Ken Williams – Not All Fairy Tales Have Happy Endings: The rise and fall of Sierra On-Line (2020)

Ich habe ja schon lange kein Video-/Computergames related Buch mehr gelesen. Etwas was ich in den letzten zwei Dekaden sehr gerne und mit wachsender Begeisterung getan habe. Noch im letzten Jahrhundert war es nicht so einfach gewesen Bücher zu dem Thema zu finden. Weil es einmal einfach nicht so viele zu dem Thema gab und zudem wenn dann nicht unbedingt in der Buchhandlung um die Ecke zu bekommen war. Das Internet hat also auch vieles im Umfeld von Büchern verändert und hat es bisher noch nicht geschafft, dass gedruckte Buch ganz zu vertreiben. Im Gegenteil, dass Buch konnte sich behaupten und modernisieren. Heute muss es nicht immer ein Buch aus Papier sein, sondern kann eben auch in einem Gerät gelesen werden. Ob nun auf einen Bildschirm mit LCD oder LED oder eben in eInk auf einem eBook-Reader. Die Haptik eines Papier-Buchs ist natürlich besser, aber man hat ja auch langsam nicht mehr genug Platz im Bücherregal. Ken Williams Buch hätte ich gerne als Papier erstanden. Aber jenes aus den USA zu importieren, war dann doch etwas zu teuer gewesen (und Amazon ist da in meinen Augen keine Alternative!). Also musste es ein eBook sein, dass ich dann direkt und für erfreulich günstige $ 7 bekommen konnte.

Meist mag ich ja Bücher dieser Art weniger technisch, aber dafür mehr emotional. Ich möchte eher wissen, was die AutorInnen beim Schreiben zu verschieden Games und beim Spielen jener empfunden hat. Was persönliches eben. Wie die Spielemechanik oder die Technik, der Code, dahinter funktioniert, war für mich nicht uninteressant, aber zweitrangig. Mein all time favourite ist da ja noch immer Tom Bissell’s EXTRA LIFE: WHY VIDEO GAMES MATTER von 2010 und David Kushner’s MASTERS OF DOOM (Die Anfänge von ID Software) und JACKED (Die Story hinter der GTA-Serie). Dabei geht es bei EXTRA LIFE nicht einmal um Videogames, die ich besonders mag oder gar gespielt habe (LEFT4DEAD, FAR CRY 2 z.B.). Was aber gerade interessant für mich war. Ken Williams Buch war da jetzt wiederum ganz anders.

Williams ist seit seligen Zeiten des ersten Apple Computers kein Spieler mehr und seit dem Apple IIe wohl auch keine Hacker und Coder mehr, aber er hat mit seiner Frau Roberta zusammen eines der einflussreichsten Spielefirmen des letzten Jahrhunderts gegründet: Sierra On-Line! Nicht nur die alten Adventure wie KINGS QUEST, SPACE QUEST, LEISURE SUITE LARRY werden noch immer gespielt (und das nicht nur von alten Leuten), sondern auch andere Spiele aus der Zeit wie die INDY und NASCAR-Serien von Papyruss, die seiner Zeit zu Sierra gehörten. Sierra selbst wurde ab 1998 quasi von Ken Williams verkauft (was er heute noch bedauert, was er in dem Buch ausführlich beschreibt, nicht wegen des Geldes, sondern wegen was danach mit Sierra On-Line passiert ist), wurde mehrfach herum gereicht, bis Vivendi/Activision das letzte (Entwickler-)Büro von Sierra geschlossen hatte. Die meisten Sierra-Spiele bekommt man aber immer noch auf GOG und Steam usw. Ken Williams schreibt selbst, dass das Buch über Sierras Aufstieg und Fall ihm schon lange beschäftigt hat, aber er es eigentlich lieber von seiner Frau geschrieben sehen hatte. Jene schreibt zwar auch, aber nichts über sie Spieleindustrie. Und auch keine Scripts mehr für Computerspiele, seitdem sie 1998 KINGS QUEST 8 mehr oder weniger (zu ihrer Unzufriedenheit über das Ergebnis, dass nicht mehr viel damit zu tun hatte, was sie mit dem Spiel eigentlich ursprünglich erreichen wollte) beendet hatte. Auch Ken hat nie wieder etwas mit der Spieleindustrie zu tun gehabt. Seine Frau und er sind heute Weltenbummler und sind viel mit ihrer Yacht unterwegs. Ken hat sogar Bücher über das Segeln geschrieben, aber bisher nie groß was über Sierra. 2020 war plötzlich alles anders. Natürlich für uns alle. Ken’s Pläne für 2021 waren über den Haufen geschmissen worden (selbst die Hochzeit seines jüngsten Sohns konnten Roberta und er nur aus der Entfernung in Sichtweite beiwohnen) und er hatte wohl plötzlich viel Zeit. Also hat er mal eben dieses Buch geschrieben, dass dann auch schon im Herbst 2020 erschienen ist. Seitdem ungefähr liegt es auch in meinem PocketBook im Speicher und wollte von mir gelesen werden. Das habe ich ja nun auch endlich getan.

Ken erzählt die Geschichte Sierras natürlich aus seiner Sicht und Perspektive. Es geht natürlich auch um die Spiele, aber im Grunde erwähnt er nur ein Dutzend davon ausführlicher. Es geht mehr um die Gründung, die Beweggründe und das Geschäft, als um die Spiele selbst. Er erzählt die Geschichte natürlich chronologisch, aber schiebt immer wieder Kapitel ein, wo es um Details des Managements und um seine geschäftlichen Entscheidungen zu Sierra geht. Er bezeichnet jene Kapitel als die vielleicht langweiligsten des Buchs und hat sie dafür dementsprechend extra gekennzeichnet, dass man jene auch ruhig überspringen könnte. Und beinahe hätte ich es auch so gemacht. Was interessieren mich den die Fähigkeiten, die man braucht um eine Spielefirma zu leiten oder wie das mit den Aktien bei Sierra so funktioniert hat? Eigentlich gar nicht. Aber dann wiederum berichtet er darüber so anschaulich und auch interessant, dass es selbst mich als Dummy und Uninteressierten in solchen Dingen gecatcht hatte. Sollte man also auf gar keinen Fall auslassen! Der Niedergang von Sierra ist natürlich besonders bitter, weil sinnlos. Genauso wie bei Lucas Games/Art und in letzter Zeit ja auch Tell Tale Games. Auch wenn Ken Williams nach seinem Ausstieg (man kann es vielleicht auch rausmobben nennen.. aber jemand wie Ken Williams lässt sich bestimmt nicht so einfach mobben) nicht mehr an den Niedergang und den Schluss bei Sierra involviert war, so sieht er es schon so, dass er das alles mit seinem Verkauf an CUC in Gang gesetzt hat, der Auslöser war. Zwar hat dieses Märchen kein Happy End, dass also Sierra und deren Macher überlebt hätten und glücklich bis an ihr Lebensende waren, aber immerhin sind zwei der “Spitzenmanager” die den Karren bewusst (und zu ihrem Vorteil) an die Wand gefahren haben angeklagt und sogar verurteilt worden (was ja viel zu selten vorkommt). Beide sind sogar im Knast gelandet.

Man merkt es dem Buch einmal an, das Ken hier nicht sein erstes Buch geschrieben hat (und bestimmt auch einen guten Lektor an der Hand hatte), aber auch dass er hier nur ein wenig Recherche machen musste, weil er eben aus seiner eigenen Vergangenheit aus seiner Sicht schreiben konnte, und dass das Buch so eben auch schnell entstanden ist. Das meine ich allerdings positiv! Es ist also nicht schludrig geschrieben oder so. Es liesst sich mehr wie ein Blog. Was ich persönlich sehr angenehm ist. Auch wenn man hieraus als jemand der in die Spieleindustrie will einiges lernen kann, so kommt Ken mit seiner Schreibweise nie mit den erhobenen Zeigefinger daher und benutzt auch kein Manager-bubble. (Furchtbar lachen musste ich, als er behauptete früher nicht gewusst zu haben, was es bedeutet, wenn ein Studierter einen MBA hatte und es für die Abkürzung für “Must be an asshole” hielt). Wer also einen Einblick in die US-amerikanische Spieleindustrie der 80er und 90er des letzten Jahrhunderts erhalten möchte, bekommt hier Informationen aus erster Hand und wird dabei gut unterhalten. Das Buch ist mit etwa 300 Seiten (inkl. lange Anhänge) ein wenig zu kurz für meinen Geschmack, aber wenn Ken und Roberta Williams schon immer etwas konnten, dann war es das, das sie ihre Käufer und Fans nicht langweilen wollten!

(Erklärung: Der Autor dieser Zeilen hat nie die originalen Kings oder Space Quest Spiele gespielt, aber fühlt sich schuldig im Sinne der Anklage, dass er alle Larry Spiele von Al Lowe gespielt hat!)

Gray Matter (2010)

Jane Jensen ist eine meiner Heldinnen in Angelegenheiten Grafik-Adventure. Begonnen und bekannt wurde sie im legendären Studio Sierra Online unter Roberta Williams. 1991 findet sie dort die ersten Male Erwähnungen für Writing und Design bei POLICE QUEST 3 und ECOQUEST. Ihr erstes eigenes Spiel war dann GABRIEL KNIGHT: SINS OF THE FATHERS von 1993. Eines der berühmtesten und beliebtesten Point’n’Click-Adventure überhaupt. 1999 war dann mit GABRIEL KNIGHT 3 erst einmal Schluss mit Sierra und Point’n’Click-Adventure

Aber sie widmete sich nicht nur einfach anderen Dingen, sondern blieb der Branche zunächst mit Casual Games treu. 2007 gab es dann die ersten Berichte zu GRAY MATTER, dass dann 2011 für Windows (2011) und XBOX360 (2010) erschien. Jensen ist hier wieder für das Design, Story und die Dialoge zuständig. Entwickelt wurde das Spiel unter Wizarbox (SO BLONDE, RISEN) und herausgebracht von Viva Media (HAUNTED, THE WISPERED WORLD). Für die Umsetzung der Grafik war dann Rocketbox Studios (HAUNTED, ANKH-Serie, JACK KEANE) zuständig. Für den Soundtrack/Score war hier wieder Robert Holmes (GABRIEL KNIGHT-Serie) mit an Board und versprüht mit seinen Cues eben auch gleich wieder Gabriel-Knight-Atmosphäre. U.a. war allerdings auch Finn Seliger (EDNA BRICHT AUS, DEPONIA-Serie) an der Musik mit beteiligt. Also ein wirklich illustres Team hatte sich hier zusammengefunden. Und hat sich das gelohnt? Ja!

Man steuert hier via Gamepad oder klassisch mit der Maus von Kapitel zu Kapitel abwechselnd die amerikanische Protagonistin Samantha (warum heißen eigentlich so viele Hauptfiguren von Adventure-Spielen Sam oder Samatha?) Everett und den Professor David Styles. Das Spiel ist in Oxford und London lokalisiert. Beide Charaktere haben natürlich dramatische Ereignisse hinter sich und werden somit vom Schicksal (aka GamedesignerInnen) zusammen geführt. Neben der Einführung gibt es zwischendurch natürlich immer wieder “verbindende” Videos, die hier allerdings nicht voll animiert sind, vom Stil an die Gabriel Knight – Serie erinnern, aber von der Machart an alte Animees, bei denen auch immer nur Zoom-Effekte in Stills und nur ganz wenige Animationen eingesetzt wurden. Die Animationen im Spiel sind bei den Figuren, wie leider so oft bei Grafik-Adventure, etwas hölzern und marionettenhaft. Dafür sind die Grafiken wunderschön gezeichnet. Über die wirklich wieder fantastische geschriebene Story sollte man im Vorfeld nicht zu viel lesen, sondern eher aus der Sicht von Sam spielen, was das Spiel in meinen Augen noch spannender gestaltet. Die Charaktere sind hier sehr gut gezeichnet. Die Rätsel haben hier eine moderate Schwierigkeit ohne zu offensichtlich zu sein. Auf völlige unlogische oder zu sehr um die Ecke gedachte Rätsel sind wir hier wirklich nicht gestoßen. Dabei hat die Abwechslung nicht gelitten.

Sam ist eine angehende Magierin und so wurde hier auch eine “Zaubertricks” eingebaut, als Element von lösen von Rätseln. Das ist wirklich sehr nett gelöst ohne das ganze in nervige Aufgaben abklappern zu verkommen zu lassen. Die Atmosphäre bleibt dabei bis zum Finale wirklich sehr dicht. GRAY MATTER ist die Art von Spiel in dem man gerne ein wenig länger verweilt und sich schon alleine an der Atmosphäre erfreut, als dass man die Rätsel nur schnell hinter sich bringen will. Hier gibt es auch eine Reihe von Hilfen, die einen nicht so versierten Abenteurer nicht zu sehr im Wald stehen lassen. Einmal gibt es für jeden Bildschirm per Knopfdruck eine Anzeige von Hotspots, die einen zeigen mit welchen Objekten man hier noch interagieren kann. Auf einer Übersichtskarte werden alle Orte angezeigt die man besuchen kann und farblich wird aufgezeigt, an welchen man noch etwas erledigen muss. Es gibt auch auf Knopfdruck einen Übersichtsbildschirm in den man jeder Zeit sehen kann, welche Aufgaben im Kapitel noch zu erledigen sind und wie viel Prozent man davon schon erledigt hat. Und dann gibt es noch im Inventar die Notizbücher der Protagonisten in denen wirklich alle Kommentare “aufgeschrieben” werden und in denen man jeder Zeit blättern kann.

Die Steuerung via Maus und Tastatur klappt hervorragend und vorbildlich. Die Gamepad-Steuerung haben wir nicht ausprobiert. Zu kurz ist das Spiel bei Leibe auch nicht. Wir haben knapp 20 Stunden Spielzeit gebraucht, was in meinen Augen ein wirklich guter Wert ist. Gerade in letzter Zeit hatten wir da Spiele gehabt, die sehr viel kürzer waren. Neben Spannung kommt hier übrigens nicht nur der Humor nicht zu kurz, sondern auch die Romantik kommt hier zum Zuge! Eine Jane Jensen eben! Als Spiel kann ich das nur jeden Adventure-Fan an Herz legen. Und wer die Gabriel-Knight-Spiele schon mochte, der wird GRAY MATTER lieben!

Ich habe hier übrigens die wunderschöne Collector’s Edition von DTP. Ein wirklich dickes Steelbock (wie man hier neben sieht), mit vielen Goodies wie dem fantastischen Soundtrack auf einer separaten CD, einem Kartenspiel-Set, 5 Postkarten mit Motiven aus dem Spiel, einem doppelseitigen Poster und natürlich der Bedienungsanleitung. Wirklich eine sehr schöne und aufwendige Fassung, was ich mir ja immer zu jeden Adventure wünsche. Wer Gelegenheit hat diese Ausgabe noch zu bekommen, der sollte hier wirklich zugreifen!

King’s Quest – Episode 5 – The Good Knight (2016) und Epilogue (2016)

Nach nun 23 Stunden sind wir mit allen 5 Episoden und dem sogenannten “Epilogue” durch. Das wir so lange für die 5 Episoden gebraucht haben, lag nicht an der Komplexität des Adventures, sondern mehr an einigen Eigenheiten, die ich schon in den 4 vorigen Einträgen hier erwähnt hatte, die das Spiel eher ein wenig künstlich verlängert haben. Mechanismen die man durch aus aus alten Grafikadventure der 80ziger kennt und die hier vielleicht eine Reminiszenz an alte Zeiten der Spiele-Serie sein könnten. Wie erwähnt habe ich die alte Serie nie so richtig gespielt und kann deswegen nicht viel dazu sagen. Aber ich habe mir berichten lassen und auch schon oft gelesen, dass die alten King’s Quest-Spiele schon harte Nüsse waren, worüber man sich hier in diesem Reboot eben auch in manchen Situationen lustig gemacht hat.

Bevor ich zum Fazit der kompletten 5 1/2 Episoden komme, erst noch unser Eindruck von Episode 5 und dem Epilog. Hier spielt man nun das letzte Abenteuer von König Graham. Ein bisschen werden hier die vier ersten Episoden inhaltlich zusammengeführt. Im Endeffekt geht es hier schon um das Werden und König seien von Graham, der dann am Ende der Episode 5 quasi das Zepter an seine Enkel weiter gibt. Im letzten Kapitel trifft man also einige Charaktere wieder (teilweise als Geister, weil schon tot) und steuert Graham durch Minispiele und ein paar Rätsel. Das ist durchaus okay. Hier wird dann zum Ende hin natürlich kräftig auf die Tränendrüse a la Disney gedrückt. Das ist durch aus okay und passt zum Szenario, ist aber zum Schluss recht übertrieben. Muss aber wohl sein. Ein bisschen versöhnlich ist die 5te schon, kam uns dann ein wenig kurz vor. Also Bonus bekommt man noch ein Mini-Adventure als Epilog in dem man die Nichte Grahams steuert. Es ist aber wirklich nur noch so eine kurze Episode, wie so ein Kurzfilm bei Disney/Pixar-Filmen. Ganz nett und ein schöne Dreingabe, die einen zum Schluss ein wenig milde stimmt, trotzdem sie eine Actionsequenz enthält. Trotzdem hat das in uns nicht unbedingt ein Gefühl von “ich würde ganz gerne davon mehr sehen” oder “hoffentlich gibt es eine Fortsetzung” ausgelöst.

Nie Neuauflage von King’s Quest ist ganz nett und man kann sich daran durchaus erfreuen. Die Charaktere sind alle liebenswert gezeichnet und einen geht hier wirklich keiner auf den Sender. Trotz der relativen Länge des Spiels, ist es doch mehr etwas für Zwischendurch, denke ich. Kein Spiel an dem ich zu mindestens lange denken werde. Die Neuauflagen bzw. modernen Fortsetzungen von Monkey Island oder Sam & Max hatten mir als Spieler da deutlich mehr gegeben. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich als Nichtspieler der KQ-Serie nicht die richtige rosa Nostalgie-Brille habe, die das Spiel vielleicht dann noch etwas aufwertet.

King’s Quest – Episode 4 – Snow place like home (2016)

Hatten uns die ersten drei Teile nicht so wirklich vom Hocker gehauen, aber immer noch genug Story geboten, dass wir zu mindestens neugierig waren, wie es denn weiter gehen würde, so ist uns dann in der Episode 4 ein wenig die Motivation flöten gegangen. Aber Eins nach dem Anderen. Die Geschichte wird hier also auch weitererzählt. Wieder auf den zwei Ebenen des alten, im sterben liegenden Graham und eben seine Geschichten, in denen man dann als Spieler rätselt (wenn man dann mal Glück hat). Nun hat Graham also nicht nur seine Frau bekommen, sondern ist am Anfang des Kapitels Vater geworden. Die Zwillinge als Babys vom weinen abzubringen, ist dann gleich die erste Aufgabe. Das erinnert dann an kurzweilige Vater-Mutter-Kind-Spiele auf dem NDS oder der Wii. Nach der Aktion wird Alexander, der Sohn gleich entführt. Da denkt man, alles klar, es geht also jetzt darum den Jungen wieder zu finden und zu retten. Und erst gehen die Zwischensequenzen scheinbar auch darum. Aber man wartet vergeblich auf seinen Einsatz als Abenteurer, der seinen Sohn rettet.

Bevor es weiter geht, sind plötzlich 18 Jahre vergangen. Graham scheint 18 Jahre lang vergeblich gesucht zu haben. Und scheinbar hat er eben auch nichts anderes in den 18 Jahren gemacht! Seine Tochter scheint dann ja auch nicht viel von ihm gehabt zu haben. Seine Frau dann wohl auch nicht. Naja, aber Königin Valanice und ihre Tochter Prinzessin Rosella haben ja immerhin den Trost, dass sie die Hauptfiguren im alten KING’S QUEST VII aus dem Jahr 1994 waren. Das war ja übrigens auch der einzige Teil, den ich je gespielt hatte. Aber bekanntlich auch nicht ganz zu Ende. Aber, dann, Graham grähmt sich gerade mal wieder, geht die Tür zum Thronsaal auf und Alexander steht vor der Tür. Wieder da und alles ist gut. Erst einmal wird nicht über die vergangen 18 Jahre geredet. Huh?! Dafür kommt Graham auf die Idee, dass die ganze Familie ja mal verreisen könnte!?! Und schon geht es los. Und zwar mit einer Reihe von Mini-Spielen. Erst einmal muss man die Koffer, die uns in Tetris-Steinform präsentiert werden (ach, was für eine lustige Anspielung.. hat nichts mit King’s Quest oder Märchen zu tun, aber, hey, irgendwie was mit Computerspielen!), in die Kutsche so stapeln das alle rein passen. Huhi! Dann sitzt man mit der Familie in der Kutsche (“Sind wir schon da?”) und muss das Spiel spielen, was man selbst schon als Kind doof fand: Ich mache eine Reise und nehme (dieses und jenes) mit! Ja, wirklich! Das geht eine ganze Weile bis man am Reiseziel ankommt: Beim Eisschloss der Eiskönigen! Ja, so subtil sind die Macher des Spiels rangegangen. Auf Grund des Endes der vorhergehenden Episode, hatte man sich das allerdings schon gedacht.

Und was macht man da? Genau! Mini-Spiele auf Nintendo DS Niveau für 1,99 im eShop! Die Familie von Graham benimmt sich nun hier wie die Simpsons! Graham mimt den trotteligen Homer, Rosella die Lisa, Alex den Bart und Nice die Marge. So was für eine lustige (und sinnlose) Anspielung. Was haben die Macher hier einen tollen Humor bewiesen. Aber so richtig Humor haben sie dann mit dem folgenden Spielabschnitt, der den größten Teil dieser Episode ausmacht, bewiesen. Verschiebe-“Rätsel” auf dem Niveau von 4,99-Wimmelbild-Spielen. Genauso so etwas, was man in einem Reboot einer renommierten Grafikadventure-Serie erwartet. Aufgaben erfüllen? Um die Ecke denken und Inventory-Items kombinieren? Pfff, wer braucht denn so was, wenn es einfache Verschieberätsel gibt?!? Man steuert so erst Grahm und Alexander, später dann erst einmal nur noch Graham, von Raum zu Raum, die sich darin unterscheiden, dass die Verschieberätsel sich nicht groß ändern, sondern nur ein wenig schwieriger werden. Später kommen dann auch ein paar winzige Kombinationsrätsel dazu, aber die sind so niveaulos, das es einen gruselt. Zum Schluss darf man auch wieder mit allen vier Familienmitgliedern ein wenig rätseln, aber steuert dabei nur Graham. Die Anderen sind nur Stichwortgeber. Dabei rennt man eine Weile in nur zwei Räumen immer hin und her. Und dann ist die Episode auch schon um.

Der Spaß ist hier erst einmal völlig auf der Strecke geblieben. Aber in der fünften Episode erwartet einen dann noch Absurderes! Man bekommt den Eindruck, dass die Macher die Episoden unnötigerweise versucht haben so “abwechslungsreich” wie möglich zu machen. Derweil möchte man das als Spieler vielleicht gar nicht! Bei Episoden sieht man das ganze ja doch als ein Spiel und freut sich da eher, wenn alle Episoden wie aus einem Guss wirken. So wie bei den drei Staffeln SAM & MAX oder bei BACK TO THE FUTURE oder TALES OF MONKEY ISLAND oder bei WALLACE & GROMIT (ja, alles von Telltale Games… R.I.P.). Aber wie auch immer.. Wir haben uns trotzdem des Todes verachtend auf die fünfte Episode gestürzt.

King’s Quest – Episode 3 – Once upon a climb (2016)

Zu den ersten beiden Episoden hatte ich hier und hier was geschrieben.

Die dritte Episode des KING’S QUEST – Reboots erschien dann wohl “erst” 2016. Wobei die ersten beiden Episoden eben natürlich Ende 2015 erschienen waren. Zur Erinnerung, die ersten beiden Teile waren zwar auf ihre Art kompliziert und hatten ein paar nervige Moment, aber hatten trotzdem schon Spaß gemacht. Natürlich wird in der dritten Episode auch wieder die Stories der originalen Serie auf neue Art verarbeitet. Wobei spätere Teile der Serie eben dann schon Point’n’Click-Games waren, was man selbstverständlich beim Reboot nicht geändert hat. In Episode 3 hat man es nun also mit ein paar mehr Jump’n’Run- bzw. Kletter-Einlagen zu tun. Aber auch mit anderen Action-Einlagen. Zwischendurch gibt es auch mal ein paar Multichoise-Gespräche. Man hat das Gefühl das man hier nicht wirklich viel zu rätseln hat, denn man ist die meiste Zeit damit beschäftigt herum zu latschen und zu klettern. Weiterhin wird die Geschichte natürlich wieder von Sprüngen in die Zukunft zu Opa Graham und seine Enkel unterbrochen, denn selbstverständlich geht man hier auch weiter so vor, dass die eigentlichen Abenteuer eben die Erzählungen/ Erinnerungen von Opa Graham sind.

Das ist eben auch ein wenig der Twist, um die Verbindung zu den alten Teilen zu haben, aber eben auch Änderungen in der Story beim Reboot eben mit den dazu unterschiedlichen Erinnerungen von Graham zu erklären. Die Story wird also damit vorangebracht, dass man sich als Graham nun auf Braut-/Prinzessinnen-Suche begibt und sie mal eben aus einen Turm traditionell befreien muss. Wobei man in dem Turm zwei Prinzessinnen vorfindet und erst einmal herausfinden muss, wer von den Beiden nun die Richtige ist. Ich weiß jetzt nicht, ob dies auch auf den alten Spielen basiert. Wobei hier nun wirklich keine Spannung a la “welche ist denn nun die Richtige” entsteht. Man weiß es eigentlich sofort, welche es sein muss und ich glaube man muss auch nicht besonders darauf hin arbeiten, die Richtige auszuwählen, denn im Endeffekt kommt man so oder so auf die Richtige, sonst würde das ja alles nicht mit dem Ende der Episode zusammen passen oder gar mit der nächsten Episode. Vielleicht gibt es ja zwei Unterschiedliche Wege hier um durch die Episode zu kommen, aber wenn ja, haben wir es nicht so bemerkt. Wir haben hier knapp 2 1/2 Stunden benötigt um durchzukommen. Eine Komplettlösung haben wir einmal gebraucht (und das so ziemlich am Anfang), weil man mal wieder nicht so genau erkennen konnte, was das Spiel von einem wollte.

Ja, auch die Episode war wieder ein wenig nett, aber dann eben wegen der vielen Action-Einlagen kam es ein doch eher wie eine Mini-Spielsammlung mit Zwischengeschichten vor, als wie ein Adventure. Was eben nicht nur an der Steuerung lag. Wir spielen also auf jeden Fall weiter und sind noch nicht völlig genervt.

King’s Quest – Episode 2 – Rubble without a cause (2015)

Zum ersten Teil des Reboots von KING’S QUEST hatte ich hier was geschrieben.

Nun waren wir also mit der ersten Episode durch. Wie schon erwähnt haben wir ja die “Disc”-Version, bei der nur die erste Episode auf der DVD-ROM enthalten ist. Beim installieren des Spiels muss man ja zwangsweise über seinen Steam-Account gehen. Ohne geht gar nichts. Ein Code muss man eingeben und man bekommt die nette Meldung, dass man stolzer Besitzer der “Complete Edition” ist. Wohlgemerkt, nicht der eines “Season passes”, wenn man das Spiel bei Steam gekauft hat. Das ist ein entscheidender Unterschied, wenn es darum geht, an die weiteren Episoden zu kommen!

Wir wollten also loslegen und über das Spielmenü gibt es eben auch gleich zwei Möglichkeiten die weiteren Episoden zu laden/installieren. Die eine sagte uns, du hast gar kein Season-Pass! Und die Andere gab vor, dass wir von hier aus nun die zweite Episode installieren können, aber gab nach zwei Klicks zu, dass ja gar keine Verbindung zum “Shop” besteht. Sie sind offline! Waren wir aber nicht wirklich. Also vielleicht doch direkt bei Steam?? Auf der Seite in der eigenen Steam-Spiele-Bibliothek.. kein Hinweis. Wie ein normaler DLC ließ es sich also nicht an weitere Episoden kommen. Auf der Steam-Shop-Seite kann ich die Episoden 2 bis 5 nochmals kaufen, mehr nicht. Wenn man sonst Spiele oder DLCs erstmals oder nochmals installieren will und auf der Shop-Seite damit anfängt, dann bekommt man gewöhnlich an Stelle des Buy-Buttons eben den Hinweis, dass dies Spiel eben schon in seiner eigenen Spiel-Bibliothek vorhanden ist. Hier eben nicht. Aber wie nun an die weiteren Folgen kommen.

Also in die zwei Seitige Schnellanleitung des Spiels geguckt. How to do it? Aber keinen direkten Hinweis auf das “how” gefunden. Die PDF lässt sich darüber bei aller Ausführlichkeit nicht aus. Ich habe das Spiel sogar nochmals deinstalliert und dann wie neu draufgepackt, weil ich dache, vielleicht habe ich ja was bei der Installation übersehen!? Nichts! Dann also ab ins User-Forum auf Steam. Erst mal geguckt ob nicht jemand das gleiche Problem hatte und vielleicht eine Antwort bekommen hat. Überraschend wenige Anfragen habe ich dazu gefunden. Vielleicht haben wirklich wenige das Spiel als DVD-Version gekauft?! Zwei hatten Antworten bekommen, die ihnen nicht geholfen hat und uns auch nicht. Aber dann hat da doch jemand eine richtige Antwort bekommen, die uns auch geholfen hat! Es gibt den Punkt, der in der klassischen Ansicht der Steam-Software ganz unten links zu finden ist, der sich “Spiel hinzufügen” nennt. Dieser öffnet ein winziges Pop-up-Menü. Der erste Punkt ist “Steam-fremdes Spiel hinzufügen”. Den kannte ich. Eine Zeitlang hatte ich die Steam-Software/-Oberfläche auf meinen Spiele-Rechner dafür benutzt um sie als “Start-Bildschirm” für alle Spiele auf dem Gerät zu nutzen. Hier kann man also auch Spiele die kein Steam brauchen mit einbinden und so z.B. mit zu den Favouriten unterzubringen. Nett, finde ich. Sonst habe ich über dieses Mini-Menü nie nachgedacht. Aber da gibt es noch einen zweiten Punkt, der da heißt “Ein Produkt bei Steam aktivieren”! Hm, das macht Sinn. Habe ich bisher nie gebraucht. Spiele die ich auf einen physischen Datenträger gekauft habe und einen Steam-Account gebraucht haben, habe ich bisher ganz klassisch vom Datenträger installiert und dann eben über Steam gestartet. Und das war es bisher immer! Hier ist es also anders und vielleicht bei anderen Spielen, die ich nicht habe, eben auch. Und schon konnten wir die weiteren Teile installieren. Und 1 Stunde von unserer Spielzeit war weg!

Und das zweite Kapitel selbst? Unterscheidet sich von der Machart von der ersten Episode nach unserem empfinden völlig! Hatten wir die erste Episode als Action-lastig empfunden (also von wegen Jump’n’run-Einlagen und so), so hatte die zweite Episode mehr so einen strategischen Charakter. Wir landen hier nun als König Graham in einen Kerker der Trolle und müssen nur nicht selbst hier rauskommen, sondern auch unsere mit inhaftierten Untertanen, also jene die wir in der ersten Episode kennen gelernt haben, retten und befreien. Retten vor dem Hungertod und dann eben auch befreien. Als uns dann der ersten verhungert und tot-gegangen war, waren wir erst einmal damit beschäftigt eine Strategie zu entwickeln, wie uns keiner von den Untertanen verlustig geht. Immer wieder haben wir mit den ersten Tag im Kerker wieder angefangen, um einen Weg zu finden, wie wir das hinbekommen. Und immer wieder war es uns nicht gelungen. Ich kenne das ja von alten Sierra-Spielen, dass man da sehr wohl sterben konnte, was es z.B. bei den Lucasgames nicht gab. Es gelang uns nicht. Einer ging uns immer verlustig. Und selbst, als wir das akzeptiert hatten, ging usn wieder einer verlustig. Zwei waren einfach zu viel! Irgendwann dachte ich, dass die Little Miss Fangirl das Gamepad aus dem Fenster schmeißen würde! So sehr aufgeregt und aufgelöst habe ich sie zuletzt nach dem letzten Kapitel von LIFE IS STRANGE gesehen oder beim dritten Teil von DEPONIA, als die Macher die weibliche Hauptfigur haben (kurzfristig) über die Klinge springen lassen. Wir mussten das Spiel abbrechen und hatten da schon mit rumprobieren fast 4 Stunden verbracht!

Am nächsten Tag haben wir dann doch mal in die Komplettlösung geguckt. Erstens hatten wir was Entscheidendes übersehen und zweitens müssen wir einen Untertan verlieren um weiter zu kommen. Bekommen ihn aber später wieder zurück. Niemand muss also sterben um das Kapitel zu beenden. Das haben wir dann auch nach etwa 1 1/2 Stunden geschafft. Was uns wohl in der nächsten Episode erwartet? Jetzt haben wir schon 12 Stunden mit den ersten Beiden verbraten. Ein kurzes Spiel ist KING’S QUEST zu mindestens für uns nicht! Und bei allen Ärger, den wir damit hatten, macht es bisher trotzdem Spaß. Also weiterspielen werden wir auf jeden Fall noch!

King’s Quest – Episode 1 – A Knight to remember (2015)

KING’S QUEST von THE ODD GENTLEMEN aus dem Jahr 2015 ist ein Reboot der King’s Quest – Serie von Sierra die 1984 bis 1998 mit 8 Teilen erschienen ist. Das Spiel aus dem Jahr 2015 ist keine Fortsetzung, die nach Teil 8 spielt und kein Make-over des ersten Teils. Davon gab es glaube ich schon einen oder zwei. Es ist also zwar eine Story um König Graham von Daventry bzw. wie er zum König wurde, aber eben wohl ein bisschen anders aufbereitet. Nun muss ich erst einmal dazu sagen, trotzdem ich ein großer Fan von Grafikadventure der 80ziger und 90ziger bin, so habe ich nie große KING’S QUEST gespielt! D.h. ich habe nur mal KING’S QUEST 7 angespielt, aber nie durchgespielt. Das ist auch der einzigste Teil den ich besitze. Trotzdem ich auch Sierra-Adventure gespielt habe, wie die Gabriel-Knight-Serie und Leisure Suite Larry, so bin ich doch nie zu KING’S QUEST gekommen. Allerdings auch nicht zu SPACE QUEST, wo ich auch nur ein Teil besitze und den dann bisher noch nicht einmal angespielt habe. So ist das manchmal. Als ich dann von den Reboot von KING’S QUEST las, hatte es auch noch eine Weile gedauert, bis ich mir das Spiel zugelegt hatte.

Das neue KING’S QUEST kommt ähnliche wie die Telltale Games (SAM & MAX, TALES OF MONKEY ISLAND, WALLACE & GROMIT u.a.) als 5-Teiler daher. Eine pysische Kopie gibt es zu mindestens hier zu Lande nur Teilweise. Es gibt eine DVD-ROM in einer DVD-Hülle (jene halte ich hier in meinen Händen), aber diese enthält scheinbar nur die erste Episode. Jene kann man übrigens nicht ohne eine Steam-Account spielen. Also Steam ist zwingend notwendig und die anderen Episoden gibt es eben nur da als Download. Im Prinzip kann man sich das Spiel gleich komplett als Download kaufen. Wobei man bei dem “Season-Pass” aller 5 Episoden bei Steam auf 25 Euro kommt, wenn nicht gerade wieder ein Sale ansteht. Die DVD bekommt man meist für 10 Euro und damit hat man auch gleich das Download-Recht auf die auf der DVD nicht vorhanden Episoden. So hatte ich auch das Spiel gekauft. Neben der eben beschriebenen Windows-Version gibt es natürlich auch eine PS3, PS4 und eine Xbox One-Version.

Die Grafik sieht wirklich gut aus. Natürlich wurde hier eine 3D-Engine benutzt, aber trotzdem spielt man die meiste Zeit in eine klassischen Adventure-Ansicht, nur in den Action-Szenen (ja, genau gelesen! ACTION-SEQUENCEN! Der Graus aller Adventure-Puzzler!) kann es auch mal zu einer FPS-Perspektive kommen. Gleich am Anfang überkommt mich das erste Grauen: Ich habe die Wahl zwischen einer Steuerung mit der Tastatur (WASD) oder einem Gamepad! Ach!! Na, ganz toll! Keine Maussteuerung! Aber wenn man mal ehrlich ist, hatte das Original von 1984 auch keine Mausteuerung. Manche PC-Besitzer hatten zu der Zeit unter DOS nicht einmal unbedingt eine Maus! Die Figur wurde über die Cursor-Tasten gesteuert und man gab Befehle in eine Parser-Kommandozeile ein (“Look on the ground” – “You noticed a stone!” – “Take the stone”). Also darf dann das Reboot nicht auch eine Tastatur-Steuerung haben? Wenigstens hat man uns den Parser erspart. Wir haben uns dann für das Gamepad entschieden. Wenn man noch nie KING’S QUEST gespielt hat (und die Anleitung zu dem Spiel nicht gelesen hat.. so wie die Little Miss Fangirl und ich), dann weiß man erst einmal gar nicht was los ist. Wir sind jedenfalls erst einmal mit Graham herum gestolpert und in ein Brunnen gestiegen ohne mitbekommen zu haben, um was es nun wirklich ging. Schon bald kamen ein paar Action-Einlagen. Es ist zu Anfang wirklich mehr ein Jump’n’Run als ein Grafikadventure! Außerdem wackelt an dauernd das Bild, wie man es aus schlechten Actionfilmen mit quasi Handkamera kennt. Es stellt sich heraus, das dies das Schnarchen eines Drachens verdeutlichen soll. Für Leute mit “Gaming sickness”, wie mir, ist das allerdings pures Gift und der Spaß-Killer schlecht hin.

Wenn man die Sequenz geschafft hat und einen magischen Spiegel dem Drachen abgenommen hat (Spieler des erste Teils werden vielleicht schon vorher sich gedacht haben, dass es um jenen ging), dann sieht man den alten Graham der seiner Enkelin gerade eben die Geschichte erzählt hat. Dann geht es zur nächsten Geschichte, die Opa ihr nun erzählt und die müssen wir nun spielen. Eben wie Graham zu einem Ritterturnier nach Daventry gekommen ist. Und wir befinden uns da immer noch in Episode 1! Von hier an wird s dann auch mehr Adventure-mäßig. Man unterhält sich mit anderen Figuren, man muss Aufgaben erledigen, kombinieren und rätseln. Ja, es gibt auch noch ein paar Actioneinlagen, die aber mehr a la DRAGON’S LAIR daher kommen. Neben den liebenswerten, trotteligen Graham, den man spielt, kommen noch weitere liebevoll gestaltete Figuren hinzu. Alles ist sehr stimmungsvoll und gut gezeichnet. Auch die deutschen Synchronstimmen sind sehr gut und die Texte haben Hand und Fuß. Die Aufgaben und Rätsel überfordern einen nicht, sind aber nicht immer so leicht, wie es erst am Anfang scheint. Die Episode macht nach den etwas seltsamen Anfang auch via Gamepad-Steuerung Spaß, trotzdem ich mir hier als Alternative trotzdem auch eine Maussteuerung gewünscht hätte. So kurz war die erste Episode gar nicht! Wir haben glaube ich so 3 1/2 Stunden Spielzeit gehabt. Das ist schon ganz ordentlich für eine Adventure heutzutage. Zum zweiten Kapitel sollte uns dann aber erst einmal eine böse Überraschung erwarten! Dazu aber ein ander Mal!

Gabriel Knight – Day 1

GK1 2014-10-15 21-29-35-16

Nun ist das Spiel also erschienen. Wegen “Day 1″… Keine Angst ich werde jetzt hier nicht täglich ein Update meiner Spielstände posten. Wer das Original kennt weiß, das die einzelnen Kapitel des Spiels in “Tage” eingeteilt sind. Frisch installiert, habe ich das Spiel so eben angetestet. Die Grafik kann man bis 4K hochschrauben. Wobei ich jetzt hier keinen Unterschied zwischen 4K (Monitor) und FullHD (Fernseher) erkennen konnte. Es sieht auf jeden Fall schon mal sehr schön aus. Die Animationen von Gabriel und Grace finde ich nicht so schön. Sie sind ein wenig Marionetten-haft. Das habe ich in letzter Zeit in “modernen” Grafikadventure schon schöner gesehen. Aber das ist jetzt schon Kritik auf einen hohen Niveau. Der Sound ist fantastisch. Auch wenn Gabriel nicht mehr von Tim Curry wie im Original und in GK3 gesprochen wird, so ist die neue Stimme schon nahe dran an Curry (im Gegensatz der Stimme des Schauspielers der Gabriel in GK2 gespielt hatte).
Ja, und wie man sieht sind die Bezeichnungen, Texte und Menüs auch in Deutsch zu haben (Steam- und GOG.COM -Version). Die Sprachausgabe ist zum Glück in Englisch. Heute ist der Preis auf beiden Plattformen auch wieder auf 19.99 gestiegen. Bis Gestern hatten beide Plattformen noch einen vergünstigen Preis angeboten. Ich hatte bei Steam seiner Zeit als Vorbestellung 16 bezahlt.
Aber wie man hier sehen kann ist die deutsche Übersetzung scheinbar mit Google-Übersetzer gemacht worden. Kein Deutsche hätte das so übersetzt:

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Also am besten das Spiel gleich auf Englisch lassen. Denn auch die deutschen Untertitel haben sehr merkwürdige Übersetzungsfehler. So und nun spiele ich erst einmal weiter…

BTW bei GOG.COM gibt es alle drei Original-Spiele gerade für knapp 12 Euro! Alle drei Spiele lassen sich auf modernen Rechnern spielen. Zu mindestens unter Win7. Win8 geht auch, aber vielleicht liegt es an meiner zu modernen Grafikkarte, aber da zickt GK3 ein wenig herum und es gibt ab und zu ein paar Grafikfehler. Aber das ist besser als das Original von 1999, das sofort nach dem Start bei mir abgestürzt ist (Win7 und 8!).

Die Sünden der Vorväter – Der Schattenjäger kehrt zurück!

Ja, der Schattenjäger Gabriel Knight kehrt zurück! Und das am 15. Oktober! Aber leider nicht in einem neuen Adventure, sondern in der komplett überarbeiteten Fassung zum 20. Jubiläum des Spiels.
Auf der Webseite gibt es sogar ein Countdown zur Veröffentlichung! Naja, das ist vielleicht ein wenig übertrieben..
Wir erinnern uns kurz:
GABRIEL KNIGHT: SINS OF THE FATHERS war ein klassisches Point’n’Click-Adventure von 1993.. moment..dann ist es ja schon 21 Jahre alt! Naja, vielleicht ist es ja erst 1994 veröffentlicht worden.. Jedenfalls erschien es Damals bei der legendären Adventure-Schmiede Sierra. Die Story und das Game Design stammt von Jane Jensen, die schon vorher an KINGS QUEST VI mitgearbeitet hatte. Die Grafik zu der Zeit war eben noch recht pixelig, aber hier trotzdem schon sehr detailliert gewesen. Die Story wartete mit jede Menge Twists’n’turns auf und das Charakter-Design von der Hauptfigur Gabriel Knight war so gut gelungen, das man sich leicht mit ihm identifizieren konnte. Die CD-ROM-Version (uh, gab es überhaupt eine Disk-Version?) kam mit einer fantastischen Sprachausgabe daher. Knight wurde seiner Zeit von Tim Curry gesprochen! Dazu gab es einen sehr stimmigen Soundtrack, der mit dem catchy Maintheme, der “Schattenjäger”-Suite, einen echten Ohrwurm hatte.
Ich habe das Spiel sehr gerne gespielt und es war eines der ersten Spiele gewesen, die ich für meinen ersten PC gekauft hatte.

Teil 2 folgte als Adventure mit richtigen Videosequenzen (eines der wenigen, wo die Technik wirklich funktioniert hat und sehens- und spielenswert war) und Teil 3 machte dann wieder ein Inovationssprung zu 3D (was dann leider nicht mehr so gut gelungen war). Der letzte Teil erschien 1999 und war nicht nur Jensens letztes Spiel für Sierra, sondern auch das letzte Spiel von ihr für lange Zeit.
Als Creative Director wird sie bei einigen Womans Murder Club Spielen und so genannt. Aber das erste “richtige” Spiele von ihr selbst erschien erst 2010: GRAY MATTER. Erst dieses Jahr ist dann von ihr MOEBIUS: EMPIRE RISING erscheinen.

Ich hoffe ja nun, das die überarbeitete Fassung von GK1 so erfolgreich ist, das man auch wieder auf einen weiteren Teil der Serie hoffen kann. Die Grafik-Engine der neuen Fassung sieht ja im Trailer schon einmal fantastisch aus! Vielleicht gibt es zu mindestens eine Neufassung von GK3, das ja nun grafisch und spielerisch wirklich misslungen war, aber eine sehr gute Story hatte.
Ich habe mir jedenfalls jetzt mal endlich SINS OF THE FATHERS als Paperback geholt. Das ist eben auch von Jensen selbst geschrieben und gibt es gebraucht in einem guten Zustand aus USA für 6 Euro mit Porto und Verpackung. Mein Exemplar, das heute hier angekommen ist, ist jedenfalls in einem guten Zustand.
Für das Buch zum zweiten Spiel muss man allerdings tiefer in die Tasche greifen. Das bekommt man gebraucht hier und da mal für knapp 30 Euro. Aber man kann auch durchaus mehr dafür ausgeben. Muss man aber nicht.

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