben bedroht

Neihen, das ist nicht aus der B*LD! Sondern aus der TAZ:

Als medial aufgeklärter Mensch fühlt man sich den Zusammenhängen einer durchglobalisierten Welt ja eigentlich halbwegs gewachsen. Glaubt man. Um dann doch regelmäßig darüber zu staunen, welch wirre Meldungen sie bereit hält. So wie diese: “Südtürkische Hirschkäferart durch japanisches Videospiel vom Aussterben bedroht.”

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Jetzt weiß ich auch was mit den gemeinen südtirolischen Pokemon passiert ist!!

Sportliches Töten

Die TAZ berichtet vom “Sportlichen Töten” und meint damit die Bemühungen vom eSport auch olympisch anerkannt zu werden.

Anders als in Südkorea oder China, wo der elektronische Sport anerkannt ist, hat der e-Sport in Deutschland ein schlechtes Image. Frank Sliwka kann das nicht verstehen: “Wo ist denn der Unterschied zu Schach?”, fragt er, “das müsste dann auch als Killerspiel gelten.” Nun tragen Schachfiguren keine Kampfanzüge und der matt gesetzte König verliert kein Blut.

Das ist dann mal wieder ein wenig zu kurz gegriffen, denn auch in der deutschen Fassung von Counterstrike, die im eSport gespielt wird, verliert keine Spielerfigur Blut. Ehrlich gesagt weiß ich jetzt nicht wie es sich da jetzt mit der Source-Version verhält.

Nun spielen e-Sportler nicht nur Shooter-Spiele. Stahl erwähnt, “Counterstrike” sei nach wie vor das meistgespielte Spiel, das friedliche “Fifa”, elektronischer Fußball, sei aber auf dem Vormarsch. Für die Öffentlichkeitskampagne des e-Sport-Bundes wäre es vielleicht von Vorteil, Gewalt einfach auszuschließen. Aber keine Chance, für Sliwka steht das “nicht zur Debatte”.

Also laut ESB ist der einzige Shooter ohnehin Counterstrike (1.6 und Source) sonst steht eben Warcraft, Starcraft, Fifa, PES und NFS an. Das Zitat des Herrn Sliwka ist ja wahrscheinlich ein wenig aus dem Zusammenhang gerissen worden. Schwer zu sagen. Aber ich glaube auch nicht, das der ESB so eine Aufgabe hat, eben zu entscheiden was gespielt wird und was nicht, was hier mal wieder angedichtet wird.
Sliwka selbst hat hier einmal gesagt:

Ich betrachte „eSport und Gaming“ als Jugendbewegung und als wichtigen Bestandteil des Lebens Jugendlicher. Die Community hat eigene Kommunikationswege und –regeln aufgestellt, neue Freizeit- und Sportbeschäftigungen entwickelt und nicht zuletzt neue Berufsbilder kreiert. Dieses in den Fokus der Öffentlichkeit zu bringen, verstehe ich als Aufgabe – meine Aufgabe und die des esb.