SYBERIA 3

Im letzten Jahr hatte ich mit der Little Miss Fangirl nochmals die ersten beiden Teile von SYBERIA gespielt, die ich Damals 2003 und 2004 gespielt hatte. Meine Enttäuschung dazu habe ich schon im letzten Jahr hier im Blog zur “Papier” gebracht.
Da der dritte Teil im letzten Jahr erschien und als wir mit dem zweiten Teil gerade durch waren im Angebot für knapp unter 20 EUR war und wir leidgeprüfte Spieler sind, haben wir das Spiel gleich anschließend angefangen. In meiner Kritik zu SYBERIA 2 hatte ich schon unsere ersten Eindrücke so hinterlassen:

Wäre also ein dritter Teil nötig gewesen? Nein. Aber der ist nun dies Jahr nach 13 Jahren raus gekommen. „Das am meisten erwartete Grafikadventure des Jahres“ kündigt der Trailer vollmundig an. Ist das so?
Wir sind leidensfähige Spieler. Wir haben das Spiel gekauft (nachdem es schnell unter 20 EUR gegangen war). So viel schon einmal vorweg:
Die DVD braucht man nicht. Die ist praktisch leer. Man muss das Spiel so oder so bei Steam downloaden. Die Grafik sieht erst einmal sehr seltsam aus. Die 30zig Jährige Kate Walker sieht nun auch wie ihr 20 jähriges Selbst und erinnert somit erst recht an Lara Croft und zwar eben an die jüngere Version aus den Tomb Raider Reboot! Und die Steuerung?
Wir schreiben das Jahr 2017. Maussteuerungen haben sie bei Grafikadventures am PC seit der Jahrtausendwende nicht nur wieder etabliert, sondern sind auch wieder Standard geworden. In SYBERIA 3 kann man die Maus benutzen, aber allerdings habe ich noch nie so eine unsinnige Maussteuerung gesehen! Überall wird einen empfohlen somit auch am PC einen XBox-Controller zu nutzen…
Mehr zu SYBERIA 3 entweder wenn wir bei dem Spiel durch sind oder (was viel wahrscheinlicher sein wird) wenn wir das Spiel virtuell in die digitale Ecke geschmissen haben. Die erste Stunde spielen hat uns nichts Gutes schwanen lassen!

Ich glaube wir hatten das Spiel dann noch 1 oder 2 mal weitergespielt und dann schon in die digitale Ecke geworfen!
Da es bei uns schon Tradition hat, dass wir zumindest in den Schulferien, wenn die Little Miss Fangirl ein bisschen freien Kopf hat, Adventure spielen, haben wir uns an SYBERIA 3 erinnert und dann hat uns die Neugierde übermannt das Spiel zu Ende zu spielen. Das haben wir nun an drei Abenden getan. Mit dem Fazit: Das Spiel ist leider wirklich völlige Zeitverschwendung!

Die Steuerung ist und bleibt bis zum Schluss unglaublich schlecht, als hätten totale Anfänger das Spiel programmiert! Zu den ersten beiden Teile wurden in der Kritik so oft auf ihre offensichtliche Fehler hingewiesen und alle, wirklich alle Fehler wurden wieder begangen. Und es kamen noch Neue dazu! Denn die Maussteuerung in den ersten beiden Teilen war noch recht vernünftig gewesen. Hier nun ein völliger Ausfall. Die Musik/ der Soundtrack, der mir in Teil 1 noch gefallen hatte, in Teil 2 schon wusste zu nerven, ist hier noch nerviger geworden! Da hilft es auch nicht, wenn man sich Anleihen von Filmmusiken dazu nimmt, die so offensichtlich schlecht geklaut sind, das man jeden Moment Gandalf auf seiner Kutsche um die Ecke kommen zu sehen erwartet.

Schöne Grafiken waren schon immer der Kern des Spiels gewesen. Jene vermisse ich im Teil 3 schon fast. Hier ist nur wenig schön anzusehen. Oft sind “Level” so überladen, dass man ganze Passagen übersieht, und deswegen viel sinnlos durch die Gegend rennt. Überhaupt hatten wir das Gefühl, das hier noch weniger zu tun war, als in den Vorgängern. Es gibt diesmal ganze Bildschirme wo man nichts anklicken kann. Es gab auch wieder eine Situation in der wir wirklich nicht mehr weiter bzw. rauskamen. Wir waren beim Vergnügungspark “zu früh” durch ein Tor gegangen. Von der anderen Seite ließ es sich dann nicht mehr öffnen. Wir kamen aus dem Bereich nicht mehr raus. Später konnte man durch das Tor in beiden Richtungen gehen ohne das man aus- bzw. eingeschlossen wurde. Das insofern ärgerlich, weil man in dem Spiel nicht jeder Zeit speichern kann! Ganz so wie vor 20 Jahren, wo das schon mal Mode geworden war! So mussten wir an den letzten festen Speicherpunkt zurück, um aus dem Areal raus zukommen. Dabei hatten wir schon ein paar Items verloren, die wir unterdessen eingesammelt haben. In einem modernen Adventure-Design darf so etwas eigentlich nicht mehr passieren. Das passt aber leider perfekt in das Bild von diesem Spiel.
Man darf eben nicht mit einer Fortsetzung 13 Jahre warten und dann so einen verbugten Schrott abliefern! Denn einige Bugs sind wirklich technischer Natur. Die hätte man nach einem Jahr schon via Update beseitigen können. Z.B. das XBox One – Controller von dem Spiel zwar erkannt werden, aber man sie trotzdem nicht benutzen kann.

Um nochmals auf die Grafik zurückzukommen. Die Spielfiguren wurden ja schon in den ersten beiden Teilen nicht so toll grafisch umgesetzt. Teil 3 macht da nun kein Unterschied. Die 3D-Grafik macht hier kein guten Eindruck. Im Gegenteil. Besonders Kate Walker sieht wirklich schrecklich aus. Da wäre grafisch 2016/2017 doch sehr viel mehr möglich gewesen. Kate Walker ist wirklich eine Figur, die man gerne mögen möchte, aber mal abgesehen davon, wie sie hier grafisch dargestellt wurde (zu mindestens nicht mehr als Lara Croft Clone… naja, doch noch ein bisschen), so agiert sie als Heldin des Spiels weiter unpersönlich. Durch das fehlen der genere-typischen Selbstgespräche der Hauptfigur, bleibt der Charakter für den Spieler nur schemenhaft und das identifizieren fällt schwer. Das liegt auch nicht an der neuen zu jungen Synchronstimme! Außerdem agiert sie wie schon in den Vorgängern wieder recht linkisch und blöd. Um nicht zu sagen strunzdoof! Wenn man bei uns zu hause sich mal wieder besonders blöd angestellt hat, sagen wir jetzt immer: Da hast du aber einen Kate-Walker gebaut!

Wir haben das Spiel tatsächlich zu Ende gespielt! Trotz allem! Wir wollten einfach wissen wie die Trilogie nun zu ende geht… Und natürlich hat sie kein Ende. Die Macher haben, den riesigen Erfolg des Spiels schon vor Augen, kein Ende im Sinn gehabt, sondern wieder ein Cliffhanger. Nix Trilogie! Aber ich glaube nicht, dass wirklich noch jemand sich einen vierten Teil wünscht. Die Macher haben in drei Teilen wirklich kaum etwas hinzugelernt und eine am Anfang wirklich interessante Story kaputt gemacht, da will wirklich niemand mehr oder wenn dann nur ganz wenige noch jemals Geld für ausgeben, glaube ich. Ich jedenfalls nicht mehr. Rest in peace, Kate Walker!

Ach, und dann hatten die Macher noch den “Mut” einen DLC nachzuschieben! Keine Fortsetzung! Nur eine kleine Episode, die aber mitten im Spiel spielt. Bei Steam hatte ich sie kostenlos bekommen. Bei Amazon wird sie zur Zeit noch für 4,99 angeboten (Ha, ha, ha!!!). Für die PS4, habe ich gesehen, gibt es eine Limited Edition, die den den Soundtrack (würg!) und den unnützen DLC enthält.
In der Collector’s Edition (die mit einer Figur von Kate) ist dieser nicht enthalten, so weit ich weiß. Man bin ich froh, dass ich für die Edition nicht 130 Euro ausgeben habe, sondern mir die Standard-Version gereicht hat. Jetzt bekommt man die Edition immer noch, aber meist eher zu 150 Euro und mehr.

Advertisements

SYBERIA 2

Nachdem die Little Miss Fangirl und ich SYBERIA gespielt hatten, musste wir uns natürlich auch an Teil 2 machen.
Teil 2 ist 2004 erscheinen und von mir auch gespielt worden. Ich konnte mich zu mindestens noch so weit daran erinnern, das ich es nicht so gut wie SYBERIA fand. An Details konnte ich mich aber nicht mehr erinnern.
Erst beim erneuten spielen habe ich festgestellt, dass hier zwar ein wenig an der Grafik gefeilt worden war, aber alle alten Fehler von Teil 1 hier nochmals wiederholt wurden. Wieder rennt man scheinbar sinnlos mit Kate Walker durch viele “leere” bzw. ereignislose Bildschirme und such nach kleinen Items, die man dann eben leicht übersieht. Kate redet weiterhin nicht viel mit einem als Spieler. Und wenn dann kommentiert sie Aktionen gerne mit “Das muss ich nicht”, “Dahin muss ich nicht” oder “Das Ding klemmt”. Hier bei Teil 2 hatten wir noch einen netten Nebeneffekt:
Wo Teil 1 (eine originale CD-ROM-Version) noch auf meinem aktuellen Spielerechner ohne Probleme sauber lief, lief die DVD-Version von SYBERIA 2 mit merkwürdigen Macken. So wurden gerne Sätze abgeschnitten und wenn man die Untertitel dazu schalten, sind hier die Texte zwar komplett, aber immer wieder schnell vom Bildschirm verschwunden. SO schnell das man jene teilweise nicht komplett lesen konnte.

Beim erneuten spielen war mir dann auch aufgefallen, das ich SYBERIA 2 Damals gar nicht zu ende gespielt hatte! Ich konnte mich dann erinnern, das ich nach ca. 80% des Spiels hängen geblieben war. Ich brauchte ein paar Fischgräten die einfach nirgends zu finden waren! Ich kann mich nicht erinnern, ob ich da eine Komplettlösung konsultiert hatte oder nicht. Ich war auf jeden Fall auf Sommerurlaub bei meinen Schwiegereltern und die hatte (und haben immer noch) kein Internet. Beinahe wäre uns das hier wieder passiert. Denn diese Fischgräten findet man nicht in der Location wo man sie braucht, sondern viel früher im Spiel. Über die Fischgräten waren wir nur gestolpert, weil wir an einer Stelle hingen und ich dann doch mal in die Komplettlösung geschaut habe, wo dann stand, das man unbedingt die Fischgräten, die an einer Stelle lagen, wo sie nicht zu sehen waren und die man nur mit zufälligen Überfahren mit dem Cursor finden konnte, unbedingt mitnehmen soll, weil man sonst später im Spiel nicht mehr weiterkommen würde! Tja…

Solche miesen Fallen für Spieler kenne ich nur von alten Adventure-Spielen aus den frühen 80zigern! So was macht man seit den 90zigern nicht mehr. So konnte ich das Spiel also doch mal zu ende spielen. Und hat es sich gelohnt? Ja und nein. Ja, weil man so mal das Ende gesehen hat, das nun wirklich keine Fortsetzung gebraucht hätte. Und nein, weil das Rätzeldesign und das Handling noch schlimmer war, als bei Teil 1. Hier sind wir wirklich oft hängen geblieben und hatten einfach keine Lust mehr gehabt herumzuprobieren. Die Motivation war hier wirklich sehr gering. Der Griff zur Komplettlösung war hier eine sehr häufige Bewegung.
Konnte ich Teil 1 noch empfehlen, zu mindestens für sehr leidensfähige Spieler, so sollte man es mit Teil 2 lieber gleich lassen und sich mit meiner Aussage zufrieden geben, das Kate und Hans Syberia wirklich finden und Hans somit seine Mammuts findet.

Wäre also ein dritter Teil nötig gewesen? Nein. Aber der ist nun dies Jahr nach 13 Jahren raus gekommen. “Das am meisten erwartete Grafikadventure des Jahres” kündigt der Trailer vollmundig an. Ist das so?
Wir sind leidensfähige Spieler. Wir haben das Spiel gekauft (nachdem es schnell unter 20 EUR gegangen war). So viel schon einmal vorweg:
Die DVD braucht man nicht. Die ist praktisch leer. Man muss das Spiel so oder so bei Steam downloaden. Die Grafik sieht erst einmal sehr seltsam aus. Die 30zig Jährige Kate Walker sieht nun auch wie ihr 20 jähriges Selbst und erinnert somit erst recht an Lara Croft und zwar eben an die jüngere Version aus den Tomb Raider Reboot! Und die Steuerung?
Wir schreiben das Jahr 2017. Maussteuerungen haben sie bei Grafikadventures am PC seit der Jahrtausendwende nicht nur wieder etabliert, sondern sind auch wieder Standard geworden. In SYBERIA 3 kann man die Maus benutzen, aber allerdings habe ich noch nie so eine unsinnige Maussteuerung gesehen! Überall wird einen empfohlen somit auch am PC einen XBox-Controller zu nutzen…
Mehr zu SYBERIA 3 entweder wenn wir bei dem Spiel durch sind oder (was viel wahrscheinlicher sein wird) wenn wir das Spiel virtuell in die digitale Ecke geschmissen haben. Die erste Stunde spielen hat uns nichts Gutes schwanen lassen!

Syberia

Das Grafikadventure SYBERIA erschien 2002 für den PC. Mittlerweile ist es für alle möglichen Plattformen erschienen. Ich besitze es z.B. auch für den NDS. Mehr als Kuriosum, als wenn es da wirklich spielbar wäre. Ich hatte es Damals wirklich versucht auf den NDS eine Weile zu spielen, aber es war dann doch alles zu fummelig. Auch wenn sich die Programmierer bei dem Adventure wirklich Mühe gegeben hatten, es spielbar für Nintendo’s Kleinkonsole umzusetzen.
SYBERIA selbst habe ich am PC 2003 gespielt. Man kann es von der Benutzeroberfläche her schon als klassisches Grafikadventure bezeichnen. Es hat eine Point’n’Click-Steuerung auf dem PC, so das man das ganze Spiel mit der Maus steuern kann. Also eben klassisch. In meiner Erinnerung hatte mir das Spiel sehr gut gefallen. Man muss aber auch bedenken, in welcher Zeit das Spiel heraus kam. Denn um 2000 rum war das klassische Adventure praktisch tot gewesen. Man versuchte es mit Adventure, die mit dem Gamepad gesteuert werden konnten und viele Action-Einlagen hatten. Damit wollte man das “junge” Publikum zum Adventure locken. Heute gilt diese Art von Adventure schon eher als gescheitert. Und mittlerweile haben wir ja auch eine Wiederbelebung des klassischen Grafikadventures erlebt. SYBERIA gilt so ein wenig als Wegbereiter. Das franko-belgische Team um den belgischen Comiczeichner Benoit Sokal hatte sich seiner Zeit wirklich Mühe gegeben das Spiel schön aussehen zu lassen. Sokal ist eben Grafiker und auch dazu ein wirklich Guter. Das findet man in dem Spiel auch beeindruckend wieder. Aber hatte das alleine gereicht? Dazu später.

Ich glaube aber die Spiele die das klassische Grafikadventure wirklich wiederbelebt haben sind die deutschen Spiele GEHEIMAKTE TUNGUSKA (2006) und ANK (2005). Die mit toller Grafik und gutem Rätzeldesign punkten konnten.
Aber zurück zu SYBERIA. In der Zeit als das Spiel rauskam hatte z.B. gerade Lucas Arts seine letztes in der Entwicklung laufendes Spiel, das man als Adventure bezeichnen konnte eingestellt: Die Fortsetzung von SAM & MAX! Vorher war man 1998 und 2000 mit GRIM FANDANGO und MONKEY ISLAND 4 bei den Versuch gescheitert das Grafikadventure zu “modernisieren”. Also sprich 3D-beschleunigte Grafik zu verwenden und von der Maussteuerung auf Gamepads bzw. die Tastatur umzusteigen. Man gab also auf. Sierra hatte nach seinem eher merkwürdigen Versuch mit KINGS QUEST 8, das ja schon kein Point’n’Click mehr war, ohnehin schon aufgegeben.
In die Lücke versuchten besonders europäische Publisher zu springen. So z.B. die Deutschen mit DAS GEHEIMNIS DER DRUIDEN (2001), das zwar recht nett war, aber sich meiner Meinung nach recht zähflüssig gespielt hatte.
Ein sehr positives Bespiel aus der Zeit war THE LONGEST JOURNEY (1999), das ich wirklich liebe (und zu dem ich mal gesondert was schreiben muss). Hier war ein norwegisch Team sehr erfolgreich am werkeln gewesen. Die Fortsetzung DREAMFALL fand ich dann eher missglückt, da man hier das Adventure mit Action-Adventure-Elementen a la TOMB RAIDER versucht hatte zu tunen. Ich muss mir das Ergebnis irgendwann nochmals in Ruhe antun. Manchmal ändert man ja seine Meinung. Das bringt mich wieder zu SYBERIA.

In meiner Erinnerung hat mir das Spiel sehr viel Spaß gemacht. Man war zu der Zeit ja praktisch hungrig nach neuen Adventure gewesen und trauerte ein wenig den 80zigern und frühen 90zigern nach. Nun habe ich das Spiel zusammen mit der Little Miss Fangirl zusammen wieder komplett durchgespielt. Zu SYBERIA liest man oft, das es eine Grafikblender wäre. Und ja, ich muss diesen Kritiken heute recht geben. Die Grafik sieht auch heute noch toll aus. Jede Location sieht wirklich fantastisch aus. Wahrscheinlich wäre SYBERIA ein fantastischer CGI-Animation-Film geworden. Denn die Story ist auch ganz nett und unterhaltsam. Aber das Spiel, das Rätzel-Design ist eher so meh…
Ja, wirklich. Wir haben uns mehr über die vielen Schnitzer im Spiel geärgert, als das wir da rüber hinwegsehen konnten. Das Fängt schon mal mit der Figur der Kate Walker an. Sie sieht erst einmal aus wie Lara Croft. Die war zu der Zeit schließlich besonders populär, weswegen man vielleicht nicht gerade so einen Abklatsch für ein Grafikadventure benutzen sollte. Viel schlimmer fanden wir, das man sich mit Kate gar nicht so richtig identifizieren konnte. Einmal weil sie sich of strunz-doof verhält und weil man ihr teilweise völlig blöde Dialoge in den Mung gelegt hat, in der sie sich oft in einem Multi-choice-Strang mehrmals selbst widerspricht. Außerdem fehlt hier eine wirklich wichtige Eigenschaft eines Adventure-Helden, die man wirklich braucht, um sich mit einer Figur zu identifizieren: Selbstgespräche! Man kann in dem Spiel ohnehin sehr wenig anklicken und so gut wie nie kommentiert Kate das ihr dort Dargebotene. Eine Element das wirklich wichtig in Grafikadventure-Spielen ist. Nicht nur weil es Hinweise für den Verlauf gibt, sondern weil es eben den Spieler den Protagonisten nahe bringt. Kate wird hier auf Distanz gehalten. Wenn es Kommentare gibt, dann so was wie “Dahin muss ich nicht” oder “Das brauche ich nicht”.

Ein anderes Problem ist, das man es hier mit einer Vielzahl von einzelnen Bildschirmen pro Location zu tun hat. Das muss ja sonst kein Nachteil sein. Aber meist kann man so wenig dort tun! Teilweise gibt es Bildschirme wo man nicht einmal irgend etwas anklicken kann! Was sie Little Miss Fangirl dann irgendwann lakonisch als “No clickie, clickie, just lookie, lookie!” kommentierte. Teilweise rennt man wirklich endlos durch viele Bildschirme um von einem Teil des Puzzles zum Anderen zu kommen. Das nervt schnell gewaltig und macht einen die Stimmung kaputt. Alle Locations sind auch erst einmal sehr unübersichtlich. Man braucht erst einmal eine ganz Weile um sich dort zurecht zu finden um nicht ständig in die falsche Richtung zu rennen. Objekte die man anklicken kann, und davon gibt es wie schon erwähnt sehr wenige, sind teilweise kaum zu erkennen. Da übersieht man schnell mal was und geht oft zum stupiden Abfahren des Bildschirms mit dem Curser über.

Die Rätzel sind teilweise ein wenig unlogisch und da es kaum Beschreibungen was sie sieht von Kate gibt, ist viel rumprobieren angesagt. Teilweise kann das denn etwas langweilig werden, weil man dann oft zwischen zwei Orten hin und her rennen muss, und zwischen den Zweien oft mehrere Bildschirme liegen.
Die Sprecher der deutschen Ausgabe sind so schon ganz okay und klingen professionell. Aber leider wurden ihnen keine guten Dialoge gegeben. Teilweise kommt da bei einigen Fragen schon sehr merkwürdige Dinge zu Tage, die oft nicht zusammenpassen oder gar irreführend sind.
Zu dem sind die Hintergründe zwar wunderschön, aber die Figuren selbst recht merkwürdig animiert. Beim Reden bewegt sich z.B. Kate wie eine Marionette und rudert viel theatralisch mit den Armen herum. Das hat dann schon was von der Augsburger Puppenkiste.

Im Großen und Ganzen war das Spiel nun beim zweiten Mal spielen nach 15 Jahren eher enttäuschend. Auf für die Little Miss Fangirl, die das Spiel nun zum ersten, aber wahrscheinlich letzten Mal gespielt hat.
Es sieht immer noch hübsch aus und hat immer noch eine interessante Hintergrundgeschichte, aber leider macht es nicht wirklich Spaß zu spielen, weil es eben zu viele und markante Schnitzer sind, als das man da wohlwollend drüber hinweg sehen kann.