Back to Monkey Island

Schon 2010 zusammen mit der SE oder besser den Remaster von THE SECRET OF MONKEY ISLAND erschienen wurde es nun auch von uns durchgespielt. Etwas über 16 1/2 Stunden haben wir daran gesessen. Ich habe keine Ahnung wie lange ich 1992 daran gesessen habe. Das Spiel selbst war für die MS-DOSen 1991 veröffentlicht, aber für meinen Damals aktuellen Rechner Amiga erst 1992. Somit wäre für mich das 25-Jährige Jubiläum erst nächstes Jahr gewesen. Wenn man aber vom Erscheinungstermin der DOS-Version ausgeht, dann wäre dies Jahr 25 Years of MI2:LR!

MI2 habe ich bisher wirklich erst einmal durchgespielt. Konnte mich natürlich an das Ende erinnern, aber an wirklich wenig vom Rätseldesign. So gab es auch einige knifflige Stellen, an denen ich wahrscheinlich schon Damals nicht ohne Komplettlösung vorbei gekommen bin, zu jenen ich auch diesmal wieder nachschauen musste. Dazu gehört einmal die völlig irren Voraussetzungen um im Spuckwettbewerb gewinnen zu können und das Labyrinth in LeChucks Festung.
Ich kann mich natürlich nicht erinnern wie lange ich Damals gebraucht habe. TSOMI hatte ich in vier Wochen durchgespielt. Zu erst ohne Komplettlösung (weil so eine bis da hin noch in keinen Spielemag erschienen war), aber irgendwann war ich auch nicht mehr weiter gekommen und musste auf die Veröffentlichung warten. So hatte ich da 3 Wochen am Stück gespielt, weil ich zu der Zeit gerade eine OP hinter mir gehabt hatte und 4 Wochen krankgeschrieben war, und dann nochmals eine so eine Woche, nachdem ich mir einen Tip aus der Komplettlösung geholt hatte um weiter zu kommen.

Zu MI2 sind da meine Erinnerungen nicht mehr so exakt. Aber das Spiel war umfangreicher und kniffliger als sein Vorgänger, also so werde ich bestimmt auch länger gebraucht haben. Denn ich probiere schon eine ganze Weile herum, bis ich mich auf das Niveau herab begebe in eine Komplettlösung zu schauen.
Ich glaube das treibt dann meine Tochter manchmal ein wenig in den Wahnsinn.
Denn auch das Spiel haben wir natürlich wieder zu zweit gespielt. Ich kann es nur immer wieder betonen: Grafikadventure sind nicht nur keine Singleplayer! Zu zweit machen sie gleich noch mehr Spaß. Irgendeiner hat immer eine Idee.
Ich weiß nicht wie es denn mit noch mehr Beisitzern ist. Da word es wahrscheinlich auch schwierig bei einer Spielzeit von z.B. 16 Stunden gemeinsame Termine zu finden. Ansonsten muss man ja heutzutage auch nicht unbedingt in einen Raum sein. Auch wenn Adventure keine Mehrspieler-Modi haben. Es kann so oder so nur einer die Maus führen. Bild und Ton kann man streamen. Aber so weit sind wir hier noch nicht. Denn noch wohnen wir unter eine Dach. Seit 2008 spielen wir nun zusammen Adventure. Also seit dem die Little Miss Gamer 7 Jahre alt ist. Anfangs hatte ich dann natürlich darauf geachtet, das die Spiele eine deutsche Sprachausgabe hatten. Auf so was muss ich heute natürlich nicht mehr achten. Das erste war MORD IM ORIENTEXPRESS und das erste Monkey Island das wir zusammen gespielt hatten war Teil 3, das wir 2009 durchgedattelt hatten. Auch dieses hatte ich natürlich schon einmal bei Erscheinen durchgespielt. TALES OF MONKEY ISLAND hatte ich dann allerdings auch das erste Mal mit ihr zusammen durchgespielt. So ist MI2 auch schon das 31. Adventure, das wir zusammen gespielt haben. Schöne Sache und das nächste Adventure steht für uns auch schon in den Startlöchern.

Monkey Business

Monkey Island SE

Also Download gibt es die 2 Special Editions der ersten beiden MONKEY ISLAND Spiele ja schon eine Weile. Bisher hatte ich jene noch nicht gedownloaded, weil ich auf ein schönes Boxset gehofft hatte. Vor vier Wochen war ich dann schon fast soweit gewesen mir beide Teile doch als Download zuzulegen und dann war plötzlich die Ankündigung da, das beide Teile in einem Boxset im September erscheinen. Und da sogar mit deutschen “Untertiteln” (was mir selbst nicht so wichtig war, aber da die Little Miss Gamer mit ihren 10 Jahren noch nicht ganz so firm ist im Englischen, ist das für sie doch schon recht hilfreich.
Aber lohnt sich die Anschaffung?
Der günstige Preis hatte mich ja schon stutzig gemacht. (Als ich den Link eben gesetzt hatte war der Preis bei Amazon gerade 17,95, wobei ich die SE am Tag des Erscheinens für 14,95 bestellt hatte). Die einfache Amary-Box (also normale DVD-Hülle) enttäuschte dann schon ein wenig. Hatte doch TALES OF MONKEY ISLAND wenigstens noch einen Pappschober mit Klappcover gehabt, das sich im Spieleregal noch gut gemacht hatte, so ist so eine blanke DVD-Box natürlich nicht so hübsch. Auch in der Box wird nichts geboten ausser einem Booklet bei dem zu mindestens noch das Cover im Mehrfarbendruck ist. Das war es auch schon. Beide Spiele sind auf eine DVD gepresst, zusammen mit den Extras. Die Extras bekommt man erst zusehen, wenn man das Spiel installiert sind. Es sind einmal Konzeptzeichnungen und die neu überarbeiteten Soundtracks beider Spiel. Kennt man das sonst so das jene Goodies in Verzeichnissen auf der DVD abgelegt sind, so ist das hier nicht so.

MISE

Das ist besonders im Fall der Soundtracks sehr, sehr schade. So kann man jene eben nur hören, wenn man die Spiele installiert auf dem Rechner lässt, die DVD zu dem einlegt und den Launcher startet. Das ist ärgerlich. Man möchte den Soundtrack doch gerne auf den MP3-Walkman laden oder eben als CD mal in der Musikanlage hören. Gerade MI hat einen der besten Soundtracks der Spielegeschichte und z.B. die Little Miss Gamer hört Spiele-Soundtracks zu Spielen die sie gerne gespielt hat, rauf und runter. So hatten wir uns Beide auf den “beigelegten” Soundtrack gefreut. Positive Beispiele sind die SAM & MAX oder EDNA BRICHT AUS Spiele, die zwar die Soundtracks “nur” als MP3-Dateien auf die DVDs gepackt haben. Noch positiver ist hier die SE von ANKH oder EVERLIGHT, die sogar extra Audio-CDs (ohne Kopierschutz!) beigelegt hatten und bei ANKH sogar mit Cover!
Okay, die Qualität der Soundtracks ist trotzdem hochwertig und klingt natürlich schöner als die alten Soundtracks. Und natürlich kann man die Soundtracks analog aufnehmen. Der OST von MI ist hier knapp 40 Minuten lang und der von Teil 2 sogar knapp 55 Minuten lang.

Wir haben jetzt mit Teil 1 angefangen und die ersten 5 Stunden hinter uns. Natürlich ist es ein wenig leichter als Damals vor 20 Jahren. Erstens habe ich das Spiel schon 2 Mal durchgespielt (und da behält man sich doch ein paar Kniffe, die einen beim ersten Mal schlaflose Nächte für die Lösung gebracht haben). Zweitens gab es eben bei Erscheinen des Spiels noch nicht so einfach eine Komplettlösung (ich hatte jedenfalls keine, die kam erst ein, zwei Monate später mit dem neusten AMIGA JOKER). Drittens gibt es nun ein Hilfssystem, das einen auf Knopfdruck Tips gibt. So was ist ja heute fast schon Standart, ist aber hier bei MI die einzige Neuerung (ausser der Grafik) die eingebaut wurde. Okay, die Steuerung kann man als neu bezeichnen. Man darf zwar mit der Maussteuern, wie in einem klassischen Adventure, aber braucht leider auch die Computertastatur. So habe ich dann man die Gamepadsteuerung ausprobiert und muss sagen das jene zu mindestens mit einem Xbox-Gamepad leicht von der Hand geht, wenn man im SE Modus spielt. Der Klassikmodus lässt sich genauso steuern wir vor 20 Jahren und geht daher mit der Maus besser. Wenn ein Spiel schon per Gamepad gesteuert werden muss, dann sollte jene wenigstens die Analog-Sticks unterstützen. Das ist hier auch zum Glück der Fall.

Und die Grafik? Ist jedenfalls kein 3D wie bei TALES OF. Steckt irgendwo zwischen dem Comicstil von MI3 und TALES OF. Ich muss gestehen das mir der Stil von TALES OF besser gefällt als bei den SEs. Allerdings darf man auch nicht vergessen, das hier die Grafik einfach auf den alten Spielen drübergelegt wurde. So kann man wirklich per Knopfdruck zwischen beiden Versionen hin und her schalten. Wie hier mal mein kleines Video demonstriert:

Das hat zwar kein praktischen Wert beim spielen, aber gerade für einen Retrogamer wie mich ist das schon ein nettes Feature, das ich auch tatsächlich nutze, einfach um Zwischendurch mal kurz zu gucken wie das mal eben vor 20 Jahren aussah. Tatsache ist, das es sich wirklich so spielt wie Damals und das Monkey-Island-Feeling wieder voll da ist. Ich finde schon das es sich lohnt jene Spiele nochmals zu kaufen. Besonders bei den geringen Preis.

Das beste Monkey Island aller Zeiten …

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… ist meiner Meinung nach Monkey Island 2. Daher freut es mich, das die beiden Special Editions von Monkey Island 1 und 2 nun am 9. September in Deutschland rauskommen. Ich hatte mir die beiden Spiele eben noch nicht als Download zugelegt. Da die Little Miss Gamer und ich ohnehin im Monkey-Island-Fieber sind (bei ihr im Zimmer läuft zur Zeit der Soundtrack in der Dauerschleife), passt das natürlich wie der Haken auf die Augenklappe! Harrr, harrr!

(Oben zu sehen ist übrigens die Amiga-Version, die ich — laut noch beiliegender Rechnung — am 30.07.1991 für 99,95 DM gekauft hatte. Soll mal einer sagen Spiele wären heute teuer. Die Amiga-Version kam übrigens mit 11 Disketten und ohne Festplatten-Installations-Routine daher!! So gab es beim ersten oder zweiten Teil, kann ich mich leider nicht mehr genau erinnern, den Gag, das man in eine Höhle ging und eine Diskette einlegen sollte, die man nicht hatte. Kurze Panik! Dann kam die Meldung auf den Schirm “Sorry, das haben wir ja gar nicht mehr programmiert!” und dann landete man wieder im Bildschirm davor, vor der Höhle.)

Affentheater in 5 Akten

Die MONKEY ISLAND Serie ist glaube ich fraglos ein Klassiker unter den Adventure-Spiel-Reihen. Mit TALES OF MONKEY ISLAND geht die Serie seit 1990 in die 5. Runde. Nach etwas mehr als 15 Jahren Spiel-Geschichte sind 5 Teile nicht besonders viele, aber wenn man sich vor Augen hält, das das Genre der klassischen Point’n’Click-Adventure schon ein paar Mal Totgesagt war, ist das schon mal nicht wenig. Und wenn wir gerade bei Todgesagte sind: LeChuck ist wieder da!

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Nun hat sich das Genre über die Jahre auf einer Art geändert, aber auf der anderen Art auch wieder nicht. Man kann also durchaus bei klassischen Grafikadventure von Retrogaming sprechen. Geändert hat sich, nach einigen Wirrungen um die Jahrhundertwende, die Steuerung soweit seit den 80zigern kaum etwas. Man kickt den Helden oder die Heldin des Spiels immer noch durch die Gegend und muss Dinge aufsammeln. Die Spiele sind vielleicht etwas kürzer geworden als jene aus den 80zigern und Anfang der 90ziger des letzten Jahrhunderts. Das sehe ich allerdings nicht als Nachteil. Die Spielzeit von jenen “längeren” Spielen hat sich doch oft durch langes herum- und hinundhergerenne verlängert. Außerdem habe ich liebe ein kurzes, aber dafür kompaktes Spiel, das einen durch seine Story und Dichte fesselt, als eines das mich durch langes rumgesuche/gelaufe frustriert.

Nun hat allerdings gerade MONKEY ISLAND eine bewegte Geschichte. Teil 1 und 2 waren nicht nur Hits im Genre und halten heute noch als Referenz her, Teil 3 ließ lange auf sich warten, aber überzeugte dann wieder und Teil 4 war (teilweise zurecht) ein Flop. Der Flop hatte allerdings nicht an der Story gelegen, die meiner Meinung nach wieder exzellent gewesen war, sondern an der Technik. 3D und Tastatursteuerung wollten nicht so recht zum Genre passen. Und wie ist Telltale nur quasi Teil 5 gelungen? Kann er sich mit den ersten 3 Teilen zu mindestens messen?

Meiner Meinung nach ja! Die 3D-Technik ist seit 1999 nun auch schon ein wenig weitergekommen. Guybrush und Co. sehen nicht mehr ganz so eckig aus und die Maus kommt auch wieder zum Einsatz. Wobei man hier Guybrush zwar mit der Maus steuern kann, aber beim bewegen einen merkwürdigen Hybriden geschaffen hat. Kann man bei einer klassischen Steuerung einfach wohin klicken bzw. doppelklicken und die Figur marschiert dann dort auch hin, geht das bei TOMI nicht oder nur wenn man dabei eine Location anklickt. Klickt man ins Leere bewegt sich Guybrush nicht. Man muss für so eine Aktion die linke Maustaste festhalten und dann die Maus in die Richtung schieben in der Guybrush gehen soll. Oder eben die Richtungspfeile auf der Tastatur benutzen. Das ist umständlich. Mit einer Maus geht es sehr unhandlich zur Sache. Bei mir, der ich einen Trackball benutze, ging das trotzdem noch bequem vom Sofa aus. Unverständlich ist das schon. Hier kommt die selbe Telltale-Engine zum Einsatz wie bei SAM & MAX SEASON 1 & 2. Warum also diese merkwürdige Steuerung. Hatte man für die noch merkwürdigere Steuerung für WALLACE & GROMIT nicht schon genug Kritik bezogen? Die Wege der Entwickler ist manchmal unergründlich!

talesofmi_voodoolady

Nun aber zu der Story und den Rätseln. Die Story? Ja, hey, LeChuck ist zurück und will zum bösen Piratengott werden. Das reicht schon. Liebevoll wird hier eine schöne Story gesponnen, bei der wieder viele bekannte Figuren wie natürlich Elaine, Stan und natürlich die Voodoo-Lady (die als Running Gag immer noch keinen Namen hat) vorkommen, aber auch ein paar neue Charaktere wie die Piratenjägerin Morgen LeFay. Es gibt in der Story ein paar schöne Twists’n’Turns und nette Nebenereignisse, die wie immer aktuelle Trends (wie z.B. das sammeln von Figuren und Merchandising) auf die Schippe nehmen bzw. in die Piratenwelt von Ron Gilbert ziehen. manchmal sind die Gags ein wenig merkwürdig, was allerdings teilweise auch daran liegt, das sich eben viele nicht ins Deutsche übersetzen lassen. man hat sich wirklich Mühe gegeben, aber so richtig gelungen ist es nicht immer. Besonders die 4. Episode hat darunter gelitten. So ist jene schon Rätseltechnisch ein wenig dröge, aber die Gerichtssaal- und Anwaltserien-Gags zünden im Deutschen kaum.

Da wären wir schon bei den Rätseln. Die Rätsel sind bei leibe nicht mehr so heftig wie zu Zeiten von Teil 1 und 2. Sie haben aber das Niveau von Teil 3 und 4. Also herausfordernd, aber man muss höchstens um zwei Ecken denken und nicht um drei oder vier. Nur eben Episode 4 fällt da ein wenig aus dem Rahmen. Zu oft weiß man einfach nicht was man tun soll oder was die Aufgabe ist. Das ist schade. In den anderen 4 Episoden klappt das allerdings wunderbar. Natürlich gibt es in der Episode 5 dann das große Finale, das auch wieder mit so eine Art Zeitlimits versehen wurde, so das es nicht wirklich eine Actionsequenz ist, aber zum in Ruhe rätseln kommt man auch nicht. An einer Stelle fand ich es ganz schön frustrierend. Aber geschafft haben wir es dann heute doch. Das erinnerte mich stark an das Finale von Teil 3. So gab es dann also wieder ein Happy End, man schaut wehmutig den Abspann (schon vorbei?), aber bekommt am Ende die Hoffnung auf einen sechsten Teil oder eine zweite Season (Season? Sea-son?? Muhaha!).

Ja, die einzelnen Folgen sind kurz. Wir haben pro Folge knapp 3 Stunden im Durchschnitt gebraucht. Das ist nicht viel, aber dafür kam auch kaum Langweile oder Frustration auf. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht wieder einmal mit Guybrush Threepwood (mighty pirate!) loszuziehen und die Welt vor LeChuck zu retten.

Der Grund warum ich die Episoden erst so spät gespielt habe (es ist von 2009) liegt daran, das ich mir seiner Zeit nur die erste Episode heruntergeladen hatte und mir dann die deutsche Compilation Anfang des Jahres zugelegt hatte. Jene kommt in einen Pappschober mit Deckelklappe daher in dem eine Amaray-Box mit der DVD steckt. Es gibt zwar ein farbiges Benutzerhandbuch, aber sonst keine Gimicks wie Poster oder so (schade denn das Cover hat ein schönes Motiv, das man sich durchaus an die Wand hängen kann). Dafür wurde die DVD mit einigen Goodies bestückt: Wallpaper, Konzeptzeichnungen, Trailer und ein paar Making-Of Videos mit Kommentaren der Macher. Bei den Trailern findet man auch die Flashvideos die als Vorschauen auf die Folgen geschaffen wurden: I WONDER WHAT WILL HAPPEND IN THE NEXT EPISODE OF TALES OF MONKEY ISLAND. Die enthalten dann immer Vorschauen, die sich nicht wirklich auf die Story beziehen, sondern einfach nur auf die Titel der Episoden. Wunderbar gemacht! Hier als Beispiel die “Vorschau” auf die erste Episode: